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ISSN 1612-7331
24.09.2009 - Nr. 1073
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Guten Tag!

Nr. 1073 - 24. September 2009


Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat mit scharfer Kritik an Israel für einen Eklat in der UN-Vollversammlung gesorgt. Er nannte das Vorgehen gegen die Palästinenser "Völkermord" und warf den Juden vor, die internationale Politik zu dominieren. Israel boykottierte die Sitzung am Mittwochabend in New York. Zahlreiche andere Teilnehmer, darunter auch die deutsche Delegation, verließen den Saal aus Protest während der Rede des iranischen Präsidenten. Die Delegationen Österreichs und der Schweiz verharrten jedoch auf ihren Sitzbänken. Bereits im Vorfeld der Rede Ahmadinedschad kommentierte Sever Plocker in der israelischen Tageszeitung "Ydioth Acharonot" im Blick auf die Rolle der USA:
"Irgendjemand muss Obama und seinem reichlich mit Juden bestückten Umfeld klar machen: Jeder direkte oder indirekte Kontakt mit Ahmadinejad heute bedeutet einen Dolchstoß in den Rücken des nach Freiheit strebenden iranischen Volkes und stellt ein moralisches Verbrechen gegenüber dem jüdischen Volk dar."
Die Links zum Thema in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST AKTUELL.

Der Nahost-Gipfel diese Woche in New York fand ohne die Hamas statt. Zwar geben sich die Herrscher des Gaza-Streifens neuerdings realpolitisch, doch die Bewohner haben nichts vom neuen Schmusekurs der Islamisten. Aber es gibt Ausnahmen, wie Steffen Gassel in einer Reportage für den STERN schreibt: "Die zwei Gesichter der Hamas".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

In den letzten Jahren hat die israelische Künstlerin Keren Cytter Romane und Gedichte geschrieben, eine Tanzkompanie aufgebaut und 48 Videos gedreht. Seit vier Jahren lebt sie in Deutschland und ist nun für den Preis der Nationalgalerie nominiert. Das DEUTSCHLANDRADIO stellt die Künstlerin näher vor: "Müde, aber erfolgreich. Die israelische Künstlerin Keren Cytter".
Der Link zum Porträt in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Lange unter Verschluss gehalten sind jetzt 70 Farbdias aufgetaucht, auf denen die Begeisterung deutscher Lehrer für die Alpen in den dreißiger Jahren dokumentieren - und auch die braune Vergangenheit der deutschen Lehrer. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme sollen sich immerhin mehr als ein Viertel der deutschen Lehrer der NSDAP angeschlossen haben. Ralf Klee liefert im SPIEGEL anhand der Fotografien Momentaufnahmen vom Gipfelsturm nationalsozialistischer Lehrkörper: "Nazi-Erzieher mit Eispickel".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Als der Papst die Exkommunikation Piusbruders Richard Williamson aufhob, soll er - entgegen seinen damaligen Äußerungen - bereits gewußt haben, dass Williamson ein Holocaustleugner ist, berichtet Peter Wensierski im SPIEGEL:
"Die katholische Kirche in Schweden hat jetzt zugegeben, den Vatikan bereits im November 2008 - also gut zwei Monate zuvor - darüber informiert zu haben, dass Williamson ein Holocaust-Leugner ist. Bisher hatte Papst Benedikt XVI. verbreiten lassen, man habe dies nicht gewusst."
Der Vatikan hat diese Meldungen unterdessen dementiert, wie EPD wiederum berichtet.
Links zum Thema in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Die Evangelische Kirche hat ein Netzwerk von Missionszentren an den Standorten Dortmund, Greifswald und Stuttgart gegründet. Damit dürfte sie für interreligiöse Spannungen sorgen. Missionsleiter Hans-Hermann Pompe erklärt in der WELT, warum sich Atheisten, Moslems und Buddhisten für Jesus öffnen sollten und wie die Evangelische Kirche Deutschland zu missionieren gedenkt.
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Ihr Mann, Ägyptens Präsident Anwar al-Sadat, wurde ermordet, weil er Frieden mit Israel schloss, sie kämpft für einen aufgeklärten Islam: Jehan al-Sadat. Die 76-jährige Witwe des ägyptischen Friedenspolitikers hat heute einen Lehrauftrag an der Universität von Maryland und lebt dort und in Kairo. Im Interview mit der ZEIT äußert sie sich zum Nahost-Konflikt, insbesondere aber zum Verhältnis des Islam zur Frauenfrage:
"ZEIT: Dabei entsprechen Sie nicht dem Klischee einer Muslimin, das viele im Westen haben. Sie tragen Hosen und bedecken Ihr Haar nicht.
SADAT: Hosen sind doch auch viel bequemer, ich mag Röcke nicht besonders. Aber im Ernst: Was sagt ein Kleidungsstück darüber aus, ob ich ein guter Muslim bin? Ich würde auch nie im Leben einen Schleier tragen. Meiner Meinung nach geht der Islam viel tiefer, als es ein Stück Stoff ausdrücken kann. Der Glaube äußert sich in meiner Einstellung, meiner Wahrheitsliebe, dem Umgang mit meinen Mitmenschen. Dass eine Frau den Schleier tragen soll, ist nur eine Interpretation des Korans."
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Ergänzend zum Interview mit Jehan al-Sadat kann man im DEUTSCHLANDRADIO eine Rezension ihres Buches von Michael Stürmer lesen, das soeben in deutscher Sprache erschienen ist: "Meine Hoffnung auf Frieden".
Der Link dazu in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Die Philosophin Seyla Benhabib, geboren 1950 in Istanbul, ist Professorin für Philosophie und Politische Theorie an der Universität von Yale. In einem Interview mit QANTARA beklagt sie ein demokratisches Defizit in Deutschland. Sie fordert ein kommunales Wahlrecht für Nicht-Staatsangehörige – und die rechtliche Gleichstellung des Islams mit anderen Religionen: "Der Gast ist immer Mitbürger".
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Obwohl viele jüdische Berliner nach dem Krieg erst ans Auswandern dachten, entstand 1959 in der Fasanenstraße das Jüdische Gemeindehaus. Am Sonntag jährt sich zum 50. Mal die Einweihung des Jüdischen Gemeindezentrums in der Fasanenstraße. Vom Gemeindeleben der letzten Jahrzehnte erzählt nun eine Fotoausstellung, die Philipp Gessler in der TAZ näher vorstellt: "Damit Hitler nicht gewinnt".
Der Link zum Bericht in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Und noch ein Jubiläum: Die Hochschule für Jüdische Studien wird 30. Noch immer kämpfen ihre Studenten manchmal gegen Vorurteile. Nicht nur Rabbiner werden in Heidelberg ausgebildet; der Chef ist Katholik, einige Studenten sind Muslime. Der Kern der Arbeit: die älteste monotheistische Religion der Welt, das Judentum. Kurt F. de Swaaf gratuliert der Hochschule im SPIEGEL: "Rabbis aus dem Neckartal".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Am Sonntag um 18 Uhr geht ein Wahlkampf zu Ende, der zwar weitgehend fair verlief, aber ohne echte Spannung blieb. Viele wichtige Fragen blieben unbeachtet, auch zum Thema Kirche und Religionen haben die Parteien offenbar nur wenig zu sagen, konstatiert Bernd Buchner in einem Beitrag auf dem soeben ganz frisch eröffneten Online-Portal EVANGELISCH.DE: "Pflichtschuldiges zu Kirchen und Religionen".
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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EDITORIAL HIGHLIGHTS

24. September 2009

 * Ahmadinedschad sorgt mit Israel-Hassrede für Eklat ... mehr
 
 * Die zwei Gesichter der Hamas ... mehr
 
 * Die israelische Künstlerin Keren Cytter ... mehr
 
 * Nazi-Erzieher mit Eispickel ... mehr
 
 * Vatikan war früher als bekannt über Holocaust-Leugnung informiert ... mehr
 
 * Evangelische Kirche will Deutschland missionieren ... mehr
 
 * Jehan al-Sadat: Frauen und Islam ... mehr
 
 * Seyla Benhabib: Der Gast ist immer Mitbürger ... mehr
 
 * 50 Jahre Jüdische Gemeinde in Berlin ... mehr
 
 * 30 Jahre Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg ... mehr
 
 * Die Parteien und die Religion ... mehr
 
 * Buch-Tip: Jehan al-Sadat - Meine Hoffnung auf Frieden ... mehr

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