ACHTUNG:
Guten Tag!
Zwei Forscher und ein ehemaliger Botschafter in Kairo haben in Jerusalem vor einem Publikum von Akademikern und Diplomaten eine sehr skeptische Prognose zu den Umstürzen und Revolutionen in der arabischen Welt abgegeben. Im Einzelnen sprachen und diskutierten der Politologe und ehemalige Generaldirektor des Außenministeriums, Professor Schlomo Avineri, der ehemaliger israelischer Botschafter in Kairo David Sultan und Dr. Schmuel Bar vom Institut für Politik und Strategie in Herzlija. Ulrich W. Sahm hat ihnen genau zugehört und berichtet für ISRAELNETZ: "Skepsis zu arabischen Revolten".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Unter erhöhtem Polizeiaufgebot startete zwei Tage nach dem Bombenanschlag 10.000 Läufer beim ersten internationalen Jerusalem-Marathon. Schon vor dem Start tobte die Debatte: Darf der Jerusalem-Marathon auch durch den arabischen Osten der Stadt führen? Und: Ist die Sicherheit für die Läufer gewährleistet? »Wir werden kein Ereignis in Jerusalem absagen. Jerusalem wird weiterlaufen«, hatte Bürgermeister Nir Barkat am Mittwoch angekündigt, wenige Minuten, nachdem die Stadt vom ersten Sprengstoffanschlag seit Jahren erschüttert worden war. Gut 10.000 Athleten folgten dem Aufruf: Mit ihrer Teilnahme beim ersten internationalen Jerusalem-Marathon trotzten sie der Terrorgefahr. Die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG, ISRAELNETZ und DER SPIEGEL berichten: "Dem Terror davongelaufen".
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Die Universität Johannesburg beendet die jahrelange Zusammenarbeit mit der israelischen Ben-Gurion-Universität. Der Grund: Die Südafrikaner werfen ihrem israelischen Partner die Unterstützung des israelischen Militärs vor. ISRAELNETZ berichtet nähere Hintergründe und Reaktionen.
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
"Ich glaube, dass uns diese Thematik noch viele Jahrzehnte begleiten wird", sagt der österreichische Kommunikationsforscher Fritz Hausjell über den Nationalsozialismus. Er ist außerordentlicher Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien, Obmann des Arbeitskreises für historische Kommunikationsforschung und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung. Warum nationalsozialistische Propaganda-Materialien im Unterricht eingesetzt werden sollen und warum Witze über Hitler auch eine Entlastung sein können, hat er dem österreichischen STANDARD im Interview erzählt: "Es ist wichtig zu wissen, was die Tätergeneration angetrieben hat"
Der Link zum Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Ein Mann sieht in seine Kamera. Gerade noch hat er bei einem Herrenausstatter eingekauft, jetzt aber, nach dem Verlassen des Geschäftes, das einen jüdischen Eigentümer hat, klickt die Kamera. Der Knipser ist ein Möchtegern-Leserreporter, heißt Hans Käbel, arbeitet als Buchhalter und streift im Juni 1935 durch die Straßen seiner Heimatstadt Dinslaken am Niederrhein, um die Kunden jüdischer Geschäfte zu fotografieren. Die Ablichtungen versieht er mit gehässigen Kommentaren und schickt sie in der Hoffnung an das antisemitische Hetzblatt "Der Stürmer", dass sie wie andere Zuschriften des gleichen Kalibers veröffentlicht werden. Jens-Christian Wagnerm, Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora, schildert in einem Beitrag für die Wochenzeitung DER FREITAG sehr eindrücklich, wie tausende von "Leserreportern" sich ins Zeug legten, um denunziatorische Bilder und Reportagen dem antisemitischen Hetzblatt "Der Stürmer" zur Verfügung zu stellen: "Hetze zum Mitmachen".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Lex Immers ist Fußball-Profi beim holländischen ADO Den Haag und hat offenbar recht wenig Ahnung von Geschichte. Deshalb hat der 24-Jährige jetzt auch eine Fünf-Spiele-Sperre erhalten. Warum? Der Spieler hatte nach dem Liga-Erfolg gegen Ajax Amsterdam auf einer Siegesparty antisemitische Gesänge angestimmt ("Wir gehen auf Judenjagd"). Irgendjemand hat das per Handy-Video aufgezeichnet und auf youtube.com hochgeladen. Erschreckend, wie viele Fans mitmachen - in den Niederlanden aber leider keine Seltenheit. Bei Spielen mit Ajax-Beteiligung, ein Klub mit jüdischer Vergangenheit, kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen (siehe auch: Compass 23.03.2011). Die österreichische PRESSE berichtet über den jüngsten Vorfall: "Fünf Spiele Sperre wegen Antisemitismus".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Ungarn, das zeigt der Entwurf der Präambel zur neuen Verfassung deutlich, durchläuft gerade eine Art neue Christianisierung. Im Gespräch mit Zoltán Sulok, dem Präsidenten der „Organisation der Muslime in Ungarn“ wollte die deutschsprachig-ungarische Zeitung PESTER LLOYD mehr über Weltsicht, Lage und Perspektiven der Muslime in Ungarn erfahren. Sulok versucht dabei ein moderates Bild abzugeben und sagt, dass der Antisemitismus derzeit das größere Problem für das Land ist: "Toleranz erfordert Wissen. Muslime und Islamfeindlichkeit in Ungarn"
Der Link zum Inteview in der Rubrik ANTISEMITISMUS/RECHTSRADIKALISMUS.
Im Interview mit der FAZ spricht der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf über kirchliche Wohlfühlrhetorik, die notwendige Gleichstellung des Islams und die Bedeutung religiöser Institutionen für unser Leben und unsere Kultur. Zur gegenwärtigen Religiosität sagt er u.a.:
"Wir erleben zwei Trends. Der eine ist die Eventisierung: Papstbesuch, Kirchentag und so weiter. Und das andere ist das Umstellen auf einen Psychojargon, in dem es permanent um das „Fühl dich wohl“ geht und in dem elementare Spannungen und Widersprüche des Lebens kaum noch eine Rolle spielen. ... Aber es käme doch gerade darauf an, die existentiellen Spannungen des Lebens religiös zu deuten und nicht einfach durch ein bisschen Wohlfühlrhetorik zum Verschwinden zu bringen."
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Die Idee von "DisputBerlin!" ist simpel: Talkgäste beziehen zu einem Thema in Pro und Contra-Manier Stellung und inszenieren einen Schlagabtausch, bei dem am Ende per Abstimmung das Publikum entscheidet. Ein Diskussionsmodell, das aus dem angelsächsichen Raum kommt und nun in Berlin unter Moderation von Stefan Aust erstmals ausprobiert wrude. Zum Start der Reihe gab es gleich ein recht heißes Eisen als Thema: "Ohne Religion wäre die Welt besser dran!" DEUTSCHLANDRADIO und der TAGESSPIEGEL verfolgten die bisweilen hitzig verlaufende Debatte: "Ohne Religion besser dran?".
Die Links zu den Berichten in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Am morgigen Dienstag kommt zum sechsten Mal die Islamkonferenz zusammen. Vor diesem Hintergrund erläutert Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) im Interview mit der TAZ, warum sie mehr muslimische Religionslehrerinnen an deutschen Schulen will, diese aber im Unterricht kein Kopftuch tragen dürfen: "Wir haben Angst vor dem Islam".
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Die erste nach dem Holocaust in Deutschland ordinierte Rabbinerin ist am Wochenende in Oldenburg offiziell in ihr Amt eingeführt worden. Als Symbol erhielt die 32-jährige Alina Treiger bei der Feier eine Tora-Rolle. Als Rabbinerin der jüdischen Gemeinden Oldenburg und Delmenhorst ist Treiger nun für insgesamt rund 500 Gläubige zuständig. Der Zentralrat der Juden in Deutschland wertete die Amtseinführung als Symbol für neues jüdisches Leben in Deutschland, wie den Berichten zu entnehmen ist.
Die Links zum Thema in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Brasilien ist heute offen für alle Religionen. Und so stört es keinen, dass die wiederaufgebaute älteste Synagoge des amerikanischen Doppelkontinents ausgerechnet in der «Rua do Bom Jesus», der «Straße des Guten Jesus» liegt, wie in einem Bericht auf NEWS.DE zu lesen ist, in dem die Gechichte der Synagoge erzählt wird: "'Israels Fels': Älteste Synagoge Amerikas".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Der Schweizer Kurt Marti (90) ist Lyriker, Schriftsteller und Theologe. Er wirkte bis zur Frühpensionierung als reformierter Pfarrer, danach als freier Schriftsteller. Marti erhielt für seine Schriften zahlreiche Preise und Ehrungen (Kurt-Tucholsky-Preis, Karl-Barth-Preis). Zuletzt erschienen seine Autobiografie («Ein Topf voll Zeit», 2008), eine Sammlung seiner Kolumnen in der «Reformatio» ab 1964 («Notizen und Details», 2010) sowie die Aphorismensammlung «Spätsätze» («Heilige Vergänglichkeit», 2010). Marti lebt im Pflegeheim Elfenau in der Stadt Bern, wo der TAGES-ANZEIGER ein beeindruckendes Gespräch mit dem Schriftsteller führte. Auf die Frage, auf welchen Gott er vertraue, den protestantischen, den christlichen oder einen Gott, der über den einzelnen Religionen stehe, antwortete Marti:
"Letzterer. Gott ist nie identisch mit unseren Vorstellungen. Gott liebt das Monopol nicht, deshalb gibt es verschiedene Religionen. Diese Vielfalt besteht ja auch in der Schöpfung. Es hätte Gott nicht gefallen, wenn alle Menschen Christen geworden wären. Jedes Gottesbild ist unzulänglich."
Der Link zum Interview in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
"Junge Juden in Berlin, München und Frankfurt (nicht nur solche, die aus Russland stammen) werden in diesem Buch auf jeder Seite etwas von sich selbst wiedererkennen. Nichtjüdische Leser dürfen sich zum Nachdenken angestachelt, amüsiert und gelegentlich auch provoziert fühlen", schreibt Hannes Stein in der WELT über das neue Buch von Lena Gorelik, in dem sie von der Last und dem Vorzug erzählt, jüdisch zu sein: "Schach mit gefilltem Fisch".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Und schließlich heute Abend u.a. im Fernsehen: Eine Dokumentation über modernen Tanz in Israel sowie eine Dokumentation über den Mann, der bereits in den dreißiger Jahren Jagd auf Joseph Goebbels machte.
Mehr dazu in den FERNSEH-TIPPS.
Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
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