Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
28.01.2011 - Nr. 1221


ONLINE-EXTRA Nr. 134

Januar 2011

Wenn die Beschäftigung mit Auschwitz nicht zutiefst verstört, immer wieder, zumindest immer mal wieder, dann ist etwas falsch daran. Wie jedoch kann und darf sich ein Nachgeborener der "Tätergeneration" dem Holocaust, dem 'Abgrund der Geschichte' nähern? Für den in Marburg an der Universitätsklinik praktizierenden Mediziner Konrad Görg war dies nur durch einen Chor der verschiedensten Stimmen möglich, die miteinander in einen Dialog treten wollen: historisch erklärend, streitend, verzweifelt fragend, schreiend und anklagend, um Wahrheit ringend, um Versöhnung bittend und für die Zukunft hoffend. In diesem Sinne hat er eine beeindruckende Sammlung von Zitaten zusammengetragen und in einem Buch veröffentlicht, das durch seinen klugen Aufbau und eine geschickte Komposition der Zitate besticht: "Wir sind, was wir erinnern. Zwei Generationen nach Auschwitz - Stimmen gegen das Vergessen".

Mit seinem Buch möchte Görg dazu beitragen, "dass wir uns weiterhin der geschichtlichen Verantwortung stellen und eine kollektive Erinnerungskultur aufbauen, die verlässlich und dauerhaft zugleich auch  eine 'Orientierungskultur' für die kommenden Generationen darstellt." Dass ihm dies mit seiner Publikation auf beeindruckende Weise gelungen ist, bezeugt ihm beispielsweise der israelische Soziologe und Historiker Moshe Zuckermann: "Einfach ein wunderbares Buch! Nicht nur die Auswahl der Texte, sondern auch ihre thematische Anordnung, die imposante Einleitung und die geleitenden Worte ... machen diese Sammlung zu einer einzigartigen Manifestation wahren Gedenkens und humanistischer Weltschau. Ganz großen Dank für dieses bedeutende Geschenk, das der Verfaßer den bisherigen und künftigen Lesern seines Buches gemacht hat." Und der Gießener Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Horst-Eberhard Richter schreibt in seinem Geleitwort zur zweiten Auflage des Bandes: "Aber gerade durch seine verdichtende Gesamtschau verdient das kleine Buch eine große Verbreitung. Man kann aus ihm mehr lernen als aus manchen ausgedehnten Dokumentationen. Und es hilft, an die Notwendigkeit einer andauernden Wachsamkeit zu erinnern."

Im vorliegenden ONLINE-EXTRA Nr. 134 präsentiert Ihnen COMPASS heute Konrad Görgs Einleitung zu seinem Buch, die von ihm wiedergegebene "Geschichte des Jungen Erwin Katz", die den inhaltlichen Auftakt des Buches darstellt, sowie für jedes Kapitel des Buches ein beispielhaft ausgewähltes Zitat.

COMPASS dankt Autor und Verlag für die Genehmigung zur Online-Wiedergabe der Texte an dieser Stelle!     

Hier finden Sie ONLINE-EXTRA Nr. 134:
Online-Extra Nr. 134

© 2011 Copyright bei Autor und Verlag
online exklusiv für ONLINE-EXTRA




Einen angenehmen Tag, ein schönes Wochenende und Gut Schabbes wünscht




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