Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
20.01.2009 - Nr. 992

Guten Tag!

Nr. 992 - 20. Januar 2009


Der grosse Verlierer im Gazakrieg ist Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Dieser Ansicht ist zumindest einer der Kenner der arabischen Welt, Abdel Mottaleb El Husseini. Der Journalist und Autor, der in Deutschland lebt, erläutert im Gespräch mit der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG darüber hinaus, warum die EU eine Mitschuld an der Misere im Gazastreifen hat.
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Der französische Philosoph Andre Glucksmann hatte kürzlich in der französischen Zeitung LE MONDE zum Krieg gegen die Hamas Stellung bezogen. Sein Beitrag ist nun in der WELT in deutscher Übersetzung zu lesen. Insbesondere wendet sich Glucksmann gegen die Kritik, Israels Antwort auf die Hamas sei "unverhältnismäßig" gewesen:
"Welches wäre denn die gerechte Proportion, die Israel wahren müsste, um das Wohlwollen der Meinungen wiederzuerlangen? Soll die israelische Armee nicht ihre technische Überlegenheit ausnutzen und sich auf dieselben Waffen beschränken wie die Hamas, auf einen Kampf mit ungenauen Grad-Raketen oder mit Steinen oder soll es gar aus eigenem Antrieb Selbstmordattentate, menschliche Bomben und bewusste Angriffe auf die Zivilbevölkerung einsetzen? Oder sollte Israel gar noch ruhig abwarten, bis die Hamas mit Hilfe von Iran und Syrien eine gleichwertige Feuerkraft erlangt hat?"
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Abdallah Frangi, Mitglied im Zentralkomitee von Fatah, hält einen Versöhnungsprozess zwischen Hamas und allen anderen palästinensischen Organisationen für notwendig, damit die Bildung eines palästinensischen Staates vorangetrieben werden könne. Und für den ehemaligen deutschen Botschafter in Israel, Rudolf Dressler, ist die Ankündigung der EU, erst dann Aufbauhilfe zu leisten, wenn Hamas nicht mehr das Sagen hat, nicht durchzuhalten und falsch. DEUTSCHLANDRADIO sprach mit dem Fatah-Vertreter und dem ehemaligen deutschen Botschafter über Zukunftsperspektiven der Palästinenser: "Gaza - ein Trümmerhaufen".
Der Link zum Gespräch in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich scheiden sich die Geister an Israels Krieg gegen die Hamas und beim Thema Israel und Palästinenser. Man beruft sich auf Bilder, doch die können täuschen, wie Christa Zöchling in der österreichischen Zeitschrift PROFIL in ihrer Reportage deutlich macht: "Gaza-Krieg - Lügen in Zeiten des Krieges".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Wer sind die Israelis? Dieser einfach anmutenden, aber nicht einfach zu beantwortenden Frage widmet sich der Israel-Korrespondent des TAGESSPIEGELS Charles A. Landsmann in einem Sozio- und Psychogramm der Israelis: "Sie streiten gern, sind sich aber im Krieg einig. Ihr Demokratieverständnis ist kein westliches. Religion und Sicherheit spielen zentrale Rollen. Aber das Land hat auch wirtschaftliche Probleme."
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.

In Deutschland wurde und wird gegen den Krieg in Gaza protestiert. Der Unterschied zwischen Friedensdemonstrationen und antisemitischen Aufmärschen ist dabei mitunter kaum auszumachen, wie Alex Feuerherdt in einem Beitrag für JUNGLE WORLD darlegt: "Salam, Qassam!".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Der Krieg im Gazastreifen scheint seit Sonntag zumindest vorerst zu Ende. Kirchenvertreter im Heiligen Land mahnen aber eine langfristige Lösung an. Unter ihnen ist Kustos Pierbattista Pizzaballa, der oberste Franziskaner im Nahen Osten. Im Interview mit dem DOMRADIO betont er, dass der Weg zur Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern noch weit sei und ohne internationale Hilfe kaum zu schaffen ist. Und in der TAGESPOST meldet sich der langjährige Vatikan-Diplomat, Kardinal Andrea Cordero di Montezemolo, zu Wort und plädiert dafür, im Nahost-Konflikt mit allen Beteiligten, auch mit der Hamas, zu reden. Der Aachener Theologe Hans Hermann Henrix, Konsultor der vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, mahnt wiederum eine genaue Unterscheidung zwischen Kritik an der Politik Israels und neuen antisemitischen Tendenzen an. Der langjährige Direktor der Bischöflichen Akademie Aachen betonte laut dem Bericht in KATHWEB, es gebe eine deutliche "Grenzlinie", die Kritik an der israelischen Politik von Antijudaismus trenne.
Alle Links hierzu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Die Einführungsfeier für den 44. Präsidenten der USA, Barack Obama, wird ein Volksfest, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Bis zu drei Millionen Menschen pilgern nach Washington D.C., kaufen Obama-Devotionalien und zahlen jeden Preis für eine Unterkunft. Unter ihnen werden nicht wenige Juden sein, denn immerhin 78 Prozent der jüdischen Stimmen gingen am 4. November an Obama, mehr als 2004 an John Kerry. Dies war nicht nur das Ergebnis erfolgreicher Propaganda. Wer sich bei der Person Obama für mehr als seine Hautfarbe und seinen zweiten Namen „Hussein“ interessierte, der konnte einen Kandidaten erkennen, der mehr Bezug zu jüdischem Leben und jüdischer Kultur hatte als irgendein anderer Präsident der letzten 60 Jahre, so Erick Frey in seiner Analyse für das österreichisch-jüdische Magazin NEWS ÜBER UNS: "Fast ein jüdischer Präsident".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Daniel Hope, der 1974 in Südafrika geboren wurde, begann bereits mit vier Jahren mit dem Violinspiel. Nachdem seine Familie von Südafrika über Paris nach England gezogen war, studierte Hope am Royal College of Music. Zudem erhielt er Unterricht bei Yehudi Menuhin, der seine Karriere auch in den kommenden Jahren unterstützte. 2007 veröffentlichte Daniel Hope sein Buch «Familienstücke», in dem er sich auf Spurensuche nach seiner deutsch-jüdischen Familiengeschichte begibt. Zum 70-jährigen Gedenken an die „Reichskristallnacht“ initiierte der Geiger am 9. November 2008 ein viel beachtetes und von viel kultureller Prominenz zwischen Klaus Maria Brandauer, Till Brönner, Hélène Grimaud, Menahem Pressler und Thomas Quasthoff gestaltetes Benefiz-Konzert in Berlin. Im Interview mit der JÜDISCHEN ZEITUNG äußert er sich nun ausführlich über göttliche Musik, die Nazizeit, jüdische Geiger und das Wasser in Odessa: "Die große Verbundenheit spüren".
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Die Gleichung klingt eingängig: Wittenberg + Luther = Reformation. Dass sie von den Feiern der »Luther-Dekade« kräftig befeuert wird, macht sie auch nicht richtiger. Tatsächlich bedurfte es nämlich des genialen theologisch-politischen Esprits eines französischen Juristen, um aus der Reformation ein Ereignis von globaler Nachhaltigkeit zu machen. Geboren wurde er vor genau 500 Jahren im picardischen Noyon. Sein Name: Jean Cauvin, bekannt als Johannes Calvin. Thomas Greif widmet ihm im SONNTAGSBLATT anlässlich seines 500. Geburtstags ein Porträt: "Ein Gründervater des Westens".
Der Link zum Porträt in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Begeistert zeigt sich Nicole Wenger über den jüngsten Roman des israelischen Schriftstellers Chaim Noll, "Der Kithara-Spieler", in ihrer Buchbesprechung für AVIVA:
"Der Autor erweckt in seinem neuen historischen Monumentalroman die fatalen Verwirrungen des römischen Reiches unter der Herrschaft Neros zum Leben. Bei diesem Roman handelt es sich nicht um eine verklärte Hymne auf einen verhinderten Künstler auf dem Kaiserthron oder um ein römisches Heldenepos, sondern es handelt sich vielmehr um ein sehr differenziertes und wirklich historisches Sittengemälde, das aus der Perspektive eines jüdischen Hofschreibers entworfen wird. ... "Der Kithara-Spieler" ist ein fesselndes, spannendes und lehrreiches Buch, das mit seiner Objektivität auf einen erhobenen Zeigefinger verzichtet."
Der Link zur Buchbesprechung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Abschließend sei ein Blick auf die FERNSEH-TIPPS empfohlen, die Sie auf ein Porträt Stauffenbergs hinweisen wie auch auf eine Dokumentation über die Hamas, die "Macht in Gaza".

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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