Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
22.06.2011 - Nr. 1270


ONLINE-EXTRA Nr. 144

Juni 2011

Im Herbst letzten Jahres veröffentlichte der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel, Vizepräsident der Stiftung Weltethos und engagierter Befürworter eines Trialogs, einen Essay, in dem er den Islam gemeinsam mit Judentum und Christentum in einer Glaubensgemeinschaft vereint sieht: "Wir Christen teilen mit Muslimen und Juden Überlieferungen, die wir mit Angehörigen anderer Religionen nicht teilen. Das ist keine Wertung, sondern eine Feststellung, aus der folgt: Juden, Christen und Muslime bilden eine Glaubensgemeinschaft mit einem eigenen unverwechselbaren Profil. Es ist hohe Zeit, sie für ein Bewusstsein gemeinsamer Verantwortung zu nutzen, sich etwa zu vernetzen bei der Ausbildung von Rabbinern, Pfarrern und Mullahs. »Trialogisch« denken lernen sollte die Parole der Zukunft lauten."

Von diesem Tenor angestoßen hat der evangelische Theologe Robert Brandau kürzlich im "Deutschen Pfarrerblatt" eine intensive Auseinandersetzung mit den Thesen von Kuschel vorgelegt. Brandau wendet sich gegen Kuschels Tendenz, "Judentum, Christentum und Islam zu Konfessionen einer neuen Metareligion" zu machen und arbeitet in seiner Argumentation dabei u.a. die spezifischen Eigenschaften und Unterschiede eines christlich-muslimischen und eines christlich-jüdischen Dialogs heraus, von denen aus betrachtet Kuschels Trialog-Vorstellungen mit gewichtigen Fragezeichen zu versehen sind.

Brandaus Antwort auf Kuschel erschien unter dem Titel "Auf dem Weg zu einer abrahamitischen Megareligion? Irrtümer und Selbsttäuschungen im christlich-islamischen Dialog" im Deutschen Pfarrerblatt, Heft 5, 2011. COMPASS dankt dem Autor und dem Deutschen Pfarrerblatt für die Gehnehmigung, diesen Beitrag heute als ONLINE-EXTRA Nr. 144 im COMPASS wiederveröffentlichen zu dürfen!      

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Online-Extra Nr. 144

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