Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
20.05.2011 - Nr. 1258

ACHTUNG:

Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Dienstag, 24. Mai 2011.



Guten Tag!

Nr. 1258 - 20. Mai 2011


US-Präsident Obama hat in einer Grundsatzrede die Demokratiebewegung in der arabischen Welt begrüßt und kündigt Wirtschaftshilfe für Tunesien und Ägypten an. Israel und die Palästinenser fordert er auf, endlich eine Lösung zu finden, die sich an den Grenzen von 1967 orientiert. Die Ägypter reagierten reserviert, die Israelis enttäuscht bis verärgert, während Bundesaußenminister Westerwelle Zustimmung signalisierte: Es sei deutlich geworden, dass Obama "wieder mutig auch im Nahost-Friedensprozess mitgestalten will", sagt Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Dass der US-Präsident sich für die israelischen Grenzen von 1967 stark mache, sei richtig, sagt er im Interview mit dem DEUTSCHLANDRADIO. Die im Gaza-Streifen herrschende radikal-islamische Hamas hat sich unterdessen von US-Präsident Barack Obama Lektionen in Demokratie verbeten. Darüber hinaus stellte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri in Gaza klar, dass seine Organisation unter keinen Umständen Israel anerkennen werde. In der deutschsprachigen Presse bleiben auch die Kommentatoren eher zurückhaltend bis kritisch. Christian Wernicke beispielsweise meint in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG:
"Der US-Präsident hat eine doppelte Rede gehalten. Barack Obamas Lobpreisung des "arabischen Frühlings" ließ tausend Blumen blühen. Zum Kernproblem der Region hingegen - dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern - mochte er keine Hoffnung säen. Da blieb Obama eiskalt: Jedes Adjektiv klang taktisch, kein Satz war neu, eine angeblich große Geste ist geltendes Völkerrecht."
Links zu Berichten, Reaktionen und Kommentaren in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST AKTUELL, ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND sowie ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Sie sind jung, gebildet, ohne Angst, aber frustriert: Die Gründer von Gaza Youth Breaks Out (GYBO), die auf dem Weg des Internets die Blockade durchbrechen wollen und gleichzeitig gegen die Hamas rebellieren, wagen sich mehr und mehr an die Öffentlichkeit. Die Versöhnung zwischen der Fatah und der Hamas, so hoffen sie, gibt auch der rebellischen Jugend im Gazastreifen neue Spielräume. Freiheit ist dabei für sie ein recht deutlich messbarer Begriff, wie Susanne Knaul in ihrer Reportage für die TAZ deutlich macht: "Die jungen Revoulzzer aus Gaza".
Der Link zu ihrer Reportage in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Während große Teile West-Jerusalems mit schnell hochgezogenen architektonischen Scheußlichkeiten bebaut wurden, stehen in der German Colony viele ein- bis zweistöckige Häuser in kleinen, von Bäumen gesäumten Alleen. Die Bauherren waren deutsche Templer aus Württemberg, die im 19. Jahrhundert nach Jerusalem kamen und dem Viertel den Namen gaben. Heute jedoch ist das Viertel die Gentrifizierungszone Nummer eins von Jerusalem. Gegen die Pläne der Stadtplaner regt sich allerdings Widerstand: Auch in der Heiligen Stadt gibt es Wutbürger, meint Martin Reeh in seiner Reportage für die JUNGLE WORLD: "In Badehosen gegen die Geisterwohnungen".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Während des Zweiten Weltkriegs fahndeten die Nazis im besetzten Osten nach "rassisch wertvollem" Zuwachs. So wurden Tausende Jungen und Mädchen vermessen, verschleppt und deutschen Pflegeeltern zugeteilt. An ihrer zerbrochenen Kindheit leiden die meisten noch heute, wie Christoph Gunkel in seiner historischen Reportage für den SPIEGEL beschreibt: "Die geraubten Kinder".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Erst kürzlich wies auch COMPASS auf ein sehr langes Interview der WELT mit Denis Avey hin (siehe Compass 16.05.2011), der in seinem Buch behauptet, einst als britischer Soldat und verkleidet als Jude in das Lager Auschwitz ging. Doch die Zweifel an seiner Geschichte werden immer lauter, wie jetzt Lorenz Jäger in der FAZ berichtet: "Schoa zum Anfassen".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Was viele schon ahnten, ja wußten, wird nun durch eine wissenschaftlicher Studie zweier Sozialwissenschaftler untermauert: In der Linkspartei nehmen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit zu. Die Studie, die von dem Sozialwissenschaftler und Antisemitismusexperte Samuel Salzborn von der Universität Gießen und Sebastian Voigt von der Universität Leipzig erstellt wurde, ist heute von der FRANKFURTER RUNDSCHAU veröffentlich worden. Der Vorwurf, eine antisemitische Partei zu sein, hat die Linke tief getroffen: Fraktionschef Gysi wies umgehend den Vorwurf der Israel- und Judenfeindlichkeit scharf zurück. Die Ergebnisse der Studie seien "schlicht Blödsinn".
Links zu Berichten über die Studie sowie zum Download der Studie im Wortlaut in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Unter allen biblischen Gestalten nimmt Mose im rabbinischen Judentum die dominante Stellung ein. Durch ihn führt Gott sein Volk aus Ägypten, durch ihn gibt er ihm am Sinai Tora. Mose tritt für das Volk in die Bresche, als es aufgrund seiner Verehrung des Stierbildes verworfen werden soll, und argumentiert leidenschaftlich mit und gegen Gott. Zu seiner Größe gehört aber auch, dass er außerordentlich bescheiden und demütig ist, meint der evangelische Theologe Klaus Wengst in einem Beitrag für die BLICKPUNKT.E, in dem er den "jüdischen Mose" als "Gestalt... im rabbinischen Judentum" porträtiert.
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Glauben Muslime, Juden und Christen an den gleichen Gott? Reinhold Bernhardt, Professur für Syst. Theologie/Dogmatik an der Universität Basel, ist skeptisch und beurteilt die Bekenntnisse in den Religionen als doch höchst unterschiedlich. Allerdings, so betont er in seinem Beitrag für das DEUTSCHE PFARRERBLATT, gebe es genügend Gründe anzunehmen, dass Gott größer ist als all unsere Bekenntnisse...
Der Link zu seinem Essay in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Der 1946 in Lodz geborene Libeskind hat es verstanden, den Löwenanteil von Neubauten jüdischer Museen weltweit an sich zu ziehen. Dabei überträgt er Elemente von Religion und Geschichte des Judentums symbolisch und recht willkürlich in seine Formensprache: Asymmetrie, spitze Winkel und roh wirkende Materialien. Vor diesem Hintergrund und im Blick auf das von ihm umgebaute Felix-Nussbaum-Museums in Osnabrück fragt Oliver Heilwagen in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG allerdings, warum Daniel Libeskind eigentlich immer immer dasselbe jüdische Museum entwirft. Liibeskind könne doch durchaus übersichtlich, hell und freundlich bauen:
"Nur wenn es jüdisch wird, kommen bei Libeskind stets die gleichen, irritierend düsteren Labyrinthe heraus - brutalistische Bunker-Ästhetik, jeder Quadratmeter ein Klagegesang über den Holocaust. Können nicht lichtvolle, luftige Gemäuer gebaute Zuversicht ausdrücken?"
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Sind Dachorganisationen in der Lage, Juden und jüdische Institutionen von Dublin bis Dnjepropetrowsk zu vereinigen? Wenn ja, welche Form sollen sie haben, und worauf soll sich ihre Arbeit konzentrieren? Wie sollen sie geführt werden? Wer soll sie finanzieren? Vor dem Hintergrund dieser Fragen beleuchtet Ruth Ellen Gruber in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG den Beinahe-Untergang des European Council of Jewish Communities (ECJC) und die Gründung eines neuen Verbands, der European Jewish Union (EJU), die von einem ukrainischen Milliardär geleitet und finanziert wird. Die EJU rief nun gar kürzlich nach einem »Europäischen Jüdischen Parlament«, dessen Gestalt und Funktion erst noch bestimmt werden müssen: "Alles auf Anfang".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Die Welt geht unter, diesmal aber wirklich. Ein Amerikaner will anhand der Bibel hergeleitet haben, dass das Ende am 21. Mai bevorsteht. Der Astronom Florian Freistetter hat für den SPIEGEL nachgerechnet - und herausgefunden: Die Apokalypse fällt aus - doch die Gläubigen müssen ihm stattdessen viel Geld überweisen: "Warum die Apokalypse am Samstag ausfällt".
Der Link zur frohen Botschaft in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Kristiane Backer war Moderatorin des populären Jugend- und Musiksenders MTV, verkehrte in der Welt der Stars und konvertierte dann zum Islam. In ihrem nunmehr schon zweiten Buch schreibt sie über ihren Glauben nicht nur in biografischer Perspektive, sondern diskutiert auch philosophische Grundsatzfragen - zum Teil sehr heikle, wie Lewis Gropp in seiner Buchvorstellung für DEUTSCHLANDRADIO schildert: "Dschihad und Mitmenschlichkeit".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag, ein schönes Wochenende und Gut Schabbes wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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