Seit dem 7. Oktober: Vatikan und Juden finden nicht mehr zueinander
Datenhändler gefährden Gläubige in Deutschland
[EVANGELISCH.de]
RELIGIONSMONITOR 2026
Wie steht es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland – und welche Rolle spielt Religion dabei? Der Religionsmonitor 2026 zeigt, dass sich der Zusammenhalt nach dem deutlichen Einbruch von 2023 teilweise erholt hat. Die Studie macht zudem deutlich, dass Religiosität auch in einer zunehmend säkularen Gesellschaft eine wichtige Ressource für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein kann. Dieses Potenzial entfaltet sich jedoch nicht in allen Religionsgemeinschaften gleichermaßen. Die Ergebnisse basieren auf einer bevölkerungsrepräsentativen Studie in Deutschland mit insgesamt 5.231 Befragten.
Was der Religionsmonitor über Zusammenhalt verrät – und was nicht
Religionsmonitor 2026: Menschen halten mehr zusammen, misstrauen aber Politik und Wirtschaft
[SONNTAGSBLATT]
Der Patriarch – ein Ministrant des Kremls
[COMMUNIO Internationale Katholische Zeitschrift]Gnadenlos: Wie Vance, Putin & Co. die Religion für ihre Politik benutzen
Putin ist überzeugt, gegen das Böse zu kämpfen, und Peter Thiel will sich dem Antichrist entgegenstellen: Die politische Theologie ist wieder da
Mose, Martha, Paulus: Was die Bibel über psychisches Leiden erzählt
Die Wahrheit braucht keine Gewalt
Außenministerium zeichnet interreligiöse Dialogprojekte aus
[KATHPRESS (Österreich)]Die Gleichnisse Jesu neu gelesen
Dialog mit dem Judentum: Scheuer würdigt Koordinierungsausschuss
Aufruf zum Gedenken an die Opfer des Massakers am 7. Oktober 2023
(Quelle: Deutscher Koordinierungsrat)
Wir rufen dazu auf, den 7. Oktober als Tag des Gedenkens und der Trauer zu begehen.
Wir gedenken der Opfer dieses furchtbaren Terrorangriffs. Wir trauern mit ihren Familien und Angehörigen. Wir gedenken all derer, die bis zum heutigen Tag unter den Folgen des Angriffs zu leiden haben. Wir denken an die Freigekommenen aus den Tunneln und anderen Stätten ihrer Geiselhaft. Mögen sie weiter gute Begleitung erfahren in der Verarbeitung des ihnen aufgezwungenen Leidens.
Wir rufen dazu auf, den seit dem 7. Oktober in unerträglicher Weise angestiegenen Antisemtitismus in Deutschland und weltweit der Verdrängung zu entreißen und zu bekämpfen. Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn Synagogen angegriffen werden, wenn jüdische Gemeinden Drohbriefe und Hassmails erhalten. Wir können es nicht hinnehmen, wenn jüdische Menschen in der Öffentlichkeit sich so bedroht fühlen, dass sie alles verstecken, was sie als Angehörige der jüdischen Gemeinschaft erkennbar machen kann. Wir können es nicht hinnehmen, wenn jüdische Studierende an den Universitäten und anderen Hochschulen ein Klima der Angst erleiden. Wir sagen „Nein!“ zu den Versuchen, israelische Kulturschaffende, Akademikerinnen und Akademiker zu boykottieren. Wir wehren uns gegen jegliche Versuche, jüdische Gemeinden in Deutschland für die Konflikte im Nahen Osten verantwortlich zu machen.
Der jüdische Präsident des DKR, Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, wird am 7. Oktober 2026 an einem interreligiösen Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche in Berlin mit muslimischen, christlichen und jüdischen Vertreterinnen und Vertretern teilnehmen. Er sagt: „Wir trauern mit allen Opfern. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen des friedlichen Miteinanders senden. Diese Spirale der Gewalt muss gestoppt werden. Solange im Heiligen Land unserer drei Religionen, solange in der gesamten Region, von Libanon bis Gaza, von Teheran bis Tel Aviv, nicht Frieden herrscht, wird auch in anderen Teilen der Welt weiter Hass auf die Straßen getragen werden“.
Aus der Trauer und dem Gedenken heraus muss unsere Verantwortung dafür wachsen, dazu beizutragen, dass jüdisches Leben in Deutschland, in Israel und weltweit geschützt und gefördert wird und dass die Bedrohungen für Jüdinnen und Juden überwunden werden! Und es muss unsere Verantwortung dafür wachsen, Hass und Streit zwischen den Religionen zu überwinden, damit ein menschenfreundliches Miteinander der Religionen gelingen kann.
Für den Vorstand: das Präsidium des DKR
Dr. Margaretha Hackermeier, Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, Pfr. i.R. Friedhelm Pieper
(Quelle: Deutsche Bischofskonferenz)
„Heute vor drei Jahren überfielen Hamas-Terroristen Israel und ermordeten innerhalb weniger Stunden über 1.200 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Rund 250 weitere Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt, wo viele von ihnen getötet wurden oder an den Folgen der Gefangenschaft starben. Was der 7. Oktober 2023 für die Angehörigen der Opfer und Geiseln an Leid bedeutet, lässt sich kaum in Worte fassen. Für sie wird das Leben nie wieder so sein wie zuvor. Mehr denn je ist deutlich: Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach dem 7. Oktober 2023. Dies gilt sowohl für Israelis als auch für Palästinenser.
Die militärische Reaktion Israels kostete im Gazastreifen über 70.000 Menschen das Leben und führte zu einer humanitären Katastrophe, die bis heute nicht überwunden ist. Auch im Westjordanland hat sich die Gewalt extremistischer Siedler seither deutlich verschärft. Angst vor neuen Angriffen und fehlende Perspektiven prägen den Alltag vieler Palästinenser. Vielerorts wurden Fakten geschaffen, die dem Ziel einer gerechten Friedensordnung im Heiligen Land – mit zwei souveränen Staaten, Israel und Palästina, sowie Sicherheitsgarantien für beide Völker – diametral entgegenstehen.
Hinzu kommt, dass der 7. Oktober 2023 und seine Folgen nicht nur im Nahen Osten tiefe Wunden gerissen haben. Antisemitismus und Judenhass haben seither weltweit in dramatischem Ausmaß zugenommen – auch hier bei uns in Deutschland. Ich möchte unmissverständlich deutlich machen: Als Kirche stehen wir fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürger. Antisemitismus und Judenhass, egal welcher Couleur, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz! Mit Nachdruck setzen wir uns dafür ein, dass Juden, Christen und Muslime in unserem Land einander im Geist der Geschwisterlichkeit begegnen.
Der heutige Tag mahnt uns, dass Hass, Terror und Krieg niemals das Mittel der Wahl sein dürfen, sondern geradewegs in den Abgrund führen. Statt einer Barbarei des Blutvergießens brauchen wir eine Kultur des Dialogs und der Versöhnung. Denn Frieden entsteht nicht durch Vergeltung, sondern durch die Bereitschaft, den Anderen als Menschen mit derselben Würde anzuerkennen.“
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Aufruf zur Stärkung solidarischer Beziehungen zu Juden und Jüdinnen in Österreich
Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich hat im Jahr 2000 den 17. Jänner als "Tag des Judentums" als eigenen Gedenktag eingeführt. Er ist mittlerweile in ganz Österreich etabliert und findet auch auf jüdischer Seite Anerkennung, wie wir mit Freude zur Kenntnis nehmen. Seit 2024 wird der "Tag des Judentums" dreigliedrig begangen: als "Tag des Lernens" von und mit Jüdinnen und Juden; als "Tag des Gedenkens", besonders der Opfer der Shoa und des Versagens der Kirche; und als "Tag des Feierns". Der "Tag des Judentums" eröffnet zugleich die Gebetswoche für die Einheit der Christen, mit der er in einem unmittelbaren Zusammenhang steht: Er erinnert daran und fordert dazu auf, dass sich die Kirchen gemeinsam der bleibenden Verbundenheit mit dem Judentum vergewissern.
Wenn die Kirchen in Österreich im kommenden Jänner den "Tag des Judentums " begehen, geschieht dies in einer herausfordernden Zeit. Jüdinnen und Juden in Österreich sind wieder verstärkt von Antisemitismus bedroht. Wir bekennen uns unmissverständlich zu einem entschlossenen Eintreten gegen Antisemitismus sowie zum Einsatz für ein respektvolles und solidarisches Miteinander.
Auch in den Kirchen finden sich nach wie vor antijüdische Stereotype und Ressentiments, derer sich viele oft nicht bewusst sind. Dies verpflichtet die Kirchen, den Weg der Buße und Neubesinnung entschlossen weiterzugehen. Mehr denn je gilt es, das spirituelle und theologische jüdische Erbe unseres eigenen Glaubens neu zu entdecken.
Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit hat an die christlichen Pfarren, Gemeinden und Gemeinschaften appelliert, die Anliegen des "Tages des Judentums" in Gottesdiensten und Veranstaltungen aufzugreifen und damit einen wichtigen Schritt zur Vertiefung des christlichen Glaubens sowie zur Stärkung solidarischer Beziehungen zu Juden und Jüdinnen in Österreich zu setzen. Als ÖRKÖ-Vorstand unterstützen wir dieses Anliegen. Da der "Tag des Judentums" 2027 auf einen Sonntag fällt, sollte dieses Anliegen u.a. auch in den Gottesdiensten an diesem Tag aufgegriffen werden.
Um die Pfarren und Gemeinden dabei inhaltlich zu unterstützen, hat der Koordinierungsausschuss Materialien für Gottesdienste und darüber hinaus erarbeitet, die auf der Website des Ausschusses (christenundjuden.org), aber auch auf der Website des ÖRKÖ (oekumene.at) zum Download bereitstehen und laufend ergänzt werden.
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Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

DEUTSCHER KOORDINIERUNGSRAT der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR)
13.10.2026 - Erklärung des Vorstands des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich im Vorfeld des "Tages des Judentums 2027".