ACHTUNG:
Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Donnerstag, 04. Juni 09.
Guten Tag!
In Jerusalem - im Stadtteil Silwan unweit der Klagemauer und des Tempelbergs - müssen die palästinensischen Bewohner ihre Häuser räumen. Der Abrissbefehl ist erteilt. 1500 Menschen könnten so ihre Wohnung verlieren, für einen archäologischen Park, den die israelische Regierung an der Stelle plant. Sandra Fejjeri schildert in einer Reportage für DEUTSCHLANDRADIO die Hintergründe der geplanten Aktion: "Kein Platz für Palästinenser".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Joseph Croitoru berichtet in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG von einem Kulturkampf in Israel um nationalreligiöse Militärrabbiner, die ihre Stellung dazu missbrauchen, innerhalb der Armee zu missionieren, oder auch Propagandafilme verbreiten, in denen der Krieg in Gaza etwa als göttliches Wunder gepriesen wird. Verantwortlich hierfür scheint in erster Linie der jetzige Chef des Militärrabbinats, Avichai Rontzki. Er ist der erste Inhaber dieses Postens, der der militanten Siedlerbewegung angehört.
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Seine Helden heißen Beckenbauer, Matthäus, Klinsmann - jetzt lernt er ihre Sprache. Beim jungen Palästinenser Mohammed wurde aus einem Fußball-Tick ein Sprach-Tick. Er lernt emsig und hofft auf ein Stipendium für Deutschland. Für ihn wäre es wohl auch der Ausbruch aus einem Gefängnis. Markus Flohr und Christian Salewski porträtieren ihn in einem Beitrag für den SPIEGEL: "Der fleißtigste Deutsch-Schüler Palästinas".
Der Link zum Porträt in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Zwischen vierzig- und fünfzigtausend Häftlinge hat Wilhelm Brasse in Auschwitz fotografiert, wohin er selbst einst als zum Tode geweihter Häftling verschleppt wurde. Wohl kein zweiter Mensch hat je so vielen Todgeweihten ins Gesicht gesehen und sie fotografiert wie er - und er lebt nocht. Kamilla Pfeffer hat ihn für das Jugend-Magazin JETZT besucht und erzählt die Geschichte des heute 91-jährigen Fotografen Wilhelm Brasse: "Viertel Sekunde, Blende 16".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Lange Zeit galt es in der Bundesrepublik als Tabu, Hitler im Film darzustellen. Inzwischen hat sich dies längst geändert und ist eher einer Debatte darüber gewichen, wie man Hitler darstellen darf oder soll: Lächerlich? Als Monster? Als lächerliches Monster? Die DEUTSCHE WELLE sprach über diese Fragen mit der Filmwissenschaftlerin Margrit Frölich: "Die Aura zertrümmern."
Der Link zum Gespräch in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Österreich will den Ägypter Faruk Hosni wegen antisemitischer Bemerkungen mit einer Gegenkandidatin als Unesco-Chef verhindern, Paris und die Vereinigten Staaten spielen auf Zeit. Hosni entschuldigt sich halbwegs. Der Unesco steht eine weitere Belastungsprobe bevor. In der FAZ skizziert und kommentiert Jürg Altwegg die ihn nicht durchweg überzeugenden Versuche des Unesco-Präsidentschaftskandidaten Faruk Hosni, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des Antisemitismus zu entkräften: "Der Kandidat erklärt sich".
Der Link zum Artikel in der Rubrik ANTISEMITSIMUS.
Unter dem Titel "Sind Religionen gefährlich?" mischt sich der evangelische Theologe Rolf Schieder mit einer differenzierten Stellungnahme in die aktuelle religionspolitische Diskussion ein. Es geht ihm um einen rationalen Umgang mit den Gefahren der Religionen und - gut protestantisch - um ihre Zivilisierung und Weiterentwicklung durch Bildung. Jörg Herrmann hat das Buch für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG gelesen und zeigt sich beeindruckt: "Rolf Schieder hat ein kluges Buch geschrieben, das die aktuellen religionspolitischen Probleme prägnant darstellt, auf der Höhe der Zeit diskutiert und gut begründete Lösungen vorschlägt".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Viel ist den letzten Monaten über die Gefährdung des christlich-jüdischen Dialogs geschrieben worden. Dadurch in den Hintergrund gerückt sind die tatsächlich bemerkenswerten Fortschritte, die es seit Ende des Zweiten Weltkrieges gegeben hat - in beiden christlichen Kirchen. Friedhelm Pieper erinnert in einem Beitrag, der auf den Seiten von BLICKPUNKT.E zu lesen ist, an diesen Wandel im christlich-jüdischen Dialog. Ausgangspunkt und entscheidender Wendepunkt ist in seinen Augen die im August 1947 im schweizerischen Seelisberg unter der Führung des “National Council of Christians and Jews” (USA) und des britischen “Council of Christians and Jews” durchgeführte internationale „Dringlichkeitskonferenz über Antisemitismus“ mit jüdischen und christlichen Teilnehmern aus Europa und den USA, deren Erklärung - die "Seelisberger Thesen" - den Beginn dieser weltweiten Umkehrbewegung in den Kirchen in ihrem Verhältnis zum Judentum nach dem Holocaust markierten: "Von Asymmetrie zu Komplementarität".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Die zweitälteste Synagoge der Neuen Welt steht auf der Antillen-Insel Curaçao, einer früheren holländischen Kolonie. Das Eiland vor der Küste Venezuelas ist, so scheint es, eine von Antisemitismus freie Zone. Für die kleine jüdische Gemeinde hat das Vorteile und Nachteile, die Henryk M. Broder in seiner Reisereportage für den SPIEGEL näher erläutert: "Der Kantor von Curaçao".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Max Brod, Sohn einer alteingesessenen deutsch-jüdischen Familie in Prag, wurde als Schriftsteller des legendären Prager Kreises bekannt, zu dem neben ihm unter anderem Franz Kafka und Franz Werfel gehörten. Trotz seiner vielen eigenen Bücher hat er aber vor allem als Herausgeber der Werke seines Freundes Kafka Berühmtheit erlangt. Helmut Böttiger und Peter Kohl erinnern für DOMRADIO und DEUTSCHLANDRADIO an den Schriftsteller, der stets im Schatten Kafkas blieb.
Die Links dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
"In Hitler ist die Zeit erfüllt für das deutsche Volk. Denn durch Hitler ist Christus, Gott der Helfer und Erlöser, unter uns mächtig geworden " Besoffen von der nationalsozialistischen Propaganda beschrieben die evangelischen "Deutschen Christen" im März 1934 den "Führer" als Heiland. Zwei Monate später, vom 29. bis 31. Mai vor 75 Jahren, formierte sich in Wuppertal-Barmen der Widerstand der Bekennenden Kirche. Unter der Bedrohung durch den NS-Ungeist in der Kirche einigten sich erstmals seit der Reformation Vertreter der Lutheraner, Reformierten und Unierten auf eine gemeinsame theologische Erklärung, die sogenannte "Barmer Theologische Erklärung". Am Pfingstwochenende gedachte man in der Evangelischen Kirche dieses historischen Datums: "Verbindliche evangelische Wahrheiten".
Links zum Thema in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Mit seiner "Kleinen jüdischen Geschichte" hat der jüdische Historiker Michael Brenner gewissermaßen einen Kreis geschlossen. 2002 veröffentlichte er einen Sammelband, in dem Forscher aus aller Welt die Eigenart jüdischer Geschichte diskutierten. Im Jahr darauf publizierte Brenner mit jungen Kollegen eine Sammlung von Texten bedeutender jüdischer Historiker. Unter dem Titel "Propheten des Vergangenen" erschien 2006 schließlich eine erste Gesamtdarstellung jener jüdischen Historiker, deren Arbeiten dem Judentum gewidmet waren. In der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG nun lobt Thomas Meyer Brenners jüngstes Werk: "Die jüdische Geschichte, gut erzählt".
Der Link zur Buchbesprechung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Einen angenehmen Tag wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
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