Deutsche Bibliothek
ISSN 1612-7331
15.04.2009 - Nr. 1020
Anmeldung Abonnement Online-Extra Pressestimmen Leserstimmen Über COMPASS Archiv


Editorial
Israel und Nahost
... aktuell
... Hintergrund
... Israel intern
... und die Welt
Vergangenheit ...
Antisemitismus...
Interreligiöse Welt
Jüdische Welt
Christliche Welt
Online-Rezensionen
Fernseh-Tipps



anzeige


Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Deutscher Koordinierungsrat

Über 80 Gesellschaften haben sich im DKR zusammengeschlossen.

Besuchen Sie unsere Homepage:

Koordinierungsrat





ACHTUNG:

Morgen, Donnerstag 16. April 09, erscheint KEIN COMPASS!

Die nächste Ausgabe erfolgt am Freitag, 17. April 09.


Guten Tag!

Nr. 1020 - 15. April 2009


Die Pesach-Woche in Israel ist eine Zeit der Ausflüge. Nachrichtenprogramme im Radio und Fernsehen beginnen mit Worten wie: „ Die Massen des Hauses Israel verbrachten den Tag in den Nationalparks…“ Es ist ein Fest für Heimatlieder. Im Fernsehen sieht man Gruppen weißhaariger alter Leute, die umringt von ihren Kindern und Enkelkindern wehmütig die Lieder ihrer Jugend singen, Worte, die sie auswendig können. Auch Uri Avnery kann sich der Stimmung nicht entziehen. Seine Gedanken, die in der BERLINER UMSCHAU nachzulesen sind, schweifen in die Vergangenheit, die - wie kann es anders sein - durchaus politische Substanz haben: „Ruhe erfüllte den Müden…“
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Vor vier Jahren, am 12. April 2005, verstarb der israelische Dichter Ehud Manor in seinem Haus in Tel-Aviv. Er war ein Mann, der das israelische Lebensgefühl auf geniale Weise auszudrücken vermochte. Unbestreitbar hat er viel zur Entwicklung des israelischen Lebensgefühls beigetragen, zur "Israeliut", wie man in Israel sagt. In Zusammenarbeit mit israelischen Musikern wie Nurit Fuchs oder Matti Caspi entstanden Lieder, die zu Klassikern der israelischen Popsmusik wurden. Krista Gerloff erinnert auf ISRAELNETZ an den Mann, der "prägend für die israelische Kultur" wurde.
Der Link zum Porträt in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Jahrzehntelang weigerten sich viele Israelis, nach Deutschland zu kommen, ins "Land der Täter". Mittlerweile sieht das anders aus: Vor allem bei israelischen Studenten und Künstlern steht Berlin hoch im Kurs. Denn in Tel Aviv und Jerusalem ist das Leben teuer, zudem gibt es dort wenig Jobs. So ist auch der 24-jährige Sänger Shay Bar Or an die Spree gekommen - und hat sich hier bereits einen Namen gemacht, wie Jens Rosbach in seiner Reportage für DEUTSCHLANDRADIO erzählt: "Hebräische Schlager an der Spree".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Die Juden unter seinen Schulkameraden, erst in Berlin, dann in Breslau, »die waren eines Tages nicht mehr da«. Dietrich Strothmann (Jahrgang 1927) hat damals nicht gefragt, warum. »Da war ich Flakhelfer, da spielten wir schon Krieg.« Mit siebzehn wurde er in Hitlers Wehrmacht eingezogen, kam in britische Kriegsgefangenschaft. Er wurde Journalist, bei der Freien Presse in Bielefeld, dann bei der Neuen Ruhr Zeitung, schließlich, von 1961 bis 1989, bei der ZEIT. Er berichtete über die großen Verfahren gegen die Schergen der NS-Vernichtungslager, über den Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main 1963 bis 1965 und den Majdanek-Prozess in Düsseldorf 1975 bis 1981. Nach dem Sechstagekrieg begann er über den Nahen Osten zu schreiben. Die Juden und die Deutschen, Israel und wir – dies wurde sein journalistisches Lebensthema. In der ZEIT veröffentlicht er nun eine Erinnerung an die Tage, als er den Auschwitz-Prozess als Journalist begleitete: "Dafür gibt es keine Sprache".
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Ob sowjetischer Diktator oder Duisburger Oberbürgermeister-Kandidat: Antisemitische Kampagnen haben in der politischen Linken Tradition. Bis heute werden die dabei wirkenden Klischees in der Linken gepflegt - auch wenn es mittlerweile Gegeninitiativen gibt, wie Dorothea Jung in ihrem Essay für DEUTSCHLANDRADIO darstellt: "Ressentiment mit Tradition. Antisemitismus der politischen Linken".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Die Deutsche Bischofskonferenz warnt mit Blick auf die Frage der Judenmission vor einer Aufweichung christlicher Positionen. Im Dialog der Religionen dürften wesentliche Glaubensaussagen nicht relativiert oder ungenau wiedergegeben werden, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller. Darin setzt sich der Ökumene-Beauftragte der Bischofskonferenz kritisch mit einer Erklärung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken auseinander, das sich vor zwei Wochen deutlich gegen jede Form der Judenmission ausgesprochen hatte. Im Dialog der Religionen müsse der Begriff der Mission richtig dargestellt werden, schreibt Müller. Jesus habe unzweifelhaft Juden und Heiden in die Kirche berufen. Allerdings gehe es nicht darum, Gläubige anderer Religionen durch Überredung abzuwerben oder gar mit Drohung zu nötigen. Das Statement des Zentralkomitees der deutschen Katholiken könne „in keiner Weise“ als „authentische Darstellung des katholischen Glaubens und Bekenntnisses angesehen werden“. Dem Text liege offenbar eine „Entgegensetzung“ der Lehre des Konzils und einiger Maßnahmen von Papst Benedikt zugrunde – das sei „sowohl formal wie auch inhaltlich völlig verfehlt“. Müller wörtlich: „Weder hat die Neuformulierung der Fürbitte für die Juden im außerordentlichen Ritus der Karfreitagsliturgie etwas mit „Judenmission“ in der absolut negativen Bedeutung zu tun, die ihm das Papier des Arbeitskreis unterlegt, noch gibt es eine „Kirche des Zweiten Vatikanischen Konzils“, die den Bund Gottes mit dem jüdischen Volk als einen Heilsweg zu Gott darstellt - auch ohne Anerkennung Jesu Christi und ohne das Sakrament der Taufe.“
Der Link zur vollständigen Stellungnahme in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

In der TAGESPOST sinniert der Theologe Klaus Berger über die "theologische Bedeutung der Heiligen Stätten", die Papst Benedikt XVI. im Rahmen seiner Israelreise aufsuchen wird: Der Berg Nebo, die St. Georgs-Kathedrale in Amman, der Abendmahlssaal am Zionsberg, das Josaphat-Tal, die Verkündigungskirche in Nazareth oder die Grabeskirche über dem Felsen von Golgotha: "Gottesbegegnung in Raum und Zeit".
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Mit dem Eintreffen einer siebenköpfigen Familie aus Odessa hat die jüdische Einwanderung aus dem untergegangenen Sowjet-Reich nach Frankfurt angefangen. Das war am 14. September 1989. Damals zählte die jüdische Gemeinde Frankfurt 4842 Mitglieder – mit abnehmender Tendenz. Am 31. Dezember 2008 stand die Zahl bei 6870 Mitgliedern. Mehr als 3000 Ankömmlinge aus Gomel, Berditschev oder Kiew haben während dieser 20 Jahre in Frankfurt Fuß zu fassen gesucht. Hans Riebsamen schildert in zwei Beiträgen für die FAZ die Hintergründe der damaligen Immigration und beleuchtet die Folgen für die Immigranten und die Gemeinden: "Angekommen im gelobten Land".
Die Links dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Anlässlich der Ausstrahlung der Verfilmung von Marcel Reich-Ranickis Leben heute Abend in der ARD (siehe FERNSEH-TIPPS) veröffentlicht die FAZ heut ein Gespräch mit Reich-Ranicki und seinem Freund, dem Germanisten Peter von Matt. Die beiden unterhalten sich natürlich über die Verfilmung der Autobiographie sowie über das Warschauer Getto, Reich-Ranickis Rückkehr in das Land der Täter und das Überleben durch die Literatur. Befragt, ob es überhaupt je Tage in seinem Leben gab, an denen er nicht an die Vergangenheit dachte, antwortet Reich-Ranicki: "Nein. Solche Tage gibt es nicht."
Der Link zum Gespräch in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Sie heizen die Auseinandersetzung um den Kurs der katholischen Kirche kräftig an: die Internetdienste kreuz.net und kath.net. Was sie verbindet: Beide sind Kampfmedien. Dabei ist kreuz.net jedes Mittel recht, wenn es Salve auf Salve gegen Katholiken feuert, die nicht rechtskonservativ sind. Der angesehene Kardinal Georg Sterzinsky wird von kreuz.net als »der Judas von Berlin« tituliert, weil er sachte Kritik am Papst wegen der Wiederaufnahme des Holocaust-Leugners und Traditionalistenbischofs Richard Williamson in die Kirche geäußert hatte. Die beiden Internetmagazine sind höchst unterschiedlich: kath.net ist äußerst konservativ, doch seriös. Wer jedoch hinter dem weit radikaleren kreuz.net steckt, bleibt, wie bei vielen Schmuddel-Seiten, im Dunkel. Thomas Seiterich stellt beide Seiten für PUBLIK-FORUM näher vor: "Gotteskrieger im Internet".
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Dieser Name ist Programm. Ayaan Hirsi Ali wird von manchen in der Medienwelt bewundert und gefeiert, von anderen gehasst, von vielen belächelt und als lästig empfunden. Ihre islamkritischen Thesen sind hart und redundant. Hirsi Ali will polarisieren. Nun versucht sie sich im literarischen Genre – an einem modernen Märchen: »Adan und Eva«. Adan ist ein muslimischer Junge, Eva ein jüdisches Mädchen in den Niederlanden. Die Geschichte der beiden gleicht einer naiv gestrickten, voraussehbaren Story frei nach »Romeo und Julia«. Rebekka Salm hat das Buch für ZENITH (Zeitschrift für den Orient) gelesen und zeigt sich wenig beeindruckt:
"Und so wäre dem Werk wahrscheinlich eine Existenz als Ladenhüter beschert, hieße seine Autorin nicht Ayaan Hirsi Ali."
Der Link zur Buchbesprechung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



Abo-Hinweis

 Die Information, in welchem externen Medium Sie den vollständigen Text kostenfrei lesen können sowie einen Link dorthin ist angemeldeten Abonnenten vorbehalten!
Sie möchten die Information über die Fundstelle inkl. Quellenangabe und Link zum Artikel sehen und nutzen, um den angegebenen Artikel zu lesen?
Dann abonnieren Sie unsere Seiten oder testen Sie uns vorab mit einem kostenfreien Schnupper-Abonnement!
Abo bestellen

Sie sind bereits Abonnent?
Dann melden Sie sich bitte erst mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an, um die Fundstelle inkl. Quellenangabe und Link sehen und nutzen zu können!

Anmeldung


» Home | » Impressum | » Online-Extra | » Pressestimmen | » Leserstimmen | » COMPASS-Service | » Archiv
   
   

 

 


EDITORIAL HIGHLIGHTS

15. April 2009


 * Uri Avnery: Die Pesach-Woche in Israel ... mehr
 
 * Ehud Manor: Prägend für die israelische Kultur ... mehr
 
 * Hebräische Schlager an der Spree ... mehr
 
 * Auschwitz-Prozess 1963: "Dafür gibt es keine Sprache" ... mehr
 
 * Antisemitismus der politischen Linken ... mehr
 
 * Bischof Müller kritisiert Dialog-Papier zur Absage an die Judenmission ... mehr
 
 * Über die theologische Bedeutung der Heiligen Stätten ... mehr
 
 * 20 Jahre jüdische Immigration in Frankfurt ... mehr
 
 * Gespräch mit Reich-Ranicki über die Verfilmung seines Lebens ... mehr
 
 * Gotteskrieger im Internet: kreuz.net und kath.net ... mehr
 
 * Buch-Tipp: Ayaan Hirsi Ali - "Adan und Eva" ... mehr

weiter zum vollständigen
EDITORIAL

**************


ACHTUNG:
Morgen, Donnerstag 16. April 09, erscheint KEIN COMPASS!
Die nächste Ausgabe erfolgt am Freitag, 17. April 09.