Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
01.07.2009 - Nr. 1052

ACHTUNG:

Morgen, Donnerstag 02. Juli 09, erscheint ONLINE-EXTRA Nr. 98 mit einem Beitrag des amerikanischen Rabbiners David Berger unter dem Titel: "Überlegungen zu Konversion und Missionierung in Judentum und Christentum".

Aufgrund einer Tagungsverpflichtung meinerseits legt COMPASS eine kleine Pause ein: In der Zeit von Freitag, 03. Juli 09, bis einschließlich Montag 13. Juli 09, erscheint  KEIN COMPASS!

Die nächste Ausgabe erfolgt am Dienstag, 14. Juli 09.


Guten Tag!

Nr. 1052 - 01. Juli 2009


Israelis und Palästinenser sind von einer Einigung weit entfernt. Zwischen den Stühlen sitzen in diesem Konflikt die rund 1,2 Millionen arabischen Staatsbürger in Israel. Offiziell haben sie die gleichen Rechte wie ihre jüdischen Mitbürger, doch als Muslime gelten sie nicht selten als Bürger zweiter Klasse, die wirtschaftlich, sozial und kulturell benachteiligt werden. Barbara Schmidt-Mattern schildert in ihrer Reportage für DEUTSCHLANDRADIO einige Hintergründe: "Fremde im eigenen Lande. Israels arabische Minderheit".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Als palästinensische Christin, die in Bethlehem geboren wurde, in Deutschland aufwuchs und heute in der Kleinstadt Beit-Jala bei Bethlehem lebt, möchte Faten Mukarker eine Brücke zwischen Kulturen und Religionen sein. Kürzlich war sie auf Einladung der Pfarrei Inzell-Weißbach im evangelischen Dekanat Traunstein bei einer Vortragsreise zu Besuch. Anlaß für die das TRAUNSTEINER TAGBLATT mit ihr ein Gespräch zu führen über den israelisch-arabischen Konfklikt, die Frauenbewegung in Israel und Palästina sowie über die deutsch-israelischen Beziehungen. Befragt nach einem möglichen Beitrag Deutschlands zur Verbesserung der Situation in Nahost, antwortete sie u.a.:
»Manchmal höre ich: 'Wir als Deutsche: Dürfen und können wir etwas sagen?' Wir hatten einmal einen Besuch deutscher Bischöfe. Einer vergaß kurz, dass er Bischof ist, und sagte: 'Das ist ja ein Ghetto.' Daheim musste er sich dafür entschuldigen. Ich kenne einen 80-jährigen Holocaust-Überlebenden, der sagte: 'Was für eine Ironie: Wir haben den Deutschen immer vorgeworfen, dass sie weggeschaut und geschwiegen haben, und jetzt verlangen wir es.'"
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Gegründet wurde sie schon 1920, also fast drei Jahrzehnte vor der Staatsgründung: die Histadrut, die israelische Gewerkschaft, die maßgeblich das Gesundheits- und Sozialsystem des Landes aufbaute. Nach ihrem Niedergang in den 90er Jahren hat sie unter ihrem Vorsitzenden Ofer Eini, der einen neuen Korporatismus vertritt, wieder an Einfluss gewonnen. Martin Krauss erläutert in der JUNGLE WORLD die Gründe hierfür: "Gestreikt wird nicht".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Der Mann ist von Beruf Klempner, steht aber im Mittelpunkt einer weltweiten Solidaritätskampagne. Prominente Intellektuelle wie der Sprachwissenschaftler Noam Chomsky oder die Publizistin Naomi Klein unterstützen die Aktion "Sein Name ist Ezra Nawi". Am Mittwoch wird ein Jerusalemer Gericht das Urteil über den 57 Jahre alten israelischen Bürgerrechtler Ezra Nawi fällen. Die Richter haben ihn bereits im März des Widerstands gegen die Staatsgewalt für schuldig befunden. Jetzt werden sie das Strafmaß verkünden, und es sieht aus, als werde der Klempner ins Gefängnis geschickt. Wofür und warum erzählt Inge Günther in ihrer Reportage für die FRANKFURTER RUNDSCHAU: "Friede den Hütten".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Adolf Hitler persönlich stürmte am 30. Juni 1934 mit gezogener Pistole in das Schlafzimmer von SA-Chef Ernst Röhm. Wenig später war Röhm tot. Die blutige Abrechnung unter Nazis vor genau 75 Jahren forderte mehrere Hundert Opfer - und wurde zum Durchbruch für den Aufstieg der SS. Der Historiker Ernst Piper erzählt im SPIEGEL die Geschichte des sogenannten Röhm-Putsches: "Nazis gegen Nazis".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Das private Touro-College in Berlin ist Teil einer Hochschulkette, deren Niederlassungen von Nordamerika bis Russland reichen. Seit 2006 ist das Berliner College staatlich anerkannt. Der Master in "Holocaust Communication and Tolerance" ist in dieser Form einzigartig in Europa. Ziel ist es, die geschichtswissenschaftlichen Kenntnisse über den Holocaust zu vertiefen und die Absolventen in die Lage zu versetzen, den Holocaust anderen zu vermitteln - etwa als Mitarbeiter in Gedenkstätten, Museen, Archiven, Bildungseinrichtungen, Stiftungen oder Verbänden. Am 3. Juli werden nun die ersten Absolventen des Studiengangs offiziell von der Hochschule verabschiedet. Katja Irle hat sich die Absolventen und das College für die FRANKFURTER RUNDSCHAU näher angesehen: "Experten für die Zeit der Schoah".
Der Link zu ihrem Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Billy Graham, der wohl einflussreichste US-Fernsehprediger, steht mit 90 Jahren erneut in der Kritik. Eine jüngst veröffentlichte Tonbandaufnahme eines Telefonats des früheren US-Präsidenten Richard Nixon mit dem Baptistenprediger wirft ein Schlaglicht auf die Haltung US-amerikanischer Evangelikaler zum Judentum und auf Graham selber. Im DOMRADIO nimmt sich Konrad Ege der Problematik an: "Amerikas Evangelikale und der Antisemitismus".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Israels Staatspräsident Schimon Peres hat den saudi-arabischen König Abdullah zu einem Treffen in "Jerusalem oder Riad oder in Kasachstan" aufgefordert, um israelisch-arabische Friedensverhandlungen in die Wege zu leiten. Peres sprach am Dienstag auf dem 3. "Kongress der Weltreligionen" in Kasachstans Hauptstadt Astana. Die iranische Delegation verließ übrigens während Peres' Rede den Saal. ISRAELNETZ und KATHWEB berichten über den "Kongress der Weltreligionen".
Die Links dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Ein langer gerichtlicher Streit ist jetzt vor dem Obersten Gericht in Israel gegen das Rabbinat und  zugunsten einer Judenchristin entschieden worden.  Die Richter Eliezer Rivlin, Zoram Danziger und  Salim Joubran entschieden nach einem Bericht der  Zeitung HA'ARETZ von Dienstag, dem 30.6., dass die  Judenchristin Pnina Comporati ein Kaschrut-Zertifikat für ihre Konditorei "Pnina Pie" in  Aschdod ohne weitere Bedingungen bekommen muss.
Warum das so ungewöhnlich ist und worin das Problem bestand erläutert Michael Krupp in seinem Bericht, den Sie in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT nachlesen können.

Am 23. Juni veröffentlichte NEUES DEUTSCHLAND ein Interview mit Rolf Verleger, der aus dem Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland abberufen worden war und dies auf seine Kritik an der Politik Israels zurückführt (siehe: Compass 23.06.09). Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats, widerspricht nun der Darstellung Verlegers, dessen Landesverband habe unter Druck des Zentralrats gehandelt. Erneut im NEUEN DEUTSCHLAND erläutert Kramer nun seine Sicht über Verlegers Abberufung, die Grenzen der Israel-Kritik und Obamas Nahoststrategie.
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Gebete bei Sonne und Wind: Das jüdische Leben in Deutschland blüht seit ein paar Jahren in großer Vielfalt, liberal und bunt. Manchen konservativen Gemeinden ist die neue Konkurrenz ein Dorn im Auge. Es geht um den rechten Glauben - und ein bisschen ums Geld. Alexander Kissler hat wollte sich bei Ortsterminen in München und in Halle an der Saale ein genaueres Bild machen. Seine Eindrücke sind auf CHRISMON nachzulesen: "Unter Gottes offenem Himmel".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Eine archäologische Sensation sei zu vermelden, tönte es aus den vatikanischen Medien und ebenso aus dem Mund des Papstes: Knochen und Stoffe im vermuteten Grab des Apostels Paulus in Rom bestätigten dessen Echtheit! Doch wo steckt in diesem Gewirr von Fakten, Funden und Fantasien ein echter Beweis? Dieser Frage sowie der Geschichte des Paulus-Grabes gehen diverse Beiträge im STERN, der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG und in der FAZ nach: "Heiliger Spekulatius".
Die Links dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Eine Ahnung, wie schwierig es mitunter ist, literarische Texte und Filme, in denen „Jüdisches“ – in welcher Form und Absicht auch immer –, vorkommt, in einen stimmigen Zusammenhang einzuordnen, die Hintergründe zu erkennen und die mehr oder weniger bewussten Absichten des betreffenden Verfassers dingfest zu machen, vermitteln die Beiträge, die in einer von Heinz Ludwig Arnold herausgegebenen Edition "Juden.Bilder" zu lesen sind. Anhand einzelner Werke von Schriftstellern, die nach 1945 von sich reden gemacht haben, sowie anhand von Heimatfilmen und deutschen Schulbüchern untersuchen Wissenschaftler von unterschiedlichen Gesichtspunkten aus, in welchem Zusammenhang hier Judentum und Antisemitismus thematisiert oder nur berührt werden. Ursula Homann hat den Band für LITERATURKRITIK.DE gelesen: "Antisemitische Klischees. Literaturwissenschaftler debattieren über den Stellenwert des „Jüdischen“ in Literatur und Film nach 1945".
Der Link zu ihrer Buchbesprechung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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