Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
20.06.2011 - Nr. 1269

ACHTUNG

Morgen, Dienstag 21. Juni 2011, erscheint KEIN COMPASS!

Am Mittwoch, 22. Juni 2011, erscheint ONLINE-EXTRA Nr. 144 mit einem Beitrag von dem evangelischen Theologen Robert Brandau mit dem Titel: 
"Auf dem Weg zu einer abrahamitischen Megareligion?".



Guten Tag!

Nr. 1269 - 20. Juni 2011


Beinahe jeden Tag liefert das syrische Regime neue, fürchterliche Beweise dafür, dass es sich nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann. Nun verweigern selbst palästinensische Flüchtlinge dem Regime die Unterstützung und rebellieren ebenfalls gegen ihre eigene Führung, die mit Präsident Bashar al-Assad kollaboriert, wie Hannes Bode für die JUNGLE WORLD berichtet: "Widerstand gegen den Widerstand".
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Das Web 2.0, die neuen Kommunikationsmöglichkeiten im Internet, eröffnen neue Wege an den traditionellen Medien vorbei, um die eigene Position in der Öffentlichkeit darzustellen. Das hat nun auch die israelische Armee erkannt und versucht, aus früheren PR-Desastern zu lernen. Eine ganze Abteilung mit mehreren Dutzenden Soldaten beschäftigt sich nun ausschließlich mit den offiziellen Blogs, dem Twitter- und Flickr-Account und dem Youtube-Kanal des Militärs sowie der Betreuung von Bloggern in aller Welt. Keine andere Armee der Welt bearbeitet so intensiv die sozialen Netzwerke. Und die Abteilung wird aufgestockt. Derzeit werden 120 weitere "Neue-Medien-Krieger" rekrutiert, berichtet Max Borowski in seiner Reportage für die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND: "Die Twitter-Krieger von Jerusalem".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Das Tote Meer ist in Gefahr, so heisst es allgemein: Der Pegel sinkt Jahr für Jahr um fast 1,20 Meter. Weniger bekannt aber ist, dass ein Teil des Salzsees im Gegenteil über die Ufer tritt und eines der wichtigsten Touristenziele Israels unter Wasser zu setzen droht. Gleich zwei Beiträge - in der WELT und der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG - beschäftigen sich mit der kritischen Situation am Toten Meer: "Das Tote Meer stirbt".
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Sie sind bis heute eine Gemeinschaft: die "Irgun Jeckes", deutschsprachige Juden, die einst vor den Nazis nach Palästina geflohen. Jetzt feiern sie den 75. Jahrestag ihrer Flucht. Die Ältesten flohen in den 1930er und 1940er Jahren aus deutschsprachigen Ländern nach Palästina. Vor dem Zweiten Weltkrieg kamen etwa 2.000 deutschsprachige Einwanderer, während der Nazizeit waren es dann bis zu 60.000 und stellten damals ein Fünftel aller Einwanderer. Florian Mebes erzählt in der ZEIT ihre Geschichte und berichtet von den Feierlichkeiten: "Die Deutschen Israelis".
Der Link zu seiner Reportage in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Die US-Comicautorin Sarah Glidden hat mit „Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger“ eine sensible Annäherung an ein kontroverses Thema veröffentlicht und vermittelt mit den ihr eigenen Möglichkeiten als Zeichnerin einen wertvollen und originellen Einblick in Geschichte und Gegenwart Israels. Jetzt ist ihr Reisebericht auf Deutsch erschienen. Aus diesem Anlass sprach der TAGESSPIEGEL mit ihr: "Wahrheit ist immer subjektiv". Und ergänzend dazu ist auch eine Rezension im TAGESSPIEGEL zu lesen: "Von der Geschichte überwältigt".
Die Links zu Interview und Buchvorstellung in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Ruth Klüger, geboren am 30. Oktober 1931 in Wien, ist Literaturwissenschafterin und Schriftstellerin - und überlebte den Holocaust. 1994 veröffentlichte sie ihren aufsehenerregenden autobiographischen Bericht "weiter leben", dem 2008 ein zweiter Teil unter dem Titel "unterwegs verloren" folgte. Vor kurzem wurde sie mit dem Theodor-Kramer-Preis ausgezeichnet. Der österreichische STANDARD lud sie nun zum Interview und sprach mit ihr über ihre Kindheit in Wien und das Überleben des Holocaust. "Es war ein Zeitalter der Verluste".
Der Link zum Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Bad Feilnbach rühmt sich, eine vorbildliche oberbayerische Voralpenidylle zu sein - doch nach seiner Verurteilung wohnt hier der frühere KZ-Wachmann John Demjanjuk in einem Pflegeheim. Die Gemeinde bemüht sich, den 91-Jährigen zu ignorieren, aber unter der Oberfläche brodelt es, wie Benjamin Schulz in seiner Reportage für den SPIEGEL berichtet: "Das Gespenst von Bad Filnbach".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

In der anhaltenden Debatte um Antisemitismus und Israelfeindlichkeit innerhalb der Partei "Die Linke" hat sich nun in einem Gastbeitrag für die "SÜDDEUTSCHE ZEITUNG" Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, zu Wort gemeldet und beklagt, dass die Linke mit ihrem Israel-Hass immer wieder die Grenze zum Antisemitismus überschreitet. Auf Kritik habe die Partei mit Verweisen auf eine antifaschistische Tradition und einem umstrittenen Fraktionsbeschluss reagiert - doch das sei zu wenig: "Befreiungsschlag missglückt".
Der Link zu Graumanns Beitrag in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Zwei deutsche Ökonomen haben untersucht, wo es im Spätmittelalter Judenverbrennungen gab - und wo der Antisemitismus nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufflammte. Sie stießen auf frappierend enge Zusammenhänge. So trat beispielsweise antisemitische Gewalt in Städten, in denen im 14. Jahrhundert Juden verbrannt wurden, zu Zeiten der Weimarer Republik mit einer sechsfach erhöhten Häufigkeit auf. Olaf Gersemann stellt die beiden Forscher und ihre teilweise verblüffenden Ergebnisse in der WELT näher vor: "Die lange Spur des Judenhasses".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Dass die Religion, entgegen mancherlei Erwartungen während des letzten Jahrhunderts, nicht verschwunden ist, gehört beinahe schon wieder zum Gemeingut. In Frankfurt trafen sich jetzt Denker verschiedener Disziplinen, um über unser säkulares oder doch schon postsäkulares Zeitalter zu diskutieren, und über das Verhältnis von Religion, Ethik und Politik. Kersten Knipp war für DEUTSCHLANDRADIO mit dabei und zeichnet die Diskussionen nach: "Säkulare oder postsäkulare Welt?".
Der Link zum Tagungsbericht in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Dr. Barbara U. Meyer lehrt an der Privatuniversität IDC Herzliya, am Hebrew Union College und an der Hebräischen Universität Jerusalem. Das Besondere ihrer Lehrtätigkeit aber besteht darin, dass sie den israelischen, jüdischen Studenten versucht zu vermitteln, was Christentum ist und welche Rolle es in der Geschichte Europas gespielt hat. In der Zeitschrift BLICKPUNKT.E ist nun ein äußerst lesenswerter Artikel von ihr zu lesen, in dem sie von ihren Bemühungen berichtet, ihren israelischen Studenten die Reformation, Luther und den Protestantismus zu erklären. Bei dem Versuch, Rechtfertigungslehre, Sakramentenlehre, Gerechtigkeit und Gesetzt und nicht zuletzt das schwierige Kapitel über das Verhältnis Luthers zu den Juden zu erläutern, stieß sie dabei immer wieder auf ebenso interessante christlich-jüdische Berührungspunkte wie auch scheinbar unüberwindbare Verständnishürden: "Luther in Herzliya".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Georg Hajdu hat hat in Köln sowie am Center for New Music and Audio Technologies in den USA studiert und ist Musiker und Komponist. Seit 2002 ist er Professor für multimediale Komposition an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater. Seine Eltern sind ungarische Juden und Holocaust-Überlebende. Vor kurzem hat er nun eine Oper "Der Sprung" komponiert, die ein jüdisches und ein DDR-Thema eint. Inhaltlich greift die Oper ein Ereignis aus dem Jahr 1984 auf, als am jüdischen Seminar der Kölner Universität eine Studentin ihren Professor erschossen hat. Die TAZ unterhielt sich nun mit dem Musiker und befragte ihn nach seinen musikalischen Motiven und der Rolle, die seine jüdische Identität dabei spielt: "Wahnsinn ist nicht Unsinn".
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Und noch einmal Musik: Auch Max Doehlemann ist Komponist. Er schreibt Film- und Theatermusiken, spielt im Berliner Ensemble Klavier, eine Jazzband und unterhält einen jüdischen Kultursalon. Zentrum seiner Arbeit aber sind Kompositionen im Stil der Neuen Musik, die er gerne mit biblischen Geschichten oder Motiven aus dem jüdischen Gottesdienst verbindet. Gerald Beyrodt stellt den Musiker und sein Werk in einer Reportage für DEUTSCHLANDRADIO näher vor: "Krassheit fasziniert ihn".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Am 19. Juni 1936 besiegte Max Schmeling Joe Louis in einem Jahrhundertboxkampf, der Schmeling zur Legende machte. Was wenige wissen: entscheidenden Anteil am Sieg Schmelings hatte Joe Jacobs – Schmelings jüdischer Manager. Der war ein Sohn ungarischer Einwanderer, und obwohl er in der New Yorker East Side geboren wurde, sprach er, so Schmeling „ein Kauderwelsch aus Englisch und Ungarisch, als wäre er gerade vom Schiff gestiegen. Vom Boxen wusste er nichts, aber er wusste, wie man für seinen Mann das Beste aushandelt. Und er war so liebenswürdig wie clever.“ Oskar Beck erzählt in der WELT die Geschichte von Joe Jacobs: "Schmelings jüdischer Manager und der Hitlergruß".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Der katholische Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hat eine Tagung über Sexualität und Kirche in der Akademie des Bistums wegen heftiger Proteste konservativer Kreise abgesagt. Der Bischof befürchte, dass die Veranstaltung innerhalb der Kirche zu „Polarisierungen“ führe, bestätigte Bistumssprecher Uwe Renz. Der Bischoff wollte nicht, dass sich das Klima noch weiter verschlechtere. Die Entscheidung des Bischofs stößt indes auf Unverständnis und Kritik, wie Wolfgang Wagner für die FRANKFURTER RUNDSCHAU berichtet: "Kein Sex bitte, wir sind katholisch".
Der Link zum Bericht in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Im Wiener Mandelbaum-Verlag ist kürzlich ein Stadtführer zum jüdischen Leben in Paris erschienen. Wer glaubt, bereits gut darüber Bescheid zu wissen, wird eines Besseren belehrt, denn das Buch hält auch für Kundige so manche Überraschungen bereit, meint Iris Hartl, die den Reiseführer in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG vorstellt: "Flanieren an der Seine".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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