ACHTUNG:
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Palästinenser im Westjordanland haben am Freitag an einer Gedenkveranstaltung in Ramallah ihres vor sieben Jahren verstorbenen Führers Jasser Arafat gedacht. Ein Mausoleum hat er schon - und nun soll bald auch ein Museum für Arafat hinzukommen. Der tote PLO-Chef erinnert die Palästinenser an bessere Zeiten, als sie noch vereint waren und gemeinsam kämpften. Hans-Christian Rößler berichtet in der FAZ über den "Übervater im Würfel".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Nationalistische Kreise haben der Knesset eine Reihe höchst kontroverser Gesetzesvorlagen unterbreitet, berichtet George Szpiro in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG. Im Falle einer Zustimmung, so sein Eindruck, wäre der Schaden für den demokratischen Charakter des Staates Israel gross. Zu den Vorlagen gehört auch ein Gesetzestext, der vorsieht, Nichtregierungsorganisationen künftig den Finanzhahn abzudrehen: "Nationalistische Agenda im israelischen Parlament".
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron ist Traumaspezialistin, ihr Fachgebiet die zweite Generation der Holocaust-Überlebenden. Eine Thematik, die auch in ihre klugen und sensiblen Romane einfließt, die vor allem in Deutschland, Italien und Skandinavien viele Leser finden. Mit der österreichischen PRESSE sprach sie kürzlich über Identität, Familie und Vergebung: "Schweigen ist immer die erste Wahl".
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Seit rund einem halben Jahr ist Shalev Schlosser israelischer Generalkonsul in München. Ausgerechnet die ehemalige "Hauptstadt der Bewegung" der Nazis, hat Israel als Standort für seine zweite diplomatische Vertretung in Deutschland (neben Berlin) ausgesucht. Das Bild von Israel, so klagt er, "ist leider oft verengt. Zu wenig wird Israel als offene und liberale Gesellschaft, als einzige Demokratie im Nahen Osten, gesehen, eine Demokratie, die Frieden sucht". Peter Issig stellt den neuen Konsul in der WELT näher vor: "Einer der auszog, Bayer zu werden".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Seit 29 Jahren gibt es in Israel das Projekt "Living Together", das gegenseitiges Kennenlernen, Verstehen und Zusammenleben der vielen israelischen Bevölkerungsgruppen durch Aktionen und Projekte zu fördern versucht. Seit 2009 unterstützt auch das Pädagogisch-Kulturelle Centrum Ehemalige Synagoge in Freudental die Bemühungen der Israelis um ein friedvolleres Zusammenleben. Nun waren 17 Israelis - jüdische, drusische und beduinische - in Freudental zu Gast. Die BIETIGHEIMER ZEITUNG war mit dabei: "Nagelprobe für den kleinen Frieden".
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Gehört Auschwitz zur Identität von Migranten? Die Muslimische Jugend Deutschland (MJD) hat auf beeindruckende Weise Neuland betreten und ihre Mitglieder zum ersten Mal zu einer Reise in das einstige NS-Konzentrationslager eingeladen, um des Massenmords an den Juden zu gedenken: ein emotionaler und lehrreicher Tag, wie Jan Kuhlmann für DEUTSCHLANDRADIO über die ungewöhnliche Reise der jungen Muslime berichtet: "Wie konnten die Leute so grausam sein?".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Er war Kämpfer gegen die Nationalsozialisten, wurde verfolgt und ins KZ gesteckt. 40 Jahre lang schwieg Arno Lustiger, dann fing er an Bücher zu schreiben über Menschen, die sich gegen das Böse auflehnten, so etwa sein jüngstes Buch mit dem Titel: "Rettungswiderstand: Judenretter in Europa während der NS-Zeit". Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG sprach mit ihm über die Freiheit zu wählen, vergessene Helden, und wie es sich anfühlt, wenn niemand glaubt: "Die SS-Wachen haben auch meinen Onkel erschossen".
Der Link zum Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Die ultra-rechte Laos-Partei regiert jetzt in Griechenland mit. In der Vergangenheit wetterte sie vor allem gegen Dunkelhäutige, Juden, Homosexuelle und "Zigeuner". Im Jahr 1985 stürmte etwa Makis Voridis, neuer Minister für Infrastruktur, an der Spitze einer Gruppe von Rechtsextremisten das Gebäude der Jurafakultät, deren Studentenvereinigungen ihn kurz zuvor ausgeschlossen hatten – wegen rechtsextremer Umtriebe. Die WELT und die FAZ betrachten die Beteiligung seiner Laos-Partei an der Macht in Griechenland mit Sorge: "Mit Gottes Segen gegen Einwanderer und Juden".
Die Links zu den Berichten in der Rubrik ANTISEMITSIMUS.
Im vergangene Woche fertiggestellten Antisemitismusbericht der Bundesregierung wird den christlichen Kirchen vorgeworfen, nicht konsequent genug gegen Judenhass in den eigenen Reihen vorzugehen. Gleichzeitig betont der Bericht allerdings, dass offizielle Lehre und Theologie der beiden Kirchen dem Antisemitismus keinerlei Grundlage mehr bieten. Im Fazit der Studie, die am Donnerstag in Berlin bekanntwurde, wird die Frage gestellt, ob in der Kirche "die kritische Auseinandersetzung mit der Tradition des christlichen Antijudaismus' weit genug gehe. Erreicht, so ist etwa zu fragen, der christlich-jüdische Dialog wirklich die Basis der Kirchenmitglieder?" Die Frage, "ob und in welchem Ausmaß innerhalb der Kirchen möglicherweise ein gewisser latenter Antisemitismus auszumachen ist", sei legitim und verlange nach einer Antwort.
Links zu Berichten zum Thema in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Der rechte Terrorismus hat eine tödliche Qualität offenbart, die viele nicht für möglich gehalten haben. Vor allem gerät der Verfassungsschutz in vielerlei Hinsicht ins Visier. Auch die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer kritisierte den Verfassungsschutz jetzt scharf. Nach der bundesweiten Mordserie an neun Einwanderern und einer Polizistin will die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung den Terror von rechts zum Gegenstand eines Treffens mit Migranten machen, berichtet die WELT. Über Jahre konnte die Zelle von Rechtsextremen mordend durch Deutschland ziehen. Wer aber waren diese Terroristen? Wie wurden sie zu Neonazis? Hatten sie Helfer? Die wichtigsten Fragen und erste Erklärungen versucht Günter Lachmann in der WELT zu geben. An gleicher Stelle erinnert Sven Felix Kellerhoff daran, dass der Rechtsterrorismus keineswegs so neu ist und auch in Deutschland eine lange Tradition hat, die im Jahr 1919 begann. Bis zu 400 "Fememorde" begingen nämlich Rechtsradikale in der Weimarer Republik. Und in der Bundesrepublik gipfelte der rechte Terror im Anschlag auf das Oktoberfest 1980. Militante Neonazis organisieren sich bundesweit in „Freien Netzen“, träumen von einem Vierten Reich und planen Gewalttaten – besonders aktiv sind sie in Thüringen, wie die BERLINER ZEITUNG ergänzend berichtet. Im österreichischen STANDARD wiederum weist der Politikwissenschaftler Franz Eder auf eine mögliche Ursache hin, die mit dazu beigetragen habe, dass man nicht früher auf die Täter aufmerksam wurde:
"Was hilft strengere Internetbeobachtung wie der Bundestrojaner - oder auch, wie sie jetzt auch im Zuge der Novelle des österreichischen Sicherheitspolizeigesetzes eingeführt werden soll -, wenn Terroristen zur Kommunikation gar nicht aufs Internet zurückgreifen?"
Lorenz Jäger hat Auszüge der Bekenner-DVD gesehen, die die Täter hinterlassen haben und beschreibt in der FAZ seine Eindrücke:
"Es ist ein Dokument des kichernden Irrsinns, der mordlustigen Albernheit, der infantilen Grausamkeit von ganz Erwachsenen. Das Maskottchen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, sein Identifikations-Kuscheltierchen, war der rosarote Panther, eine heiter-freche, trickreiche Figur, deren Abenteuer gereimt erzählt und von Swing-Musik begleitet werden."
Gespenstisch.
Viele Links zum Thema in der Rubrik RECHTSEXTREMISMUS.
Die österreichisch-schweizerische Schriftstellerin Regina Ullmann gilt als weithin vergessen. Nach ihrer Konversion vom Judentum zur katholischen Kirche war sie als christliche Erzählerin in Erscheinung getreten. Für ihr Werk erfuhr sie erst spät Anerkennung. Christa Bürger stellt sie und ihr Werk im DEUTSCHLANDRADIO näher vor: "Ich aber bin die Einsamkeit und lieb' mich selber"
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Papst Benedikt XVI. hat vergangene Woche Religionsführer des Heiligen Landes aufgefordert, sich für ein Klima von Vertrauen und Dialog in ihrer Region einzusetzen. An der Audienz im Vatikan nahmen rund 25 Spitzenvertreter des Judentum, des Islam, der Drusen sowie mehrerer christlicher Gemeinschaften teil. In den Tagen davor hatte die Delegation Gespräche unter anderem mit der vatikanischen Ostkirchen-Kongregation sowie den Behörden für Ökumene, interreligiösen Dialog und die Beziehungen zum Judentum geführt. DOMRADIO und RADIO VATIKAN berichten über die Gespräche: "Zum Frieden anstifen".
Die Links dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Deutsche Rabbiner werden zur Zeit vor allem an der Universität Potsdam ausgebildet, aber dort gibt es nun Streit. Das Institut droht gar, an die Universität Erlangen-Nürnberg abzuwandern, und die fränkische Hochschule kann sich das gut vorstellen, wie Natalie Schalk im FRÄNKISCHEN TAG berichtet: "Uni Erlangen interessiert sich für Rabbinerkolleg".
Der Link zu ihrem Bericht in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Bei Aschenputtel ist alles ganz einfach: "Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen". Ebenso bei den Christen: Die Guten kommen in den Himmel, die Bösen fahren zur Hölle. Die Katholiken kennen für die armen Sünder gar noch das Fegefeuer, während bei den Protestanten in dieser Hinsicht kalte Küche herrscht. Herrlichen Zeiten geht der fromme Moslem entgegen: 70 Jungfrauen harren seiner Seele. Für Hindus und Buddhisten hingegen ist die Wiedergeburt ausgemachte Sache. Wie aber schaut das Jenseits im Judentum aus? Die Gedanken hierzu sind sehr zurückhaltend und doch vielfältiger als gedacht. Yizhak Ahren, Psychologe und Talmud-Lehrer, gab darüber auf Einladung des Forums für jüdische Geschichte und Kultur in Nürnberg Auskunft - und Reinhard Kalb hat das sehr umfangreich für die NÜRNBERGER ZEITUNG mit aufgezeichnet: "Jenseitsvorstellungen im Judentum".
Der Link zum Bericht in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Das Berliner Theater Bimah ist das einzige jüdische Theater in Deutschland mit regelmäßigem Spielbetrieb. Geleitet wird es von seinem Gründer Dan Lahav, der das Theater nun schon seit zwölf Jahren ohne öffentliche Förderung betreibt. Die letzte Station war fünf Jahre lang in der Jonasstraße in Neukölln, aber nun stand erneut ein Umzug in das neue Domizil im Admiralspalast an. Genau der richtige Ort, meint Lahav, wie Max Büch in der TAZ berichtet: "Neubeginn an alter Stelle".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Die Theologin Johanna Rahner hält eine stärkere Einbindung von Frauen in die katholische Kirche für eine theologisch legitime Forderung - trotz dem Wunsch des Papstes, über diese Thematik nicht mehr zu sprechen. "Denkverbote in der Kirche haben nie weitergeholfen", sagt sie im Gespräch mit dem DEUTSCHLANDRADIO.
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Katholiken gehen zur Beichte, Protestanten nicht - wenn es um die schnelle Unterscheidung der verschiedenen Ausprägungen des Christentums geht, ist diese Faustregel schnell bei der Hand. Dass sie in dieser einfachen Form überhaupt nicht stimmt, ist dagegen nicht so weit bekannt. Im Gegenteil, die Beichte wird in evangelischen Gemeinden zunehmend populärer, berichtet Peter Kaiser im DEUTSCHLANDRADIO: "Schuld bekennen, Buße tun. In der evangelischen Kirche wird wieder gebeichtet".
Der Link zur Reportage in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Der Historiker und ehemalige Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, Wolfgang Benz, legt eine in sechs Aufsätzen enthaltene Gesamtbetrachtung zur Antisemitismusforschung vor. Armin Pfahl-Traughber hat das Buch für den HUMANISTISCHEN PRESSEDIENST gelesen und stellt es näher vor: "Eine Bilanz der Antisemitismusforschung".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Einen angenehmen Tag wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
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