ACHTUNG
ONLINE-EXTRA Nr. 384 und Nr. 385
Vor dem Hintergrund der öffentlichen Debatte um Antisemitismus und Israelfeindlichkeit im Berliner Landesverband "Die Linke" treten die bahnbrechenden Erfolge der AfD bei den letzten drei Landtagswahlen (Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin) fast wieder in den Hintergrund. Bedenkt man freilich, dass DIE LINKE - anders als im sehr speziellen Fall Berlin - in allen anderen Bundesländern sowie auf Bundesebene weit von einer machtpolitischen Option entfernt ist, gilt für die AfD fast das Gegenteil. Durch ihren Aufstieg zur stärksten politischen Kraft in Mecklenburg Vorpommern und Sachsen-Anhalt inklusive der dort möglichen, erstmaligen Übernahme der Regierung, erhält die bereits in der Vergangenheit immer wieder virulent gewordene Frage nach dem Verhältnis der AfD zu Antisemitismus und Israel ein neues politisches Gewicht. Vor diesem Hintergrund bleibt es mehr als geboten, die Fragen nach dem Antisemitismus in der AfD und ihrer Haltung zu Juden und Judentum sowie zu Israel (dem Nahostkonflikt, der Palästinenserfrage etc.) aufmerksam im Blick zu halten. Genau dazu wollen die beiden nachfolgenden ONLINE-EXTRA-Artikel mit je eigenem Akzent einen Beitrag leisten. © 2025/2026 Creative Commons Attribution-
Der Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz befasst sich mit dem Phänomen, dass trotz immer wiederkehrender Vorwürfe des Antisemitismus und einer disparaten Haltung zu Juden und Israel in der AfD, sich just dort ein diesen Vowürfen vermeintlich konterkarrierender Verein namens "Juden in der AfD" gebildet hat. Vor diesem Hintergrund untersucht Benz in historischer Perspektive die Frage, ob und welche Traditionslinien es von den "nationaldeutschen Juden" und ähnlichen Gruppierungen in den 1920er Jahren hin zu den rechten Juden im Verein der "Juden in der AfD" in der Gegenwart gibt - und ob also die "Juden in der AfD" sich zu Recht in der Tradition rechtskonservativer Juden in der Weimarer Republik sehen können: "Nationaldeutsche Tradition oder politisches Kalkül? Der Verein 'Juden in der AfD'".
Der Historiker, vor allem als Journalist und Autor bekannt gewordene Joseph Croitoru verfolgt in seinem Beitrag einen etwas breiteren Ansatz. Er hat auf der Grundlage diverser Äußerungen und Zeugnisse verschiedener AfD-Parteimitglieder und diverser AfD-Kader untersucht, wie die AfD zur deutschen Geschichte, insbesondere zum Holocaust steht, welches Verhältnis sie zu Jüdinnen und Juden und Antisemitismus sowie zu Israel und der Boykottbewegung "BDS" einnimmt: "Wie die AfD über Holocaust, Jüdinnen und Juden und Israel spricht – und schweigt".
Der Beitrag von Wolfgang Benz erschien erstmals in dem von Niels Tim Dickhaut und Daniel Meis 2025 herausgegebenen, im Bielefelder transcript-Verlag erschienen Sammelband "Das nationaldeutsche Judentum." Und der Beitrag von Joseph Croitoru in dem von Susan Neiman 2026 herausgegebenen, ebenfalls im Bielefelder transcript-Verlag erschienen Sammelband "Hijacking Memory" - Zur Instrumentalisierung des Holocaust durch die Neue Rechte". Nähere Angaben zu beiden Publikationen wie üblich in der Anzeige im jeweiligen Fließtext der Beiträge.
Die heutige Doppelausgabe von ONLINE-EXTRA mit diesen beiden Beiträgen:
1) ONLINE-EXTRA Nr. 384:
Wolfgang Benz:
Nationaldeutsche Tradition oder politisches Kalkül?
Der Verein 'Juden in der AfD'
Online-Extra Nr. 384
2) ONLINE-EXTRA Nr. 385:
Joseph Croitoru:
Wie die AfD über Holocaust, Jüdinnen und Juden und Israel spricht – und schweigt
Online-Extra Nr. 385
ShareAlike 4.0 Lizenz (BY-SA) - siehe Anzeigen im Fliesstext
Wolfgang Benz / Joseph Croitoru
online für ONLINE-EXTRA
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Dr. Christoph Münz
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