Deutsche Bibliothek
ISSN 1612-7331
22.01.2026 - Nr. 2121
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Susanne Siegert: Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss




Als der Nobelpreisträger zu Hitler flog



Von Jens Ulrich Eckhard | 20.01.2026 - Im Juni 1943 bricht Knut Hamsun zu einer Reise nach Nazi-Deutschland auf. Ein spontaner Besuch auf dem Obersalzberg endet im Fiasko...

Hans-Jürgen Massaquoi: Schwarze Kindheit unterm Hakenkreuz

[NDR]
Von Irene Altenmüller und Benedikt Scheper | 19.01.2026 - Als schwarzer Junge wächst Hans-Jürgen Massaquoi im nationalsozialistischen Hamburg mit Ausgrenzung, Hass und Angst auf. Seine aufwühlende Autobiografie ist heute ein Klassiker. Am 19. Januar 1926 wird der spätere US-Journalist geboren...

Tötungsanstalt an der Havel



14.01.2026 - In Brandenburg (Havel) stand eine Vernichtungsanstalt des NS-„Euthanasie“-Programms. Heute führen Menschen mit Behinderungen durch die Gedenkstätte... 

Überreste von Hunderten NS-Zwangsarbeitern nahe Ludwigsfelde vermutet



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Arzt und Patient im Nationalsozialismus

[ZM ONLINE]
Von Kay Lutze | 19.01.2026 - ie Wanderausstellung in Potsdam dokumentiert die aktive Verstrickung der Ärzteschaft in das NS-Regime und damit die Schuld, die sie gegenüber ihren jüdischen und oppositionellen Kollegen auf sich geladen hat...




Offener Brief: Konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social-Media-Plattformen


13. Januar 2026 - Wir – Einrichtungen historisch-politischer Bildung – sehen das in letzter Zeit massive Auftauchen von erfundenen KI-generierten Inhalten (AI Slop) zum Nationalsozialismus auf Social Media-Plattformen mit großer Sorge.

Diese Postings verfälschen die Geschichte durch Verharmlosung und Verkitschung und verändern die Sehgewohnheiten der Nutzer/-innen, die zunehmend auch authentische historische Dokumente anzweifeln. Mit jedem dieser Postings wird die Arbeit von Gedenkstätten, Archiven und Forschungseinrichtungen entwertet und ihre Glaubwürdigkeit untergraben. Auf Initiative von AI-Slop betroffener Gedenkstätten formuliert das Netzwerk Digital History und Memory einen offenen Brief an Social-Media-Plattformen. Die KZ-Gedenkstätte Dachau gehört zu den Erstunterzeichner/-innen.
 
Konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social-Media-Plattformen
 
In den Sozialen Netzwerken tauchen in den letzten Monaten immer mehr massenhaft mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Inhalte mit Bezug zum Nationalsozialismus auf, die keine historischen Ereignisse abbilden, sondern frei erfunden sind. Diese umgangssprachlich als AI-Slop bezeichneten Inhalte zeigen beispielsweise vermeintliche Situationen in nationalsozialistischen Lagern oder bei deren Befreiung. Diese zeichnen ein extrem verzerrtes und falsches Bild. Beispielsweise kursieren KI-generierte Bilder, die ein angebliches Wiedersehen zwischen Gefangenen und Befreiern zeigen, oder erfundene Szenen weinender Kinder hinter Stacheldraht. Mit Künstlicher Intelligenz werden hier Inhalte erstellt, die aus Versatzstücken historischer Fakten und emotionalisierter Fiktion bestehen.
 
Hinter diesen Inhalten stehen unterschiedliche Motive: Zum einen nutzen sogenannte Content-Farmen die emotionale Wucht des Holocaust, um mit minimalem Aufwand maximale Reichweite zu erzielen. Ein Geschäftsmodell, das auf Klicks und Werbeeinnahmen basiert. Zum anderen werden diese Inhalte gezielt eingesetzt, um historische Fakten zu verwässern, Opfer- und Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten. Die Algorithmen der Plattformen begünstigen dabei emotional aufgeladene Inhalte, unabhängig von deren Wahrheitsgehalt.
 
Diese Entwicklung beobachten wir als Einrichtungen historisch-politischer Bildung mit großer Sorge. KI-generierte Inhalte verfälschen die Geschichte durch Verharmlosung und Verkitschung. Sie verändern die Sehgewohnheiten der Nutzer/-innen, die zunehmend auch authentische historische Dokumente anzweifeln. Mit jedem dieser Postings wird die Arbeit von Gedenkstätten, Archiven und Forschungseinrichtungen entwertet und ihre Glaubwürdigkeit untergraben.
 
Wir setzen uns für eine digitale Öffentlichkeit ein, in der Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung und ihre Nachkommen davor geschützt sind, dass ihre Lebensgeschichten von Unbekannten für Profit instrumentalisiert werden. Historische Quellen und wissenschaftliche Forschung dürfen nicht von massenhaft KI-generierten Inhalten verdrängt werden. Wir wollen, dass echte Stimmen und vielfältige Perspektiven gehört werden.
 
Wir sind nicht gegen digitale Formen des Gedenkens und der Vermittlung. Auch künstliche Intelligenz kann in der historisch-politischen Bildungsarbeit durchaus sinnvoll eingesetzt werden. Die gesamtgesellschaftliche Herausforderung besteht jedoch darin, ethische und historisch verantwortungsvolle Standards für diese Technologie zu entwickeln. Plattformbetreiber tragen dabei eine besondere Verantwortung: Sie müssen sicherstellen, dass das Leid der Opfer nicht durch emotionalisierte Fiktionen trivialisiert wird.
 
 Wir fordern Plattformbetreiber auf:
 
    * Proaktiv gegen geschichtsverfälschende KI-Inhalte vorzugehen. Nicht erst nach Nutzer*innenmeldungen.
    * Geschichtsverfälschende und irreführende Inhalte als Fehlinformation über die internen Meldesysteme meldbar zu machen.
    * Konten, die solche Inhalte verbreiten, von allen Monetarisierungsprogrammen auszuschließen.
    * KI-generierte Inhalte ausnahmslos zu kennzeichnen und bei Verstößen gegen die Kennzeichnungspflicht zu entfernen.
    * Mit Gedenkstätten, Archiven und Expert*innen zusammenzuarbeiten, um Erkennungssysteme für Holocaust-bezogene Fehlinformationen zu verbessern.
 
Erstunterzeichner/-innen (alphabetisch):
 
 Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten: 
     Gedenkstätte Bergen-Belsen
     Gedenkstätte Buchenwald
     KZ-Gedenkstätte Dachau
     KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
     KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
     KZ-Gedenkstätte Neuengamme
     Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
     Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen 
 Arolsen Archives 
 Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager
 Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
 Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
 Gedenkstätte Hadamar
 Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel
 Gedenkstätte Lager Sandbostel
 Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht e.V.
 Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors
 Jüdisches Museum Berlin
 KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund
 Sprecher/-innenrat des Netzwerks der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen an Orten ehemaliger NS-Kriegsgefangenenlager
 Netzwerk Digital History und Memory
 Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum:
     Denkmal für die ermordeten Juden Europas
     Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
     Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz
     Gedenkstätte Deutscher Widerstand
     Topographie des Terrors
 Stiftung Bayerische Gedenkstätten 
 Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen 
 Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
 Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten
 Verband der Gedenkstätten in Deutschland e.V.

(Quelle: KZ-Gedenkstätte Dachau)


Gedenkstätten fordern von Social-Media-Riesen Kampf gegen Holocaust-Fakes

[AD HOC NEWS]
16.01.2026 - Deutsche Holocaust-Gedenkstätten fordern in einem offenen Brief von Social-Media-Konzernen entschlossene Maßnahmen gegen historisch verfälschende KI-Bilder, die die Erinnerungskultur bedrohen...

KI-Bilder zeigen ausgedachte Szenen der Befreiung von den Nazis



16.01.2026 - Nicht nur Elon Musks Bikini-Bilder sind ein Problem: Mit moderner Software können auch historische Fotos leicht verändert werden. Die deutschen KZ-Gedenkstätten sind darüber besorgt. Nicht selten gehe es um Werbeeinnahmen...

KZ-Gedenkstätten warnen vor KI-generierten Fake-Bildern



15.01.2026 - Deutsche KZ-Gedenkstätten fordern Maßnahmen gegen KI-erstellte Falschinhalte zum Nationalsozialismus. Die Verbreitung solcher Bilder bedroht die Glaubwürdigkeit historischer Institutionen...

Gefahr durch KI: Wenn Holocaust-Bilder gefälscht werden

[BAYRISCHER RUNDFUNK]
15.10.2026 - Der Bildatlas "#LastSeen" macht Fotos von Deportationen ins Konzentrationslager öffentlich: online und in einer Wanderausstellung, die gerade in München im BR-Funkhaus zu sehen ist. Zugleich fluten KI-Fakes vermeintlicher Holocaust-Bilder das Netz...

Tuchel: Finanzierung von NS-Gedenkstätten weiter unklar

[EVANGELISCH.de]
19.01.2026 - Ende vergangenen Jahres hat Kulturstaatsminister Weimer das lang erwartete Konzept zum künftigen Umgang mit Gedenkstätten vorgelegt...

Grüne Woche: Welche Rolle spielte die Messe im Nationalsozialismus?



Von Matthias Arnold | 14.01.2026 -Die Landwirtschaftsmesse hat sich in den 100 Jahren ihres Bestehens verändert. Wie sie zu ihrem Namen kam und welche Rolle sie in Nazi-Deutschland spielte...

NS-Relikte vor Gericht: Wann Besitz strafbar wird



14.01.2026 - Ein 41-jähriger Mann aus Gmunden stand am Dienstag am Landesgericht Wels vor Gericht. Er soll NS-Relikte und Waffen gesammelt und in einem Partykeller aufgestellt haben. Der Angeklagte wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. NS-Devotionalien zu besitzen ist per se noch nicht strafbar, entscheidend ist, was damit gemacht wird...

Marsch gegen das Vergessen

[SÜDDEUTSCHE ZEITUNG]
Von Helmut Zeller | 16.01.2026 - Zum ersten Mal findet in Dachau der „March of the Living“ statt, der vom einstigen Konzentrationslager zum Bahnhof führt. Die Teilnehmer, darunter Charlotte Knobloch und Uschi Glas, wollen damit ein Zeichen für Erinnerung und gegen Judenhass setzen...

»Man tut sich mit den toten Juden leichter als mit den lebenden«



Von Leticia Witte | 20.01.2026 - Die Münchnerin ist Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees. Auf eine bestimmte Art des Gedenkens an die Opfer der Schoa schaut sie kritisch – und sagt, was sie sich wünscht... 




Zeitgeschichte trifft Digital Natives: NS-Vergangenheit neu erzählt



14.01.2026 - Wie kann die NS-Geschichte der jüngeren Generation vermittelt werden? Clara Frysztacka im Gespräch mit Riva Krymalowski, Susanne Siegert und Henning Wellmann. Ein Beitrag zum „Augen auf-Kinotag" am 27. Januar. Ein Gespräch...

Susanne Siegert: Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss



Von Jürgen Deppe | 19.01.2026 - Vor 30 Jahren wurde in Deutschland der 27. Januar zum "Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus" erklärt. Die alljährlichen Gedenkfeiern bezeichnet die junge TikTokerin Susanne Siegert als "Gedenktheater"...




Nicht nur der Warschauer Aufstand



Von René Schlott | Der jüdische Widerstand in Ghettos und Vernichtungslagern ist weitgehend vergessen. Stephan Lehnstaedt setzt ihm ein unheroisches Denkmal...
  


Stephan Lehnstaedt:
Der vergessene Widerstand. 
Jüdinnen und Juden im Kampf 
gegen den Holocaust.
 


Verlag C.H. Beck
München 2025
 383 S.
 28,– €
informieren und/oder bestellen


  






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