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ISSN 1612-7331
24.05.2011 - Nr. 1259
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Guten Tag!

Nr. 1259 - 24. Mai 2011


Im Wettstreit der Reden war am Sonntag noch einmal Barack Obama am Zug. Nachdem er vorige Woche in einer Grundsatzrede zum arabischen Frühling die Grenzen von 1967 als Ausgangspunkt für Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern genannt hatte - und damit eine heftige Kontroverse auslöste - präzisierte und verteidigte Obama seinen Nahost-Vorstoß erneut an prominenter Stelle. Die in den USA einflussreichste jüdische Lobbygruppe, das American Israel Public Affairs Committee (Aipac), hält derzeit in Washington ihr Jahrestreffen ab. Obama war als Gastredner geladen. Unterdessen wartet man gespannt auf die Rede des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu vor dem US-Kongress. Rechte Koalitionskreise in Israel warnen ihn bereits: „Er weiß, wenn er 1967 erwähnt, hat er keine Regierung mehr“, heißt es.
Links zu aktuellen Berichten und Analysen in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Insbesondere im Blickwinkel auf die politische Rolle der amerikanischen Juden setzen sich der Schweizer TAGES-ANZEIGER und der SPIEGEL mit den Wirkungen und Reaktionen der Rede Obamas vor dem American Israel Public Affairs Committee (Aipac) auseinander. Offenbar kam seine Rede vor den jüdischen Zuhörern gut an, meint Dieter Ostermann im TAGES-ANZEIGER, obgleich oder weil Obama Tacheles redete: Über die unverbrüchliche Selbstverpflichtung der USA zu Israels Sicherheit, aber auch über die Grenzen von 1967 als Bezugsgröße für eine Zwei-Staaten-Lösung. Und über die Dringlichkeit angesichts der Turbulenzen in der arabischen Welt, jetzt und nicht irgendwann Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu schließen. „Kein amerikanischer Präsident“, notierte die linke Tageszeitung Haaretz, „hat jemals dieser großen Audienz an Israel-Unterstützern die Wahrheit gesagt. Bis gestern.“ Kritischer sieht es Marc Pitzke im SPIEGEL. Er meint, Obama habe die jüdischen Wähler in den USA eher verwirrt, so dass manche Lobbyisten bereits an der Solidarität des Präsidenten zweifelten. Und die Republikaner versuchen schon, den Streit als Wahlkampfthema auszuschlachten.
Die Links zu den beiden Beiträgen über Obamas Auftreten vor der Aipac in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Auch von deutschem Boden aus gibt es Reaktionen auf Obamas jüngste Äußerungen. Das wird etwa in zwei Beiträgen deutlich, die in dem Debattenmagazin THE EUROPEAN online erschienen sind. Im Interview mit Salah Abdel Shafi, Repräsentant der Palästinensischen Autonomiebehörde in Deutschland, zeigt dieser sich optimistisch, was die Friedensbereitschaft der Palästinenser und der arabischen Welt betrifft: "Wir können in zwei Monaten ein Abkommen unterzeichnen", sagt er. Und in einem Gastbeitrag schreibt der US-Botschafter in Deutschland, Philip D. Murphy, Obama habe ein wichtiges Signal gesetzt und gleichzeitig betont, dass beide Seiten sich sicher sein können, dass das eigene Existenzrecht außer Frage steht.
Die Links zu den beiden Beiträgen in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Der israelische Schriftsteller Chaim Noll, der zur Zeit auf Lesereise in Deutschland und Österreich ist, erläutert im Interview mit der österreichischen PRESSE, wie er die Gefahr des islamischen Judenhass einschätzt, schildert negative Erfahrungen als junger Mann in der ehemaligen DDR und erzählt von einer positiven Zusammenarbeit mit den Arabern.
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Fußball verbindet – diese Erfahrung machte auch  - ja, das gibt es tatsächlich! - die deutsche Nationalmannschaft der Bürgermeister auf ihrem Besuch in Israel. Neben dem runden Leder und einem Freundschaftsspiel mit den israelischen Kollegen stand jedoch der politische Kontakt zu israelischen und palästinensischen Bürgern im Vordergrund, wie Kristin Seelbach für die NORDSEE-ZEITUNG berichtet: "Rundes Leder rollt in Israel".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Das Konzentrationslager Ebensee war ein Außenlager des KZ Mauthausen in der Gemeinde Ebensee in Oberösterreich. Die Häftlinge im KZ-Ebensee wurden eingesetzt, um Höhlen für die unterirdische Produktion von Raketen auszuheben. Geleitet wurde das KZ von dem SS-Offizier Otto Riemer, der als Trinker und Sadist bekannt war und es genoss, Häftlinge zu foltern und zu töten. Außerdem wurde im Lager eine auf Menschen abgerichtete Dogge „Lord“ gehalten, die mehrmals Häftlinge zerfleischte. Am 6. Mai 1945 wurde das Lager Ebensee von Soldaten der US 80th Infantry Division, einer Panzerdivision der 3. US-Armee befreit. Diesem Tag der Befreiung gedachte man kürzlich im Lager. Zu diesem Anlass hielt der Herausgeber des österreichischen Nachrichtenmagazins PROFIL, Christian Rainer, eine sehr persönliche und bewegende Gedenkrede, die nun im Wortlaut auch online nachzulesen ist: „Gescheitert am moralischen Wiederaufbau“
Der Link zur Rede in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Es ist unausweichlich, dass die Schoah in Dichtung und Prosa thematisiert wird. Denn nur dadurch kann die Erinnerung an die Judenvernichtung wach bleiben. Diese Ansicht äußerte die israelische Autorin Nava Semel am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung im Heidelberger Theater, von der Elisabeth Hausen für ISRAELNETZ berichtet:"Kann man über den Holocaust schreiben?".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Vor dem Hintergrund der letzte Woche erschienen Stude über Antisemitismus und Antizionismus in der Linkspartei (siehe Compass 20.05.2011) befragte nun DOMRADIO den jüdischen Publizisten und Autor Henryk M. Broder nach seiner Einschätzung. Auf die Frage, ob Broder ebenfalls glaube, dass es antisemitische Strömungen in der Linkspartei gebe, antwortete Broder:
"Das ist keine Frage des Glaubens. Ich kann an den Messias glauben, an die jungfräuliche Empfängnis oder an irgendwelche Wundertaten. Das ist keine Frage des Glaubens - es ist so."
Auf den Hinweis von DOMRADIO, dass aber doch der geschäftsführende Parteivorstand Ende April gesagt habe, Rechtsextremismus und Antisemitismus hätten in der Linken keinen Platz und dass man auch Aufrufe zum Boykott israelischer Waren klar verurteile, reagierte Broder:
"Ich bitte Sie. Der hat sich so positioniert, wie sich die Panzerknacker-Bande zu Bankeinbrüchen positioniert hat. Abgeordnete der Linkspartei sind auf der Mavi Marmara nach Gaza gesegelt unter der Schirmherrschaft einer islamistischen Organisation, die sehr nahe Kontakte zur Hamas pflegt, und Abgeordnete der Linkspartei sind bei jeder antiisraelischen Demo dabei. Das empfinde ich als Antisemitismus."
Der Link zum vollständigen Interview in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Erfahrungen in England und Norwegen zeigen, dass im Gegensatz zu einem konfessionell gebundenen Religionsunterricht ein konfessionell neutraler Religionsunterricht den Respekt für die kulturelle Vielfalt stärkt, wird nun demnächst im Kanton Zürich, Schweiz, das Fach «Religion und Kultur» flächendeckend einführen. Dorothee Vögeli beschreibt in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG genauer, wie dergestalt künftig mit "Bildung gegen Intoleranz" vorgegangen werden soll.
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Der islamische Fundamentalistenprediger Pierre Vogel predigt die Reinheit des Islam. Sein Feindbild sind alle Muslime, die eine dialogbereite und offene Haltung gegenüber der Moderne einnehmen. Das macht ihn zu einem der einflussreichsten Köpfe der Konvertitenszene, wie Danijel Majic in seinem Portrtät des "deutschen Fundamentalisten" für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG schreibt.
Der Link zum Porträt in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

In Deutschland gab es bislang keine Kinderbücher für muslimische Kinder. Der Islamwissenschaftler, Dichter und Philosoph Ahmad Milad Karimi hat deswegen vor einiger Zeit bereits einen eigenen Verlag gegründet: "Salam". Im Gespräch mit QANTARA erklärt er, wie er mit seinen Büchern ein tolerantes Bild vom Islam vermitteln möchte und die bei ihm verlegten islamischen Kinderbücher als Beitrag zur Integration versteht.
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

«Koscher feiern und leben» - unter diesem Motto fand am vergangenen Sonntag mitten auf Berlins Kurfürstendamm eine jüdische Parade statt. Angeführt von einem Wagen mit dem Nachbau einer koscheren Küche zogen etwa 500 Teilnehmer durch die Straßen, um schließlich am Jüdischen Bildungszentrum zusammen mit einigen Tausenden Menschen bei Musik, einer Bühnenshow auch für Kinder und koscherem Essen zu feiern. Die Parade fand im vergangenen Jahr erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Berlin statt. Mittendrin im Feiergetümmel war auch der der orthodoxe Rabbiner Yehuda Teichtal. Und der hat eine ganz spezielle Mission, wie Konrad Litschko in seiner Reportage für die TAZ erzählt:"Der Rabbi tanzt für Fröhlichkeit".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Der Schauspieler und Autor Michael Degen hat soeben einen Roman veröffentlicht ("Familienbande"), in dessen Mittelpunkt Michael Mann steht, der ungeliebte Sohn von Thomas und Katia Mann. Vor diesem Hintergrund sprach die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG mit dem schreibenden Schauspieler. Zu Thomas Mann sagt Degen dabei recht deutlich:
"Er war ein Antisemit, er mochte die Juden nicht. Er wollte sie freilich keineswegs ausrotten, und er war ebenso wenig Nationalsozialist. Aber ich bin der Meinung, dass es ihm nicht viel ausgemacht hätte, wenn Goebbels ihm erklärt hätte, dass er zurück nach Deutschland kommen könnte und schriftstellerisch freie Bahn bekäme – er wäre zweifelsfrei zurückgekommen. Anfangs hat Thomas Mann nicht einmal daran gedacht, dass er eine jüdische Frau und damit nach der Halacha auch jüdische Kinder hat. Das verwundert schon sehr, auch wenn Katia selbst sich stets dagegen wehrte, als Jüdin bezeichnet zu werden."
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Der HUMANISTISCHE PRESSEDIENST berichtet seit geraumer Zeit schon regelmäßig über die Aktivitäten der Christlichen Rechte in den USA.  Teilweise sind diese Reportagen nicht einfach nachzuvollziehen, da es uns im "aufgeklärten Europa" inzwischen recht schwer fällt, sich noch in die Gedankenwelt der amerikanischen Evangelikalen hineinzudenken; hinzu kommt, dass in den USA eine nahezu unüberschaubare Vielzahl von Personen oder Organisationen für ihre Interpreation des Christentums werben. Im jüngsten Beitrag versucht nun Lukas Mihr stichwortartig die wichtigsten Akteure der Christlichen Rechten vorzustellen und einen Überblick zu liefern.
Der Link zum Beitrag in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Gernot Wolframs neuer Roman spielt in Tunesien - und erinnert an den Anschlag auf die Al-Ghriba-Synagoge, einem jahrhundertealten jüdischen Pilgerort, bei dem 2002 auch deutsche Touristen ums Leben kamen. Ihn interessiert dabei der umgekehrte Blick: der Blick des Westens auf die muslimische Welt, samt blinder Flecken und den möglichen fatalen Konsequenzen. Claudia Krematschek hat den Roman gelesen und stellt ihn im DEUTSCHLANDRADIO näher vor: "Das Wüstenhaus".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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EDITORIAL HIGHLIGHTS

24. Mai 2011

 * Obama verteidigt seinen Nahost-Vorstoß ... mehr
 
 * Obama verunsichert jüdische Wähler in den USA ... mehr
 
 * US-Botschafter in Deutschland: "Wichtiges Signal" ... mehr
 
 * Israelischer Autor Chaim Noll im Interview ... mehr
 
 * Nationalmannschaft der Bürgermeister in Israel ... mehr
 
 * Gedenkrede zur Befreiung des KZ Ebensee ... mehr
 
 * Kann man über den Holocaust schreiben? ... mehr
 
 * Henryk M. Broder zum Antisemitismus in der Linkspartei ... mehr
 
 * Konfessionell neutraler Religionsunterricht in Zürich ... mehr
 
 * Der Fundamentalistenprediger Pierre Vogel ... mehr
 
 * "Salam" - Islamische Kinderbücher in Deutschland ... mehr
 
 * Der Rabbi tanzt für Fröhlichkeit ... mehr
 
 * Michael Degen über Thomas Mann ... mehr
 
 * Akteure der Christlichen Rechten in den USA im Überblik ... mehr
 
 * Buch-Tipp: Gernot Wolfram - Das Wüstenhaus ... mehr

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