Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
10.12.2010 - Nr. 1211


ONLINE-EXTRA Nr. 132

Dezember 2010

Templer und Templerschatz? Eine neuer Dan Brown in sachlichem Gewand? Noch eine irre Verschwörungstheorie? Assoziationen wie diese mögen einem durch den Kopf gehen, wenn man das neue Buch des Journalisten und Publizisten Tobias Daniel Wabbel auf den ersten Blick sieht: "Der Templerschatz. Eine Spurensuche". Der zweite Blick auf das Buch irritiert jedoch bereits wohltuend und korrigiert die eigenen Vorurteile: Wabbels Buch, so kann man schnell feststellen, ist nicht in einem zwielichtigen Esoterikverlag erschienen, sondern im renommierten Gütersloher Verlagshaus, das für hohe Qualität theologischer Schriften und seriöse Behandlung religiöser Themen Rang und Namen hat. Dieser Qualitätseindruck bestätigt sich schnell, wenn man in dem sehr aufwendig und ansprechend gestalteten Buch zu lesen beginnt.

Nach einer kurzen Einführung in die Entstehungsgeschichte des Templerordens, legt Wabbel seine Überlegungen dar, was der Schatz eigentlich gewesen sein könnte. Er interpretiert hierfür zahlreiche Stellen des Alten Testaments, zieht rabbinische Quellen hinzu und untersucht die mittelalterlichen Gralsepen des Chrétien de Toyes („Perceval“) und des Wolfram von Eschenbach („Parzival“). Schlußendlich ist Wabbel überzeugt, dass der Templerschatz die religionsgeschichtlich wohl spektakulärste Reliquie darstellt, nämlich die Bundeslade der Israeliten mit den Tafeln der 10 Gebote. Diese sei von den Israeliten nach der Ankunft im Heiligen Land, aus Angst vor Überfällen, in den Höhlen unter dem Tempel Salomons versteckt worden. Im Umfeld der Kathedrale von Laon schließlich glaubt Wabbel die Gralsburg zu erkennen, die beide Autoren in ihren Romanen beschreiben. Und nebenbei wartet der Autor mit durchaus plausiblen Details auf, wie etwa der These, dass die Templer im Laufe der Jahrzehnte zum jüdischen Glauben übergegangen seien und ihre katholische Herkunft ablegten. Als „Beweis“ führt er dazu Verhörprotokolle an, die nach der Verhaftung zahlreicher Templer nach der Zerschlagung des Ordens durch den französischen König Philipp IV. im Jahr 1307 aufgezeichnet wurden.

Zehn Jahre lang hat Wabbel an seinem Buch gearbeitet, zahllose Reisen zu historischen Stätten unternommen und letztendlich nun ein lesenswertes Buch vorgelegt, das unterhaltsam und lehrreich zugleich ist, in dem man viel über die mittelalterliche Welt der Ritter wie auch über das Leben und Denken der Ordensleute erfährt, ein Buch, das nicht zuletzt in religionsgeschichtlicher Hinsicht für Juden und Christen gleichermaßen von Interesse ist.

Von alldem können Sie sich nun anhand einer in zwei Teilen erscheinenden Doppelausgabe von ONLINE-EXTRA einen recht umfangreichen, ersten Eindruck selbst verschaffen. Neben der Einführung des Autors und dem Inhaltsverzeichnes des Buches finden Sie nachfolgend das vollständige, in vier Unterkapitel aufgeteilte erste Kapitel des Buches ("Die Armee Gottes"). Das heutige ONLINE-EXTRA Nr. 132 präsentiert Ihnen zunächst den Prolog ("Jungfrau und Drache") sowie die zwei ersten Unterkapitel "Die Gründung des Templerordens" und "Das Konzil von Troyes". Am kommenden Dienstag folgen in ONLINE-EXTRA Nr. 133 die zwei weiteren Unterkapitel "Der heilige Bernhard von Clairvaux" und "Die Lobrede auf die neue Ritterschaft".


COMPASS dankt Autor und Verlag für die Genehmigung zur Online-Wiedergabe des Textes an dieser Stelle!     

Hier finden Sie ONLINE-EXTRA Nr. 132:
Online-Extra Nr. 132

© 2010 Copyright bei Autor und Verlag
online exklusiv für ONLINE-EXTRA




Einen angenehmen Tag, ein schönes Wochenende und Gut Schabbes




Abo-Hinweis

 Die Information, in welchem externen Medium Sie den vollständigen Text kostenfrei lesen können sowie einen Link dorthin ist angemeldeten Abonnenten vorbehalten!
Sie möchten die Information über die Fundstelle inkl. Quellenangabe und Link zum Artikel sehen und nutzen, um den angegebenen Artikel zu lesen?
Dann abonnieren Sie unsere Seiten oder testen Sie uns vorab mit einem kostenfreien Schnupper-Abonnement!
Abo bestellen

Sie sind bereits Abonnent?
Dann melden Sie sich bitte erst mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an, um die Fundstelle inkl. Quellenangabe und Link sehen und nutzen zu können!

Anmeldung