Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
19.05.2015 - Nr. 1576

Ungarn erfindet den Holocaust-Film neu



Wie Hitler die Idee mit der Autobahn klaute



Von Ulli Kulke | Am 19. Mai 1935 feierten sich die Nazis als Erfinder der deutschen Schnellstraßen und machten ihren früheren Widerstand vergessen. Debatten über die Vorgeschichte wurden einfach verboten...

Mauthausen: Gedenkstättengesetz lässt weiter auf sich warten

[DER STANDARD (Österreich)]
Das Gesetz soll die Ausgliederung des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen in eine Bundesanstalt bringen ...

Die späte Ehrung der Beate Klarsfeld



Von Matthias Meisner | Immer wieder hat die Linke eine Ehrung für die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld beantragt, die 1968 den damaligen CDU-Kanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigte und als "Nazi" beschimpfte. Jetzt bekommen sie und ihr Mann Serge das Bundesverdienstkreuz...

Einmal Riga und zurück



Von Udo Badelt | Valentina Freimane hat den Holocaust in Lettland überlebt, weil andere Menschen ihr halfen. Aus ihrem Leben wurde eine Oper, die jetzt in Berlin aufgeführt wird...

Ungarn erfindet den Holocaust-Film neu



Von Hans-Georg Rodek | Regisseur László Nemes schafft es mit seinem ersten Langfilm gleich nach Cannes. "Saul Fia" zeigt die Hölle von Auschwitz mit neuer Radikalität. Natalie Portmans Regiedebüt schließt nahtlos daran an...

Das «Sujet Auschwitz»



Von Harald Loch und Johanna Reinicke | Der Tod hat nicht das letzte Wort. Für welchen Ort muss dieses Diktum mehr Geltung beanspruchen als für Auschwitz? Eine Ausstellung in Krakau zeigt jetzt Werke junger Künstler aus Polen, Israel und Deutschland...

Griechische Bürgermeisterin erlaubt Judenstern nun doch



Von Gerd Höhler | Nach massiven Protesten hat die Bürgermeisterin der nordgriechischen Hafenstadt Kavala eingelenkt: Sie will einen Davidsstern an einem Denkmal für die örtlichen Opfer des Holocaust nun doch dulden... 

Deutschland: Promotion für 102 Jahre alte Medizinerin



Prüfung in der NS-Zeit wegen jüdischer Abstammung verweigert...




Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf offiziell wiedereröffnet

Düsseldorf - Mit einem Festakt ist am vergangenen Donnerstag die neugestaltete Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf offiziell wiedereröffnet worden. Unter den Teilnehmern der Veranstaltung waren unter anderem auch Überlebende der Nazi-Verfolgung und deren Familienangehörige.

Er hoffe, "dass nun gerade junge Menschen den Weg hierher finden, um sich mit diesem dunklen Kapitel unserer Geschichte auseinanderzusetzen," sagte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel  (SPD) bei der Eröffnungs-Feier. Das Institut wird laut Geisel auch weiter seiner wichtigsten Maxime treu bleiben: Die dort geleistete Erinnerungsarbeit wird ausnahmslos allen Opfern des Nationalsozialismus in Düsseldorf gewidmet bleiben.
 
Am (kommenden) Samstag lädt die Mahn- und Gedenkstätte zu einem Tag der offenen Tür zwischen 14 und 19 Uhr. Musik der Band "Klezmer tunes", Kurzführungen, Filmvorführungen und ein Zeitzeugengespräch bilden an diesem Tag die Arbeit der Gedenkstätte ab. Ab dem (kommenden) Sonntag hat das Haus in der Düsseldorfer Altstadt dann regulär geöffnet. Der Eintritt bleibt auch in Zukunft für alle Besucherinnen und Besucher frei, hieß es bei dem Festakt am Donnerstag.

Die Ausstellungsräume des 1987 eingerichteten städtischen Kulturinstituts waren im Februar 2011 wegen umfangreicher Umbauarbeiten des gesamten Stadthauses an der Mühlenstraße geschlossen worden. Im Herbst 2013 begannen die Umbauten, die das Haus auf die nunmehr dreifache Fläche vergrößert und für Barrierefreiheit gesorgt haben. Die bisherige Dauerausstellung "Verfolgung und Widerstand in Düsseldorf 1933-1945" wurde durch eine neue ständige Ausstellung ersetzt. Das Thema: "Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus".
 
Die neue Dauerausstellung ist nach Angaben von Gedenkstättenleiter Bastian Fleermann die einzige in Deutschland, sie sich des Themas "Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus" annimmt. Anhand ausgewählter Biografien von jungen Menschen wird den Fragen nachgegangen, wie Düsseldorfer Kinder und Jugendliche sich während der NS-Zeit verhalten, wie sie gehandelt und welche Erfahrungen sie in der Diktatur gemacht haben. Neben den Opfergruppen (Düsseldorfer Juden, politisch oder religiös Verfolgte, Homosexuelle, Zwangsarbeiter, Sinti und Roma) werden auch Kinder und Jugendliche der damaligen Mehrheitsgesellschaft sowie jugendliche NS-Täter porträtiert.
 
Mit Investitionen in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro wurde aus dem Haus ein Museum, das den heutigen Wahrnehmungsgewohnheiten der jungen Generation entspricht. Großzügige und helle Räume regen zur aktiven Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte an, moderne Medientechnik, die der Landschaftsverband Rheinland bezuschusste, erlaubt eine tief gehende Recherche zu den Biografien der damaligen Kinder und Heranwachsenden. Im Freilufthof des Museums konnte ein Ginkgo-Baum erhalten werden, dessen Blätter – in der Medizin eingesetzt als Antidementivum – sinnbildlich für den Erhalt der Erinnerung stehen.

Die Mahn- und Gedenkstätte ist dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Internet:
www.gedenk-dus.de

(COPYRIGHT: Andreas Rehnolt,
Microtext-Journalistenbüro)




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