Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
01.03.2016 - Nr. 1622

ACHTUNG

Am kommenden Donnerstag, 3. März 2016, erscheint ONLINE-EXTRA Nr. 233.


Anlässlich der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille am kommenden Sonntag an Micha Brumlik wird ein Auszug aus seinem jüngsten Buch "Wann, wenn nicht jetzt. Versuch über die Gegenwart des Judentums" zu lesen sein - ergänzt von einer Rezension des Buches von Hans Maaß.


Guten Tag!

Nr. 1622 - 01. März 2016



Die Staatsform von Israel? Gelöst! Der Zugang zu den heiligen Stätten? Abgehakt! Die Grenzen von Israel und Palästina? Geklärt! Rund 100 Jugendliche Israelis und Palästinenser im Alter von 15 bis 17 Jahren haben in einem Planspiel der Friedensbewegung "Minds of Peace" den Erwachsenen und politischen Führern bewiesen, dass es möglich ist, für jedes Problem, das dem Frieden bislang im Weg stand, eine Lösung zu finden. Anfang Februar hatten sich die Schüler vom Gymnasium Herzliya in Tel Aviv und der Jerusalem School im Ostjerusalemer Stadtteil Beit Hanina getroffen - und Evelyn Bartolmai war für DEUTSCHLANDRADIO mit dabei: "Der Traum vom Frieden".
Der Link zu ihrem Bericht in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Schon mehrfach hat der Israel-Koreespondent der schweizer-jüdischen Wochenzeitung TACHLES seine Befürchtungen beschrieben, die heutigen politischen Entscheidungsträger in Jerusalem könnten aus ideologischen Motiven allmählich das demokratische Selbstverständnis untergraben, das den Staat Israel praktisch seit seiner Gründung geprägt und geformt hat. Dafür hat er nicht selten Kritik hören müssen - verteidigt und erläutert aber seinen Standpunkt mit bedenkenswerten Argumenten auch in der jüngsten Ausgabe der TACHLES, denn wie schon oft, so Ungar, "wenn Israels Politik, wie jetzt wieder, von einem Team ideologisch Gleichgeschalteter bestimmt wird, gewinnt der Grundsatz 'wer nicht für mich ist, der ist gegen mich' gefährlich an Oberwasser".
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Für DEUTSCHLANDRADIO berichtet Torsten Teichmann von einem Platz für Araber, Israelis und Minderheiten: Die Bar Anna Loulou im traditionell arabischen Jaffa widersetze sich jedem Label im Nahen Osten und gilt als Ort der Sehnsucht - auch weil hier mit den Stereotypen des Nahen Ostens gebrochen werde: "Eine Bar als Ort der Sehnsucht".
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Seit Jahren sind nun schon die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei gestört. Nach mehr als fünf Jahren Eiszeit scheinen nun aber die Zeichen wieder auf Annäherung zu stehen. »Es gibt Fortschritte bei den Verhandlungen«, war das Resümee beider Seiten nach einem Treffen von Gesandten in Zürich. Was sind die Gründe für den Stimmungswandel? Und kann er Bestand haben? Diesen Fragen gehen DEUTSCHLANDRADIO und JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG auf den Grund: "Echte Freunde?"
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

"Ich habe im Krieg nichts anderes getan als meine Pflicht erfüllt" - So lautete das rechtfertigende Credo des einstmaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim über seine Zeit als Wehrmachtsoffizier während des Nationalsozialismus. Dreißig Jahre ist es nun her, im März 1986, als die "Affäre Waldheim" Österreich und die westliche Welt erschütterte. Die folgende Debatte veränderte Österreichs Verhältnis zur NS-Vergangenheit, wie Hans Rauscher in einem Beitrag für den österreichischen STANDARD schildert. Und im Kern teilt diese Meinung auch der renommierte Zeithistoriker und Kenner des Nationalsozialismus Gerhard Botz, wie einem Interview ebenfalls im STANDARD zu entnehmen ist: "Es hat doch ein Lernprozess eingesetzt"
Die Links zu Beitrag und Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Der ungarische Holocaust-Film “Son of Saul” hat bei der diesjährigen Oscarverleihung den Preis für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Filmästhetisch gehe das völlig in Ordnung, schreibt der Filmkritiker Rüdiger Suchsland in einem Beitrag für DEUTSCHLANDRADIO. Gleichwohl blieben wichtige Fragen offen:
"Wo stehe dieser Film im Verhältnis zu der Gesellschaft, aus der er komme? Ungarn gebe zunehmend demokratische Spielregeln auf, suspendiere Presse- und Meinungsfreiheit und habe seine eigene faschistische Vergangenheit nicht aufgearbeitet. Die rechtsextremistische Jobbik-Partei wurde bei den letzten Wahlen zweitstärkste Kraft."
Der Link zum Artikel in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Ein bekannter Fußballer, der seine Sinto-Herkunft verbirgt; eine Roma-Familie, die nicht ins Restaurant darf: Kaum eine Minderheit in Europa wird so diskriminiert wie Sinti und Roma. Jetzt wurde eine Kampagne gegen Antiziganismus gestartet, die u.a. auch vom Zentralrat der Juden unterstützt wird, berichten EVAGELISCH.de und JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG: "An der Seite der Sinti und Roma".
Die Links zum Thema in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

In Kreisen der Vereinten Nationen wird es unter vorgehaltener Hand längst als Tatsache gehandelt: Griechenlands Antisemitismus gehört zu den heftigsten weltweit. Auch deshalb steht das Land in den vergangenen Jahren immer häufiger mit Negativschlagzeilen im Rampenlicht. Und leider spielt gerade die orthodoxe Kirche dabei eine sehr unrühmliche Rolle, wie Marianthi Milona in ihrem Beitrag für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG deutlich macht: "Hüterin des Hasses".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Eine katholische Nonne trifft einen ehemaligen Salafisten und drei Muslime von der Kölner Keupstraße diskutieren mit dem Sohn jüdischer Holocaustüberlebender. So sieht das Tableau des Theaterstücks "Glaubenskämpfer" von Nuran David Calis aus, das am Schauspiel Köln Premiere hatte. Herausgekommen ist ein "packendes Diskurstheater", wie DIE WELT meint - ein Stück, das "den Abgrund des Glaubens und die Ursachen des Extremismus" behandelt, wie es im DEUTSCHLANDRADIO heißt. Das Stück, das laut TAZ bereits im Vorfeld im Netz mit Hasskommentaren bedacht wurde, findet bei der Presse durchweg positive Aufnahme: "Nun sag, wie hast du's mit der Religion?"
Die Links zum Thema in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Die Organisation „Root Source“ bietet Bibelkurse für Christen aus jüdisch-orthodoxer Perspektive an. Nutzer aus aller Welt sollen so mehr über den Charakter Gottes erfahren. Moritz Breckner hat sich das für ISRAELNETZ näher angesehen: "Bibel-Nachhilfe: Juden lehren Christen".
Der Link zu seinem Bericht in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Wie wird man Jude? Wie wird man Muslim? Warum konvertieren weiße Deutsche und wie gestaltet sich ihre Beziehung zu jüdischen und muslimischen Gemeinden? Diese Fragen stellte das Jüdisch-Islamische Forum vergangene Woche in der Akademie des Jüdischen Museums Berlin. Tobias Jona Simon, Rabbiner des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, und Esra Özyürek, Professorin für Türkeistudien am European Institute der London School of Economics, diskutierten über die Konversion zum Judentum und Islam in Deutschland. Ozan Keskinkiliç hat für ISLAMiq die Höhepunkte der Veranstaltung zusammengefasst: "Aus der Mehrheit in die Minderheit?"
Der Link zum Bericht in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Frankreichs multikulturelle Gesellschaft ringt um ein friedliches Miteinander. Eine jüdisch-muslimische Metzgerei in Paris, so berichtet Elizabeth Bryant für QANTARA, zeigt dabei schon seit langer Zeit, wie das Zusammenleben zwischen den Religionen funktionieren kann: "Beispiel für gelebte Verständigung".
Der Link dazuin der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Am 3. März startet eine ARD-Krimireihe, in der eine neue jüdische Kommissarin im Mittelpunkt steht. Im ersten Teil ermittelt sie in Berlin, in der zweiten Folge, die am 10. März zu sehen ist, in Tel Aviv. Eine große Sache? Caroline Bock versucht für die SÄCHSISCHE ZEITUNG eine Antwort zu geben: "ARD bekommt eine jüdische Kommissarin aus Berlin".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Vier Millionen Einwohner. Reichtum, Mittelstand, Slums. Hier findet man alles: von der teuersten Haute Couture bis zu verarmten Strassenkindern in den Slums, die im Dschungel der Grossstadt ums Überleben kämpfen: Casablanca. In der Stadt und Umgebung leben noch rund 3000 Juden, nachdem es 1968 fast 80.000 gewesen sind, so erzählt man sich, die genaue Zahl kennt vermutlich niemand, so Franziska Amsel Muheim in ihrer Reportage für die schweizer-jüdische TACHLES. Und wie ist es nun, in Casablanca jüdisch zu leben? Ein Friesuermeister, den sie befragt hat, antwortet unumwunden:
"Wir sind Marokkaner und verkehren zu 99 Prozent mit Muslimen. Probleme? Keine. In Marokko kennen wir diesen europäischen Antisemitismus nicht. Man respektiert sich gegenseitig. Ça va durer! Die Gemeinde erneuert sich ständig. Grâce à sa Majesté! Die Extremisten sind unter Kontrolle. Grâce à la police!"
Der Link zur Reportage über die jüdische Lebenswelt in der marrokanischen Metropole in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Pfefferspray, Gaspistole, Elektroschocker: Immer mehr Bundesbürger rüsten auf. Sie sagen, dass sie sich schützen wollen, dass sie Angst haben. Die Schlagzeilen der Flüchtlingskrise, die Ereignisse in Köln – sie tragen zur Beunruhigung bei. Dabei treibt auch und vor allem Juden die Sorge vor einem importierten Antisemitismus um, auch Rassismus und Judenhass von Rechts machen immer mehr Sorge. Zurecht?  So fragt der Frankfurter Rabbiner Julian Chaim Soussan in einem Beitrag für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG und versucht eine Perspektive zu beschreiben, wie mit den Veränderungen und der Furcht vor Fremden umgegangen werden kann: "Nur keine Angst".
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Zwei Aussteigergeschichten von eher ungewöhnlicher Art: Im DEUTSCHLANDRADIO befragt Philipp Gessler Torsten Hebel, der eins als charismatischer Prediger ein Star der evangelikalen Szene war, bevor er ausstieg. Heute kritisiert der Theologe und Schauspieler den engen dogmatischen Rahmen der Evangelikalen und wird dafür als "Verräter" oder "Nestbeschmutzer" beschimpft. Dem hält er im Interview entgegen: "Zweifel gehört in den Glauben". Und ebenfalls im DEUTSCHLANDRADIO berichet Kirsten Dietrich über Christiane Müller, die zwölf Jahre lang evangelische Pfarrerin war - und dann ebenfalls ausstieg: "Raus aus der Kirche, rein ins Leben".
Die Links zu den beiden Geschichten in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Die Veröffentlichung der sogenannten »Schwarzen Hefte« des deutschen Philosophen Martin Heidegger im Frühjahr 2014 befeuerte noch einmal die Debatte über den Antisemitismus des Denkers. Diese Debatte hat nun die italienische Philosophin Donatella Di Cesare aufgegriffen mit ihrem Buch "Heidegger, die Juden, die Shoah". Die Professorin für Philosophie an der Universität La Sapienza in Rom ist eine exzellente Kennerin des Werkes von Martin Heidegger. Kevin Zdiara stellt das Buch in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG näher vor: "Denker des Judenhasses".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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