Guten Tag!
Israels Staatspräsident Schimon Peres hat davor gewarnt, gute Ideen hinsichtlich der Friedensverhandlungen "gleich an die große Glocke zu hängen". Frieden müsse zuerst im eigenen Volk geschlossen werden. Diese Ansicht vertrat das israelische Staatsoberhaupt im Gespräch mit dem SPIEGEL. Leider ist das Interview, in dem Peres auch über seine Kindheit und die Kriege um Jerusalem spricht, online nicht verfügbar, aber ISRAELNETZ hat eine längere Zusammenfassung erstellt: "Mit dem Frieden ist es wie in der Liebe".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Der israelische Regisseur und Schauspieler Juliano Mer Khamis, 1958 in Nazareth geboren, wuchs als Sohn des palästinensischen Kommunisten Saliba Khamis und der jüdischen Menschenrechtsaktivistin Arna Mer auf. In den 80er-Jahren gründete seine Mutter ein Kindertheater im Flüchtlingslager Dschenin. 1995 starb Arna an Krebs, 2002 wurde das Theater zerstört. Im gleichen Jahr drehte Juliano einen Film über die Arbeit seiner Mutter und das Schicksal der Kinder ("Arna's Children"). 2006 entschloss er sich, das Theater als Freedom Theatre wieder aufzubauen. Derzeit ist es ins Visier palästinensischer Gegner geraten. Kürzlich wurden zwei Brandanschläge auf das Theater verübt. Im Interview mit der TAZ spricht er u.a. über die Herausforderung, mit palästinensischen Kindern die "Farm der Tiere" zu inszenieren und über die Motivationen seines Engagements: "Wir wollen die Mauer durchlöchern".
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
“Im Focus unserer gemeinsamen Seminare steht der Holocaust in allen seinen Aspekten. Es war und bleibt das Ziel, mit Unterricht und Erziehung dazu beizutragen, dass so ein Ereignis nie wieder geschehen kann. Der Holocaust ist Teil der europäischen Geschichte und muss deshalb auch im Curriculum aller Länder vorkommen,” führte Dr. Avraham Rocheli im Januar 2008 auf einem internationalen Gewerkschaftssymposium zum Holocaust-Gedenktag in Krakau aus. Avraham Rocheli ist langjähriger Leiter einer pädagogischen Vereinigung in Israel, die im Namen der israelischen Lehrergewerkschaft Histadrut Hamorim gemeinsame Seminare mit der Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft” (GEW) durchführt – seit 40 Jahren. Nun hat die GEW einen umfangreichen, gut gestalteten Reader über diese langjährigen Seminare vorgelegt…. Roland Kaufhold berichtet auf HAGALIL über die Seminare und verrät auch, wo die GEW-Dokumentation zu erhalten ist: "Die Verantwortung bleibt".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Der vor wenigen Tagen verstorbene Journalist Amos Elon war Mitte der sechziger Jahre der erste israelische Korrespondent in Deutschland, in Bonn. Ohne Vorurteile versuchte er aus beiden Teilen der Nation für die Tageszeitung „Haaretz“ zu berichten. Der begnadete Schreiber war 1926 in Wien geboren worden und 1933 nach Palästina gekommen. Zugleich war Elon Historiker. Seine Biografie zu Theodor Herzl aus den achtziger Jahren bleibt beispielhaft. Sein Buch „Zu einer anderen Zeit“ geht dem Schicksal jüdischer Intellektueller von 1743 bis 1993 nach. Er war, wie Joseph Croitoru in seinem Nachruf für DEUTSCHLANDRADIO treffend formulierte, der "Erzähler deutsch-jüdischer Geschichte".
Links zu Nachrufen auf Amos Elon in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Der französische Priester Patrick Desbois wird für seine bahnbrechenden Forschungen über den "vergessenen Holocaust in der Ukraine" von der Hebräischen Universität Jerusalem mit einem Ehrendoktorat ausgezeichnet. Die Überreichung erfolgt am 7. Juni. Die Universität ehrt damit nach eigenen Angaben die "beispiellosen Bemühungen" von Patrick Desbois um die Entdeckung nicht gekennzeichneter Massengräber der jüdischen Opfer des Wütens der NS-deutschen Mordmaschinerie in der besetzten Ukraine. Der Priester sei eine inspirierende Gestalt, die das Wissen und Verstehen um die Shoah erweitert habe. KATHWEB berichtet über den Priester, seine Arbeit und die bevorstehende Ehrung.
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Gasgeräusche aus den Fanblocks, Hooligans mit Davidstern und die Angst vor der Signalwirkung: In der niederländischen "Fußball-Bundesliga", der Ehrendivision, dienen Klischees von JüdInnen als Projektionsfläche für den Hass. In so manchen Fanblöcken entlädt sich dabei ein wahres Horrorkabinett von Holocaustreferenzen: Zischgeräusche, die Gasduschen imitieren sollen. Hitlergrüsse. Gesänge wie «Wir gehen auf Judenjagd» oder «Adolf, hier laufen noch elf. Wenn du sie nicht vergast, tun wir es selbst.» Vor allem in den letzten Jahren brachte es auch ein Chor zu einiger Berühmtheit, der zumindest verbal einen Schulterschluss propagiert, über dessen Aussage sich andernorts linke Szenen auf ewig zerstritten haben: «Hamas, Hamas, Juden ins Gas!». Tobias Müller berichtet in seiner Reportage für die schweizer WOCHENZEITUNG von einem bizarren Phänomen: "Bomben auf Rotterdam. Fußball und Antisemitismus".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Im Ringen um die Nachfolge für die Unesco-Generaldirektion hat sich der umstrittene Kandidat Faruk Hosni nun für seine anti-israelischen Äußerungen entschuldigt. Er verstehe, dass seine Äußerungen schockiert hätten, schreibt Hosni in einem Gastbeitrag in der französischen Tageszeitung Le Monde. Aber obwohl unterdessen auch Israel grünes Licht für seine Ernennung gegeben hat, reißt die Diskussion um ihn nicht ab. Kristina Bergmann beispielsweise schreibt heute in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG:
"Hosni behauptet zwar, dass er sich als Unesco-Generalsekretär selbstverständlich «neutral» verhalten und Israels Kultur gebührend beachten würde. Das könnte allerdings nichts daran ändern, dass er sich in 21 Amtsjahren niemals bemüht hat, den Kulturaustausch zwischen Israel und Ägypten, die ein Friedensvertrag verbindet, zu fördern. Immer unterwarf er sich dem Trend der ägyptischen Mehrheit, als Verteidiger Palästinas israelisches Kunstschaffen schlicht zu ignorieren. Israels Filme gelten international als hervorragend, doch in Ägypten werden sie nie gezeigt. Israelische Bücher sind an der Kairoer Buchmesse absolut tabu."
Links zum Thema in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Zahlen will oder kann niemand nennen. Aber offenbar häuft sich das Phänomen, dass Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen mit rechtsextremistischer Gesinnung einhergehen. «Wir führen keine Statistik«, sagt der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Nürnberg, Viktor Herlitz, «doch wir haben solche Fälle immer wieder aus der ganzen Region«. Sharon Chaffin versucht für die NÜRNBERGER ZEITUNG dem Phänomen psychischer Störungen und Neonazismus auf den Grund zu gehen: "Ängstlich, aggressiv, depressiv – und Neonazi".
Der Link zur Reportage in der Rubrik RECHTSRADIKALISMUS/ANTISEMITISMUS.
Im Streit um den Hessischen Kulturpreis hat nun der jüdische Historiker Michael Wolffsohn den ausgeschlossenen muslimischen Preisträger Navid Kermani verteidigt, wie die FRANKFURTER RUNDSCHAU berichtet: Er sei "entsetzt über das intellektuelle Niveau" der christlichen Preisträger, des Kardinals Karl Lehmann und des früheren evangelischen Kirchenpräsidenten von Hessen-Nassau, Peter Steinacker. Der Dialog zwischen Juden und Christen finde oft "nicht einmal auf dem Niveau eines Proseminars" statt, sagte der Professor von der Universität der Bundeswehr München. Und vom Islam hätten beiden Religionen dann noch weniger Ahnung.
Der Link zum Bericht in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
In den divers aufkeimenden Debatten um eine christliche Missionierung der Juden kommt die Sprache immer wieder auch auf das Phänomen der sogenannten "messianischen Juden", jener Juden also, die sich zum christlichen Glauben bekennen, ohne ihre jüdische Identität aufgeben zu wollen. Als Streitobjekt sind sie in den Debatten stets gegenwärtig, aber wieviel weiß man tatsächlich über sie? Ein kürzlich erschienenes Buch von Stefanie Pfister ("Messianische Juden in Deutschland. Eine historische und religionssoziologische Untersuchung") verspricht Abhilfe. Der Theologe und Politikwissenschaftler Martin Kloke hat es gelesen und findet wenig Gefallen an dem Werk.
Seine Buchkritik können Sie heute im Wortlaut in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT nachlesen.
Kommenden Dienstag, den 2. Juni 2009, findet in München ein Ereignis statt, das für das jüdische Leben in Deutschland und Mitteleuropa von historischer Bedeutung ist. An diesem Tag werden in der Synagoge Ohel Jakob der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern die ersten beiden Absolventen des neu gegründeten Hildesheimerschen Rabbinerseminars zu Berlin zu orthodoxen Rabbinern ordiniert. Eine ausführliche Pressemeldung des ZENTRALRATS DER JUDEN in Deutschland informiert vorab über das Ereignis und stellt die beiden Rabbinerkandidaten näher vor: "Feierliche Rabbinerordination".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Es gibt Kirchen, in denen Frauen nicht ordiniert werden können, geschweige denn ein Bischofsamt bekleiden. Es gibt Kirchen, die Homosexualität als Sünde sehen und Schwule und Lesben von den Sakramenten ausschließen. Und es gibt Kirchen, die die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder sexueller Neigungen hinter sich gelassen haben. Die lutherische Kirche in Schweden zählt dazu. Dort ist nun die 55-jährige Eva Brunne zur Stockholmer Bischöfin gewählt worden. Sie ist, so weit bekannt, weltweit die erste offen lesbische Frau in einem so hohen Kirchenamt. Hannes Gamillscheg hat für die FRANKFURTER RUNSCHAU ein Porträt über sie verfasst: "Sie ist eine Bischöfin - und lesbisch".
Der Link zum Porträt in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Sie sind gestrandet, gefangen, in einem Seniorenheim der Warschauer Mittelschicht. Ein paar Männer, ein paar Frauen, fast alles Akademiker. Sind gefangen in diesem unheimlichen Haus, in ihren verbrauchten Körpern, in ihren Erinnerungen. Die meisten hier wurden einst von den Nazis gequält. Nun, im Alter, kommt lange Verdrängtes mit Macht zurück. Davon erzählt die 1964 in Warscheu geborene, polnische Psychotherapeutin und Erzählerin Zyta Rudzka in ihrem jüngsten Roman "Doktor Josefs Schönste". Uwe Stolzmann hat das Buch - "ein schockierendes, verstörendes Buch" - für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG gelesen: "Miss Auschwitz, nackt, vor Doktor Mengele".
Der Link zur Buchbesprechung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Einen angenehmen Tag wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
Abo-Hinweis
Dann abonnieren Sie unsere Seiten oder testen Sie uns vorab mit einem kostenfreien Schnupper-Abonnement!
Abo bestellen
Sie sind bereits Abonnent?
Dann melden Sie sich bitte erst mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an, um die Fundstelle inkl. Quellenangabe und Link sehen und nutzen zu können!
Anmeldung



