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ISSN 1612-7331
19.04.2017 - Nr. 1710
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"Jalta": Jüdisch, anders, ungewöhnlich



Sicherheitsmassnahmen bei der Synagoge – Basler Juden rüsten auf

[BASLER ZEITUNG (Schweiz)]
Von Daniel Ballmer | Juden sollen besser vor Terroristen geschützt werden. Der Kanton lässt Rammschütze errichten und Konzepte gegen Amokläufe erarbeiten...

Vergessene Darmstädter Juden



Von Claudia Kabel | Der Förderverein Liberale Synagoge will an Bruno Italienier und Carlo Mierendorff erinnern...

Eine Zierde der Stadt



Von André Paul | Gemeinde und Museum laden zum Festtagsprogramm zur 100-Jahr-Feier der Synagoge ...

Israel, Islam, Sicherheit



Von Michael Magercord | Wie die Präsidentschaftskandidaten zu Themen stehen, die der jüdischen Gemeinde wichtig sind...

Wie hältst du’s mit dem Kreml?



Von Ute Weinmann | Welche Rolle Juden in der politischen Lage des Landes spielen ...

"Jerusalem des Balkans"



Von Hans Stallmach | Nirgendwo sonst gab es ein so lebendiges jüdisch-sephardisches Leben wie im griechischen Thessaloniki. Jüdische Gemeinden haben die Stadt mehr als 2.000 Jahre lang geprägt ...

Wie ein Rabbi dem Judentum mit Humor und Eigensinn begegnet



Von Ulrike Steinbach | Walter Rothschild eckt mit seiner witzigen, direkten Art immer wieder an. Das hat den 63-Jährigen schon mehrfach den Job gekostet, auch als Gemeinderabbiner in Berlin. Nun muss er als Freiberufler über die Runden kommen. Streitbar wie eh und je...

Hinterm Horizont geht's weiter



Von Gerald Beyrodt | Auch Juden sind davon überzeugt, dass es nach dem Tod weitergeht. Wie es danach aber weitergeht, darüber finden sich in den hebräischen Schriften nur wenige Hinweise...




Jüdisch, anders, ungewöhnlich



Von Igal Avidan | Juden kommen in den deutschen Medien meist beim Thema Antisemitismus oder Shoah vor. Sechs jüdische Blattmacher wollen das ändern – und haben die Zeitschrift "Jalta" gegründet. In der ersten Ausgabe geht es um rebellische Frauen, Schäferhunde und die Verbindungen von Schwarzen und Juden...




"Mich locken nicht die Himmelsauen"

Düsseldorf - "Mich locken nicht die Himmelsauen" lautet der Titel einer Ausstellung, die im Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf zu sehen ist. Die bis zum 22. Juni terminierte Schau wirft nach den Worten von Kurator Jan von Holtum vom Donnerstag einen Blick auf "Heine und die Glaubensfrage". Die Sonderausstellung widmet sich der unkonventionellen und pragmatisch-toleranten Haltung des weltberühmten Dichters in Glaubensfragen, so die Direktorin des Instituts, Sabine Brenner-Wilczek vor der Eröffnung.

Anlass für die Schau, die die Dauerausstellung zu Leben und Werk Heines behandelt, ist der 500ste Jahrestag der Reformation. Heine betonte in seinem Werk, dass Martin Luther in seinen Augen "nicht bloß der größte, sondern auch der deutscheste Mann" der Landesgeschichte war und "daß in seinem Charakter alle Tugenden und Fehler der Deutschen auf Großartigste vereinigt sind," zitierte von Holtum den Dichter.
 
In zahlreichen Vitrinen der Schau finden sich Briefe, Zitate, Kupferstiche, Bücher und natürlich auch eine Lutherbibel von 1846 aus dem Privatbesitz Heines. Auch ein Auszug aus dem Geburtenregister Heinrich Heines (1798) und seiner jüdischen Familie ist zu sehen. Die Schau weist auch darauf hin, dass Heine seinen Blick immer auch "auf alle anderen Religionen hat schweifen lassen", betonte der Kurator am Donnerstag. Dabei habe vor allem auch die katholische Kirche "so manche Breitseite" abbekommen.
 
Heine lobte dagegen Luther etwa 1827 mit den Worten "Martin Luther gab uns nicht bloß die Freyheit der Bewegung, sondern auch das Mittel der Bewegung; dem Geist gab er nemlich einen Leib", so der Dichter. Angesichts seiner neu entfachten Begeisterung für "das Buch der Bücher" lobte Heine laut von Holtum "vor allem den literarischen Wert" der Bibel. "Welch ein Buch! groß und weit wie die Welt, wurzelnd in die Abgründe der Schöpfung und hinaufragend in die blauen Geheimnis des Himmels...." schrieb der Dichter.
 
Erinnert wird unter anderem auch daran, dass der gebürtige Jude Heine konvertierte zum christlichen Glauben und sich auch taufen ließ. Grund dafür war nach Angaben des Kurators Heines Wunsch auf eine Festanstellung beim Preußischen Staat. Daraus wurde jedoch nichts, weil er zu diesem Zeitpunkt bereits als vehementer Kritiker des deutschen Staates bekannt war. Heine wehrte sich in der Folge gegen de Versuch der reformatorischen Kirche, ihn für ihre Zwecke einzuspannen, so von Holtum.
 
Und dennoch sind sich die Heine-Forscher und Ausstellungsmacher sicher, dass der Dichter zu einem "nicht wirklich konfessionsgebundenen, ehr politischen Gott zurückgefunden" hat. Für eines interreligiöses Interesse spricht auch seine ausgestellte Theatertragödie "Almanso", in der es um den Sieg der Christen in Spanien geht und um die Bekämpfung nicht nur der Mauren, sondern auch der jüdischen Minderheit durch die Christen.
 
Die Schau im Heinrich-Heine-Institut spart auch die letzten Jahre Heines schwer krank in seiner Matratzengruft im Pariser Exil nicht aus. "Das Wiederauferstehen werde nicht so schnell vonstatten gehen", zitierte der Kurator vor der Eröffnung der Ausstellung den Dichter, der damit die Ansicht vertritt, im Jenseits mit allen Krankheiten weiterexistieren zu müssen. Und als die Schmerzen gar zu arg wurden, schrieb Heine die Zeilen: "Oh Gott, verkürze meine Qualen...Du schufest den fröhlichsten Dichter und raubst ihm jetzt seine gute Laune... Nimmt nicht der traurige Spaß ein End, so werd' ich am Ende katholisch."
 
Heine kann nach Darstellung von Brenner-Wilczek gleichermaßen "als profunder Kenner von Judentum und Christentum, als spöttischer Kritiker von Staatsreligion, als großer Luther-Bewunderer, als Sensualist und Gegner der kirchlichen Entsagungsdoktrin, als eifriger Bibel-Leser und in späten Jahren vermeintlich als bekehrter Renegat" interpretiert werden. Wobei letztlich unklar ist, woran er tatsächlich glaubte. 
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
 
Internet:
www.duesseldorf.de/heineinstitut

(COPYRIGHT: Andreas Rehnolt,
Microtext-Journalistenbüro)




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