Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
19.09.2016 - Nr. 1667

ACHTUNG

Am Donnerstag, 22. September 2016, erscheint ONLINE-EXTRA NR. 245 mit einem Beitrag des israelischen Schriftstellers Chaim Noll: "Klassische Muster der Judenverachtung. Ein historischer Überblick."



Guten Tag!

Nr. 1667 - 19. September 2016



Das vor wenigen Tagen zwischen Israel und den USA abgeschlossene Militärhilfeabkommen preist Israels Regierung als großen Erfolg - ob wohl die Hilfe weitaus geringer ausfiel, als Israel erhoffte (siehe auch: Compass 15.09.2016). In Israel glauben viele, so berichtet Gil Yaron für die WELT, dass es die Angst vor einem Wahlsieg Donald Trumps war, die Israels Premier getrieben hat, nach monatelangen Verhandlungen eine schlechte Abmachung zu unterschreiben: "Netanjahus Angst vor Donald Trump".
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

"Wir versuchen, immer zwei, drei oder zehn Schritte vor unseren Feinden zu sein", sagt Major Rotem Bashi von den israelischen Streitkräften. Und bei diesem Versuch geht Israels Armee auch ungewöhnliche Wege. Etwa mit Hilfe einer von Microsoft entwickelten Cyberbrille namens Holo-Lens, die gerade im militärischen Testbetrieb steht. Was es mit der Brille, die die Kriegsführung der Zukunft mitentscheiden soll, auf sich hat, erläutert Peter Münch in seiner Reportage für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: "Israels Armee setzt auf Cyberbrillen".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Religion ist Politik - und Politik nicht selten Religion. Das alles sicher nicht nur und nicht immer, aber ganz besonders in Israel. Da passt es, wenn das zum sechsten Mal stattfindende Festival "Jerusalem Season of Culture" (JSOC) sich in diesem Jahr der Religion als Hauptthema widmet und zwar unter dem Titel „Mekudeshet“, was so viel wie „heilig“ oder „geheiligt“ bedeutet. Wie das genau ausschaut, hat sich Bernhard Schulz für den TAGESSPIEGEL genauer angesehen: "Im Glauben fest".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Sie war langjährige Staatsanwältin an Israels Oberstem Gericht und kurzzeitige Rechtsberaterin des damaligen Ministerpräsidenten Sharon:  die Israelin Talia Sasson. Jetzt ist sie Präsidentin des New Israel Fund (NIF), einer 1979 in San Francisco gegründeten Nichtregierungsorganisation, die sich sich für Demokratie, Respekt und soziale und politische Gerechtigkeit für alle Einwohner Israels einsetzt, ungeachtet ihrer Herkunft und Religion. Und für die Rückkgabe der besetzten Gebiete. In Zürich nahm sie an einem Podium teil, in dessen Vorfeld es zu einem Eklat gekommen ist, wie Alois Feusi in seinem Bericht über die streitbare Präsidentin in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG schreibt: "Anwältin der israelischen Demokratie".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik  ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

„Stigmata II“ ist Teil des Festivals „After The Last Sky“, das am Ballhaus Naunynstraße in Berlin vier Wochen lang einen in diesem Umfang einmaligen Überblick über das palästinensische Kunstschaffen der Gegenwart bietet, mit Protagonisten aus den besetzten Gebieten und der Diaspora. Natürlich dominiert mal offen, mal verdeckt der scheinbar endlose Konflikt zwischen Israelis und Palästinenesern die Kunstwerke, aber nicht nur. Mit dem Festival zielen die Kuratorinnen Anna-Esther Younes, Pary El-Qalqili und Nadia J. Kabalan nämlich auf tieferliegende Fragen von Ausschluss, Identität und Sichtbarkeit palästinensischer Künstler im internationalen Kunstbetrieb, wie Patrick Wildermann in seinem Bericht für den TAGESSPIEGEL deutlich macht: "Gaza ist überall".
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

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13 Zeitzeugen des Holocaust sind im September (11.-25.09.2016) an Schulen im Märkischen Kreis, in Hagen und im Ruhrgebiet zu Gast. Die Männer und Frauen überlebten als Kinder die Judenverfolgung durch die Nazis - und wollen nun in Diskussionsrunden mit Schülerinnen und Schülern von ihren schrecklichen Erlebnissen berichten. Eine von ihnen ist Erika Teller, die als Kind in das Konzentrationslager Theresienstadt kam. Mit ihr sprach der WDR: "13 Holocaust-Überlebende diskutieren mit Schülern".
Der Link zum Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Barbara Möller stellt in der WELT den „Majdanek“-Bericht von Mordechai Strigler vor, der nun als Buch auf Deutsch vorliegt - 70 Jahre nachdem es geschrieben wurde. Bislang war es nur auf Englisch, Französisch und Niederländisch zugänglich. Das Buch rührt an die Tabuisierung des grausamen Verhaltens der jüdischen KZ-Häftlinge untereinander. Strigler war Journalist und Moralprediger in der Großen Synagoge von Warschau, als der Zweite Weltkrieg begann. Er war 25 Jahre alt, als man ihn im Juni 1943 nach Majdanek deportierte. Dort verbrachte er sieben Wochen, anschließend führte ihn sein Leidensweg durch elf weitere Lager. Befreit wurde er in Buchenwald, wanderte nach Amerika aus und wurde danach zu einem der produktivsten jiddischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein „Majdanek“-Bericht ist dem Realismus verpflichtet und beschönigt nichts: "Von jenen Opfern, die zu Tätern wurde"
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...

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Die Hisbollah zählt zwar zu den gefährlichsten Terrortruppen der Welt, aber wer sich mitten in Berlin gleichwohl für die Islamisten engagiert, ja, sogar Spenden für sie sammelt, braucht dennoch keine Konsequenzen vom Innensenator zu fürchten. Wie das zu erklären und was davon zu halten ist, schildert Johannes C. Bockenheimer im TAGESSPIEGEL: "Spenden sammeln für den Terror - keinen hat's gestört".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Am Donnerstag vergangener Woche fand in der Üstra-Remise in Hannover eine Podiumsdiskussion zum Thema »Wo beginnt israelbezogener Antisemitismus?« statt, die von der Dozentin Rebecca Seidler initiiert worden war. Im völlig überfüllten Sitzungsaal verfolgten etwa 250 Zuhörer den Versuch, die Grenzlinie zwischen zulässiger Israelkritik und israelbezogenem Antisemitismus zu ziehen. Anlass war der Streit um das Seminar »Die soziale Lage der Jugendlichen in Palästina« an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim (siehe Compass 13.09.2016). Für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG beobachtete Heiko Jacobs die Diskussion: "Forschungsfreiheit oder Hasspropaganda?".
Der Link zu seinem Bericht in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Auf den spürbaren Rechtsruck in der deutschen Gesellschaft reagieren auch die deutschen Theater. Dabei gehen sie ästhetisch wie inhaltlich auf unterschiedliche Weise vor: Einige thematisieren die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung und die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) direkt, andere Spielstätten wiederum zeigen historische Parallelen auf und analysieren rechte Denkmuster weltweit. Christine Wahl gibt in ihrem Beitrag für das GOETHE INSTITUT einen interessanten Überblick: „Ich bin kein Nazi, aber...“
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS/RECHSRADIKALISMUS.

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Vom 15. bis 18. September fand in Schwäbisch Gmünd Israelkongress statt, bei dem die vortragenden Referenden Christen dazu aufriefen, sich nicht vom Hass gegen den Staat Israel anstecken zu lassen, sondern zur Versöhnung zwischen Juden und Arabern beitzuragen. Veranstalter waren das Christliche Gästezentrum Schönblick sowie mehrere evangelische Israel-Werke, die dem evangelikalen Bereich zuzuordnen sind. Unter anderem wurde auch das Verhältnis der messianischen Bewegung zu den jüdischen Gmeinden thematisiert, wie den Berichten von IDEA und ISRAELNET über den Kongress zu entnehmen ist: "Christen sollen zur Versöhnung zwischen Juden und Arabern beitragen".
Die Links zu den Berichten in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Anfang Juli fand in Berlin-Neukölln das erste interreligiöse Musikfestival statt. Die Initiative dazu geht u.a. maßgeblich auf die erst 25-jährige Anja Fahlenkamp zurück, die aus einer sehr jüdischen Familie stammt: Ihr Vater ist Kantor in der Synagoge Rykestraße und aktives Gemeindemitglied, ihre Mutter ist Tochter von Schoa-Überlebenden und wurde in Tel Aviv geboren. Aufgewachsen ist sie aber in Westberlin. In der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG ist ein einem Porträt zu lesen, was sie dazu bewegte, das Musikfestival nach Berlin zu holen: "Im Einklang mit der Welt".
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

In Assisi haben sich rund 500 Repräsentanten von neun Religionen versammelt. Es ist das vierte Friedenstreffen dieser Art. Neben dem Dialog der Religionen geht es auch um Recht auf Nahrung, Migration und Umweltschutz. Zur Eröffnung sprach der Erzbischof des ermordeten Priesters Jacques Hamel und bat um die "Gnade der Vergebung" für die Täter und deren Auftraggeber. "Ich bitte um die Gnade, sie wie Brüder zu lieben, sie in der ewigen Freude des Himmels wiederzusehen", sagte Erzbischof Dominique Lebrun. DOMRADIO, KATHPRESS und KATHOLISCH.de berichten über den sehr emotionalen Auftakt des Friedenstreffens: "Kein Krieg der Religionen".
Die Links zu den Berichten in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Bernd Ridwan Bauknecht erteilt schon seit mehr als zehn Jahren islamischen Religionsunterricht. Er hat Islam- und Empirische Kulturwissenschaften studiert und ist seit 2004 Lehrer für "Islamkunde", wie es anfangs hieß, heute für Islamischen Religionsunterricht in Bonn. Er war Mitglied der 2. Deutschen Islam-Konferenz, forscht zu Koran-Didaktik und macht Fortbildungen und Seminare für Lehrerinnen und Lehrer. Mit ihm sprach DEUTSCHLANDRADIO über seine Erfahrungen in der Praxis: "Der Unterricht ist ein Stück Normalität geworden"
Der Link zum Gespräch in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

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Tovia Ben-Chorin, 79, ist jüdischer Rabbiner in St. Gallen - und Sohn des berühmten Religionsphilosophen Shalom Ben-Chorin. Er spricht fließend Deutsch und liebt Deutschland – das Land, aus dem sein Vater 1935 vertrieben wurde. Ben-Chorin Wunsch ist es, die jüdischen Gemeinden mit ihren vielen Strömen zusammenzuführen. Seinem Verständnis nach ist Religion vor allem ein Instrument des Friedens. Anlässlich eines Besuchs in Konstanz führte der SÜDKURIER mit ihm ein Gespräch: "Wir Juden neigen zur Furcht".
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Vom Ganzkörper-Tattoo, dem berüchtigten "Arsch-Geweih" bis hin zur Blume an der Fußfessel: Wenn man bei sonnigem Wetter unterwegs ist, sind Tätowierungen allgegenwärtig. Und das nicht nur in Berlins Straßen, sondern auch an Tel Avivs Stränden, will heißen: auch Juden und Jüdinnen lassen sich gerne tätowieren und das, obwohl die jüdischen Gesetze es verbieten. Aber wie aktuell ist diese Vorschrift noch? Silke Fries hat für DEUTSCHLANDRADIO nachgefragt – in Berlin, aber auch in Jerusalem: "Sind Tattoos für Juden inzwischen erlaubt?"
Der Link zu ihrer Reportage in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Jenseits der östlichen Grenze des geeinten Europas liegt ein Ort, der einst Lemberg hieß und heute Lwiw heißt und die Mitte der Region Ostgaliziens bildete. Ein Ort, der in vielfältiger Weise in der jüdischen Literatur verewigt wurde, etwa im Werk von Joseph Roth. Heute beginnt man vor Ort sich wieder des jüdischen Kulturerbes zu besinnen, aber was bedeutet das in einem Raum, in dem es kaum noch Juden gibt? Dieser Frage widmet sich der israelische Soziologe Natan Sznaider in einem Essay für den TAGESSPIEGEL: "Traumrepublik Galizien".
Der Link zum Essay in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Ármin Langer war Rabbinerstudent. Dann bezeichnete er den Zentralrat der Juden als "rassistisch". Danach war Langer nicht mehr Rabbinerstudent. Das war vor einem halben Jahr und machte seinerzeit heftig Schlagzeilen (siehe etwa: Compass 31.03. oder 14.04.2016). Dieser Tage nun erscheint Langers erstes Buch: "Ein Jude in Neukölln - Mein Weg zum Miteinander der Religionen". Darin kritisiert er vor allem jene, die den Islam pauschal kritisieren. Ein Buch, das provozieren will, meint Johannes Nichelmann in seinem Beitrag für DEUTSCHLANDRADIO: "Ein Jude in Neukölln".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

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Roms berühmtester Exorzist starb am Freitag im Alter von 91 Jahren: Pater Gabriele Amorth hat 70.000 kirchenoffizielle Teufelsaustreibungen vorgenommen. Er rede täglich mit dem Satan, sagte dieser Priester einmal. Horst Herrmann widmet ihm für den HUMANISTISCHEN PRESSEDIENST einen Nachruf: "Tod und Teufel".
Der Link zum Nachruf in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

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Im neuesten Werk des niederländisch-jüdischen Romanciers Leon de Winter wird Osama Bin Laden lebendig gefasst – der Rahmen für eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. „Geronimo“ ist eine poetische, tragische, total verrückte Erzählung, meint Moritz Breckner, der den Roman für ISRAELNETZ gelesen hat: "Ein Puzzle aus Bach, Bin Laden und der großen Liebe".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

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Heute Abend im TV: Der Dokumenarfilm "Titos Brille" basiert auf dem gleichnamigen Überraschungserfolg und Bestseller von Adriana Altaras, die uns in dem Film als Protagonistin an ihrem selbstironischen und humorvollen Road-Movie durch die Geschichte ihrer Familie teilnehmen lässt. Dabei wird aus dem überzeugten Tito Partisanen im ehemaligen Jugoslawien, ein anerkannte Facharzt und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Gießen. Auf den Spuren der Familie Altaras machen die Zuschauer eine Reise von Berlin über Gießen, Italien bis nach Zagreb, Split und Rab und die Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn Geschichte persönlich wird. Die Lager, der Widerstand, die Schauprozesse, Flucht und Neuanfang. Mit jüdischem Witz, balkanischem Zorn und deutscher Sturheit knüpft sich Adriana all jene vor, die ihr den Schlaf rauben: von Tito zu Tante Jele, von der kroatischen Regierung zum Waldorf-Internat. Sehenswert!
Mehr dazu in den FERNSEH-TIPPS.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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