ONLINE-EXTRA Nr. 120
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"Kaum ein Thema verursachte in der offiziellen Selbstdarstellung der DDR, zu der auch der staatlich kontrollierte Literaturbetrieb gehörte, eine ähnliche Verlegenheit, ein ähnliches Bedürfnis nach Vermeiden, Verschleiern und Umgehen, wie die Darstellung von Juden, Judentum, jüdischer Geschichte, jüdischer Religion und Tradition, kurzum allem, was mit Juden und Jüdischsein zu tun hatte."
Mit diesem programmatischen Auftakt beginnt der israelische Schrifststeller Chaim Noll seinen vorliegenden Beitrag über "Das Bild vom Juden in der Literatur der DDR". Nachdem er zunächst das problematische Verhältnis der DDR sowie der kommunistischen Ostblockstaaten zu Judentum, Juden und dem Staat Israel rekapituliert, widmet er sich ausführlich der Suche nach den jüdischen Spuren, die jüdische Autoren und/oder jüdische Themen in der kurzen Literaturgeschichte der DDR hinterlassen haben.
Neben seinen fachlichen Qualifikationen bringt Noll bei diesem Thema auch eine - wenn man so will - "biografische Kompetenz" mit ein, wurde er doch 1954 als Sohn des in der DDR durchaus bekannten und als SED-Funktionär linentreuen Schriftstellers Dieter Noll in Berlin-Ost geboren.
Nolls Ausführungen gehen auf einen Vortrag zurück, den vor einiger Zeit in englischer Sprache auf der Konferenz "Representation of Jews in German Literature" an der Universität Jerusalem gehalten hat und der an dieser Stelle erstmals in seiner deutschen Fassung erscheint.
COMPASS dankt dem Autor für die Genehmigung zur Online-Wiedergabe an dieser Stelle!
Hier finden Sie ONLINE-EXTRA Nr. 120:
Online-Extra Nr. 120
online exklusiv für ONLINE-EXTRA
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Dr. Christoph Münz
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