ACHTUNG
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Im vergangenen Jahr 2012 hat Israel Waffen im Wert von sieben Milliarden US-Dollar exportiert, Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten davon in die USA, natürlich auch nach Europa sowie Südostasien und Südamerika. Besonders im Trend liegen in diesem Jahr Aserbaidschan, Polen, Vietnam und Brasilien. Im Export von unbemannten Flugzeugen steht Israel sogar an der Weltspitze. In acht Jahren verdiente der Staat rund 4,6 Milliarden US-Dollar durch den Verkauf der Drohnen. Zwischen 2001 und 2011 kamen 41 Prozent der weltweit exportierten Drohnen aus Israel. Vor dem Hintergrund dieser neuen Zahlen reflektiert Andreas Hackl in der WIENER ZEITUNG über die Funktion des Waffenhangels in Israel und die Rolle des Militärs in der israelischen Gesellschaft: "Israel, Wirtschaft der Waffen".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Shelly Jechimowitsch, israelische Oppositionsführerin der geschwächten Arbeiterpartei, besucht Berlin. Anlass sind die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der SPD. Die WELT sprach mit der lanjährigen Radio- und Fernsehjournalistin, die erst spät in die Politik gewechselt ist, über den Friedensprozess, die europäische Linke und über ihre erste Reise in das Land der Mörder ihrer Großeltern. Auf die Frage, ob es eine bewußte Entscheidung oder Zufall war, dass sie bislang Deutschland nicht besucht hat, antwortete sie:
"Es war eine Art seelische Schutzmaßnahme. Ich bin mit dem Vermächtnis der Schoah aufgewachsen, das ist ein Teil von mir. Meine Eltern haben den Holocaust überlebt, alle meine Großeltern wurden umgebracht. Eine Entscheidung, nicht nach Deutschland zu reisen, gab es nicht. Aber ich habe es irgendwie bisher immer fertiggebracht, es zu vermeiden. Es gab viele Gelegenheiten. Ich habe mich gedrückt. Dabei ist mein Sohn in Reisegruppen nach Deutschland gereist, ich habe in meinem Haus junge Deutsche als Gäste gehabt, sogar meine Mutter reist von Zeit zu Zeit nach Deutschland und ich habe die gemeinsame Kultur, die Musik, den Humor, die Weltsicht immer zu schätzten gewusst."
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Die zurzeit im Pariser Louvre zu sehende Kunstausstellung „Über Deutschland. 1800–1939“ hat in den deutschsprachigen Medien zum Teil heftige Kritik als „einseitig“ und „vorurteilsbehaftet“ erfahren, was wiederum auf französischer Seite zu Erstaunen geführt hat. Der französische Historiker Étienne François gilt als einer der besten Kenner der intellektuellen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern, war in der Berliner Frankreich-Forschung vielfach engagiert. Gemeinsam mit dem Historiker Hagen Schulze (FU Berlin) hat François die dreibändige Anthologie „Deutsche Erinnerungsorte“ herausgegeben. Mit ihm sprach der TAGESSPIEGEL über die umstrittene These vom "deutschen Sonderweg": "Verführung durch Barbarei ist genuin europäisch".
Der Link zum Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen nahe des österreichischen Linz wurden vor kurzem zwei neue Dauerausstellungen und ein Gedenkraum eröffnet, in dem die Zehntausende von Opfern namentlich aufgeführt werden. Charles E. Ritterband hat sich das für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG angesehen. Und im österreichischen Nachrichtenmagazin PROFIL kann man ergänzend die Rede der israelischen Justizministerin Tzipi Livni nachlesen, die sie am Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen am 5. Mai 2013 hielt: "Es sind UNSERE Narben".
Die Links zu den Beiträgen in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Der „Lord-Jakobovits-Preis für Europäisches Judentum“ wird seit 2012 von der Europäischen Rabbinerkonferenz verliehen. Die Preisträger werden für ihre Unterstützung jüdischer Gemeinden und inbesondere ihr Eintreten gegen Antisemitismus geehrt. Benannt ist der Preis nach dem im damaligen ostpreußischen Königsberg geborenen Immanuel Jakobovits (1921-1999), der einst vor den Nazis nach Großbritannien geflüchtet war und später als Präsident der Europäischen Rabbiner Konferenz und Chef-Rabbiner des Commonwealth wirkte. In diesem Jahr wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Preis ausgezeichnet für ihre 'anhaltende Unterstützung für die Jüdische Gemeinschaft in Deutschland und ihren entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus in ganz Europa'. Gestern nahm sie den Preis in der Großen Synagoge zu Brüssel entgegen, wie die WELT und die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG berichten: "Europas Rabbiner ehren Angela Merkel".
Die Links zu den Berichten in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Die Aushebung eines kriminellen Neonazi-Netzwerks in Oberösterreich hat ein Schlaglicht auf die starke rechte Szene in diesem Bundesland geworfen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Eine Rolle spielt dabei allerdings auch die Freiheitliche Partei Österreichst, wie Meret Baumann in ihrer Analyse für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG darlegt: "Braune Flecken in Oberösterreich".
Der Link zum Bericht in der Rubrik RECHTSRADIKALISMUS.
In der Deutschen Burschenschaft (DB), deren Mitglieder sich ab heute beim Burschentag in Eisenach treffen, wird erneut über eine Art "Ariernachweis" diskutiert. Interne Unterlagen, die dem SPIEGEL vorliegen, zeigen, dass die Burschenschafter kaum etwas gelernt haben aus ihrem bislang größten Debakel. Die Papiere offenbaren außerdem, welche extremistischen und rassistischen Positionen innerhalb der verbliebenen Mitgliedsbünde existieren: "Burschenschafter planen Rückkehr des 'Ariernachweises'"
Der Link zur Reportage in der Rubrik RECHTSRADIKALISMUS.
Viele Debatten der vergangenen Monate zeigen, wie brisant und umstritten das Verhältnis von Religion und Demokratie ist. Viele Fragen, von Beschneidung über Kirchensteuer bis hin zu Arbeitnehmerrechten in den religiösen Einrichtungen, können in einer pluralistischen Demokratie formal-legalistisch nicht mehr beantwortet werden. Braucht unsere Gesellschaft heute überhaupt noch starke, hervorgehobene religiöse Institutionen oder sind sie in einer Demokratie wie unserer längst überholt? Jeder darf alles glauben, aber bitte schön in seinem Wohnzimmer und auf eigene Kosten – ist dies das Leitbild unseres religiösen Zusammenlebens? Mit diesen Fragen setzt sich der Journalist, Rechstanwalt und Gründer des "Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten", Sergey Lagondinsky, in einem Essay in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG auseinander: "So wahr mir Gott helfe".
Der Link zum Essay in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Sie sind klar in der Minderheit, aber sie existieren: Atheisten in arabischen Ländern. Mit dem Aufkommen von sozialen Netzwerken haben sie eine Plattform gefunden, um der Zensur zu entgehen. Zwischen 2009 und 2010 wurde das "Arab Atheist Network" gegründet. Und auf Facebook findet sich beispielsweise die "Arab Atheist Alliance". Die Gegnerschaft der militanten Glaubenseiferer ist groß und die Atheisten haben in manchen Ländern bei Entdeckung die Todesstrafe zu befürchten, wie Thomas Pany in seinem Beitrag über den wachsenden Trend des arabischen Atheismus für TELEPOLIS berichtet: "Viele junge Araber haben sich völlig von der Religion abgewandt".
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
1735 wurde in Wien die türkisch-sephardische Gemeinde gegründet. Als Sepharden werden jene Juden aus Spanien und Portugal bezeichnet, die sich im 15. Jahrhundert im Osmanischen Reich niedergelassen hatten. Ein Friedensvertrag zwischen den Habsburgern und den osmanischen Herrschern ermöglichte einen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch ihrer Staatsbürger. Damals kamen auch die ersten jüdischen Türken nach Wien, wo sie vor allem das Recht auf freie Religionsausübung genossen. Heute gibt es von ihnen noch etwa 20, die einer kleinen Community in Wien leben. Hülya Tektas porträtiert sie in einem Beitrag für die WIENER ZEITUNG: "Mal koscher, mal halal".
Der Link zur Reportage in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Anlässlich des 150. Geburtstages der SPD hat die JÜDISCHE ALLEMEINE WOCHENZEITUNG mit dem Vorsitzenden der Partei, Sigmar Gabriel, ein Gespräch geführt, in dem es um die jüdischen Wurzeln der SPD, Apartheid-Vergleiche in Hebron und um Gabriels Nazi-Vater ging: "Wir sind ein fordernder Partner Israels".
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Die Fußballwelt erwartet gespannt das Finale der Champions League zwischen Bayern München und Borussia Dortmund am kommenden Samstag in Wembley. Ausgehend von dem jüdischen Konzept, allgemeine Lehren für das Leben aus Alltagserfahrungen zu ziehen, versucht Rabbiner Zsolt Balla in einem Beitrag für die JÜDISCHE ALLEMEINE WOCHENZEITUNG zu analysieren, was man von der diesjährigen Champions League oder auch vom Fußball im Allgemeinen lernen könne - und wie dies in Beziehung zu traditionellen jüdischen Werten steht: "Die wahre Champions League".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Und noch einmal geht es um den 150. Geburtstag der "alten Tante SPD": Christoph Meurer zeichnet in einem Beitrag auf KATHOLISCH.DE das lange Zeit schwierige, ja mitunter offen feindselige Verhältnis zwischen SPD und der katholischen Kirche nach. Wenn Sozialdemokraten und Kirchenvertreter dementgegen heute das partnerschaftliche Verhältnis loben, ist das ein Ergebnis einer Entwicklung, die lange Zeit nicht abzusehen war: "Jesus und die Genossen".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Zeruya Shalev ist eine der bekanntesten israelischen Autorinnen, bekannt für ihre radikale und schonungslose Art, mit der sie aus der Sicht von Frauen die Kämpfe um ihr Liebesglück mit ihren Partnern und in ihren Familien beschreibt – nicht selten eindringlich bis hin zur Verstörung. Zugleich lassen sich in ihren Büchern immer wie in einem Brennspiegel auch die Konflikte der israelischen Gesellschaft nachvollziehen. So auch in ihrem jüngsten Roman "Der Rest des Lebens", den Peter Kock für LITERATURKRITIK.DE vorstellt: "Familienaufstellung in Israel".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Einen angenehmen Tag wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
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