Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
18.05.2011 - Nr. 1257

ACHTUNG:

Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Freitag, 20. Mai 2011.



Guten Tag!

Nr. 1257 - 18. Mai 2011


Wie positioniert sich das nachrevolutionäre Ägypten zu Israel? Welche Interessen hat das syrische Regime? Was macht Israel? In Israel fürchtet man, dass die Proteste vom Wochenende nur die Ouvertüre für die geplante Ausrufung des Staates Palästina waren. Eine Antwort darauf hat die Netanjahu-Regierung allerdings bislang noch nicht, wie Susanne Knaul für die TAZ berichtet: "Angst vor dem September".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN

Israel ist dazu bereit, Teile seines Heimatlandes für einen echten Frieden mit den Palästinensern aufzugeben. Das sagte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag in Jerusalem in seiner Rede zur Eröffnung der neuen Sitzungsperiode der Knesset. Zugleich betonte er, dass die Wurzeln des Konfliktes nicht im Fehlen eines Palästinenserstaates, sondern in der Gründung des jüdischen Staates liegen, so berichtet ISRAELNETZ. Gleichwohl hinterließ Netanjahus Rede auch eine Menge Ungewissheit. Michael Borgstede nennt die Rede in der WELT sogar eine "rätselhafte Rede zur Zukunft in Israel".
Die Links zum Thema in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Die gewaltsamen Vorgänge an der syrischen und libanesischen Grenze zu Israel anlässlich des Gründungstags Israels bewegen noch immer. Nun hat der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, Syrien beschuldigt, die Auseinandersetzungen auf den Golanhöhen gesteuert zu haben. Im Interview mit dem DEUTSCHLANDRADIO äußerte zudem Verständnis für die Reaktion der Grenzposten.
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Können Ansprüche aus Raubkunstfällen während der Nazizeit verjähren? Die Washingtoner Erklärung von 1998 empfiehlt, solche Fälle auch moralisch zu prüfen. Die Stadt Düsseldorf verweigert derzeit einer jüdischen Familie die Rückgabe eines unter NS-Druck weggenommenen Bildes. Eine einst geleistete lächerliche Entschädigung dient der Stadt Düsseldorf als Argument, den Fall für erledigt zu halten, wie Stefan Koldehoff in einem Beitrag für die WELT beschreibt und im Interview mit dem DEUTSCHLANDRADIO erläutert: "Was heißt Moral?"
Die Links zu Beitrag und Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Auf welch verschlungene Weise Weimar und Buchenwald miteinander verbunden sind, zeigen die Behältnisse, in denen die Kunstschätze der Weimarer Klassik während des Krieges geborgen wurden: Gezimmert wurden sie von KZ-Insassen. Der jüdische Historiker Arno Lustiger erzählt ihr Geschichte in einem Essay für die FAZ: "Die Schicksalskisten von Buchenwald".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Viel Sorgen bereitet seit Monaten die Entwicklung in Ungarn. Rechtsradikalismus, wachsender Antisemitismus und Antiziganismus scheinen mitunter von staatlicher Seite stillschweigend geduldet. In der Propagande der Rechten spielen dabei zunehmend Verschwörungstheorien eine Rolle, die erstaunliche Populariät bei den Ungarn genießen. Dies geht zumindest aus mehreren Erhebungen hervor, die zu dem Thema durchgeführt wurden. Laut einer Umfrage des Politik- und Meinungsforschungsinstituts "Progresszív Intézet" stimmten 2008 immerhin 31 Prozent der Befragten damit überein, dass „ein Großteil unseres Lebens von geheimen Verschwörungen beeinflusst wird“. Bei den in Umlauf befindlichen Verschwörungstheorien spielen dabei tief verwurzelte Judenstereotypien eine zentrale Rolle. Warum aber gerade jene Verschwörungstheorien besonders verbreitet, die sich auf die Juden richten? Überhaupt: Sind antisemitische Verschwörungstheorien von anderen Konspirationstheorien zu unterscheiden? Mit diesen Fragen setzt sich in der deutschsprachigen BUDAPESTER ZEITUNG Péter Kréko vom Politikforschungsinstituts Political Capital auseinander: "Über den politischen und psychologischen Nutzen von Verschwörungstheorien".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Ein Jahr nach dem Brandanschlag auf die Wormser Synagoge tappen die Ermittler nach wie vor im Dunkeln. Die Staatsanwaltschaft Mainz wird die Ermittlungen nach eigenen Angaben voraussichtlich in den kommenden Wochen einstellen, berichtet der SÜDWESTRUNDFUNK. Und Johannes Götzen schildert in der WORMSER ZEITUNG, wie sich die Situation der für Worms zuständigen jüdischen Gemeinde Mainz darstellt: "Stärkere Bewachung erwünscht".
Die Links zu den Berichten in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Der britische Komiker und Schauspieler Rowan Atkinson (geb. 1955) wurde vor allem durch seine Rolle als tollpatschiger Mr. Bean bekannt. Fast alle seine Sketche wurden auch im deutschen Fernsehen gezeigt. Nur wenige davon befassen sich mit dem Thema Religion, aber die sind dann auch absolut gnadenlos, wie Bernd Vowinkel im HUMANISTISCHEN PRESSEDIENST beschreibt und gleich einige zentrale Ausschnitte auf Youtube-Videos mit dabei liefert: "Mr. Bean und die Religion".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Die Erschießung des Terror-Chefs Bin Laden ist vor allem auch von christlicher Seite aus kritisiert worden. Nicht zuletzt beriefen sich Kirchenvertreter und andere Persönlichkeiten dabei auf das fünfte Gebot. Gerade hier aber liege ein "christlich-jüdisches Mißverständnis" vor, meint der Frankfurter Rabbiner Andrew Steiman in einem Beitrag für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG und verweist auf die nötige Unterscheidung zwischen "töten" und "morden":
"Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt. Denn in christlichen Bibeln heißt es in den Zehn Geboten: »Du sollst nicht töten«. Dies ist eine verhängnisvolle und falsche Übersetzung. Im hebräischen Original steht nämlich etwas ganz anderes: »Du sollst nicht morden«. Das ist keine semantische Kleinigkeit – in der deutschen wie auch in der hebräischen Sprache –, sondern ein riesiger moralischer Unterschied."
Der Link zum Beitrag in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Der Markt boomt - und das Prinzip funktioniert wie bei Bio-Siegeln: Konsumenten, die verunsichert sind, was gesund, umwelt- und tierschonend ist, kaufen Bio-Produkte. Und Muslime, die verunsichert sind, was islamisch erlaubt ist, kaufen Halal-Lebensmittel. Wie das beispielsweise in Köln ausschaut, schildert Martin Benghoff in seiner Reportage für den KÖLNER STADTANZEIGER: "Islamkonforme Lebensmittel".
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Das Eintreten für jüdische Belange ist für Dr. Josef Schuster ein integraler Teil seines Lebens. Jüdisches Engagement hat er bereits im Elternhaus erlebt, war doch sein Vater, David Schuster, einst Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Würzburg und Unterfranken – ein Amt, das der 1954 geborene Sohn Josef, von Beruf Arzt, seit 1998 ebenfalls innehat. Seit 1999 ist er zudem Mitglied des Präsidiums des Zentralrats der Juden in Deutschland und seit dem 28. November 2010 auch dessen Vizepräsident. Kürzlich sprach Dr. Schuster mit dem Magazin "Zukunft" über die Probleme und Erfolge kleinerer und mittelgroßer jüdischer Gemeinden in der Bundesrepublik. Das Interview ist nun auch auf den Seiten des ZENTRALRATS der Juden in Deutschland nachzulesen: "Große Zukunft".
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Heute startet in Berlin und Potsdam das 17. Jüdische Filmfestival. Ein Markenzeichen des Jüdischen Filmfestivals ist seine Vielfalt, neben internationalen Kinoproduktionen zeigt es etwa auch israelische Fernsehserien, wie Lukas Foerster in der TAZ berichtet. Und in der MÄRKISCHEN ALLGEMEINEN ist dazu ein Interview mit Nicola Galliner zu lesen. Galliner, gebürtige Britin, lebt seit 40 Jahren in Deutschland und gründete 1995 das Jüdische Filmfestival, das inzwischen zu einer festen Größe in der Hauptstadt geworden ist.
Die Links zu Berichten und zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Ruth K. Westheimer, am 4. Juni 1928 als Ruth Siegel in Frankfurt am Main geboren, musste im Alter von zehn Jahren aus Deutschland fliehen. Ihre Eltern wurden in Auschwitz ermordet. Sie ging 1945 nach Palästina, wo sie beim Militär eine Scharfschützenausbildung absolvierte und im israelischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte. Nach einem Studium der Psychologie an der Sorbonne in Paris wanderte sie 1956 in die USA aus, studierte dort Soziologie und Sexualwissenschaft und arbeitete im Anschluss als Therapeutin. 1980 startete ihre Radiosendung »Sexually Speaking«, in der sie Anrufern humorvoll, offen und unverklemmt Tipps und Ratschläge gab. Die Sendung wurde ein Riesenerfolg, es folgten zahlreiche weitere Radio- und Fernsehauftritte sowie Bücher. Ruth Westheimer wurde zu einer international bekannten und populären Sexberaterin. Anlässlich ihres jüngsten Buches "Mythen der Liebe" unterhielt sich die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG mit ihr über Sexmythen, Höhepunkte, jüdische Traditionen und Partnersuche: "Immer mit Humor".
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat dem Vatikan in ihrem am Freitag vorgestellten Jahresbericht attestiert, seinen Verpflichtungen aus der UN-Konvention über die Rechte des Kindes nicht nachgekommen zu sein. Es ist das erste Mal, dass die katholische Kirche in diesem Bericht am Pranger steht. Wie genau die Vorwürfe von AI lauten und wie die Kirche darauf reagierte, berichtet Arik Platzek in einem Beitrag für die HUMANISTISCHE UNION: "AI zieht Heiligenschein ein".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Der Sozialarbeiter Amir und ein Rechtsanwalt begegnen sich in Jerusalem. Beide gehören sie zu den 20 Prozent Israelis, die zwar einen israelischen Pass haben, aber Araber sind. So die Ausgangslage in dem eindrucksvollen Roman "Zweite Person Singular" über das heutige Israel und die Zerrissenheit der arabischen Minderheit, der aus der Feder von Sayed Kashua kommt, der wiederum selbst Araber mit israelischem Pass ist - und also weiß, wovon er schreibt. Carsten Hueck hat das Buch für DEUTSCHLANDRADIO gelesen und stellt es vor: "Dilemma als doppelte Minderheit".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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