ACHTUNG:
Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Dienstag, 10. Februar 2009.
Guten Tag!
Nach dem Krieg erscheinen das islamische Emirat in Gaza und sein Hamas-Regime eher gefestigt als geschwächt. Die kämpferische Palästinenserbewegung zwingt sich allen auf und droht, alle Anläufe zur Waffenruhe und Bewältigung des Nahostkonfliktes zu blockieren, berichtet der Nahost-Korrespondent der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG Victor Kocher: "Das Emirat von Gaza nach der Feuerprobe".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST-HINTERGRUND.
Töten, stürzen oder mit ihnen reden: Israels Politiker streiten über den richtigen Umgang mit der Hamas. Ein Regierungsmitglied droht jetzt damit, den Chef der radikalislamischen Organisation zu ermorden. Staatspräsident Peres hingegen warnt vor einem Sturz der Hamas: Der würde Israel viele Probleme bringen. Die WELT berichtet über die innerisraelische Diskussion: "Israel streitet über den richtigen Umgang mit Hamas".
Der Link dazu in der Rubruk ISRAEL INTERN.
Ansonsten herrscht Wahlkampf in Israel. Israels palästinensische Staatsbürger stehen dabei nach dem Krieg gegen die Hamas vor besonderen Schwierigkeiten, wie Susanne Knaul in der TAZ berichtet. Am Dienstag werden vermutlich viele von ihnen den Wahlurnen fernbleiben: "Schwere Hypothek Gaza-Streifen". Gil Yaron wiederum weist in einer Reportage für NEWS.DE darauf hin, dass sich mit den Wahlen nicht nur das Schicksal des Landes, sondern des gesamten Nahen Ostens entscheidet. Doch Wahlkampffieber ist nicht zu spüren: "Vor lauter Langeweile droht ein Rechtsruck".
Die Links zu den Beiträgen in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Ruth Bracha, gebürtige Münchnerin, lebt seit 1994 in Beer Sheva im Süden Israels. In ihrem Blog “Blick auf die Welt” vermittelt sie auf Deutsch ihre Perspektive aus der Hauptstadt der Negevwüste. Gleichzeitig nutzt sie das Schreiben, um “selber besser die Zusammenhänge zu begreifen”. Das Vorgehen der israelischen Armee im Gaza-Krieg verteidigt sie im Interview mit der READERS EDITION der NETZEITUNG und beklagt: “Kritik an Israel gehört gerade zum guten Ton”.
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Zwei Extreme dominieren bis heute das öffentliche Bild von den Holocaust-Tätern: Auf der einen Seite steht die verbreitete Vorstellung von einer Psychopathen-Clique, einem kleinen Verbrecherkreis, der Verfolgung und Mord organisierte. Andererseits erklärt man die Verantwortlichen – etwa mit Hannah Arendts These von der „Banalität des Bösen“ – zu motivlosen Schreibtischtätern, Technokraten und Befehlsempfängern. Das Fazit nach dem Holocaust-Kongress „Täterforschung im globalen Kontext“, der vergangene Woche in Berlin stattfand, muss jedoch lauten: Beide Bilder greifen zu kurz. Das meint zumindest Tina Rohowski in ihrem Tagungsbericht für den TAGESSPIEGEL: "Vielgesichtige Täter".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Karlen Vesper nutzt im NEUEN DEUTSCHLAND den Streit um die bischöfliche Holocaust-Leugnung und das zwiespältige Verhalten des Vatikans dazu, an das schwierige Verhältnis der Kirche zum Holocaust zu erinnern: "Kein Betriebsunfall. Als zwei Pius-Päpste schwiegen – Die Kirche und der Holocaust"
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Die Wiederaufnahme des Holocaust-Leugners Bischof Williamson in die katholische Kirche steht in unseliger biblischer Tradition, schreibt die Theologin Uta Ranke-Heinemann in einem Essay für die ZEIT. Sie rekapituliert die Geschichte der Kirchen und deren Judenfeindschaft: "Antisemitismus unterm Kreuz". Dem gleichen Thema widmet sich auch die WIENER ZEITUNG in einem historischen Überblick: "Brüder statt Gottesmörder. Vom Antisemitismus zur Annäherung an das Judentum."
Die Links zu den Beiträgen in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Nach heftiger Kritik aus Politik und Kirche hat der Vatikan den Bischof Richard Williamson aufgefordert, seine Leugnung des Holocausts zu widerrufen. Williamson solle sich "eindeutig und öffentlich" von seinen Äußerungen distanzieren, heißt es in einer Erklärung des Heiligen Stuhls, dessen Wortlaut im COMPASS zu lesen ist. Die Erklärung ruft bei vielen Beobachtern jedoch wenig Befriedigung hervor. Unter Hinweis auf das Grundproblem, dass nämlich die Piusbrüder die Grundlagen des Zweiten Vatikanums nicht anerkennen, kommentiert Alexander Schwabe in der ZEIT:
"Der Konflikt, den der vergeistigte, milde und naive Papst auflösen wollte, hat sich mit der Forderung nach Widerruf verschärft. Die Fronten zwischen Himmel und Hölle bleiben bestehen".
Ähnlich auch Christian Geyer in der FAZ:
"Entsetzt fragt man sich aber nun, was den Vatikan auch weiterhin zu der Annahme veranlasst, die traditionalistische Piusbruderschaft könne ihren Ungeist aufgeben. Nach allem, was bekannt ist und von der Gruppierung selbst erklärt wird, speist sich ihre gesamte Identität aus der Ablehnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, welches die Aussöhnung mit dem Judentum, Religionsfreiheit und die allgemeine Menschenwürde innerkirchlich festschrieb. Wie sollte aus programmatischer Ablehnung dieser Prinzipien echte Zustimmung werden?"
Die ZEIT versucht in einem Interview mit Rabbiner Henry G. Brandt, Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz in Deutschland und jüdischer Präsident des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum ein intelligenter Mensch wie Benedikt die verheerende Außenwirkung seines Versöhnungsangebots an die antisemitische Pius-Bruderschaft in Kauf nimmt. Brandt antwortet:
"Er ist gelehrt und belesen. Er hat bestimmt auch einen scharfen Verstand, doch ihm fehlt es an Erfahrung, die Auswirkungen seiner Entscheidungen auf Politik und Gesellschaft abzuschätzen. Er ist politisch unbedarft oder überfordert, ein Mann im Elfenbeinturm."
Und insgesamt beklagt der Rabbiner: „Der Papst ist rechtslastig barmherzig“.
Ähnlich äußert sich auch Rabbiner Walter Homolka in einem Beitrag für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:
"Wir Juden haben seit 2007, seit der Wiederzulassung der alten Messe, sehr genau gesehen, wo die Reise hingeht. Es ist eben kein Betriebsunfall der Kurie, dass Benedikt nun vier Bischöfe der ultra-konservativen Pius-Bruderschaft rehabilitiert. Er kommt dem rechten Rand im Klerus immer weiter entgegen."
Die Links zu den erwähnten Beiträgen und Interviews sowie vielen weiteren Kommentaren und Analysen in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Der 1946 in Linz als Kind polnischer Juden geborene Shlomo Sand unterrichtet Geschichte an der Universität von Tel Aviv und an der Ècole des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Sein neues Buch trägt den Titel "Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?" und stellt einen in Israel bereits heftig diskutierten Versuch einer De- und Rekonstruktion der jüdischen Nationalgeschichte dar. Arno Widmann stellt den Wissenschaftler und sein Buch, das es in deutscher Übersetzung noch nicht gibt, in der FRANKFURTER RUNDSCHAU näher vor: "Geschichte ist Konstruktion".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Sharon Adler porträtiert in einem Essay für AVIVA die jüdische Schriftstellerin Ruth Weiss. 1924 in Fürth geboren, emigrierte Ruth Weiss 1936 mit ihrer Familie nach Südafrika. Erst spät begann sie Romane zu schreiben, darunter z.B. "Die Nottaufe" und "Der Judenweg".
Der Link zum Porträt in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
"Die Juden erfanden den Holocaust, Protestanten bekommen ihre Befehle vom Teufel, und der Vatikan hat seine Seele an den Liberalismus verkauft."
Raten Sie, von wem dieses Zitat stammt? Richtig: "Bischof" Richard Williamson, dessen Wiederaufnahme in die katholische Kirche Papst und Vatikan in arge Bedrängnis gebracht hat. Wer aber ist dieser Mann? Der SÜDKURIER hat einige seiner haarsträubenden Thesen abgedruckt und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG widmet ihm ein Porträt. Ergänzend dazu einige sehr interessante Reportagen und Analysen über die erztraditionalistische Piusbruderschaft.
Die Links zum Thema in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Abschließend sei darauf hingewiesen, dass Piusbruderschaft, Bischof Williamson und der Vatikan auch Thema der Gesprächsrunde bei Maybrit Illner heute Abend im ZDF ist. Zu Gast sind dabei u.a. Erzbischof Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Michel Friedmann.
Mehr dazu in den FERNSEH-TIPPS.
Einen angenehmen Tag wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
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