Deutsche Bibliothek
ISSN 1612-7331
13.07.2012 - Nr. 1353
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Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Deutscher Koordinierungsrat

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Mehr als nur ein Stückchen Haut



Die Kraft des Aberglaubens

[DEUTSCHLANDRADIO]
Fast jeder zweite Deutsche ist abergläubisch: Vierblättrige Kleeblätter, Sternschnuppen oder schwarze Katzen sind da nur einige Beispiele. Für einige ist Aberglaube grober Unfug, für manche eine Spielerei und für andere eine todernste Sache. Doch woher kommt der Aberglaube und vor allem: Was soll das?... 




Barenboim und sein Orchester spielen für den Papst



Star-Dirigent Daniel Barenboim schwingt erneut den Taktstock für Papst Benedikt XVI.: Das West-Eastern Divan Orchestra ... 

Und wo sitzen die Hintermänner?



Von Christian Geyer | Der Papst lädt Daniel Barenboim, dessen Orchester und Berliner Prominenz in seine Sommerresidenz. Von einem symbolträchtigen Nachmittag mit technischen Pannen... 

Im Dialog und in geduldiger Suche nach Verständigungsmöglichkeiten



Von Papst Benedikt XVI. | Ansprache von Papst Benedikt XVI. zum Beethoven-Konzert mit Daniel Barenboim in Castelgandolfo... 

Interreligiöser Dialog auf Saudiarabisch



Von Hannes Hofbauer | Österreichs Parlament billigt »König-Abdullah-Zentrum« in Wien... 

„Haben keinen Druck auf Yad Vashem ausgeübt“



Erzbischof Antonio Franco, scheidender Nuntius in Israel, über Pius XII., die Geburtskirche und die Beziehungen des Vatikans zum Judenstaat. Interview... 




Grüne wollen Beschneidung gesetzlich regeln

[DIE WELT]
Von Matthias Kamann und Julian Schick | Die Grünen streben die gesetzlich geregelte Zulassung von religiös begründeten Beschneidungen in Deutschland an. Die Europäische Rabbinerkonferenz sieht "die Existenz jüdischer Gemeinden" bedroht ... 

Das ist keine Straftat



Von Renate Künast und Volker Beck | Juden und Muslime in Deutschland brauchen Rechtssicherheit. Ein Zwischenruf... 

Rabbiner in Aufruhr



Von Christian Klemm | Das Urteil zur Beschneidung schlägt weiter hohe Wellen. Gestern meldete sich unter anderem die Europäische Rabbinerkonferenz zu Wort... 

„Schwerster Angriff seit dem Holocaust“



Von Andrea Dernbach | Europas Rabbiner sind empört über das Kölner Beschneidungsurteil - und unterstreichen ihre Kritik mit einem drastischen Vergleich. Bildungsministerin Schavan und Menschenrechtler verteidigen das Ritual...  

Europäische Rabbiner kritisieren Kölner Urteil

[FAZ]
Von Mechthild Küpper | Die „Konferenz Europäischer Rabbiner“ warnt davor, künftig Beschneidungen in Deutschland als Straftat zu verfolgen. Damit drohe „ein fundamentales Problem für die Weiterexistenz der jüdischen Gemeinde in Deutschland“... 

"Grundgesetz der jüdischen Religion"



Europäische Rabbiner drohen nach Beschneidungsurteil mit Auswanderung... 

Schwierige Abwägung zwischen Grundrechten



Von Christoph Arens | Fragen und Antworten zur Beschneidung von Jungen... 

Eine deutsche Posse



Von Jacques Schuster | Das Beschneidungsverbot zeugt von Intoleranz gegenüber den Religionen...  

Beschnitten



Von Christian Walter | Der Staat muss sein Wächteramt ernst nehmen. Aber religiöse Gefahrenabwehr darf nicht in Religionsabwehr umschlagen... 

Mehr als nur ein Stückchen Haut



Von Joachim Güntner | Das Kölner Urteil gegen die Beschneidung von Knaben aus religiösen Motiven hat einen Disput entfacht, der die Hitze eines Kulturkampfes zeigt... 

Im Hintergrund schwelen Kastrationsängste



Von Doron Rabinovici | Das umstrittene Kölner Urteil, das Beschneidungen kriminalisiert, vermittelt unweigerlich den Eindruck, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Diesem rassistischen Konstrukt liegt eines zugrunde: Sorge um die eigene Männlichkeit... 

Höhere Instanz



Von Martin Krauss | Jüdische Juristen suchen Lösungswege... 

Wie eine jüdische Familie mit dem Urteil umgeht



Von Sidney Gennies | Sie können es nicht glauben: Beschneidung gilt jetzt plötzlich als Körperverletzung. Was soll das jüdische Ehepaar Rubin machen, wenn in fünf Monaten ihr Kind zur Welt kommt? Sie werden tun, was die Thora befiehlt – und dann vor Gericht gehen... 



Zu Gast bei ...


Original-Beitrag


Nachfolgend lesen Sie einen Original-Beitrag des evangelischen Theologen Hans Maaß. Als Schuldekan und Kirchenrat war er über zwei Jahrzehnte im Evang. Oberkirchenrat Karlsruhe für alle Fragen zuständig, die den Religionsunterricht an Grund-, Haupt-, Sonder- und Realschulen betreffen. 1992 - 2003/2004 Lehrauftrag an der PH Karlsruhe für Neues Testament und Judentum. Maaß ist u.a. Vorstandsmitglied im Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit.



COMPASS dankt dem Autor für die Genehmigung zur Wiedergabe
seiner Rezension an dieser Stelle.


Mein Bund, den ihr bewahren sollt



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Dies ist eine hochaktuelle Veröffentlichung, der eine „rabbinische Abschlussarbeit zur Erlangung der Ordination“ an der Universität Potsdam zugrunde liegt. Allgemeine Diskussionen, die von der Rabbinerin und promovierten Medizinerin dabei geführt wurden, haben jedoch bereits vor dem Bekanntwerden des Urteils des Kölner Landgerichts zu dieser Frage gezeigt, „dass das Thema durchaus von allgemeinem Interesse ist“.

Die Autorin geht zunächst der Quellenlage der Beschneidung im Judentum, der Brit Mila, sowie der kontroversen Diskussion darüber nach. In einer Fußnote wird darauf verwiesen, dass diese dem Naziregime als Beweis des Judeseins galt. Die Publikation will nachweisen, dass die Brit Mila „keinen Widerspruch zu ethisch-moralischem Handeln darstellt und auch von medizinischer Seite keineswegs eine Schädigung bedeutet“.

Nach knapper Erläuterung der einzelnen Begriffe und Vorgänge im Zusammenhang mit der Beschneidung wird ausführlich auf medizinische Fragen eingegangen, u.a. auch auf körperliche Fehlbildungen, die bereits im Talmud bedacht werden. Danach folgt eine detaillierte Beschreibung der hauptsächlichsten Ausführungsart mittels medizinischer Fachausdrücke; denn „die Art und Weise ihrer Durchführung ist … nicht beliebig“. Auch alle erforderlichen  Nachsorgemaßnahmen werden dabei angesprochen.

Anschließend werden die halachischen Erfordernisse einer korrekten Brit Mila dargestellt – vom Erforderlichen bis zum Üblichen. Bestimmte, bereits im Talmud bezeugte Segenssprüche sind jedoch bei allen Variationen aufgrund unterschiedlicher innerjüdischer Richtungen obligatorisch. Auch die anschließende Namensgebung ist nicht beliebig.

Ein Kapitel widmet sich den biblischen Grundlagen der Beschneidung und deren talmudischen Auslegungen einschließlich Sonderregelungen (sie werden teilweise im Abschnitt über die talmudische Zeit wieder aufgegriffen). Dabei helfen auch die medizinischen Kenntnisse der Autorin, bestimmte Vorschriften sowie talmudisch belegte, sehr differenzierte Fallbeispiele zu verstehen. Nebenbei wird deutlich, dass auch damals schon Entbindungen durch Kaiserschnitt bekannt waren. Die medizinischen Anforderungen an den beschneidenden Mohel werden ebenfalls beschrieben und entsprechend belegt.

Dass die Beschneidung keine israelitische Besonderheit war, zeigen die interessanten Beispiele aus der kulturellen Umwelt des alten Israel. Dabei werden auch antike Statuetten mit medizinischem Fachblick betrachtet und ursprüngliche gesellschaftliche und symbolische Bedeutungen erörtert. Selbst so vertraute Verse wie Ex 6,12, wo Mose sich scheinbar als „ungeschickt zum Reden“ bezeichnet, werden auf ihren hebräischen Wortlaut zurückgeführt, der von „unbeschnittenen Lippen“ spricht und damit ganz andere Assoziationen hervorruft. Bemerkenswert sind auch die ausführlichen Betrachtungen, die an die Verlegung der Beschneidung von der Pubertät „ins Neugeborenenalter“ geknüpft werden. Ob hohe Säuglingssterblichkeit der Grund dafür war, kann überlegt, aber nicht definitiv beantwortet werden. Für die talmudische Zeit wird – bei einer Rabbinerin nicht anders zu erwarten – sowohl auf die Rolle der Frau eingegangen, als auf den in römischer Zeit sich einbürgernden „Epispasmus“, eine Methode der „frühen plastischen Chirurgie“, wodurch die Beschneidung unkenntlich gemacht werden sollte.

Interessant ist, dass sich in nachtalmudischer Zeit unterschiedliche Interpretationen der Beschneidung herausbildeten – bis hin zum Vergleich des Beschneidungsblutes mit dem Blut des Passalammes. Auch weitere, heute selbstverständlich erscheinende Bestandteile einer Beschneidungsfeier werden in ihrem Entstehungszusammenhang erklärt. Dass sich die Autorin als promovierte Medizinerin in besonderer Weise auch für die Erörterungen des Arztes Maimonides interes¬siert, versteht sich von selbst. Dabei kommen auch Gesichtspunkte zum Tragen, die vom Kölner Gericht anders gewertet wurden. Mit der jüdischen Aufklärung ergaben sich darüber hinaus nicht nur regionale, sondern auch „konfessionelle“ Differenzierungen.

Einen beträchtlichen Teil nimmt das Kapitel „Diskussionen“ ein. Auch der Ab-schnitt über „Probleme zwischen Juden und nicht-jüdischer Umgebung“ ist historisch angelegt – bis hin zur antiken Diskussion im Zusammenhang mit dem Kastrationsverbot. Nicht leicht abgetan werden kann das oft von christlicher Seite vorgebrachte Argument, die Beschneidung schließe Frauen vom Bund aus. Dennoch sind Einwände gegen die rituelle jüdische Beschneidung „nichts anderes als ein Ausdruck der Ablehnung des Judentums“. Auch innerjüdische Diskussionen werden ausführlich dargestellt – bis hin zu einem Gutachten von Leopold Zunz und Bedingungen in kommunistischen Staaten sowie die Diskussion über Einzelheiten im Vollzug sowie zu Fragen der Anästhesie und der Hygiene. Die juristischen Aspekte werden angesprochen, aber nur auf psychologische und medizinische Einwände eingegangen. Schließlich ist die Autorin keine Juristin, sondern Medizinerin; außerdem erschien das Buch vor der Publizierung des Kölner Urteils.

Für theologisch Gebildete sind die gelegentlichen hebräischen Fachausdrücke ohne weiteres lesbar, man hätte seitens des Lektorats allerdings auch an die interessierten theologischen Laien denken sollen, die nicht in der Lage sind hebräische Buchstaben zu lesen (etwa wenn von einer „überlieferten“ Halacha geredet wird, wo der zitierte hebräische Wortlaut bedeutet „Halacha für Mose vom Sinai“); in einer 2. Auflage sollten diese Wörter auch in Umschrift wiedergegeben werden. Die biblischen Bücher werden mit ihren hebräischen Namen zitiert, die für nichtjüdische Leser üblichen Bezeichnungen sind nur z.T. ins Glossar am Ende des Buches aufgenommen.

Antje Yael Deusel:
MEIN BUND, DEN IHR BEWAHREN SOLLT.
Religionsgeschichtliche und medizinische Aspekte der Beschneidung.
Verlag Herder, Freiburg
167 S., brosch., Euro 19,95
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Dr. Hans Maaß





Bayern: Bau eines islamischen Zentrums



Evangelischer Landesbischof Bedford-Strohm: Einen dialogbereiten Islam unterstützen. Zur möglichen Finanzierung des schätzungsweise 30 bis 40 Millionen Euro teuren Zentrums wurden Kontakte zum arabischen Wüstenstaat Katar aufgenommen... 

Stift Altenburg pflegt christlich-muslimischen Dialog

[KATHWEB (Österreich)]
43 Studierende aus aller Welt nehmen bis 21. Juli an "International Christian-Islamic Summer University" teil... 




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