Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
01.10.2018 - Nr. 1791

ACHTUNG

Die nächste Tagesausgabe erscheint am Donnerstag, 4. Oktober 2018.


Guten Tag!

Nr. 1791 - 01. Oktober 2018



"Ich mag die Zweistaatenlösung. Das, glaube ich, funktioniert am besten. Ich muss noch nicht einmal mit irgendwem sprechen, das ist mein Gefühl".
Ein Satz von Donald Trump in Twitter-Länge am Rande der jüngsten UN-Generalversammlung gesagt sorgt für Aufmerksamkeit. Ist das eine hoffnungsvolle Nachricht für die Region, besonders die Palästinenser? "Sie wäre es", meint Roland Etzel im NEUEN DEUTSCHLAND, "wenn sie nicht von Trump käme." Im österreichischen STANDARD schildert Lissy Kaufmann die unterschiedlichen Reaktionen in Israel auf Trumps "Gefühls"-Ausspruch: Israels Regierung sieht in der Zweistaatenlösung eine Gefahr, die israelische Opposition signalisiert Zustimmung. Wenig überraschend all das. Kaufmann bilanziert:
"Ob eine Zweistaatenlösung noch möglich sein wird, ist fraglich. Denn der Siedlungsbau geht ununterbrochen voran. Nun steht noch die Räumung des Beduinendorfs Khan Al Ahmar bevor. Sollte es zur Zwangsräumung kommen und sollten auch dort Wohneinheiten für Israelis entstehen, würde der Siedlungsblock das Westjordanland in zwei Teile teilen. Ein zusammenhängender palästinensischer Staat wäre kaum noch denkbar."
Links zum Thema in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

"Sie träumen davon, einfach ans Mittelmeer fahren zu können. Ohne eine israelische Genehmigung beantragen zu müssen, ohne an Kontrollstellen überprüft zu werden. Sie träumen davon, problemlos von Tel Aviv aus, in die Welt zu reisen. Sie sind global vernetzt, aber gleichzeitig so isoliert wie kaum andere junge Menschen. Viele sind gut ausgebildet, aber konnten noch nie politisch mitbestimmen.
Die Rede ist von den jungen Palästinensern im Westjordanland. Sie bilden längst die Mehrheit in diesem Gemeinwesen, das einem Embryo-Staat gleicht, in dem die Entwicklung steckengeblieben ist. Siebzig Prozent sind unter dreissig Jahren alt. Die Israel-Kennerin Gisela Dachs schildert in einer Reportage für die Sonntags-Ausgabe der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG, was die Aussichtslosigkeit auf eine Lösung des Nahost-Konflikts für junge Palästinenser bedeutet: "Radikaler als die Eltern, aber zugleich unpolitisch: Wie junge Palästinenser leben".
Mehr dazu in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Er ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der israelischen Gegenwartsliteratur, weit über die Grenzen seiner Heimat bekannt, ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und dem internationalen Man-Booker-Preis. Integer, klarsichtig, unsentimental und engagiert kommentiert David Grossman die Politik Israels - und wird nicht müde, der Menschlichkeit eine Stimme zu geben, auch wenn seine Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten schwindet. Im Interview mit DEUTSCHLANDRADIO kritisiert er Untätigkeit ebenso wie Gewalt, zeigt auf, warum Israel Frieden, aber auch eine Armee braucht. Er macht sich stark für die Rechte des Individuums gegenüber einer Tyrannei der Mehrheit, spricht ungeschützt über seinen Ärger, seine Wünsche und Ängste. Auf die Frage, ob er in der aktuellen Situation noch Hoffnung auf Verständigung sieht, antwortet er:
"Wissen Sie, ich bin jetzt 64 Jahre alt und auf diesem Kampfplatz seit 40 Jahren aktiv. Ich zweifle mehr und mehr an der Fähigkeit der verschiedenen Lager hier in Israel, einen echten Dialog zustande zu bringen. Auch an der Fähigkeit, diese Situation aus eigener Kraft zu verändern. Es wird hier nur Veränderungen geben, wenn sie uns aufgezwungen werden. Ich habe keine Vorstellung wie – politischer Druck? Speziell dieser Tage mit der grenzenlosen Unterstützung von Donald Trump – und auch Deutschlands – wird der wenig effektiv sein. Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir zu einer Veränderung der Realität gezwungen werden sollten. Die Israelis haben sich mit der Situation abgefunden. Sie werden nichts unternehmen, um sie zu ändern. Sie vertiefen nur das Problem, verkomplizieren es weiter und machen es so auf Dauer unlösbar. Und unglücklicherweise arbeiten die Palästinenser an diesem wirklich bedrohlichen Szenario hervorragend mit."
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Trotz der immer wieder als besonders eingestuften Beziehungen zu Israel gibt es einige Konfliktpunkte zwischen Deutschland und Israel. Jetzt werden die gemeinsamen Regierungskonsultationen wieder aufgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist mit ihrem Kabinett am kommenden Mittwoch, immerhin und bemerkenswerter Weise just am Tag der deutschen Einheit, zu deutsch-israelischen Regierungskonsultationen nach Jerusalem. Einer der zentralen Konfliktpunkte zwischen beiden Seiten ist das Atomabkommen mit dem Iran, aus dem die USA unter Beifall von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einseitig ausgestiegen sind: »Deutschland und Israel verbindet eine einzigartige Beziehung«.
Links zu Berichten im Vorfeld des Treffens in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

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Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat in Italien bei einer Gedenkfeier für die Opfer eines Massakers deutscher Soldaten 1944 vor den Folgen des Nationalismus gewarnt. Bei dem schwersten NS-Kriegsverbrechen in Italien ermordeten Wehrmachtsoldaten und eine SS-Einheit in dem Ort bei Bologna und in Nachbardörfern zwischen dem 29. September und dem 1. Oktober 1944 Hunderte Bewohner. Einigen Quellen zufolge kamen bei der Zerstörung der Dörfer rund 1830 Menschen ums Leben, darunter über 200 Kinder. Das AUSWÄRTIGE AMT hat die Rede von Maas im Wortlaut veröffentlicht: „Diese Taten lassen uns in ihrer Grausamkeit noch heute den Atem stocken.“
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

In der Nacht vom 1. zum 2. Oktober 1943 - exakt vor 75 Jahren - wollten die deutschen Besatzer Tausende von dänischen Juden in Konzentrationslager verschleppen. Als Georg Ferdinand Duckwitz, Diplomat an der deutschen Botschaft in Kopenhagen und insgeheim NS-Gegner, davon erfuhr, warnte er den befreundeten dänischen Sozialdemokraten Hans Hedtoft. Daraufhin lief eine landesweite Rettungsaktion an und es begann ein Akt beispielloser Solidarität, an die Otto Langels für DEUTSCHLANDRADIO erinnert. Dass bei der Rettungsaktion insbesondere die Lutherische Staatskirche eine entscheidende Rolle hat, schildert Kirsten Serup-Bilfeldt in einer beeindruckenden historischen Reportage ebenfalls für DEUTSCHLANDRADIO. U.a. zitiert sie aus einem von allen dänischen Bischöfen unterzeichneten Hirtenbrief, dessen unerschrockene Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ:
„Wo immer Juden aus rassischen oder religiösen Gründen verfolgt werden, ist es die Pflicht der christlichen Kirche, gegen solche Verfolgung zu protestieren: Weil wir nie vergessen dürfen, dass der Herr der Kirche, Jesus Christus, in Bethlehem von der Jungfrau Maria geboren wurde – gemäß der Verheißung Gottes an sein Volk Israel. Und weil die Verfolgung von Juden der Nächstenliebe entgegensteht, die im Evangelium wurzelt, das die Kirche Jesu Christi predigt. Ungeachtet unterschiedlicher religiöser Überzeugungen wollen wir dafür kämpfen, dass unsere jüdischen Brüder und Schwestern die gleiche Freiheit bewahren, die wir höher schätzen als das Leben. Daher bekennen wir uns zu dem Wort, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen.“
Der Link zu den Beiträgen in der Rubrik VERGANGENHEIT...

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Der Vorsitzende des jüdischen Sportverbandes in Deutschland, Alon Meyer, beobachtet verstärkt anti-jüdische Anfeindungen. Diese hätten vor allem in den letzten eineinhalb Jahren wieder zugenommen, sagte der Präsident des Verbandes „Makkabi“ laut einem Bericht im DEUTSCHLANDRADIO. 95 bis 99 Prozent der Anfeindungen kämen von Gegenspielern mit muslimisch-arabischem Hintergrund. Häufig würden jüdische Amateurmannschaften bei Spielen in Generalhaftung für den Staat Israel genommen, Spieler würden aufs übelste beleidigt. Gleichwohl betont Meyer, dass vereinzelte muslimische Spieler in jüdischen Vereinen auch Hoffnungsträger sein können. In seinem eigenen Verein TuS Makkabi Frankfurt hätten etwa 10 bis 20 Prozent der Mitglieder einen arabischen Hintergrund. Generell gelte es, sich dem politischen Trend zum Nationalismus in Deutschland entgegenzustellen: „Jetzt liegt es an uns, aufzustehen“
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Für ordentlich viel Wirbel sorgte die Ankündigung der rechtspopulistischen AfD, sie wolle am 7. Oktober in Offenbach eine Vereinigung von Juden innerhalb der AfD gründen. Einer der Organisatoren ist laut »Wiesbadener Kurier« der lokale Stadtverordnete Dimitri Schulz, der sich für die AfD um ein Mandat im hessischen Landtag bewirbt. Jüdische Verbände und Organisationen reagieren mit Befremden und Kritik auf die angekündigte Gründung der Vereinigung »Juden in der AfD«. Zentralratspräsident Josef Schuster betonte bereits am Wochenende, die Haltung der rechtspopulistischen Partei sei mit jüdischen und christlichen Werten nicht vereinbar, wie die JÜDISCHE ALLGMEINE WOCHENZEITUNG berichtet. In der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG zeigt Michael Wolffsohn in Anbetracht der Unsäglichkeiten, die sich die Partei in Bezug auf die NS-Vergangenheit leistet, von dieser Idee wenig begeistert. Er hält das Vorhaben für einen "Akt der Verzweiflung – weder klug noch sympathisch und moralisch sowie politisch falsch." In der ZEIT nimmt die Redaktion der jüdischen Zeitschrif JALTA - das sind Micha Brumlik, Marina Chernivsky, Max Czollek, Hannah Peaceman, Anna Schapiro und Lea Wohl von Haselberg - mit einem Positionspapier deutlich Stellung: "Die AfD vertritt menschenfeindliche und antisemitische Positionen". Und der Autor Sergej Lagodinsky, Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und Leiter des Referats EU/Nordamerika bei der Heinrich-Böll-Stiftung, schreibt dazu in der WELT lakonisch: "Mazal Tov, deutsche Juden! Das hat uns gerade noch gefehlt." Er hält das Ganze für den "schlechtesten jüdischen Witz seit Langem" und schreibt u.a.:
"Nur weil man sich nachts im Walde fürchtet, legt man sich nicht mit Hyänen schlafen. Außer … Außer den Protagonisten ist nicht am jüdischen Wohlergehen gelegen, sondern an Wirkungen, wie sie sich die AfD wünscht: eine Mischung aus politischer Effekthascherei und einem Koscherstempel für den eigenen Hass und Geschichtsrevisionismus."
Die Links zum Thema in der Rubrik RECHTSRADIKALISMUS/ANTISEMITISMUS.

Passend zum Thema: In der WELT am Sonntag haben der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erstmals gemeinsam einen Beitrag verfasst, in dem sie zu mehr Zivilcourage in Deutschland aufrufen und explizit vor der AfD warnen: "Rechte Hetze zieht eine Spur von Verwüstung durch das Miteinander in Deutschland. Es reicht. Wir müssen Flagge zeigen für unser Land". Weiter heißt es u.a.:
"Die Perspektive einer Kettenreaktion von Ausgrenzungen ist real. Das AfD-Programm für die Landtagswahl in Bayern bezieht übergreifende religions- und kirchenfeindliche Positionen. Die Ausgrenzung des Islam geht einher mit massiver Beeinträchtigung der religiösen Praxis des Judentums. Aufbrüche in einen grundgesetzkonformen Islam sollen beendet werden. Die Dialogfähigkeit der Religionen soll geschwächt werden. Gegeneinander statt miteinander: Das ist die Religionspolitik der AfD."
Der Link zum Beitrag in der Rubrik RECHTSRADIKALISMUS.

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Jonas Grutzpalk, Soziologe und Politikwissenschaftler, ist Professor an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW. Zugleich ist er auch Mitglied im Humanistischen Verband, der sich als Interessensvertretung konfessionsloser Menschen versteht. Für HUMANISTISCH.net hat er einen interessanten Beitrag verfasst, der die Frage nach der Grenze zwischen Glauben und Nichtglauben weiter befeuert. In seinem Essay legt er Überlegungen zu einem säkular-meditativen Trainingsprogramm vor und fragt, wie humanistische Exerzitien nach dem Vorbild Loyolas aussehen könnten. Alte Meditationsübungen könnten eine Bereicherung für säkulare Humanisten sein. Atheisten sollten nicht „in die Rationalitätsfalle“ rennen. Die Welt sei „etwas sehr Staunenswertes“. Und DEUTSCHLANDRADIO nahm diesen Essay zum Anlass, ein ausführliches Gespräch mit Grutzpalk zu führen: "Meditierende Atheisten".
Die Links zu Essay und Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Die offizielle Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch Washington zeitigt aus Sicht des Rektors des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem langfristig positive Folgen für bilaterale Friedensgespräche, berichten KATHPRESS und VATICAN NEWS. Der Eisenstädter Diözesanpriester, ein aufmerksamer Beobachter der Entwicklungen im Heiligen Land, betont, durch die schon seit vielen Jahren geplante Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels seien nun neue, innovative Lösungen für den Nahostkonflikt und insbesondere für den Status Palästinas aufgekommen. So werde beispielsweise über ein Palästina ohne fix definierte Grenzen, aber als Völkerrechtssubjekt nach dem Vorbild des Malteserordens nachgedacht. U.a. sagt er:
„Die Rede, mit der Präsident Trump diese Entscheidung angekündigt hat, war wesentlich differenzierter, als sie für gewöhnlich wahrgenommen wird. Präsident Trump hat Jerusalem anerkannt, aber zweimal betont, dass er damit noch nichts über die Grenzen dieses Jerusalems aussagen möchte, das dann als Hauptstadt Israels in Zukunft auch vorhanden sein soll. Er hat Freiräume gelassen, die es immer noch ermöglichen, dass auch Palästinenser ihre Hauptstadt Jerusalem haben – da wird man Grenzen setzen müsse, Ost und West, wie wir es klassisch schon kennen, man wird definieren müssen, wie das aussehen kann. Aber diese Rede hat neuen Wind in die Gespräche gebracht. Der gefällt nicht jedem, weil es heikel ist, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Auch das hat [Trump] gesagt: greifen wir Themen auf, die bisher auf die lange Bank geschoben worden sind, vielleicht kommen wir so schneller voran. Das ist ein Aspekt, den Menschen auf beiden Seiten vor Ort durchaus wahrgenommen haben, auch wenn er nicht jedem behagt, weil manche das Gefühl haben, hier werden bereits Vorentscheidungen getroffen. Ich bin der Meinung: Was an Vorentscheidungen durch Trump für die Menschen vor Ort mitgetroffen wurde, ist so groß nicht wie man möglicherweise meinen könnte.“
Die Links zu den Berichten in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will den interreligiösen Dialog mit dem Islam weiterführen und intensivieren. Das hat der Rat der EKD in einem am vergangenen Montag in Berlin vorgestellten Positionspapier bekräftigt: „Der Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen ist für die friedliche und konstruktive Gestaltung des Zusammenlebens in einer pluralen Gesellschaft unverzichtbar.“ Angesichts der gegenwärtigen Diskussion über den Islam in Deutschland sei eine aktive Beteiligung an diesem Dialog auch Ausweis der Verständigungsbereitschaft und Friedensfähigkeit. Jedem fundamentalistischen Religionsverständnis sei hingegen einhellig und unmissverständlich zu widersprechen. Die Achtung vor dem Leben anderer Menschen müsse nicht nur als anerkanntes Menschenrecht, sondern auch als religiöser Wert wieder in Erinnerung gerufen werden, heißt es in dem Papier „Dazu braucht es religiöse Bildung und eine grundlegende Kompetenz in Glaubensangelegenheiten.“ Dieses Ansinnen finde auch in der deutschen Bevölkerung Rückhalt. Das zeige eine repräsentative Befragung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, die ebenfalls am Montag veröffentlicht wurde. Demnach befürworten 63 Prozent der Deutschen eine Fortsetzung oder Verstärkung dieses Gespräches.
Links zum Positionspapier sowie der erwähnten Umfrage in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

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In wenigen Tagen, am 9. Oktober, werden in Berlin drei orthodoxe Rabbiner und drei Kantoren ordiniert. Die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG nahm dies zum Anlass mit dem Executive Vice President and CEO der Ronald S. Lauder Foundation Josh Spinner über den Arbeitsmarkt für Rabbiner in Deutschland und eben diese nächste Ordinationsfeier in Berlin zu sprechen: "Die Gemeinden profitieren".
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Baruch de Spinoza war nicht nur Philosoph, sondern auch Rabbiner. Seine kritische Bibelauslegung trieb ihn in jungen Jahren ins Exil – im holländischen Rijnsburg fand er Zuflucht. Wie sehr dort die Spuren seines Denkens noch heute präsent sind, schildert für DEUTSCHLANDRADIO Étienne Roeder in einer Spurensuche vor Ort: "Spinozas Zuflucht in Rijnsburg".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

In Belgien finden am 14. Oktober Kommunalwahlen statt. Wenn in dem Land gewählt wird, steht Antwerpen immer im Mittelpunkt. Besonders umkämpft ist diesmal die »jüdische Stimme« - und jüdische Kandidatinnen und Kandidaten finden sich zudem in fast allen Parteien. Tobias Müller hat für die JUNGLE WORLD diese jüdischen Kandidatinnen und Kandidaten besucht und berichtet seine Eindrücke: "Wahlkampf mit Juden".
Der Link zur Reportage in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Gestern, am 30. September 2018, wäre Elie Wiesel 90 Jahre alt geworden. In zwei lesenswerten Beiträgen wird an Wiesels Werk und dessen Aktualität erinnert. In der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG befasst sich Daniel Krochmalnik, Leiter der Elie-Wiesel-Forschungsstelle an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und mit Reinhold Boschki Herausgeber der wissenschaftlichen Werkausgabe von Elie Wiesel im Herder-Verlag, mit dem Vermächtnis Wiesels in seinem Werk. U.a. schreibt er:
"Wenn Gott und die Welt zu Auschwitz geschwiegen haben, so wollte Wiesel zu ähnlichen Erscheinungen nicht schweigen. Er hat mit seiner ganzen moralischen Autorität zu allen humanitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts Stellung bezogen: zum Gulag, zur Apartheid, zum Rassismus in den USA, zu den Genoziden in Biafra, Kambodscha und Bosnien, zum Kriegsrecht in Polen – und dabei besonders auf das Schicksal der Kinder hingewiesen. Die Transformation des Leidens in humanitäre Aktion war für ihn der Grund für eine spezifische Schoa-Erziehung. Sein Werk stellt in der Tat eine große Moralressource für Erziehung und Unterricht dar."
Und für das theologische Portal FEINSCHWARZ zeichnet Reinhold Boschki, neben seiner oben erwähnten Funktion seit 2015 Leiter der Abteilung Religionspädagogik, Kerygmatik und Erwachsenenbildung an der Katholisch- Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, die zentralen Lebensstationen Wiesels nach - und resümiert, dass angesichts der Situation geflüchteter Menschen, des neu erstarkenden Antisemitismus und der  Fremdenfeindlichkeit seine Botschaft der Erinnerung an die Schoah aktueller denn je und keineswegs harmlos ist: "Elie Wiesel: Ein trotziges Ja zum Leben – und zu Gott".
Die Links dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

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Die Villa Concordia in Bamberg ist eine Einrichtung des Freistaats Bayern, deshalb müsste - getreu dem Söderschen Kreuzbeschluss - im Eingangsbereich des Künstlerhauses eigentlich ein Kreuz hängen. Das Künstlerhaus beherbergt Kreative aus dem In- und Ausland. Aber ein Kreuz aufzuhängen, davon hält die 38-jährige Leiterin und Lyrikerin Nora Gomringer jedoch nichts. Konsequenzen hatte diese Kreuz-Rebellion bislang nicht, wie Christian Röther für DEUTSCHLANDRADIO berichtet: „Ein unkritisches Kreuz macht keinen Sinn“
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

"Heute am Vormittag des 29. Septembers gegen 5:30 Uhr betrat der Privatsekretär des Papstes das Schlafzimmer seiner Heiligkeit Papst Johannes Pauls I., da er ihn in der Kapelle in der gewohnten Weise nicht angetroffen hatte. Er fand ihn tot auf seinem Bett, das Licht war noch gelöscht, und der unmittelbar herbeigerufene [Arzt] konnte feststellen, dass er etwa um 23 Uhr am 28. September verstorben ist."
Diese Meldung des Vatikans vor ziemlich genau vierzig Jahren erschütterte die katholische Welt. Fiel der 33-Tage-Papst einem Mordkomplott zum Opfer? Nach dem plötzlichen Tod kursieren sofort wilde Theorien über mögliche Ursachen - bis heute, wie René Schlott für den SPIEGEL schildert: "Ein mörderisches Pontifikat".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

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David Ben Gurion war einer der einflussreichsten Politiker des zionistischen Projekts. Er lenkte die Phase der Institutionengründung unter britischer Mandatsherrschaft, rief am 14. Mai 1948 den Staat Israel aus und prägte dann als Ministerpräsident bis zu seinem endgültigen Rücktritt 1963 die Geschicke des Landes. Der auch bei uns sehr bekannte israelische Publizist und Historiker Tom Segev hat nun eine neue, 700 Seiten starke Biographie über den „Alten“ vorgelegt, wie Ben Gurion im israelischen Volksmund genannt wird. Jenny Hestermann hat sie für die FAZ gelesen: "Lebensweg eines einsamen Mannes".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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