ACHTUNG:
Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Montag, 08. März 2010.
Guten Tag!
Es ist eine alltägliche Angst im arabischen Ostteil der Stadt. Weil sie kaum an eine Baugenehmigung kommen, errichten viele Palästinenser ihre Häuser illegal. Auch in Silwan. Unter Israelis, insbesondere ultrarechten Siedlern, hat sich allerdings die Bezeichnung durchgesetzt: Gan Hamelech, Königsgarten, in dem einst der biblische König Salomon umherwandelte. Silwan wiederum heißt Ir David, Stadt Davids. Schon daran ist abzulesen, dass es um höchst kontroverse Ansprüche geht. Auch wenn Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Stadtverwaltung von Jerusalem nun aufgefordert hat, den umstrittenen Abriss von 40 Häusern von Palästinensern zunächst zu stoppen. Inge Günther und Ulrich W. Sahm berichten für die FRANKFURTER RUNDSCHAU und ISRAELNETZ über die Hintergründe: "Die Angst vor dem Bibelpark".
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUNG.
"Alle Welt spricht von einer trunkenen evangelischen Bischöfin, von pädophilen katholischen Priestern und fundamentalistischen Muslimen, die ihre Frauen schlagen. Aber was ist eigentlich mit jüdischen Geistlichen, mit Rabbinern?", fragt der Erziehungswissenschaftler und jüdische Intellektuelle Micha Brumlik in einem Beitrag für die TAZ. Und er antwortet: "Auch sie sind keine Heiligen, wie Skandale in den USA und Israel, wo große jüdische Gemeinschaften leben, beweisen. So flogen kürzlich sowohl in den USA als auch in Israel Fälle auf, bei denen orthodoxe Rabbiner von konversionswilligen Frauen sexuelle Dienstleistungen erzwangen." Sodann thematisiert er einen aktuellen Fall in Israel, den er freilich als weit tiefgehenden, nicht nur moralischen, "sondern bis in die letzten Verästelungen politischen Skandal" analysiert: "Orthodoxie und sexuelle Verfehlung".
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Dass es um Israels Ansehen in der Welt nicht zum Besten bestellt ist, hat man auch in der Regierung in Jerusalem längst wahrgenommen. Der Minister für Öffentlichkeitsarbeit, Juli Edelstein, hatte nun ein Idee, wie auf preiswerte Weise das Bild Israels in der Welt verbessert werden könnte. Edelstein möchte nämlich jeden ins Ausland reisenden Bürger zum Botschafter des Landes machen. Prompt schaltete er drei Werbespots für sein Vorhaben im Fernsehen und löste damit einen Riesenärger aus, wie Michael Borgstede in der WELT und Peter Münch in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG berichten: "Image-Kampagne: Ein Volk von Botschaftern".
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Igal Avidan stellt in einer Reportage für die WELT den Film "Blackbus" vor, mit dem sich die israelische Dokumentarfilmerin Naomi Ragen gegen "koschere" Buslinien in Israel wendet, die, obwohl öffentlich subventioniert, neuerdings wieder Geschlechtertrennung vorsehen: "Ein Film über "Taliban-Buslinien" in Israel".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Im Mai feiert das Denkmal für die ermordeten Juden Europas Jubiläum: Es wird fünf Jahre alt. Der Förderverein lädt schon jetzt zu Konzerten und einer Kunstperformance ein - und zieht insgesamt eine positive Bilanz, wie Sebastian Kempkens in der TAZ berichtet: "Das Mahnmal wird fünf".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Sie plakatierten Anti-Nazi-Poster und attackierten die NS-Propagandaausstellung "Das Sowjetparadies". Am 4. März 1943 wurden neun von ihnen in Plötzensee hingerichtet. Mit der Erinnerung an sie und ihrer Würdigung taten sich jedoch Deutschland-Ost wie -West schwer: Der DDR war die Gruppe zu jüdisch, dem Westen war sie politisch suspekt. Stefan Reinecke erinnert in der TAZ an die "Widerstandsgruppe Baum": "Sie waren jung, jüdisch und links".
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Spätestens nach den Wahlen zum EU Parlament ist es deutlich geworden, dass extrem rechtes Gedankengut bei mindestens 15 % der Wahlberechtigten in Ungarn akzeptiert wird. "Jobbik" und die anderen kleineren rechtsradikalen Parteien bauen ihre Macht mit einer offen antisemitischen, antiziganistischen und homophoben Hasspolitik aus, die sich gleichzeitig auch gegen die von ihnen als “entartet” angesehene Linke richtet. Die Faschisierung Ungarns hat sich bereits in die verschiedenen Sphären des Alltags eingeschlichen, und die politische Elite steht diesem Prozess machtlos gegenüber. Dies bedeutet nicht nur für Ungarn, sondern auch für die ganze Region eine ernsthafte Gefahr. Die Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovsky stellt in einem Beitrag auf HAGALIL, der zuerst im "Jahrbuch für Antisemitismusforschung" erschien, die Hintergründe der Realitäten im heutigen Ungarn vor: "Völkisches Denken, antisemitische Mobilisierung und drohende Gewalt in Ungarn".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Spielplätze, Plattenbauten, Parks, Imbissbuden. Auf den ersten Blick ist für den Betrachter der Fotos, die in der Wanderausstellung »Berliner Tatorte« zu sehen sind, nicht zu erkennen, dass all diese Orte eine Gemeinsamkeit haben: Sie wurden zu Tatorten rechtsextremer, rassistischer, antisemitischer oder homophober Gewalt. Auf den zumeist menschenleeren Fotos sind jedoch weder Hinweise auf die Taten noch Spuren des Verbrechens zu entdecken. Lennart Bohne hat sich die Ausstellung für die JUNGLE WORLD angesehen und berichtet seine Eindrücke: "Topografie alltäglicher Gewalt".
Der Link zu seinem Bericht in der Rubrik ANTISEMITISMUS/RECHTSRADIKALISMUS.
Viele Muslime sehen sich als Opfer abendländischer Arroganz. Das hält sie davon ab, Verantwortung für das eigene Schicksal zu übernehmen, meint der Publizist, Tibetkundler und Minderheitenexperte Klemens Ludwig in einem Beitrag für die TAZ:
"Doch wem nützt es, den Islam als ewiges Opfer zu zeichnen? Einem aufgeklärten, emanzipierten Islam, der gleichberechtigter Teil der europäischen Gesellschaften ist, sicher nicht. Wer sich als Opfer fühlt und von anderen in dieser Rolle bestätigt wird, hat wenig Anlass, sich über die eigene Verantwortung für sein Schicksal Gedanken zu machen. Opfer zu sein ist bequem und erhöht den Betreffenden moralisch - jedenfalls solange sich das Leiden in Grenzen hält."
Der Link zu seinem Essay in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Im Mai will Innenminister de Maizière die Muslim-Runde weiterführen – dabei aber andere Akzente setzen. Bekannt wurde bislang, dass die islamkritische Publizistin Necla Kelek und die Anwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates in Zukunft nicht mehr dabei sein werden. Auch der Träger des Hessischen Friedenspreises, der Publizist Navid Kermani, hat bislang keine Einladung erhalten. Ferda Ataman versucht im TAGESSPIEGEL die Hintergründe zu beleuchten: "Innenminister besetzt Islamkonferenz neu".
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Was bedeutet es heute, Jude in Deutschland zu sein? In einem Land, in dem sich die vielen verschiedenen Strömungen des Judentums zeigen - von orthodox über liberal bis antireligiös. Und welche Bedeutung nimmt der Holocaust als identitätsleitende Erinnerung unter der jungen jüdischen Generation ein? Diesen Fragen geht Volker ter Haseborg in seiner Reportage für das HAMBURGER ABENDBLATT nach: "Junge Juden in Deutschland - die nächste Generation".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Kommenden Sonntag wird in Augsburg feierlich die diesjährige "Woche der Brüderlichkeit" eröffnet, die in diesem Jahr unter dem Motto "Verlorene Maßstäbe" steht (siehe Rubrik Interreligiöse Welt). Traditionell verleiht der Veranstalter, der Deutsche Koordinierungsrat, im Rahmen dieser Eröffnung auch die Buber-Rosenzweig-Medaille. In diesem Jahr erhält sie der jüdische Stararchitekt Daniel Liebeskind für seine architektonischen Bauten und Entwürfe, die auf besondere Weise einen Dialog zwischen Architektur und jüdischer Geschichte verkörpern. Michael Marek porträtiert den Architekten, der erst im Alter von 52 Jahren mit der praktischen Architektur angefangen hat, in einem Beitrag für die DEUTSCHE WELLE: "Schiefe Ebenen: zu Gast bei Daniel Libeskind".
Der Link zum Porträt in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Verliebt, verlobt und geheiratet wird natürlich auch und erst recht in religiösen Kreisen. Freilich spielt dabei immer mehr das Internet als Partnervermittlungsbörse eine wichtige Rolle. So auch in religiösen Kreisen, wo die einschlägigen christlichen Portale "Himmlisch-Plaudern", "Gigaherz" oder "Feuerflamme" heißen. Nach dem Motto gleich und gleich gesellt sich gern, bringen diese Foren im Internet Menschen gleichen Glaubens zusammen. Caroline Schulke stellt die religiösen Singlebörsen im Netz für DOMRADIO etwas näher vor: "Katholisch, marianisch sucht..."
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Ein Spiegelkabinett mit zwei Eingängen: Hinter beiden Buchdeckeln beginnt je eine Geschichte. Genau in der Mitte kommt es zur Konfrontation, treffen die beiden Erzähler, Amnon Zichroni und Jan Wechsler, aufeinander. Amnon Zichroni besitzt die Fähigkeit, Erinnerungen anderer Menschen nachzuerleben. Geboren in Jerusalem und streng jüdisch erzogen, studiert er in den USA und lässt sich in Zürich als Analytiker nieder. Dort begegnet er dem Geigenbauer Minsky, den er ermuntert, seine traumatische Kindheit in einem NS-Vernichtungslager schreibend zu verarbeiten. Beider Existenz steht auf dem Spiel, als der Journalist Jan Wechsler behauptet, das Minsky-Buch sei reine Fiktion. So in etwa könnte man beschreiben, was im Mittelpunkt des von der Kritik sehr gelobten Romans von Benjamin Stein, "Die Leinwand", steht. Julian Mieth stellt den Roman für die BERLINER LITERATURKRITIK näher vor: "Verwirrstück mit zwei Einstiegen".
Der Link zur Buchbesprechung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Schließlich noch ein Tipp für Ihren heutigen Fernseh-Abend: Die sehenswerte, von Maria Schrader durch Drehbuch und Regie erfolgte Verfilmung des Bestsellers "Liebesleben" der israelischen Autorin Zeruya Shalev ist heute Abend ersmals im Free-TV zu sehen!
Mehr dazu in den FERNSEH-TIPPS.
Einen angenehmen Tag wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
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