Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
09.04.2019 - Nr. 1830

ACHTUNG

In der Zeit von 1. bis einschl. 8. April 2019 erscheint KEIN COMPASS

Die nächste Tagesausgabe erfolgt am Donnerstag, 11. April 2019.


Guten Tag!

Nr. 1830 - 9. April 2019



Israel im Zeichen der Wahl: Seit heute morgen haben nun 6,3 Millionen Israelis das Wort - oder besser eine Stimme. Premier Benjamin Netanyahu hat wieder gute Chancen, Chef der nächsten Regierung zu werden. Das Mitte-links-Lager schwächelt. Gleichzeitig kommt damit ein übler Wahlkampf zum Ende, der durch "Spalten, hetzen, lügen" gekennzeichnet war, wie der österreichische KURIER titelt. Ein Vorwurf, der wohl vor allem auf den Wahlkampfstil von Benjamin Netanyahu gemünzt ist. Ähnlich sieht das etwa Lissy Kaufmann im österreichischen STANDARD:
"Um komplexe Details geht es in Netanjahus Wahlkampf nicht. Er versucht, mit simplen Botschaften Gräben aufzureißen. 'Er hat den Killerinstinkt', erklärt der israelische Politikberater Moshe Gaon. 'Das führt dazu, dass er keine roten Linien hat. Für ihn geht es nur ums Gewinnen, und dafür wird er alles tun.' Benny Gantz bekommt das im Endspurt des Wahlkampfes zu spüren. Zwei misslungene Fernsehinterviews, in denen er müde und unerfahren wirkte, schlachtete das Netanjahu-Team zuletzt gnadenlos aus, bezeichnete Gantz als psychisch labil. Während Gantz versucht, das Land zu einen und es Wählern rechts und links der Mitte recht zu machen, zeigt sich Netanjahu kompromisslos: Er spaltet, hetzt und setzt klar auf rechte Parolen."
Zwar legt Netanyahus Konkurrent Benjamin Gantz einen weitaus gemäßigteren Wahlkampfstil an den Tag, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er inhaltlich schwammig bleibt und sich im Kern kaum von der Linie des Likud unterscheidet, wie Ulrich Schmid in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG meint:
"Gantz und seine Mitkämpfer reden viel, aber sie sagen wenig. Der Widerwille, die Palästinenser-Problematik anzupacken, steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Benny Gantz nimmt das Wort «Zweistaatenlösung» nicht in den Mund. Man müsse «auskommen» mit den «friedlichen» Arabern, heisst es vage. Doch sonst gilt für Blau-Weiss ein Programm, das von Netanyahu kommen könnte: Egal, welche Form der Friedenslösung kommt, Israel behält die Sicherheitskontrolle bis zum Jordan. Ganz Jerusalem bleibt unter israelischer Jurisdiktion. Rückkehrrecht? N’existe pas. Nach irgendetwas Konstruktivem, einer Idee, wie Frieden zu erreichen wäre, sucht man bei den Blau-Weissen ebenso vergeblich wie bei den Rechten."
Shimon Stein, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland, und der israelische Historiker Moshe Zimmermann sehen Israel in der "Populismusfalle", wie sie für den TAGESSPIEGEL erläutern:
"Und so dominieren im politischen Diskurs längst die Werte und die Sprache der Rechten. Um eine Partei oder eine Person zu diskreditieren, reicht der Vorwurf aus, man sei links. Die Parteien, die noch zu den Werten der Linken stehen – sprich: die Arbeiterpartei und die links-liberale Merez, die für die Zweistaatenlösung und für die Gleichberechtigung der nicht-jüdischen Bürger eintreten - werden im besten Fall zusammen 15 Prozent der Stimmen gewinnen. 2015 waren es noch doppelt so viele."
Insgesamt beobachten sie eine Gesellschaft, die einem darwinistischen Neoliberalismus frönt:
"Worte wie „Stärke“, „Unbeugsamkeit“ und „Macht“ spielen eine enorme Rolle. Die Likud-Parole lautet, dass rechts und Netanjahu für Stärke stehen, links und Gantz dagegen für Schwäche."
In der ZEIT fragt der ehemalige Israel-Korrespondent Richard C. Schneider:
"Je näher die Knesset-Wahl in Israel rückt, desto skrupelloser wird der amtierende Premier Benjamin Netanjahu. Dennoch bleibt es auf den Straßen ruhig. Warum aber gibt es heute keine richtige Protestbewegung gegen ihn? Warum demonstrieren keine zehntausenden Menschen mehr gegen Netanjahu?"
In einer längeren Reportage versucht er den Ursachen auf den Grund zu gehen, indem er beispielhaft eine der politischen Gegner Netanyahus porträtiert.
Und schließlich beschreiben Beiträge im STANDARD, der DEUTSCHEN WELLE, der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG und der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG noch die Rolle von Minderheiten und kleineren Parteien, die schließlich bei der Regierungsbildung das Zünglein an der Waage bilden könnten: "Rechtsextremisten als Königsmacher", "Christen als Königsmacher" und "Arabische Wähler".
Eine Auswahl an Links zu einer insgesamt fast unüberschaubaren Anzahl an Berichten in der deutschsprachigen Presse in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Lust auf etwas ganz anderes zum Thema "Israel", etwas wirklich ganz und gar anderes? Wie wäre es damit: Stefanie Järkel stellt im SÜDKURIER eine israelische Kuh vor, die mit rund 13,2 Tonnen Milch die weltweit produktivste Kuh überhaupt ist. Die deutsche Durchschnittskuh hinkt da im Vergleicht weit hinterher: Sie gibt rund 7,8 Tonnen. Fachleute in Deutschland zeigen sich vom System in Israel beeindruckt, während Tierschützer besonders die Ernährung der Tiere kritisieren: "Was ist das Geheimnis hinter den Turbo-Kühen?".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden bleibt Deutschland und hier vor allem Berlin für Israelis attraktiv: zum Stichtag 31. Dezember 2017 leben insgesamt 13.795 israelische Staatsbürger in Deutschland, die Mehrheit von ihnen in Berlin. Im Jahr 2017 zogen 2083 Personen mit israelischer Staatsbürgerschaft nach Deutschland, 1313 verließen das Land im selben Zeitraum, wie einem Bericht in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG zu entnehmen ist. Vor diesem Hintergrund ist eine Reportage von Lucia Heisterkamp in der TAZ sehr interessant. Sie hat zwei Israelis, einen Mann und eine Frau, begleitet, die unter sehr unterschiedlichen Bedingungen nach Berlin gezogen sind und just hier ganz neue Perspekiven auf ihr Jüdischsein entdeckten: "Samstagabend fängt die Woche an".
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

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Fünf deutsche Unternehmen haben ein starkes Zeichen gesetzt: Sie spenden Yad Vashem insgesamt fünf Millionen Euro für den Bau eines neues Zentrums und wollen ihr Engagement nicht zuletzt auch als ein Zeichen gegen den Antisemitismus verstanden wissen. Auf Initiative des Deutschen Freundeskreises Yad Vashem beteiligen sich Daimler, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Volkswagen und Borussia Dortmund an dem geplanten „Haus der Sammlungen“ in Yad Vashem. „Erinnern, Dokumentieren, Forschen und Unterrichten, das sind die Säulen, auf denen Yad Vashem ruht. Sie zu stärken, ist uns Ehre und Verpflichtung", wurde BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einer gemeinsamen Presseerklärung der Unternehmen zitiert, über die mehrere Medien berichten: "Millionenspende für die Erinnerung an den Holocaust".
Die Links zu den Berichten in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Jonas Noreika wird in der heutigen litauischen Öffentlichkeit als Widerstandskämpfer sowohl gegen die deutsche Besatzung 1941–1944 wie auch gegen das nach 1944 zurückgekehrte Sowjetregime in Litauen mit Gedenktafeln, Straßenbenennungen und einem prominenten Ehrenmal geehrt. Der Würdigung als antideutscher Widerstandskämpfer steht freilich Noreikas Kollaboration mit den deutschen Eroberern in der Zeit noch vor deren Einmarsch 1941 entgegen: er war u.a. für die Arisierung jüdischen Eigentums verantwortlich und erteilte die Anordnung zur Ermordung der Juden der Städte Plunge und Telšiai. Judith Leister erzählt in einem lesenswerten Beitrag für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, wie nun ein Nachfahre von Holocaust-Opfern gegen die offizielle, einseitige Erinnerungspolitik Litauens in diesem Fall vor Gericht zieht - unterstützt von der Enkelin eines Täters: "Nazi-Kollaborateur und Nationalheld".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Als pietistisch geprägte schöne Seele immer schon eher leise, introvertiert und unpolitisch, geriet der populäre Schriftsteller Hermann Hesse im „Dritten Reich“ zwischen alle Fronten und war zeitweilig „ungewollt ein mitdrehendes Rädchen im Getriebe des NS-Systems“. So ist es nun in einer Ausstellung in Gaienhofen zu sehen, die sich der NS-Rezeption von Hermann Hesse am Beispiel seines Romans „Glasperlenspiel“ im Dritten Reich widmet - und dabei auch auf einige blinde Flecken und dunkle Stellen in Hesses ansonsten so strahlend sauberer Ästhetik des Widerstands aufmerksam macht, wie Martin Halter für die FAZ berichtet: "Aushängeschild oder Volksverräter?".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

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Für vier israelische Kinder und Jugendliche aus finanziell schwachen Familien erfüllte sich vor wenigen Tagen ein Traum: Dank Spenden des Borussia-Dortmund-Fanklubs "Israelische Borussen" konnten die jungen BVB-Fans aus Haifa nach Dortmund reisen und ihren Verein live im Stadion erleben (siehe Compass 29.3.2019). Doch der Traum nahm auf der Rückreise Anfang April ein böses Ende, wie Frederik Schindler für die WELT berichtet, denn offenbar sind die Kinder und Jugendlichen Opfer einer judenfeindlichen Attacke geworden - durch einen Flixbus-Fahrer: „Als die Fahrer unsere israelischen Pässe sahen, wurden sie aggressiv“.
Der Link zum Bericht in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt aus Moskau, seines Zeichens Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, sieht Europa vor "schweren Turbulenzen". Die Lage der jüdischen Gemeinschaft sei von der allgemeinen Lage in Europa abhängig, betonte Goldschmidt in einem Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), das DOMRADIO nun veröffentlicht hat. Ende Mai würden die Europawahlen zeigen, "inwieweit sich Europa neu erfinden kann - oder ob es noch schwächer wird". Goldschmidt zeigte sich nicht nur wegen des Rechtspopulismus in unterschiedlichen europäischen Parteien besorgt, sondern auch angesichts von Antisemitismus: "Frankreich ist das heißeste Pflaster in Europa."
Der Link zum Interview in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Apropos Frankreich: Niemand geringerer als Präsident Emmanuel Macron hat von dunklen Zeiten gesprochen, als er die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Frankreich aufzählte. Hass und Vorurteile treffen Juden, aber auch Muslime. Der Präsident wünschte sich mehr Engagement. Dass es bereits engagierte Menschen gibt, die längst machen, was der Staatschef fordert, zeigt Ursula Welter in zwei Reportagen für DEUTSCHLANDRADIO. Zum einen schildert sie das Engagement des "Jüdisch-Muslimischen Freundschaftsvereins" (AJMF), der seit fast 15 Jahren in den Banlieus und Jugendzentren Basisarbeit gegen Vorurteile und Hass leistet. Passend dazu porträtiert sie in einem weiteren Beitrag Rabbiner Michel Serfaty, der u.a. regelmäßig junge Muslime in das Herzstück seiner Gemeinde einlädt: "Der Rabbiner, der Bus und die Banlieues".
Die Links zu den beiden Reportagen in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

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Der „Monotheismus“ wird häufig mit dem Thema Gewalt in Verbindung gebracht. Zu Unrecht, wie der Religionspädagoge Eckard Nordhofen mit seinem aktuellen Buch „Corpora“ zu belegen versucht. Ausgangspunkt von Nordhofens Überlegungen ist die These Jan Assmanns, der 1998 mit seinem Buch "Moses der Ägypter" einen heftigen Diskurs losgetreten hatte, der den Monotheismus maßgeblich an der Entstehung religiös bedingter Gewalt beteiligt sah. Während in der alten Welt die polytheistischen Religionen lange friedlich und ohne Wahrheitskonkurrenz nebeneinander hergelebt hätten, habe mit der „Mosaischen Entgegegensetzung“ erstmals eine Religion einen exklusiven Wahrheitsanspruch erhoben und daraus das Recht gezogen, die „falschen Götzen“zu bekämpfen. Dem will Nordhofen ein gänzlich anderes Verständnis von "Monotheismus" entgegensetzen, wobei überraschender Weise auch eine der Vater-unser-Bitten eine entscheidende Rolle zufällt, wie er im Interview mit der TAGESPOST erläutert: "Der große Gegenüber".
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Nach jahrelangen Debatten geht es jetzt zügig voran: Die Bundeswehr soll möglichst bald Militärrabbiner erhalten. Das sicherte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dem Zentralrat der Juden zu, wie etwa einem Bericht in DOMRADIO zu entnehmen ist. Auch in die Frage einer muslimischen Militärseelsorge kommt Bewegung. Nach Schätzungen gibt es in den deutschen Streitkräften rund 300 jüdische und 3.000 muslimische Soldatinnen und Soldaten. Im DEUTSCHLANDRADIO nimmt der jüdische Historiker Michael Wolffsohn ausführlich zur Problematik der Miltärrabbiner Stellung. Zur Frage, in welcher Rolle Militärseelsorger und Militärrabbiner einnehmen können, um rechtsextreme Tendenzen im Militär sowie religiöse Vorurteile zu bekämpfen, sagt er:
"Genau eben diesen Dialog der Religionen zwischen den, ich sage es mal salopp, Kampfhähnen einzuleiten. Und deswegen hat das Bundesverteidigungsministerium, das hat die Ministerin von der Leyen klar gesagt, es wird auch Imame geben in der Bundeswehr. Und hier sind dann die Imame ebenso wie die Militärrabbiner gefordert, einen Brückenschlag zwischen den Religionen zu versuchen. Und da die Bundeswehr ein relativ überschaubarer Rahmen ist, wäre das durchaus eine Möglichkeit, die zum Erfolg führt. Und von diesem Erfolg, – ich füge hinzu: hoffentlich, das ist ein Wunsch und keine empirische Feststellung –, hoffentlich auf die gesamte Gesellschaft ausstrahlt."
Links zum Thema in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Die Beschneidung von Jungen ist im Islam keine Glaubenspflicht, wohl aber zählt sie zu den wichtigsten Empfehlungen. Immer wieder wird über diese Praxis gestritten: Manche sehen darin eine Körperverletzung, für andere ist es eine religiöse Tradition. Vor allem in traditionell-muslimischen Kreisen gilt sie als das Aufnahmeritual in die Männlichkeit schlechthin – für viele Eltern ein so wichtiges Ereignis, dass die Beschneidung pompös gefeiert wird. Der Einladung der Familie folgen oft hunderte Gäste. Meist werden teure Hochzeitssäle angemietet. Was aber sagt der Koran zu einem derlei Eingriffen in die körperliche Unversehrtheit? Dieser Frage ist Hüseyin Topel in einem Beitrag für DEUTSCHLANDRADIO nachgegangen: "Beschneidung ja, Nasenkorrektur nein".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

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Wie sollen jüdische Gemeinschaften mit gemischt-religiösen Partnerschaften umgehen? Sollte es einfacher werden, zum jüdischen Glauben zu konvertieren? Sollen die verschiedenen jüdischen Gemeinden und Dachverbände in der Schweiz stärker zusammenarbeiten? Wie können die jungen jüdischen Erwachsenen konstruktiv in die Gemeinden und Organisationen eingebunden werden? Um solche Fragen zu diskutieren, kamen junge jüdische Erwachsene aus verschiedenen Gemeinden und Städten zum ersten jüdischen Jugendparlament der Schweiz namens Jewpa im Aargauer Grossratssaal zusammen. Die AARGAUER ZEITUNG und die schweizer-jüdische Wochenzeitung TACHLES waren bei der Zusammenkunft des ersten jüdischen Jugendparlaments mit dabei: "Forderungen hören und darauf eingehen".
Die Links zu den Berichten in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Er trägt eine Apple-Watch, spielt E-Bass und zeigt auf seinem Handy stolz ein Wohnzimmer-Foto von sich und dem emeritierten Papst Benedikt XVI. im Januar. Was auch immer man für Vorstellungsklischees von einem orthodoxen Rabbiner hat, Zsolt Balla entspricht ihnen nicht. Der 39-jährige Ungar ist seit Jahresbeginn neuer Landesrabbiner von Sachsen. Das Amt war seit 2012 vakant. DOMRADIO sprach mit ihm am Dienstag in Leipzig, wo er seit zehn Jahren als Gemeinderabbiner tätig ist, über seinen neuen Job und das Bild von Juden in der Öffentlichkeit. Und natürlich ging es dabei auch um den Antisemitismus. Befragt, wie er die Etablierung eines Landesbauftragten für jüdisches Leben in Sachsen findet, lobt er die Entscheidung und insbesondere die gewählte Amtsbezeichnung und dass es nicht "Antisemitismus-Beauftragter" heißt, denn:
"Dann wäre der Fokus rein negativ, rein auf Judenfeindlichkeit. Jüdisches Leben ist aber viel mehr. Bei Judentum denken die meisten Menschen in Deutschland nur an Holocaust und Antisemitismus. Ich glaube, es ist sehr wichtig, in der Gesellschaft ein größeres Bewusstsein dafür zu schaffen, was jüdisches Leben heute sonst noch ausmacht. Das sehe ich auch als eine meine Aufgaben: Jüdisches Leben muss ein selbstverständlicherer Teil der Gesellschaft werden!"
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Die in Berlin und Tel Aviv lebende deutsche Journalistin und Schriftstellerin Mirna Funk beschäftigt sich in einer regelmäßigen Kolumne für das Mode-Hochglanzmagazin VOGUE mit der Präsenz jüdischer Kultur in Deutschland und schreibt dort über ihren Alltag als deutsche Jüdin zwischen den Welten. Mirna Funk wurde 1981 in Ostberlin geboren, sie ist die Urenkelin von Stephan Hermlin. Sie studierte Geschichte und Philosophie an der Humboldt-Universität in Berlin und wurde für ihren Roman «Winternähe» (2015) mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis für das beste deutschsprachige Debüt ausgezeichnet. In ihrem jüngsten Beitrag beschreibt sie, was es heute heisst, Jüdin und Feministin zu sein – und wie die Auslegung der jüdischen Regeln zu einem selbstbestimmten Leben verhilft: "Gegen alle Regeln".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Der Franzose Joann Sfar avancierte mit «Die Katze des Rabbiners» vor knapp zwanzig Jahren zum Star, zusammen mit Lewis Trondheim, David B. oder Jean-Christophe Menu galt er als Erneuerer des französischen Comics. Doch nach fünf Katzenbänden war plötzlich Schluss, Sfar legte seine millionenfach verkaufte Reihe auf Eis. Jetzt ist nach über einem Jahrzehnt endlich Nachschub gekommen, ein Sammelband, der gleich drei neue Bände in deutscher Übersetzung enthält. Darüber hinaus rollt das Comicfestival Fumetto in Luzern den großen Teppich für Joann Sfar aus: Neben einer Übersichtsausstellung gibt es auch ein Podiumsgespräch über «Religiöses und Visionäres bei Sfar» (13.4. Maskenlieb-habersaal). Und in Basel widmet das Cartoonmuseum Sfar die Ausstellung «Sans début ni fin». Dort sollen vor allem jüngere Werke des Franzosen gezeigt werden. Anlass für informative Berichte im schweizer TAGES-ANZEIGER, der BASLER und der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG über den Autor, seine Katze und deren Rabbiner: "Wenn die Katze übers Judentum spricht".
Die Links dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

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1976 hat der Pfarrer Oskar Brüsewitz sich in dem Städtchen Zeitz mit Benzin übergossen und öffentlich verbrannt - aus Protest gegen die Unterdrückung und Kriminalisierung von Christen in der DDR. Das DDR-Regime verunglimpfte ihn als Psychopathen - und bis heute ist die Erinnerung an Oskar Brüsewitz ein heißes Eisen, wie Christoph Richter für DEUTSCHLANDRADIO kurz vor dem 90. Geburtstag von Brüsewitz schildert: "Der Fall des Pfarrers Oskar Brüsewitz".
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

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Nach "Islam in der Krise" (2017) widmet der Religions- und Politikwissenschaftler Michael Blume sein neuestes Buch den "tiefen Ursachen des Antisemitismus", verbunden mit dem Versuch, "das 'Mysterium' ein wenig zu enthüllen". Der Untertitel seines Buches "Wie neue Medien alte Verschwörungsmythen befeuern" verdeutlicht die Hauptrichtung der Darstellungen; neben religionswissenschaftlichen sind es vor allem medienwissenschaftliche Erläuterungen, die die Grundlagen und Entwicklungen sowie das zerstörerische Potential von Antisemitismus beleuchten. Gerfried Pongratz hat das Buch für den HUMANISTISCHEN PRESSEDIENST gelesen: "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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