ONLINE-EXTRA Nr. 148
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"Vom Nationalgott Jahwe zum Herrn der Welt und aller Völker" lautet die Überschrift eines Beitrags, der in der Augustausgabe des "Deutschen Pfarrerblatt" erschienen ist. Sein Autor, der pensionierte Pfarrer Jochen Vollmer, vertritt darin die Auffassung, dass es vornehmlich das religiöse Selbstverständnis des Staates Israel sei, das einem Frieden im Nahen Osten im Wege stehe. "Die Landnahme ist das oberste Ziel israelischer Politik.", heißt es in dem Beitrag, der seine hochpolitischen Thesen mit zumindest fragwürdigen theologischen und historischen Argumenten zu belegen sucht. (Der Link zum Originaltitel weiter unten in der Info-Box).
Infrage stellt der Theologe Vollmer dabei auch einen Markstein der theologischen Revision in der evangelischen Kirche nach und im Angesicht von Auschwitz, nämlich den Beschluss der rheinischen Synode, der in jeder Hinsicht einen Durchbruch für die Neubestimmung des Verhältnisses von Christen und Juden markierte. In der rheinischen Erklärung von 1980 heißt es: "Wir glauben die bleibende Erwählung des jüdischen Volkes als Gottes Volk und erkennen, daß die Kirche durch Jesus Christus in den Bund Gottes mit seinem Volk hineingenommen ist."
Ende August führte der Beitrag nun - angestoßen von einer Pressemitteilung des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR) - zu einer heftigen Debatte. Der DKR veurteilte den Beitrag als "juden- und israelfeindlich". Der Aufsatz plädiere mit "vorgeblich christlich-theologischen Argumenten" für eine Absage an die theologisch begründete Solidarität mit Israel. Mehr noch, Vollmer bezweifle gar die Rechtmäßigkeit der Gründung Israels und erhebe den Vorwurf, Israel habe vor der Staatsgründung palästinensisches Land "geraubt".
COMPASS dokumentiert und ergänzt die laufende Debatte mit dem vorliegenden ONLINE-EXTRA Nr. 148: Zum einen können Sie zwei Originalbeiträge lesen, die sich mit den Thesen Vollmers auseinandersetzen. Sowohl Wolf-Rüdiger Schmidt, ehemals Redaktionsleiter beim ZDF im Bereich Kultur und Wissenschaft, wie auch Friedhelm Pieper, ehemals Generalsekretär des Internationalen Rates der Christen und Juden, warten mit einer Reihe theologischer und historischer Einwände und Argumente auf, die Vollmers Argumentation und Position infrage stellen. Zum anderen finden Sie in der Info-Box in der Mitte dieser Seite sowohl den Link zum Volltext des Vollmer-Beitrags sowie Links zu weiteren Publikationen und Artikeln, die sich an der Debatte bislang beteiligt oder über sie berichtet haben.
COMPASS dankt den beiden Autoren für die Genehmigung zur Wiedergabe ihrer Texte an dieser Stelle!
Hier finden Sie ONLINE-EXTRA Nr. 148:
Online-Extra Nr. 148
online exklusiv für ONLINE-EXTRA
Einen angenehmen Tag, ein schönes Wochenende und Gut Schabbes wünscht
Dr. Christoph Münz
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