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ISSN 1612-7331
16.05.2011 - Nr. 1256
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Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Mittwoch, 18. Mai 2011.



Guten Tag!

Nr. 1256 - 16. Mai 2011


Jahrelang war es am Tag der Staatsgründung Israels verhältnismäßig ruhig - dieses Mal war alles anders: Mehr als 20 Palästinenser wurden gestern beim Sturm auf Israels Grenzen getötet und Dutzende verletzt. Zwei von ihnen starben, als am Sonntag tausende Zivilisten von Syrien aus die ansonsten stark bewachte Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen durchbrachen. Der schwerste Vorfall ereignete sich an der libanesisch-israelischen Grenze, wo israelische Soldaten nach Armeeangaben zehn Palästinenser beim Durchbrechen der Grenze während eines „Marsches für die Rückkehr nach Palästina“ erschossen.
Links zu aktuellen Berichten in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST AKTUELL.

Mit dem kürzlich beschlossenen, neuen palästinensischen Hausfrieden zwischen Hamas und Fatah tun sich die Opfer des jahrelangen Bruderkriegs schwer. Zu tief sind die Wunden, zu nah die Gräueltaten zwischen Hamas und Fatah, wie Inge Günther am Beispiel zweier Familien im Gazastreifen in ihrer Reportage für die FRANKFURTER RUNDSCHAU schildert: "Nichts ist vergessen".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Immer mehr junge israelische Soldaten vertrauen der Menschenrechtsorganisation "Breaking the Silence" an, was sie während ihrer Militärzeit in den besetzten Gebieten erlebt haben. Ziel der Organisation ist es, den Israelis die Folgen ihrer eigenen Besatzungspolitik kritisch vor Augen zu halten. Einer von ihnen ist Avner Gevaryahu, dessen Geschichte Anne Demmer in einer Reportage für DEUTSCHLANDRADIO erzählt: "Mit dem Schweigen brechen".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Vergangene Woche feierte Israel am Jom Haazmaut, dem israelischen Unabhänigkeitstag, die Gründung des Staates Israel. Viele jüdische Gemeinden in aller Welt feierten mit, auch in Deutschland und nicht nur alleine die jüdischen Gemeinden. Die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG berichtet von den Feierlichkeiten u.a. in Berlin, Frankfurt, Köln und Düsseldorf: "Deutschland, blau-weiß. Impressionen vom Jom Haazmaut".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Denis Avey kam als britischer Kriegsgefangener in ein Lager bei Auschwitz. Um herauszufinden, was sich in dem Konzentrationslager ereignet, tauschte er mit einem KZ-Häftling die Kleidung. Über seine schier unglaublichen Erlebnisse hat er jahrzehntelang geschwiegen – nun spricht er darüber in dem Buch "Der Mann, der ins KZ einbrach". Die WELT führte ein langes Gespräch mit dem Briten. U.a. fragte man ihn, inwiefern sich sein Menschenbild durch die 18 Monate in Auschwitz verändert habe. Avey antwortete:
"Ich habe begreifen müssen, dass nicht viel nötig ist, um Menschen in Unmenschen zu verwandeln, denn die Menschen sind schwach. Das wirklich Irrationale und tatsächlich Unerklärbare ist aber nicht das Böse, sondern das Gute. Als ich in einem Viehwaggon Richtung Auschwitz transportiert wurde, warfen mir wildfremde Menschen an den Gleisen Brot zu. Dieses Erbarmen ist das eigentliche Wunder. Im Lager fiel mir auf, dass es eher die einfachen, ungebildeten Menschen waren, die Mut und Tapferkeit zeigten. Die intellektuellen Typen waren mit ihren Zweifeln beschäftigt, und negatives Denken lässt einen passiv bleiben."
Inwiefern eine religiöse Erziehung ihm geholfen habe, wollte die WELT weiter wissen. Avey dazu:
"Nein. Wenn es Gott gibt, dann hatte er Auschwitz den Rücken zugewandt. Selbst die Natur hatte sich aus Auschwitz zurückgezogen. Ich habe an keinem einzigen Tag Vögel, Bienen oder Schmetterlinge gesehen."
Der Link zum vollständigen Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Die Bundestagsabgeordnete Inge Höger hat in Herford die Patenschaft für einen "Stolperstein" übernommen, der an ein jüdisches Opfer der NS-Verfolgung erinnern soll. Vor einem Jahr beteiligte sich das Mitglied der Linkspartei an der anti-israelischen Flottille für den Gazastreifen. Der WELT-Kolumnist Henryk M. Broder sieht hier einen Widerspruch und kommentiert das Verhalten von Frau Höger bissig: "Das Problem einer Linken mit lebenden Juden".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Als Hugo Bettauer 1925 von feinem Nazi erschossen wird, ist er nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern auch umstrittensten Schriftsteller Österreichs. Drei Jahre zuvor erschien sein wohl berühmtestes Werk: "Stadt ohne Juden". Das Buch mit dem Untertitel "Ein Roman von übermorgen" kommt satirisch daher, als unterhaltsamer, "kleiner Zukunftsroman", wie Bettauer selbst schrieb. Auf knapp 100 Seiten skizziert er ein morsches, von der Inflation geplagtes Wien, das sein Glück in einem neuen Gesetz sucht: Alle Juden müssen Österreich verlassen. Gespenstisch visionär, wie sich später herausstellen sollte. Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, erinntert an Buch und Autor im österreichischen KURIER: "Die Stadt ohne Juden".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Die Situation der Religion in unseren Tagen ist unübersichtlich. Einerseits schwindet die Zahl derer, die ihren Glauben im Rahmen einer Institution ausüben. Anderseits gibt es unter «Ungläubigen» ein boomendes Interesse an Erlebnisreligiosität. Wie kann man unter diesen Bedingungen "fromm" bleiben? Und kann man einen Glauben, den man einmal verloren hat, wiederfinden? Fragen, mit denen sich Thomas Macho, der Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin lehrt, in einem Essay für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG auseinandersetzt: "Der Geist in der Geisterbahn. Zur Lage der Religion in der Moderne".
Der Link zu seinem Essay in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Papst Benedikt XVI. hat Juden und Christen zum gemeinsamen Vorgehen gegen Armut, Ungerechtigkeit und Diskriminierung in der Welt aufgerufen. Es gebe viele Bereiche, in denen die Anhänger beider Religionen zusammen für eine "bessere Welt" eintreten könnten, sagte Benedikt XVI. am Donnerstag vor einer Delegation der jüdischen Menschenrechtsorganisation "B'nai B'rith International" (Kinder des Bundes) im Vatikan. ZENIT hat die Ansprache des Papstes an die jüdische Delegation ins Deutsche übersetzt und online gestellt: "Juden und Christen gemeinsam gegen Armut".
Der Link zur Rede in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

"In Verantwortung für den Anderen – 60 Jahre Woche der Brüderlichkeit" - lautet das Motto der nächstjährigen "Woche der Brüderlichkeit", die vom Deutschen Koordinierungsrat (DKR), Dachverband der über 80 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Deutschland, ausgerichtet wird. Preisträger der traditionell zur Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit verliehenen Buber-Rosenzweig-Medaille wird kommendes Jahr der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider sein: "Der DKR würdigt mit seiner Entscheidung das nachhaltige Wirken Nikolaus Schneiders für eine Umkehr und Neugestaltung in den christlich-jüdischen Beziehungen in Gottesdienst, Verkündigung und Lehre vor allem in seiner Evangelischen Kirche im Rheinland, der er seit 2003 als Präses vorsteht", heißt es in einer Presserklärung.
Nähere Einzelheiten können im Wortlaut der Presseerklärung nachgelesen werden, die Sie in der Rubrik INTERELIGIÖSE WELT finden.

110 Jahre existiert er nun schon: Der 1901 von wenigen Pionieren ins Leben gerufene Jüdische Nationalfonds JNF-KKL. An die Gründung dieser bis heute in 50 Ländern vertretenen unabhängigen, gemeinnützigen jüdischen Umweltschutzorganisation wird am heutigen Montag in Köln ab 19 Uhr auf dem zentral gelegenen Heinrich-Böll-Platz in Köln erinnert – mit einem eindrucksvollen musikalischen Ereignis, wie Roland Kaufhold in einem Beitrag für HAGALIL schildert: "Musikalische Jubiläumsfeier in Köln".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Sechzehn Jahre lang hieß es »Jewish Film Festival«. Jetzt nennt sich die größte und bekannteste einschlägige Veranstaltung in Deutschland »Jüdisches Filmfestival Berlin & Potsdam 2011«. Der neue Titel sei eingängiger, außerdem sei das Festival inzwischen eingebürgert wie sie selbst, sagt Leiterin Nicola Galliner. Nach 40 Jahren in Deutschland besitzt die gebürtige Britin jetzt auch selbst den deutschen Pass, wie Ayala Goldmann in ihrer Reportage für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG zu berichten weiß: "Deutsche Fassung. Das Jüdische Filmfestival Berlin mit neuem Namen und neuem Eröffnungsort".
Der Link zu ihrem Bericht in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

"Wer soll eigentlich noch Platz in der katholischen Kirche haben, wenn sie schon einem wie Hans Maier die Tür vor der Nase zuschlägt? Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller verbietet dem früheren Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und langjährigen bayerischen Kultusminister, seine Memoiren "Böse Jahre, gute Jahre" in den Räumen seiner Kirche vorzustellen. Ausgerechnet einen so braven Katholiken wie Maier macht Müller zum Kirchenfeind." Kopfschüttelnd und mit wenig Verständnis berichtet Mike Szymanski in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, wie und warum der Regensburger Bischof einem so braven Katholiken wie Hans Maier den Zugang zu seiner Kirche verwehrt: "Der unversöhnliche Hirte".
Der Link zum Bericht in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Jüdisches Leben ist heute in Deutschland fast überall wieder sichtbar: Synagogen werden wiederaufgebaut, eine junge Generation definiert selbstbewusst ihr Judentum. Angesichts der Vernichtung von Millionen Juden im Nationalsozialismus grenzt diese Entwicklung an ein Wunder. Wie konnte es dazu kommen? Mit dieser Fragestellung suchte Olivier Guez prominente Zeitzeugen auf, unter ihnen Henryk M. Broder, Fritz Stern, Edgar Hilsenrath und Maxim Biller, Beate Klarsfeld, Imre Kertész, Ralph Giordano, Micha Brumlik, Cilly Kugelmann, Michael Wolffsohn und Wladimir Kaminer – um nur einige von sehr vielen zu nennen. Das Ergebnis seiner Gespräche hat Guez nun einem Buch veröffentlicht ("Heimkehr der Unerwünschten"), das Gabriele von Arnim im DEUTSCHLANDRADIO vorstellt.
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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EDITORIAL HIGHLIGHTS

16. Mai 2011

 * Tote bei Protesten an Jahrestag der Gründung Israels ... mehr
 
 * Hamas und Fatah: Nichts ist vergessen ... mehr
 
 * "Breaking the silence": Mit dem Schweigen brechen ... mehr
 
 * Israelischer Unabhängigkeitstag: "Deutschland, blau-weiß" ... mehr
 
 * Der Mann, der ins KZ Auschwitz einbrach ... mehr
 
 * Hugo Bettauer: "Die Stadt ohne Juden" ... mehr
 
 * Das Problem einer Linken mit lebenden Juden ... mehr
 
 * Zur Lage der Religion in der Moderne ... mehr
 
 * Buber-Rosenzweig-Medaille 2012 für Präses Nikolaus Schneider ... mehr
 
 * 110 Jahre Jüdischer Nationalfonds Jüdische Nationalfonds KKL ... mehr
 
 * Deutsche Fassung: Jüdisches Filmfestival in Berlin ... mehr
 
 * Regensburger Bischof Müller: Der unversöhnliche Hirte ... mehr
 
 * Buch-Tipp: Oliver Guez - Die Heimkehr der Unerwünschten ... mehr

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EDITORIAL

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Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Mittwoch, 18. Mai 2011.