ONLINE-EXTRA Nr. 127
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Viel ist in letzter Zeit vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte und der Frage nach der Stellung des Islam im europäischen Kontext von "christlich-jüdischen Traditionen", "christlich-jüdischem Erbe", oder gar "christlich-jüdischem Geist" u.ä. zu lesen und zu hören. Jenseits der Fragwürdigkeit all dieser Termini, die entgegen allen historischen Befunden stillschweigend insinuieren, es habe in den letzten zweitausend Jahren ein gedeihliches Miteinander von Juden und Christen, eine gleichrangige Akzeptanz beider Religionen und eine davon ausgehende, gleichermaßen prägende Wirkung in der Entwicklung Europas gegeben, jenseits dieser Fragwürdigkeiten wird erst recht verdrängt, dass es schon alleine zwischen der jüdischen und der christlichen Art und Weise, die Welt und die Wirklichkeit zu sehen und auf sie zu reflektieren, gravierend unterschiedliche Prägungen gibt.
Der evangelische Pfarrer und Theologe Andreas Goetze, Autor des heutigen ONLINE-EXTRA, weist zu Beginn seines Beitrages auf einen dieser gravierenden Unterschiede hin, nämlich die stark hellenistische Prägung unserer, der christlichen Kultur und Religion, was sich nicht zuletzt auf unser Verständnis der Bibel und die Formulierung von Glaubensaussagen auswirkt. Dem gegenüber ist zu sehen, dass sowohl die Grunddokumente der jüdischen Religion und Kultur, die hebräische Bibel, als auch die Person Jesus selbst, in einer semitisch geprägten, aramäisch-hebräischen Denk- und Sprachkultur vewurzelt sind.
Goetze versucht die Unterschiede zwischen diesen beiden "Denkweisen" - der hebräischen und der hellenistischen - u.a. am Beispiel des Wahrheits- und Wirklichkeitsverständnisses herauszuarbeiten und beschreibt die theologischen/religiösen Konsequenzen, die diese Unterschiede für "unser Reden von Gott und über Wahrheit" zur Folge haben und haben sollten.
COMPASS dankt dem Autor für die Veröffentlichung des Textes an dieser Stelle!
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Online-Extra Nr. 127
online exklusiv für ONLINE-EXTRA
Einen angenehmen Tag, ein schönes Wochenende und Gut Schabbes wünscht
Dr. Christoph Münz
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