Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
14.11.2016 - Nr. 1680

ACHTUNG

Die nächste Tagesausgabe erfolgt am Donnerstag, 17. November 2016.


Guten Tag!

Nr. 1680 - 14. November 2016



Natürlich gibt es auch in der arabischen Welt Wissenschaftler, die sich mit Israel befassen, aber sie unterscheiden sich dabei signifikant in Absicht und Methodik von ihren Kollegen in westlichen Ländern. Dies hat der Politikwissenschaftler Johannes Becke in einem Vortrag in der zurückliegenden Woche an der Hochschule für Jüdische Studien (HfJS) in Heidelberg herausgearbeitet. Der Vortrag stand unter der Überschrift: „Israel-Studien in der arabischen Welt. Mehr als nur Feindstudien?“. ISRAELNETZ hat dem Vortrag zugehört: "Wie die arabische Welt Israel erforscht"
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Reema Shamasneh, die aus einem Bauerndorf in der Nähe von Ramallah stammt, ist Scheidungsanwältin. Ihr Job ist ein täglicher gesellschaftlicher Kampf, denn sie hat es mit Gesetzen zu tun, die von Männern gemacht wurden: "Sie sind in einer Kultur großgeworden, die davon ausgeht, dass Männer irgendwie besser sind als Frauen. Das spiegeln die Gesetze wider", sagt sie. Und so zählt auch das Wort einer Frau vor Gericht nur halb so viel wie das eines Mannes. Karin Laub und Mohammed Daraghmeh haben sie bei ihrer Arbeit in Ramallah beobachtet: "Ich hasse die traditionelle Ehe".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

TAGESSPIEGEL und WELT greifen noch einmal die Frage auf, was der Wahlsieg Trumps für Israel und den Nahen Osten bedeutet. Christian Böhme mutmaßt in seiner Analyse, dass zumindes Trump und Netanyahu sich besser verstehen werden, als Obama und Netanyahu. Und Gil Yaron hält die Begeisterung über Trumps Sieg bei der politischen Rechen in Israel für verfrüht und sieht auch in der Zukunft eine Reihe von Problemen für Netanyahu: "Der voreilige Jubel von Israels Rechten über Trump".
Die LInks zu den Beiträgen in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Channa Maron war Israels »Königin der Bühne«. Ihre Karriere begann sie als Pünktchen aus Erich Kästners »Pünktchen und Anton« am Deutschen Theater in Berlin. 1933 floh sie mit ihrer Familie und lebte fortan in Palästina. 1970 wurde sie Opfer eines palästinensischen Terroranschlags in München und verlor deshalb einen Fuß durch Amputation. Dennoch setzte sie ihre Schauspielkarriere fort und engagierte sich für den Friedensprozess. Barabar Yelin und David Polonsky haben wichtige Stationen ihrer Biographie in einer Graphic Novel festgehalten, die Jonas Engelmann für die JUNGLE WORLD näher vorstellt: "Channa Marons Unabhängigkeitserklärung".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

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Der faschistische Diktator Mussolini war zwar Hitlers Verbündeter, aber bei der Judenverfolgung spielte er nicht mit. In Italien und in den italienisch besetzten Gebieten verhinderte der "Duce" die Auslieferung von Juden - ein Kapitel der Geschichte, das kaum Beachtung findet, was Jens Rosbach mit seinem Beitrag für DEUTSCHLANDRADIO ändern möchte: "Mussolini als Judenretter".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Franzosen und Niederländer, Norweger und Dänen, ja sogar Rumänen, Balten, Ungarn und Ukrainer zogen unter dem Kommando oder Seite an Seite mit deutschen SS-Männern, dem vorgeblichen Hort "arischer" Militanz, in den Kampf. Und sogar Muslime aus Bosnien und Albanien marschierten im Zeichen des Totenkopfes. Aus insgesamt 24 Nationen rekrutierten sich die Verbände der Waffen-SS. Gegen Ende des Krieges waren von ihren mehr als 900.000 Angehörigen über die Hälfte keine Deutschen aus dem „Reich“, wie Harald Wiederschein in einem Beitrag für FOCUS näher darlegt: "Hunderttausende Ausländer kämpften in der Waffen-SS"
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

121 Überlebende des Holocaust hat der Regensburger Fotograf Stefan Hanke für eine Ausstellung auf dem ehemaligen Nürnberger Gelände der NSDAP-Reichsparteitage porträtiert: „KZ überlebt“. Sein bemerkenswertes wie beispielloses Projekt führte ihn über mehr als ein Jahrzehnt kreuz und quer durch Europa, wie Ulli Kulke für die WELT berichtet. Für die Bilder brachte er jeden seiner Protagonisten an den Ort, der für sein ganz persönliches Schicksal während der Nazi-Zeit am ausdruckstärksten ist. Die Ausstellung „KZ überlebt“ ist in der gewaltigen ehemaligen Kongresshalle (heute das Dokumentationszentrum) auf dem Nürnberger Gelände der NSDAP-Reichsparteitage noch bis zum 6. Januar 2017 zu sehen. Anschließend geht sie nach Auschwitz: "Holocaust-Überlebende kehren in die Hölle zurück".
Der Link zum Bericht in der Rubrik VERGANGENHEIT...

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Die Antisemitismus-Vorwürfe gegen ein Seminar der Hildesheimer Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) sind nach Ansicht eines neuen Gutachtens berechtigt. Die Lehrmaterialen für ein Palästina-Seminar seien zum Teil israelfeindlich, heißt es in der Expertise des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, die Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) am Montag, 14. November, vorstellte. Einige Texte arbeiteten zudem mit antisemitischen Klischees. Das Seminar habe ein extrem einseitiges Bild vermittelt und entspreche nicht wissenschaftlichen Standards, heißt es in der Expertise, die der INFORMATIONSDIENST WISSENSCHAFT näher erläutert: "Zentrum für Antisemitismusforschung legt gutachterliche Stellungnahme vor".
Der Link daz in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Gefährliche Konflikte in der Welt gibt es wahrlich genügend, aber keiner beschäftigt die amerikanische Linke so sehr wie der palästinensisch-israelische - womit sie den Linken in Europa durchaus gleicht. Dieses Mißverhältnis erweist sich mithin letztlich weder als nur links noch exklusiv amerikanisch, wie der Historiker Michael Wolffsohn in der Vorstellung eines Buches betont, das sich mit den Antisemitismusdiskursen in der US-amerikanischen Linken nach 9/11 beschäftigt: "Geschürte Angst vor übermäßiger Macht".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

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Vergangenen Mittwoch kamen auf Einladung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion christliche, jüdische und muslimische Experten im Bundestag zusammen, um über das Thema »Staat, Kirchen, Religionen: Religiöse Vielfalt in Deutschland – Bereicherung oder Herausforderung?« zu diskutieren. Dabei ging es um die Herausforderungen, vor denen Deutschland angesichts einer sich verändernden Bevölkerungszusammensetzung steht. Ayala Goldmann hat das Fachgespräch für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG verfolgt: "Bereicherung oder Herausforderung?"
Der Link zu ihrem Bericht in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Donald Trump hat im Wahlkampf gezielt gegen die Politische Korrektheit verstoßen und damit auch religiöse Minderheiten herabgesetzt. Alexander Görlach, Mitgründer des Debatten-Magazins "The European" und zurzeit an der Harvard University, fühlt sich an die Rhetorik der Nazizeit erinnert. "Ich glaube, dass die jüdische Gemeinschaft das hier spürt", sagte er im Gespräch mit DEUTSCHLANDRADIO, in dem er sich zu der Rolle der Religionen im amerikanischen Wahlkampf und vor allem zu den Folgen des Wahlausgangs für Juden und Muslime in den USA äußert: "Ich halte Trump für faschistoid"
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

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Auch wenn die Gruppe der Juden in Deutschland relativ klein ist, erweist sie sich doch als ausgesprochen heterogen. Das wird auch deutlich im Blick auf die junge Generation. Wie nehmen sie die Gesellschaft wahr und was bedeutet ihnen der Glaube heutzutage? Der FOCUS sprach mit drei Vertreter, die die Diversität des Judentums, oder auch der Juden, in Deutschland durchaus repräsentieren können: Ein Historiker aus der ehemaligen Sowjetunion, eine „alteingesessene“ Anthropologin, und einem israelischen Betriebswirt: "So denken Juden der jüngeren Generation über Deutschland, Holocaust und Judentum".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Das vor einigen Wochen gefällte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts war eindeutig: Ein jüdisches Ehepaar, das von Frankreich nach Frankfurt am Main umgezogen war, ist durch die Angabe der Religionszugehörigkeit beim Einwohnermeldeamt automatisch Mitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt geworden – und muss entsprechend die bis zu seinem Austritt aufgelaufene Kultussteuer nachzahlen. Hinter dem Urteil steht ein Grundproblem, das mit den unterschiedlichen jüdischen Aufnahmekriterien in den jüdischen Gemeinden in Deutschland zu tun hat. Elke Wittich erläutert das Problem in einem Beitrag für die ALLGEMEINE JÜDISCHE WOCHENZEITUNG: "Nach Aktenlage".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Ferdinand Lassalle, Mitbegründer der SPD, der spätere Berliner Großkritiker Alfred Kerr, der Philosoph Paul Cassirer oder das Chemikerpaar Fritz Haber (Nobelpreisträger) und seine Frau Clara Immerwahr, der Holocaust-Überlebende Ignatz Bubis, langjähriger Vorsitzende des Zentralrats der Juden, oder der erst im Mai in New York verstorbene Historiker Fritz Stern und sein betagter, inzwischen 95-jähriger Kollege Walter Laqueur - sie alle verbindet die Herkunft von einem gemeinsamen Ort: Breslau. Die reiche jüdische Tradition dieser Stadt wird nun besonders greifbar in dem fast zweistündigen, bewegenden Dokumentarfilm "Wir sind Juden aus Breslau", den die beiden Berliner Regisseure Karin Kaper und Dirk Szuszies gedreht haben. Peter von Becker stellt den Film für den TAGESSPIEGEL näher vor: "Filmisches Denkmal".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Radikaler als sie kann man der Welt und dem Leben nicht abschwören: Im berühmten „FAZ“-Fragebogen antwortet Ilse Aichinger 1994 auf die Frage „Was ist für Sie das größte Unglück?“: „Die Genesis“. Als Lebensmotto gibt sie an: „Vivere non necesse est.“ Zu leben, ist nicht nötig. Nun ist Ilse Aichinger, die als Kind einer jüdischen Mutter die Nazi-Herrschaft versteckt in Wien überlebte, gestorben. Neben zahlreichen Nachrufen erinnert Claudia Schülke für KATHPRESS auch daran, dass mit ihr eine der letzten lebenden Zeitzeuginnen der Wiener "Hilfsstelle für nichtarische Katholiken" gestorben ist: »Leben ist nicht notwendig«.
Die Links zu den Nachrufen in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

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Gerade wurde sie für ihre Forschungen zu Martin Luther mit dem 100.000 Euro dotierten und renommierten Gerda-Henkel-Preis ausgezeichnet: die Oxford-Historikerin Lyndal Roper. In ihrer aktuellen Biographie über Luther vermittel sie ein durchaus akzentuiert neues Bild des Reformators: körpernah und widersprüchlich, Alphatier und Polarisierer, Gläubiger und Antisemit. KATHOLISCH.de hat sie dazu interviewt: "Den Teufel mit einem Furz verjagen".
Der Link zum Interview in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

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Jeder, der sich mit dem Holocaust befasst, wird sich wohl schon einmal gefragt haben: Warum nur sind sie nicht rechtzeitig ausgewandert, die Juden aus Deutschland? Auf genau diese Frage versucht David Jünger1, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und am Seminar für Katholische Theologie der Freien Universität Berlin, mit seinem nun vorliegenden Buch "Jahre der Ungewissheit. Emigrationspläne deutscher Juden 1933-1938" zu beantworten. Miriam Magall hat es für das österreichisch-jüdische Magazin DAVID gelesen: "Vergebene Hoffnung auf eine baldige Wiederkehr".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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