Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
15.10.2026 - Nr. 2139

Seit dem 7. Oktober: Vatikan und Juden finden nicht mehr zueinander



Datenhändler gefährden Gläubige in Deutschland

[EVANGELISCH.de]
Von Ingo Dachwitz und Sebastian Meineck | 08.10.2026 - Religiöse Menschen lassen sich mit frei verkäuflichen Handy-Standortdaten der Werbe-Industrie ausspionieren. Mehr als eine Million Standortdaten an Glaubensorten fand netzpolitik.org in kostenlosen Vorschau-Daten. Fachleute warnen vor einer Gefahr für religiös motivierte Gewalt...




RELIGIONSMONITOR 2026


Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)
Dr. Yasemin El-Menouar; Prof. Dr. Klaus Boehnke


Gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Rolle von Religion
Zentrale Ergebnisse des Religionsmonitors 2026

Gütersloh 2026
16 S.


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Wie steht es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland – und welche Rolle spielt Religion dabei? Der Religionsmonitor 2026 zeigt, dass sich der Zusammenhalt nach dem deutlichen Einbruch von 2023 teilweise erholt hat. Die Studie macht zudem deutlich, dass Religiosität auch in einer zunehmend säkularen Gesellschaft eine wichtige Ressource für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein kann. Dieses Potenzial entfaltet sich jedoch nicht in allen Religionsgemeinschaften gleichermaßen. Die Ergebnisse basieren auf einer bevölkerungsrepräsentativen Studie in Deutschland mit insgesamt 5.231 Befragten.


Was der Religionsmonitor über Zusammenhalt verrät – und was nicht



Von Michael Althaus | 03.10.2026 - Die Bertelsmann-Stiftung verbindet in ihrer neuen Studie Religionsforschung mit der Frage, wie stabil das gesellschaftliche Miteinander in Deutschland ist. Dabei zeigt sich ein kompliziertes Bild...

Religionsmonitor 2026: Menschen halten mehr zusammen, misstrauen aber Politik und Wirtschaft

[SONNTAGSBLATT]
Von Oliver Marquart | 13.10.2026 - Der Religionsmonitor 2026 zeigt: Die sozialen Beziehungen in Deutschland erholen sich. Doch das Vertrauen in die Bundesregierung und das Gerechtigkeitsempfinden bleiben niedrig. Die Rolle der Religion dabei wirft Fragen auf...




Der Patriarch – ein Ministrant des Kremls

[COMMUNIO Internationale Katholische Zeitschrift]
Von Jan-Heiner Tück | 10.10.2026 - Wider eine politische Theologie, die Präsident Putin zum Werkzeug der Vorsehung stilisiert...

Gnadenlos: Wie Vance, Putin & Co. die Religion für ihre Politik benutzen



Von Michael Meier | 09.10.2026 - Populisten und Autokraten in West und Ost treten als fromme Christen auf und berufen sich für Kriege, soziale Kälte und das Anhäufen von Reichtum auf den Glauben. Wie passt das zusammen? Eine Analyse...

Putin ist überzeugt, gegen das Böse zu kämpfen, und Peter Thiel will sich dem Antichrist entgegenstellen: Die politische Theologie ist wieder da



Von Guido Kalberer | 08.10.2026 - Auch moderne, säkulare Staaten neigen dazu, ihre Politik religiös zu rechtfertigen. Da dies heute wieder vermehrt geschieht, sei Aufklärung notwendiger denn je, fordert Jens Balzer in seinem Buch «Erlösung»...
  


Jens Balzer:
Erlösung.
Über Messianismus und Apokalyptik
in den politischen Diskursen der Gegenwart. 


Verlag Matthes & Seitz 
Berlin 2026
138 S., 
Euro 18.90
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Volker Weiss: 

Katechon. 
Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart. 



Verlag Klett-Cotta
Stuttgart 2026
127 S.
Euro 28.90
informieren und/oder bestellen


Mose, Martha, Paulus: Was die Bibel über psychisches Leiden erzählt



Von Jacqueline Straub | 11.10.2026 - Depression, Angst, Sucht, Selbstverletzung und Wahn: Was heute psychiatrische Begriffe sind, begegnet in der Bibel als Erfahrung konkreter Menschen. Claudia und Simone Paganini werfen einen psychologischen Blick auf biblische Gestalten – und wollen damit Vorurteile abbauen...

Die Wahrheit braucht keine Gewalt



Von Ursula Schumacher | Raimundus Lullus — Ein Pionier des Religionsdialogs...

Außenministerium zeichnet interreligiöse Dialogprojekte aus

[KATHPRESS (Österreich)]
13.10.2026 - Das österreichische Außenministerium hat am Montag zivilgesellschaftliche Projekte aus Österreich und sechs weiteren Ländern ausgezeichnet, die den interkulturellen und interreligiösen Dialog fördern...

Die Gleichnisse Jesu neu gelesen



Von Francesco Papagni | 11.10.2026 - Mit der jüdisch-amerikanischen Forscherin Amy-Jill Levine hat das universitäre Institut für jüdisch-christliche Forschung einen Star der neutestamentlichen Exegese nach Luzern geholt. In einem Vortrag hat sie gezeigt, wie ihr Ansatz dazu beitragen kann, antijüdische Stereotype in der christlichen Auslegung aufzudecken...

Dialog mit dem Judentum: Scheuer würdigt Koordinierungsausschuss



15.10.2026 - Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit begeht 70-Jahr-Jubiläum - Bischof Scheuer: Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder offen zutage tritt und die gesellschaftliche Polarisierung zunimmt, brauche es Orte des Austausches und der Verständigung...



Aufruf zum Gedenken an die Opfer des Massakers am 7. Oktober 2023

  
DEUTSCHER KOORDINIERUNGSRAT der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR)

Bad Nauheim, 6. Oktober 2026 - Vor drei Jahren, am Morgen des jüdischen Feiertags Simchat Tora in Israel, bei Tagesanbruch eines friedlichen Schabbats, drangen Terror-Banden der palästinensischen Hamas durch den Sperrzaun, über das Meer und mit Gleitschirmen auf israelisches Gebiet vor. Bei dem Terrorangriff wurden 1.195 Menschen getötet. Männer, Frauen und Kinder, ganze Familien. 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Wir rufen dazu auf, den 7. Oktober als Tag des Gedenkens und der Trauer zu begehen.

Wir gedenken der Opfer dieses furchtbaren Terrorangriffs. Wir trauern mit ihren Familien und Angehörigen. Wir gedenken all derer, die bis zum heutigen Tag unter den Folgen des Angriffs zu leiden haben. Wir denken an die Freigekommenen aus den Tunneln und anderen Stätten ihrer Geiselhaft. Mögen sie weiter gute Begleitung erfahren in der Verarbeitung des ihnen aufgezwungenen Leidens.

Wir rufen dazu auf, den seit dem 7. Oktober in unerträglicher Weise angestiegenen Antisemtitismus in Deutschland und weltweit der Verdrängung zu entreißen und zu bekämpfen. Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn Synagogen angegriffen werden, wenn jüdische Gemeinden Drohbriefe und Hassmails erhalten. Wir können es nicht hinnehmen, wenn jüdische Menschen in der Öffentlichkeit sich so bedroht fühlen, dass sie alles verstecken, was sie als Angehörige der jüdischen Gemeinschaft erkennbar machen kann. Wir können es nicht hinnehmen, wenn jüdische Studierende an den Universitäten und anderen Hochschulen ein Klima der Angst erleiden. Wir sagen „Nein!“ zu den Versuchen, israelische Kulturschaffende, Akademikerinnen und Akademiker zu boykottieren. Wir wehren uns gegen jegliche Versuche, jüdische Gemeinden in Deutschland für die Konflikte im Nahen Osten verantwortlich zu machen.

Der jüdische Präsident des DKR, Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, wird am 7. Oktober 2026 an einem interreligiösen Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche in Berlin mit muslimischen, christlichen und jüdischen Vertreterinnen und Vertretern teilnehmen. Er sagt: „Wir trauern mit allen Opfern. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen des friedlichen Miteinanders senden. Diese Spirale der Gewalt muss gestoppt werden. Solange im Heiligen Land unserer drei Religionen, solange in der gesamten Region, von Libanon bis Gaza, von Teheran bis Tel Aviv, nicht Frieden herrscht, wird auch in anderen Teilen der Welt weiter Hass auf die Straßen getragen werden“.

Aus der Trauer und dem Gedenken heraus muss unsere Verantwortung dafür wachsen, dazu beizutragen, dass jüdisches Leben in Deutschland, in Israel und weltweit geschützt und gefördert wird und dass die Bedrohungen für Jüdinnen und Juden überwunden werden! Und es muss unsere Verantwortung dafür wachsen, Hass und Streit zwischen den Religionen zu überwinden, damit ein menschenfreundliches Miteinander der Religionen gelingen kann.

Für den Vorstand: das Präsidium des DKR
Dr. Margaretha Hackermeier, Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, Pfr. i.R. Friedhelm Pieper

(Quelle: Deutscher Koordinierungsrat)


07.10.2026 - Anlässlich des dritten Jahrestages des Terrorüberfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer:

„Heute vor drei Jahren überfielen Hamas-Terroristen Israel und ermordeten innerhalb weniger Stunden über 1.200 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Rund 250 weitere Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt, wo viele von ihnen getötet wurden oder an den Folgen der Gefangenschaft starben. Was der 7. Oktober 2023 für die Angehörigen der Opfer und Geiseln an Leid bedeutet, lässt sich kaum in Worte fassen. Für sie wird das Leben nie wieder so sein wie zuvor. Mehr denn je ist deutlich: Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach dem 7. Oktober 2023. Dies gilt sowohl für Israelis als auch für Palästinenser.

Die militärische Reaktion Israels kostete im Gazastreifen über 70.000 Menschen das Leben und führte zu einer humanitären Katastrophe, die bis heute nicht überwunden ist. Auch im Westjordanland hat sich die Gewalt extremistischer Siedler seither deutlich verschärft. Angst vor neuen Angriffen und fehlende Perspektiven prägen den Alltag vieler Palästinenser. Vielerorts wurden Fakten geschaffen, die dem Ziel einer gerechten Friedensordnung im Heiligen Land – mit zwei souveränen Staaten, Israel und Palästina, sowie Sicherheitsgarantien für beide Völker – diametral entgegenstehen.

Hinzu kommt, dass der 7. Oktober 2023 und seine Folgen nicht nur im Nahen Osten tiefe Wunden gerissen haben. Antisemitismus und Judenhass haben seither weltweit in dramatischem Ausmaß zugenommen – auch hier bei uns in Deutschland. Ich möchte unmissverständlich deutlich machen: Als Kirche stehen wir fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürger. Antisemitismus und Judenhass, egal welcher Couleur, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz! Mit Nachdruck setzen wir uns dafür ein, dass Juden, Christen und Muslime in unserem Land einander im Geist der Geschwisterlichkeit begegnen.

Der heutige Tag mahnt uns, dass Hass, Terror und Krieg niemals das Mittel der Wahl sein dürfen, sondern geradewegs in den Abgrund führen. Statt einer Barbarei des Blutvergießens brauchen wir eine Kultur des Dialogs und der Versöhnung. Denn Frieden entsteht nicht durch Vergeltung, sondern durch die Bereitschaft, den Anderen als Menschen mit derselben Würde anzuerkennen.“ 

(Quelle: Deutsche Bischofskonferenz)


Seit dem 7. Oktober: Vatikan und Juden finden nicht mehr zueinander



Von Ludwig Ring-Eifel | 07.10.2026 - Seit Jahrhunderten ist das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Juden turbulent. Nach einem Zwischenhoch unter Johannes Paul II. kühlte es wieder ab. Und seit dem Gazakrieg nähert es sich einem neuen Tiefpunkt...

Kein Raum für das Leid des anderen? – Trauma und das Friedenspotential der Religionen



Von Jochen Reidegeld | 07.10.2026 - Die gewaltgeprägte Situation im Nahen Osten polarisiert nicht nur vor Ort. Jochen Reidegeld versucht einen Zugang zu eröffnen. Er berichtet von Begegnungen mit traumatisierten Menschen aus den Konfliktgebieten und fragt nach der ambivalenten Rolle der Religion(en) als Konflikttreiber, aber auch als Potential der Befriedung...

Pizzaballa: Keine Rede mehr von Friedensprozess



11.10.2026 - Drei Jahre nach dem Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023 ist in Israel „keine Rede mehr vom Friedensprozess“. Das sagt Kardinal Pierbattista Pizzaballa, lateinischer Patriarch von Jerusalem, in einem Interview mit den vatikanischen Medien...

Pfarrer: Jüdische Siedler bedrohen Olivenernte in Christendorf Taibeh



10.10.2026 - So wichtig die Olivenernte auch ist, israelische Siedler machen davor nicht halt: Ein Pfarrer fürchtet um Taibeh, das letzte christlich-palästinensische Dorf...




Aufruf zur Stärkung solidarischer Beziehungen zu Juden und Jüdinnen in Österreich

13.10.2026 - Erklärung des Vorstands des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich im Vorfeld des "Tages des Judentums 2027".

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich hat im Jahr 2000 den 17. Jänner als "Tag des Judentums" als eigenen Gedenktag eingeführt. Er ist mittlerweile in ganz Österreich etabliert und findet auch auf jüdischer Seite Anerkennung, wie wir mit Freude zur Kenntnis nehmen. Seit 2024 wird der "Tag des Judentums" dreigliedrig begangen: als "Tag des Lernens" von und mit Jüdinnen und Juden; als "Tag des Gedenkens", besonders der Opfer der Shoa und des Versagens der Kirche; und als "Tag des Feierns". Der "Tag des Judentums" eröffnet zugleich die Gebetswoche für die Einheit der Christen, mit der er in einem unmittelbaren Zusammenhang steht: Er erinnert daran und fordert dazu auf, dass sich die Kirchen gemeinsam der bleibenden Verbundenheit mit dem Judentum vergewissern. 

Wenn die Kirchen in Österreich im kommenden Jänner den "Tag des Judentums " begehen, geschieht dies in einer herausfordernden Zeit. Jüdinnen und Juden in Österreich sind wieder verstärkt von Antisemitismus bedroht. Wir bekennen uns unmissverständlich zu einem entschlossenen Eintreten gegen Antisemitismus sowie zum Einsatz für ein respektvolles und solidarisches Miteinander. 

Auch in den Kirchen finden sich nach wie vor antijüdische Stereotype und Ressentiments, derer sich viele oft nicht bewusst sind. Dies verpflichtet die Kirchen, den Weg der Buße und Neubesinnung entschlossen weiterzugehen. Mehr denn je gilt es, das spirituelle und theologische jüdische Erbe unseres eigenen Glaubens neu zu entdecken.

Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit hat an die christlichen Pfarren, Gemeinden und Gemeinschaften appelliert, die Anliegen des "Tages des Judentums" in Gottesdiensten und Veranstaltungen aufzugreifen und damit einen wichtigen Schritt zur Vertiefung des christlichen Glaubens sowie zur Stärkung solidarischer Beziehungen zu Juden und Jüdinnen in Österreich zu setzen. Als ÖRKÖ-Vorstand unterstützen wir dieses Anliegen. Da der "Tag des Judentums" 2027 auf einen Sonntag fällt, sollte dieses Anliegen u.a. auch in den Gottesdiensten an diesem Tag aufgegriffen werden.  

Um die Pfarren und Gemeinden dabei inhaltlich zu unterstützen, hat der Koordinierungsausschuss Materialien für Gottesdienste und darüber hinaus erarbeitet, die auf der Website des Ausschusses (christenundjuden.org), aber auch auf der Website des ÖRKÖ (oekumene.at) zum Download bereitstehen und laufend ergänzt werden.

(Quelle: Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich)


Kann KI religiöse Orientierung geben?



Von Mohammed Gamal Abdelnour | 10.10.2026 - Künstliche Intelligenz kann religiöse Texte analysieren und vergleichen. Doch Trauer, Reue und Verantwortung bleiben menschliche Erfahrungen. Entscheidend ist, wie sich KI mit Weisheit, Barmherzigkeit und Verantwortung in Einklang bringen lässt. Eine muslimische Perspektive...

20 Jahre Deutsche Islamkonferenz – eine Chronologie



Von Muhammed Suiçmez | 28.09.2026 - Am 27. September 2006 wurde die Deutsche Islamkonferenz einberufen. IslamiQ hat die wichtigsten Etappen der letzten 20 Jahre zusammengefasst. Eine Übersicht...






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