Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
04.10.2012 - Nr. 1368

ACHTUNG:

Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Montag, 08. Oktober 2012.


Guten Tag!

Nr. 1368 - 04. Oktober 2012


Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas die systematische Verletzung von Menschenrechten vor. In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zur Lage des Strafvollzugssystems im Gazastreifen zitierte HRW Augenzeugenberichte, denen zufolge mehrere Beamte der Sicherheitsdienste Häftlinge gefoltert haben. Das gesamte System sei fünf Jahre nach der Machtübernahme der radikalislamischen Partei in dem Palästinensergebiet von Ungerechtigkeit geprägt, hieß es in dem Bericht, der von DEUTSCHE WELLE ausführlich vorsgestellt wird:
"Hamas heißt Willkür und Folter"
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST AKTUELL.

In Jerusalem ist in der Nacht zum Dienstag erneut ein Kloster mit antichristlichen Graffiti beschmiert worden. Unbekannte schrieben auf die Umfassungsmauer eines Franziskanerkloster auf dem Zionsberg "Jesus, Hurensohn" und "Price Tag", wie Kirchenvertreter am Dienstag mitteilten. Die Polizei leitete laut israelischen Medienberichten eine Untersuchung ein, wie der österreichische STANDARD berichtet. Die Polizei hatte zunächst bestätigt, dass auch die Mauern der deutschen Benediktiner-Abtei Dormitio besprüht worden seien, doch später stellte sich heraus, dass die Dormitio nicht betroffen war, so Ulrich Sahm in seinem Bericht für ISRAELNETZ.
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Viele in Israel lebende Iraner wünschen sich einen Regimewechsel in Teheran, aber sie wollen keinen Krieg. Ihre Haltung kontrastiert damit zur Kriegsrhetorik zwischen Netanyahu und Ahmadinejad. Nina Fargahi berichtet für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG von einer Diskussion jüdischer Irander in Israel über einen möglichen Krieg: "Eine Heimat fern der Heimat".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Seitdem sie 2006 eingezogen sind, leben sie Tür an Tür, Garten an Garten – und sind die besten Freunde. Und sie verkörpern die Antithese zu den Regierungen in ihrer ursprünglichen Heimat. Der österreichische KURIER schildert die bemerkenswerten Freundschaft zwischen dem in Israel geborenen Samuel Welber und seinem iranischen Nachbarn Hamid Rahimi in efiner Reihenhaussiedlung im niederösterreichischen Maria Ellend: "Iran meets Israel: Grenzenlose Freundschaft".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Was haben meine Eltern, Großeltern, Onkels, Tanten zur Zeit der Nationalsozialismus gemacht? Waren sie verstrickt in das Nazisystem? Waren sie gar an Verbrechen beteiligt? Das Interesse an diesen Fragen lässt nicht nach und steigt in der Kinder- und Enkelgeneration jetzt sogar noch einmal an. Sie spüren: Da ist was nicht erledigt. So machen sich viele in der Enkelgeneration an die Recherche zur eigenen Familiengeschichte. Aber wie genau macht man das? Christine Holch hat dazu ein umfangreiches Dossier für CHRISMON erstellt, das hierfür Tipps und Anregungen gibt: "Ein Täter in der Familie? Tipps zur Recherche".
Der Link zu den Tipps in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Ritualmordlegenden gehören seit dem Mittelalter zum Instrumentarium der Judenfeindschaft, keineswegs nur im christlichen Raum. Die Vorstellung, dass andersgläubige Minderheiten die Kinder von Gastvölkern ermorden, um ihr Blut für rituelle oder magische Zwecke zu gewinnen, hat eine lange Tradition, obowohl gerade die Unterstellung, Juden würden aus diesem Grund Christenkinder töten, weil sie deren Blut etwa zur Herstellung von Matzen benötigen würden, angesichts der jüdischen Speisegesetze völlig absurd ist. In der jüdischen Kulturzeitschrift DAVID gibt der Historiker und ehemalige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, Wolfgang Benz, anhand des berühmten "Anderl von Rinn" einen Einblick in die irrationale Welt der Ritualmordlegenden und wie diese vom radikalen Rechtspopulismus für seine Zwecke instrumentalisiert wird: "Das Anderl von Rinn. Katholische Folklore, Antisemitismus, Rechtspopulismus".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ANTISEMITSMUS.

Albrecht von Lucke, Jurist, Politikwissenschaftler und Redakeur der BLÄTTER FÜR DEUTSCHE UND INTERNATIONALE POLITIK setzt sich in einem längeren Essay in seiner Zeitschrift mit dem "immergrünen Antisemitismus" auseinander. Neben aktuellen Vorfällen und Debatten, die er dabei reflektiert, betont er:
"In Deutschland kommen damit heute zwei Formen des Antisemitismus zusammen: ein sekundärer deutscher Entlastungsantisemitismus wegen Auschwitz – nach dem Motto: „Wir werden den Juden nie verzeihen, was wir ihnen angetan haben“ (teilweise, wie in der Beschneidungsdebatte, noch grundiert mit älteren christlich-antijüdischen Motiven) – mit dem nationalistisch grundierten Antisemitismus junger Araber. Auf diese Weise entpuppt sich der Antisemitismus in der multikulturellen Gesellschaft als nachwachsender Hasssprengstoff."
Der Link zum Essay in der Rubrik ANTISEMITSMUS.

Bio ist salatgrün, karottenorange, kirschrot. Aber manchmal auch braun. Derzeit häufen sich die Berichte politischer Organisationen und Wissenschaftler über rechtsextreme Biobauern, berichtet Lena Müssigmann für den SPIEGEL. Die Öko-Szene ist verunsichert. Erzeugerverbände wollen die Braunen jetzt ausschließen, aber Experten räumen auch ein: Zwischen völkischer und grüner Ideologie gibt es mehr Berührungspunkte als manchen Ökologen lieb ist: "Welche Farbe hat Bio?".
Der Link zum Bericht in der Rubrik RECHTSEXTREMISMUS.

Im TAGESSPIEGEL macht der italienische Autor und Schriftsteller Marco d' Eramo im Blick auf die Arabellion darauf aufmerksam, dass auch die Revolutionen auf europäischem Boden maßgeblich von religiösen Gruppierungen ausgingen und verweist auf Cromwell und die Puritaner in England, die puritanischen Fundamentalisten der Pilgerväter in den USA und sogar auf die säkular scheinenden Revolutionäre der Französischen Revolution, die eine Religion mit der "Göttin Vernunft" an der Spitze ausriefen. Vor diesem Hintergrund sei zu bedenken:
"Wenn aber selbst in Europa demokratische Revolutionen als fundamental-religiöse Aufstände begonnen haben, dann allerdings gibt es zwischen Kapitalismus und religiösem Fundamentalismus eine noch vieldeutigere Bindung als die, die Max Weber so ausführlich untersucht hat („Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“). Vieldeutig, weil zwar einerseits calvinistische Ethik aus jeder Pore des modernen Kapitalismus dringt, andererseits aber die Verwandlung jedes Lebensaspekts in Ware etwas brisant Entheiligendes hat. Das macht den Westen im Angesicht des Fundamentalismus so doppelgesichtig."
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Vor 17 Jahren hat die evangelische Pfarrerin Kristina Westerhoff-Golz einen Juden geheiratet. Sie lebt damit etwas, was längst nicht in allen Landeskirchen der evangelischen Kirche geduldet wird. Früher mussten die Eheleute institutionelle Hürden und skeptische Bemerkungen aus ihrem Umfeld hinnehmen. Heute sehen sie sich als "ganz normales Paar" und verstehen ihren jüdisch-christlichen Hintergrund als persönliches Glück und theologische Bereicherung. Über das Leben in einem christlich-jüdischen Pfarrhaus in Berlin berichtet Cornelius Wüllenkemper in der Zeitschrift CHRISMON: "Leben im Pfarrhaus: christlich-jüdische Dialog".
Der Link zu seiner Reportage in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Laut FAZ und SÜDDEUTSCHE ZEITUNG hat sich die Bundesregierung auf einen konkreten Gesetzentwurf zur Beschneidung von Jungen geeinigt. Die Regelung im Kindschaftsrecht soll es demnach Eltern unter bestimmten Voraussetzungen erlauben, an ihrem Sohn die Beschneidung der Penis-Vorhaut aus religiösen oder hygienischen Gründen vornehmen zu lassen. Der abgestimmte Gesetzentwurf, der den beiden Zeitungen vorliegt, soll bereits am kommenden Mittwoch im Kabinett verabschiedet und danach im Bundestag eingebracht werden.
Links zum Thema in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Das Judentum in Deutschland lebt. Das jüdische Leben biete heute eine bunte Vielfalt, wie es sie seit 1945 in der Form nicht mehr gegeben habe, urteilen Esther Graf und Manja Altenburg. Und diese Vielfalt wollen die Wissenschaftlerinnen möglichst vielen Menschen nahebringen. In Heidelberg und Mannheim haben sie eine "Agentur für Jüdische Kulturvermittlung" gegründet. Zu ihren Kunden zählen Vereine, Forschungseinrichtungen, Museen, Universitäten, Volkshochschulen. Ralf Schick porträtiert die beiden Damen und ihre Agentur für den EVANGELISCHEN PRESSEDIENST: "Judentum zum Anfassen".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Ein Jude wurde in Berlin brutal geschlagen, nachdem er durch seine Kopfbedeckung als Jude identifiziert worden war. Aufgrund dieses Vorfalls haben manche dazu aufgerufen, nicht mehr mit Kippa in Berlin zu gehen. Ist das die richtige Reaktion? Was ist eigentlich die Quelle für das Tragen der Kippa? Auf diese Fragen versucht Rabbiner Jitshak Ehrenberg in einem Beitrag für die Zeitschrift der JÜDISCHEN GEMEINDE BERLIN zu antworten: "Die Kippa als Symbol".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Der New Yorker Schriftsteller Nathan Englander veröffentlicht selten, dafür umso erfolgreicher. 1970 in New York geboren wächst er in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde auf Long Island auf. Er studiert jüdische Geschichte und englische Literatur in N.Y. und Jerusalem. Sein Erzählband „Zur Linderung unerträglichen Verlangens“ erntet großen Erfolg. Mittlerweile haben es schon etliche seiner Kurzgeschichten in die jährliche Anthologie „Best American Short Stories“ geschafft. Seit kurzem liegt sein jüngstes Buch "Worüber wir reden, wenn wir über Anne Frank reden: Stories" in deutscher Sprache vor, in dem es ausnahmslos um Juden geht: Holocaust-Überlebende, die einen vermeintlichen früheren KZ-Wächter auf einem Seniorencamp ertränken, kiffende Ultra-Orthodoxe, einen jüdischen jungen Mann, der in einer Peepshow von Rabbinern heimgesucht wird, eine jüdische Siedlerin, die nach dem Tod von Mann und Kindern so verhärtet ist, dass sie einer anderen Frau die Tochter wegnimmt. Die österreichische PRESSE hat aus diesem Anlaß mit ihm ein Gespräch geführt: "Ich war einfach in der falschen Welt".
Der Link zum Inteview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Die katholische Kirche in Deutschland steht vor einem großen personellen Umbruch. Zehn der 27 Diözesanbischöfe sind älter als 70 Jahre und sind gerade in den Ruhestand gegangen oder werden es in den kommenden fünf Jahren tun, darunter die führenden Geistlichen so wichtiger Bistümer wie Köln mit Kardinal Joachim Meisner (78), Mainz mit Kardinal Karl Lehmann (76) und Freiburg mit Erzbischof Robert Zollitsch (74). Woher die Nachfolger kommen sollen, ist offen, wie Claudia Keller in ihrem Beitrag für den TAGESSPIEGEL deutlich macht: "Eine Generation tritt ab".
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

„Die antisemitische Leidenschaft der einen hätte nicht die Macht, ihr destruktives Potenzial freizusetzen, gäbe es nicht die Indifferenz der anderen.“ Dieses unmißverständliche Urteil über seine österreichischen Landsleute gibt gewissermaßen das Leitmotiv der jüngsten Studie von Maximilian Gottschlich über den Zusammenhang von Judenhass und Israelfeindschaft in Österreich an. Stephan Grigat hat das Buch für das jüdische Kulturmagazin DAVID gelesen und lobt:
"Gottschlichs Schrift hebt sich durch leidenschaftliche Aufrufe zur praktischen Kritik angenehm von jenen distanzierten und langweiligen Wälzern ab, bei denen man den Eindruck gewinnt, die Autoren könnten sich ebenso gut wie mit dem Antisemitismus auch mit isländischer Steuerpolitik befassen".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



Abo-Hinweis

 Die Information, in welchem externen Medium Sie den vollständigen Text kostenfrei lesen können sowie einen Link dorthin ist angemeldeten Abonnenten vorbehalten!
Sie möchten die Information über die Fundstelle inkl. Quellenangabe und Link zum Artikel sehen und nutzen, um den angegebenen Artikel zu lesen?
Dann abonnieren Sie unsere Seiten oder testen Sie uns vorab mit einem kostenfreien Schnupper-Abonnement!
Abo bestellen

Sie sind bereits Abonnent?
Dann melden Sie sich bitte erst mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an, um die Fundstelle inkl. Quellenangabe und Link sehen und nutzen zu können!

Anmeldung