ACHTUNG:
Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Dienstag, 16. September 08.
Guten Tag!
Auf einem der Höhepunkte der zweiten Intifada beschloss die Sharon-Regierung, Arafat zu einer „irrelevanten Persönlichkeit“ zu erklären. Sie erklärte das zwar, hörte jedoch nie damit auf, nach Wegen zu suchen, um sich mit ihm auseinanderzusetzen. So verhält es sich auch zwischen Assad und den USA. So sehr sie auch forderten, ihn zu isolieren, hörten sie nie auf, darüber nachzudenken, wie man ihn in die Knie zwingen kann. Zwei Kommentare aus israelichen Zeitungen ("Maariv" u. "Israel Hayom") sind in deutscher Übersetzung auf den Seiten von NAHOSTFOCUS hierzu zu lesen: "Lächeln in Damaskus".
Der Link zu den Kommentaren in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery feierte dieser Tage seinen 85. Geburtstag (siehe COMPASS 09.09.08]. Aus diesem Anlaß hat die Wochenzeitung FREITAG mit ihm über den Nahost-Konflikt, Israel und seinen "genetisch bedingten Optimismus" gesprochen: "Die List der Vernunft".
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Die israelische Polizei hat nach Wochen der Suche die Leiche der vierjährigen Rose Pizem gefunden. Das Kind wurde von ihrem eigenen Großvater ermordet, der zugleich ihr Stiefvater war. Der Fall erschüttert ganz Israel: Zwei Monate war niemandem aufgefallen, dass das Mädchen verschwunden war. Die WELT und Ulrich W. Sahm für N-TV berichten über die Tragödie, die das ganze Land erschüttert.
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Ihre Großeltern warenvor den Nazis geflohen, die Enkel kehren nun an die Orte des Schreckens zurück: Für junge Israelis ist Deutschland ein Einwanderungsland. 2006 hatten schon 4313 Israelis einen deutschen Pass – und es werden immer mehr. Was reizt die Nachfahren der Verfolgten, nach Deutschland zurückzukehren? Nicole Dolif versucht in einer Reportage für die BERLINER MORGENPOST hierauf eine Antwort zu geben: "Junge Israelis wandern nach Deutschland ein".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Eine historische Anpassung der britischen Gesetzgebung gestattet nun Hunderten von Juden, die am Vorabend des Zweiten Weltkriegs als Kinder aus Nazideutschland geflohen waren, höhere Renten aus Deutschland zu erhalten. Die Hintergründe und Konsequenzen dieser Entscheidung beleuchtet Ofer Aderet in einem Bericht für die schweizer-jüdische Wochenzeitung TACHLES: "Sieg der Gerechtigkeit".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Alexander Mitscherlich, der Mediziner und Gründungsdirektor des Sigmund-Freud-Instituts (SFI) in Frankfurt etablierte die in der NS-Zeit verfemte Psychoanalyse in der Bundesrepublik. In viel beachteten Schriften hat er sich als Sozialpsychologe auch mit gesellschaftlichen Themen der Nachkriegszeit auseinandergesetzt, insbesondere auch im Blick auf die Aufarbeitung der Vergangenheit in der eigenen Zunft. Am 20. September wäre Alexander Mitscherlich 100 Jahre alt geworden. Eine Ausstellung in Frankfurt, über die Sabine Hock für FRANKFURT-LIVE berichtet, würdigt ihn nun: "Ein Arztintellektueller aus Frankfurt".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Aus dem Vortrag auf der Jahrestagung der Sektion Sportgeschichte der Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) im Juni in Göttingen wurde ein handfester, überdies ein internationaler Skandal (siehe COMPASS 02.07.08). Mit kruden Thesen zur israelischen Mentalität zog sich der ehemalige Mittelstreckler Krüger ausgerechnet den Vorwurf des Antisemitismus zu. Er hatte unter Berufung auf sich selbst als Zeitzeugen erklärt, die israelischen Sportler hätten sich trotz diverser Warnungen nicht dem Attentat entzogen, sondern sich ihm sogar absichtlich ausgesetzt. Dies hatte er mit - sachlich falschen - Bemerkungen über eine angeblich extrem hohe Abtreibungsrate in Israel angereichert, um wiederum merkwürdige Theorien über ein angeblich besonderes jüdisches Körpergefühl zu äußern. Mit einer scharfen Rüge durch die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) endete nun das Ausschlussverfahren gegen den Professor, wie die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und die FRANKFURTER RUNDSCHAU berichten.
Die Links dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Anlässlich des gestrigen Gedenkens an die Anschläge vom 11. September 2001 kommentiert die Hamburger Journalistin Almut Engelien die nicht enden wollenden Verschwörungstheorien, die sich vor allem durch eine anti-amerikanische und anti-jüdische Stoßrichtung auszeichnen. Der Kommentar entstand für Radio Berlin Brandenburg (RBB) und wurde gestern Mittag ausgestrahlt. Heute können Sie den Kommentar im Wortlaut im COMPASS nachlesen: "Die Verschwörung vom 11. September".
Den Text gibt es in der Rubrik ANTISEMITISMUS/RECHTSRADIKALISMUS.
Um „Entsakralisierung“ des israelisch-palästinensischen Konfliktes bemühen sich über sechzig Kirchenleiter und Theologen in einer 4tägigen internationalen Konferenz zum „verheissenen Land“ in Bern. Die Konferenz ist die zweite Tagung des Palästinensisch-Israelischen Ökumenischen Forums, das erstmals vor einem Jahr in der jordanischen Hauptstadt Amman tagte. Über sechzig Theologen und Kirchenleiter aus aller Welt sind hierzu in Bern versammelt. Nach der Konferenz ist ein Handbuch zur Förderung von Friedensarbeit in Kirchgemeinden geplant. In seinem Grußwort betonte der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Samuel Kobia (Genf), er sehe im Nahost-Konflikt „eine weitere Apartheid-Situation“. So wie sich die Kirchen früher gegen die Rassentrennung im Südlichen Afrika eingesetzt hätten, so müssten sie heute um „gerechten Frieden“ im Nahen Osten ringen.
Weitere Infos und Links zu den Grußworten im Wortlaut in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Der "heilige Krieg" (Dschihad) wird nicht mehr nur bewaffnet geführt. Vor allem der ideologische Kampf findet im Internet statt und dient der Radikalisierung. Laut einer Studie des Simon-Wiesenthal-Zentrums gibt es über 6.000 Internetseiten, in denen zum Kampf gegen die Ungläubigen aufgerufen wird. Im März hatte der bayerische Verfassungsschutz erstmals im Internet sogar eine Art Online-Universität für Terroristen entdeckt. Im Interview mit der TAZ erläutert Berndt Georg Thamm, Publizist und Referent für Weiterbildung über "Dschihad-Terrorismus", nähere Einzelheiten über die Rolle das Internets für Islamisten: Während es früher mehr ein Instrument der offenen und verdeckten Kommunikation gewesen sei, diene es heute vor allem der "Informationssammlung, Radikalisierung der Gesinnung, Rekrutierung von Nachwuchs, Propaganda, Spendensammlung, Netzwerkarbeit, Mobilisierung und Planung von Operationen".
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Schafft der Begriff "jüdische Kultur" ein neuerliches Ghetto, oder ist er Ausdruck eines selbstbewussten Lebensgefühls in Wien? Anlässlich des am Wochenende in Wien beginnenden Festivals "Spot on: Jiddischkeit" unterhielten sich Andreas Felber und Andrea Schurian für den österreichischen STANDARD mit Doron Rabinovici, Robert Schindel und Isolde Charim zu Fragen jüdischer Identität und Kultur: "Jiddischkeit oder jüdische Kultur?"
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Was für eine Pilgerfahrt: Benedikt XVI. kommt nach Paris und Lourdes. Die Visite in der laizistischen Republik wird auch auf Sarkozys Geheiß eine Prunkshow - scharf bewacht, prächtig inszeniert. Das Programm erinnert an die Hyperaktivität des Präsidenten höchstselbst: elf Reden in 72 Stunden. Freilich scheint dies wenig daran zu ändern, dass der deutsche Papst in Frankreich nicht so recht ankommen will, wie aus den Berichten über den Besuch Benedikts im Nachbarland deutlich machen.
Die Links zu den Berichten in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Avner Shalev war bereits ein weltweit renommierter Mathematikprofessor an der Hebrew University of Jerusalem, als er damit begann, auch im Paralleluniversum der Literatur Experimente zu machen. So mutet auch sein neuer Roman «Dunkle Materie» wie ein mathematischer Versuch an: ein Dreiecksverhältnis von Ruth, Adam und Eva, verortet im Koordinatensystem eines modernen jüdischen Lebens zwischen Jerusalem, New York und St. Petersburg. Manuel Gogos stellt den Roman in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG vor: "Die Leidenschaft bleibt Lippenbekenntnis".
Der Link zur Buchbesprechung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Einen angenehmen Tag, ein schönes Wochenende und Gut Schabbes wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
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