Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
21.01.2010 - Nr. 1106


ONLINE-EXTRA Nr. 108

Januar 2010

Zweifellos haben die israelfeindlichen Tiraden des iranischen Präsidenten Ahmadinejad vor dem Hintergrund der iranischen Bemühungen um die Herstellung der Atombombe einen existenzbedrohenden Charakter für den Staat und die Menschen in Israel. Umstritten hingegen ist, wie die Staatengemeinschaft darauf reagiert. Von mehr oder weniger offenen Androhungen kriegerischer Maßnahmen über diplomatische Isolation bis hin zu wirtschaftlichen Sanktionen reicht die Palette der diskutierten Reaktionen.

Deutschland ist in dieser Auseinandersetzung besonders exponiert: Deutschland wurde gemeinsam mit den fünf Vetomächten des Sicherheitsrats mit den Iran-Verhandlungen betraut und ist besonders verpflichtet, einem Regime, das den Holocaust leugnet und Israel auslöschen will, entgegenzutreten. Nicht zuletzt wurde dies einmal mehr in den Worten von Kanzlerin Merkel bei den jüngst stattgefundenen deutsch-israelischen Konsultationen in Berlin deutlich. Gleichzeitig ist die Bundesrepublik bis heute der mit Abstand wichtigste Handelspartner und der bevorzugte Ansprechpartner der Mullahs im Westen. Die besondere Beziehung zwischen Teheran und Berlin ist historisch bedingt, wie Matthias Küntzel anhand einer Fülle bislang unveröffentlichter Dokumente aus Archiven in Washington und Berlin in seinem Buch "Die Deutschen und der Iran: Geschichte und Gegenwart einer verhängnisvollen Freundschaft" nachweist. In einer spannenden Darstellung beleuchtet er die Rolle deutscher Unternehmen beim Aufbau der persischen Industrie, beschreibt die »Achse der Arier« während des Dritten Reichs, erinnert an die Freundschaft zwischen Westdeutschland und dem Schah und analysiert das deutsch-iranische Verhältnis von den Anfängen der Mullah-Diktatur bis zur Gegenwart.

Zu all diesen Aspekten führten im Oktober 2009 der israelische Schriftsteller Chaim Noll und der angehende deutsche Jurist Martin Jehle mit Matthias Küntzel ein ausführliches Interview, das in stark gekürzter Form am 28. Dezember 2009 in der JERUSALEM POST veröffentlicht wurde (Http://www.jpost.com/servlet/Satellite?pagename=JPost/JPArticle/ShowFull&cid=1261364519860).

Im deutschen Original sowie in ungekürzter Fassung präsentiert Ihnen heute COMPASS dieses Interview mit Matthias Küntzel als ONLINE-EXTRA Nr. 108: "Die Deutschen und der Iran: Eine verhängnisvolle Freundschaft?".
 

Hier finden Sie ONLINE-EXTRA Nr. 108:
Online-Extra Nr. 108


© 2010 Copyright bei den Interview-Beteiligten
online exklusiv für ONLINE-EXTRA




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