Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
18.06.2026 - Nr. 2133

Vor den Gaskammern spielten Fußballer um ihr Leben



Anne-Frank-Tag: Gegen Antisemitismus und Rassismus



12.06.2026 - Zwei Jahre hielt sie sich vor den Nazis versteckt. Ihr Tagebuch ist ein einzigartiges Dokument des Holocaust. An ihrem Geburtstag, dem 12. Juni, findet seit 2017 jährlich der Anne-Frank-Tag statt - ein bundesweiter Aktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus...

Archiv-Fund deckt NS-Verbrechen an Dresdner Diakonissen auf



Von Andreas Roth | 14.06.2026 - Die Abgründe des Nationalsozialismus – sie scheinen 81 Jahre nach Kriegsende gut ausgeleuchtet: Alles Vergangenheit, alles schon erzählt. Doch noch immer kommen bisher unbekannte Geschichten von Opfern ans Tageslicht. So wie jetzt im Dresdner Diakonissenhaus...




"Diese Frage zu Hitler stellt sich dringend"



05.06.2026 - Die Mitgliederkarten der NSDAP sind online einsehbar. Gut, sagt Thomas Weber. Aber es braucht mehr, denn der Nationalsozialismus bestand nicht allein aus den Mitgliedern der Nazipartei. Worauf es ankommt, erklärt der Historiker im Interview...

Der Nazi steckt in dir und nicht in der Kartei



Von Erica Zingher | 05.06.2026 - Der Zugang zur NSDAP-Mitgliederkartei wurde mittels Medientools erleichtert. Welche Gefühls- und Denkwelten die Erben übernommen haben, bleibt offen...

Dieser Streit über den Holocaust beschäftigt die Deutschen bis heute



Von Philip Cassier | 15.06.2026 - Ab Juni 1986 stritten Deutschlands Historiker über den Ort des Judenmordes in der Geschichte. Auslöser war ein Artikel des Berliner Professors Ernst Nolte. Eine erneute Lektüre im Licht der gegenwärtigen Debattenkultur... 

Chronist der Vernichtung der europäischen Juden



Von René Schlott | 02.06.2026 - Raul Hilbergs bahnbrechende Studie über den Holocaust erschien 1961, die Übersetzung ins Deutsche erst zwei Jahrzehnte später. Auch wegen Widerständen in einem namhaften Forschungsinstitut...




Deutsches Fußballmuseum zeigt internationale Ausstellung im Holocaust Museum Los Angeles

02.06.2026 - Das Deutsche Fußballmuseum zeigt in Los Angeles in Kooperation mit dem dortigen Holocaust Museum LA zur Fußball-WM 2026 die internationale Gemeinschaftsausstellung The Beautiful Game – The Untold Story (13. Juni bis 31. Dezember).

Die Ausstellung thematisiert erstmalig die jüdische Geschichte des Weltfußballs vor, während und nach dem Holocaust. Kuratiert wurde sie maßgeblich von einem Expertenteam im Deutschen Fußballmuseum unter der Leitung von Museumsdirektor Manuel Neukirchner. Mit der Ausstellung wird der Neubau des ältesten Holocaust-Museums der Vereinigten Staaten eingeweiht.

Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußballmuseums: „In Kooperation mit dem Holocaust Museum LA ist eine zeitgeschichtliche Ausstellung mit außergewöhnlichen und teils noch nie gezeigten Exponaten zur Geschichte der Juden im Weltfußball im Spiegel der historischen Entwicklung entstanden. Dieses so wichtige Kapitel ist noch lange nicht ausgeforscht. Wir liefern hierzu eine neue inhaltliche Grundlage. In Zeiten allgemeiner weltpolitischer Spannungen ist die enge und vertrauensvolle Kooperation des Deutschen Fußballmuseums mit dem ältesten Holocaust-Museum aus den Vereinigten Staaten ein wichtiges und ermutigendes Zeichen des transnationalen Kulturaustausches.“

Die Schau zeigt insgesamt 84 einzigartige Exponate, vielfach noch nie gezeigt, aus aller Welt, die ihren Weg von drei Kontinenten an die US-Westküste gefunden haben. Neben privaten Leihgaben wurden die Exponate unter anderem von der internationalen Gedenkstätte Yad Vashem sowie Einrichtungen in Washington, New York, Budapest, Wien, Prag, Warschau, Berlin, Zürich und Amsterdam bereitgestellt. Eine solche Gesamtschau zu diesem Thema hat es in dieser Form und in diesem Umfang noch nicht gegeben.

Das Deutsche Fußballmuseum hat sich mit seiner Eröffnung vor über zehn Jahren der Erinnerungskultur verpflichtet. Neben zahlreichen Veranstaltungen wie der offiziellen Feier zum 100. Geburtstag der Maccabi World Union oder Gedenkfeiern zum Holocaust-Gedenktag ist die Aufarbeitung der Fußballgeschichte im Nationalsozialismus sowie die Wiedersichtbarmachung deutsch-jüdischer Fußballbiografien, die Opfer der NS-Verfolgung wurden, ein fester Bestandteil der Dauerausstellung sowie der Bildungs- und Kulturprogramme.

In enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Vereinen und Vereinigungen aus ganz Deutschland ist seit 2022 unter dem Dach des Deutschen Fußballmuseums das interaktive Lexikon „Niemals vergessen“ entstanden. Es fasst die Biografien von mehr als 400 verfolgten jüdischen Fußballern zusammen, bereitet sie multimedial auf und macht sie wieder sichtbar. In der Dauerausstellung ist zu Jahresbeginn der Bereich zu Juden im deutschen Fußball noch einmal ausgebaut und gestärkt worden.

(Quelle: Deutsches Fußballmuseum)


Vor den Gaskammern spielten Fußballer um ihr Leben



Auch in den Konzentrationslagern der Nazis wurde Fußball gespielt, als Privileg für leistungswillige Arbeiter und zur Unterhaltung der SS-Wachmannschaften. Gefürchtete Gegner waren „die Polen“...

Fußball auf dem Appellplatz von Buchenwald

[EVANGELISCH.de]
Von Matthias Thüsing | 11.06.2026 - Seit der Europameisterschaft 2024 erinnert die Gedenkstätte Buchenwald im Internet an Fußballer, Funktionäre und Spiele im ehemaligen Konzentrationslager. Der Appellplatz war Spielstätte...

DLR legt Ergebnisse zur historischen Aufarbeitung der Geschichte seiner Vorgängerorganisationen vor

[DEUTSCHES ZENTRUM FÜR LUFT- UND RAUMFAHRT]
12.06.2026 - Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat erste Ergebnisse seines Projekts zur historischen Aufarbeitung der eigenen Vorgängerorganisationen vorgestellt...

Der Ehrenbürger, der Schuhe im KZ testen ließ



Von Rüdiger Soldt | 11.06.2026 - Ein Gutachten belastet den langjährigen Salamander-Manager Ernst Sigle. Dass dessen NS-Verstrickungen nun neu verhandelt werden, finden in seiner Heimatstadt Kornwestheim nicht alle gut...

Ist das echte Aufklärung oder Schönfärberei?



Von Stefan Hunglinger | 10.06.2026 - Die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte hilft Unternehmen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Ist sie unkritisch gegenüber ihren Auftraggebern? ...




Der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wird vorgeworfen, israelische Propaganda zu verbreiten



Von Len Sander | 09.06.26 - Die israelische Gedenkstätte will nach Deutschland expandieren. Das freut nicht alle...

Bitte redlich argumentieren

[JUNGLE WORLD]
Von Nicolai Hagedorn | 11.06.2026 - Das Bildungszentrum, das die israelische Gedenkstätte Yad Vashem in München einrichten will, ist zum Gegenstand der politischen Auseinandersetzung geworden. Kritiker befürchten, dass Israels Regierung die Erinnerungsarbeit beeinflussen werde...

Wie Yad Vashem zum Herz des jüdischen Gedenkens an die Shoah wurde



Von Rebecca Wegmann | 11.06.2026 - Von einer Idee eines Kibbuzniks bis zur bedeutenden Gedenkstätte der Shoah in Israel: Die Gründung von Yad Vashem ist eine Geschichte von Verfolgung, Tod, Hoffnung und Erinnerung...

Wie das Netz Jugendliche beim Holocaust täuscht



Von Katrin Nordwald | 16.06.2026 - Viele Jugendliche begegnen dem Holocaust heute zuerst auf TikTok. Antisemitismusforscherin Monika Hübscher warnt: Was als kurzer Clip beginnt, kann historische Zusammenhänge verzerren und den Blick auf die NS-Verbrechen verändern...

Konstanz soll eine Gedenkstätte für Oskar Schindler und seine Frau Emilie bekommen



Von Edith Schlagenhauf | 11.06.2026 - Ein geöffneter Schlagbaum und die Figuren der Schindlers bilden das Herzstück des neuen Denkmals. Das Kunstwerk soll an der Schweizer Grenze seinen Platz finden...




Mario Voigt nutzte KI für Reden zum Holocaust-Gedenken



12.06.2026 - Ein Portal findet mit KI-Analyse-Werkzeugen Auffälligkeiten in Beiträgen von Thüringens Regierungschef. Wie viel KI darf in einer Rede zum Holocaust-Gedenktag stecken?...

Wenn die KI die Rede zum Holocaust-Gedenktag schreibt



Von Markus Wehner | 11.06.2026 - Mario Voigt verteidigt die Verwendung von KI in seinen Reden und Gastbeiträgen. Doch in Verbindung mit früheren Plagiatsvorwürfen sieht man in der Thüringer Staatskanzlei darin auch ein Problem...

Maschinen-Antwort auf den Holocaust



Von Caspar Schwietering | 10.06.2026 - Thüringens Ministerpräsident hat kein großes Problem damit, wenn KI-Sätze in seinen Reden und Texten auftauchen. Mario Voigt zeigt damit seine Geringschätzung für die demokratische Debatte. Kommentar...



Erinnerung mit Zukunft?

Shoah-Gedenken zwischen Schuldabwehr und anderen Herausforderungen. HeldInnen des jüdischen Widerstandes

Ob es eine wirklich wirksame „Aufarbeitung“ des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik jemals gegeben hat, könnte als fraglich erscheinen. Die verstörenden Bilder auf deutschen Straßen nach dem über Jahre vorbereiteten Hamas-Pogrom am 7.10.2023 sprechen nicht dafür. Die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit hat eine Broschüre zu dem Thema erstellt, die auch im Internet abrufbar ist. 

Nach einer lesenswerten Einführung folgt ein Interview mit dem Historiker Volker Weiß. Volker Weiß ist der wohl profilierteste Forscher und Publizist der Bundesrepublik zum Thema Rechtsradikalismus, völkische Rechte und Leugnung der Shoah-Verbrechen.

Weiß zeichnet die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen rund um die Erinnerungspolitik seit dem Ende des Nationalsozialismus nach, geht auf die Strategien der extremen Rechten ein und beschreibt die Rolle des Antisemitismus. Im Anschluss folgt eine Methodenbeschreibung zum eigenständigen Einsatz der Broschüre in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit durch Multiplikatoren. Psychische Dynamiken der Abwehr von Schuldgefühlen sowie einer angemessenen Erinnerungskultur werden beschrieben. Folge ist die Entstehung des sekundären Antisemitismus.

Die Ausladung der Schriftstellerin Mirna Funk ausgerechnet durch die Kölner Comedia Colonia vor wenigen Tagen ist ein besonders bestürzendes Beispiel für solche radikale deutsche Erinnerungsverweigerung, Leugnung des Hamas-Pogroms vom 7.10., systematische Ausgrenzung der Erfahrungen und Lebenssituation von deutschen Juden und triumphierendem „linken“ deutschen Antisemitismus. Comedia Colonia: Shame on you!

Jo Ojan beschreibt in einem weiteren Beitrag kritikwürdige Erscheinungsformen der derzeitigen Erinnerungskultur. Jüdische Stimmen werden bis heute – und nach dem Hamas-Pogrom in noch stärkerer Weise – gesellschaftlich und kulturelle ausgeblendet – insbesondere im Kulturbereich. Es folgen, ausgehend von einer Film-Dokumentation, Beschreibungen einer Methode zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit jüdischem Widerstand.

Den Abschluss bilden sechs von Roland Kaufhold verfasste Einzelfallstudien und Kurzbiografien über JüdInnen, die in sehr konkreter Weise, unter Lebensgefahr, Widerstand gegen den nationalsozialistischen Terror geleistet haben. Längere Versionen dieser Einzelfallstudien waren auch auf haGalil erschienen. Von Roland Kaufhold portraitiert werden die WiderständlerInnen Chaika Grossman (1919-1996), Edith Jacobson (1897-1978), Marcel Nadjari (1917 – 1971), Salmen Gradowski (1908/1910 –1944), Zivia Lubetkin (1914 – 1978) sowie Emanuel Ringelblum (1900 – 1944).

(Quelle: Hagalil)





Erinnerung mit Zukunft?
Shoah-Gedenken zwischen Schuldabwehr und anderen Herausforderungen

Broschüre für Multiplikator:innen mit Methoden zur eigenständigen Durchführung und andere Interessierte


Herausgegeben von:
Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V.
Köln 2026
44 Seiten

www.koelnische-gesellschaft.de



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Am Grund der Hölle in Auschwitz



Von Irene Bazinger | 14.06.2026 - Tadeusz Borowski überlebte das Konzentrationslager und schrieb abgrundtief beklemmende Gedichte darüber. Diese hat Kai Grehn nun übersetzen lassen und mithilfe zahlreicher Stimmen vertont. Ein Hörbuch-Ereignis...
  


Tadeusz Borowski/Kai Grehn:
Imiona nurtu.
Die Namen der Strömung.





Verlag Zweitausendeins
 Leipzig 2026
1 CD, 82 Min.
22,– Euro 
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