ACHTUNG:
Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Montag, 26. Mai 08.
Guten Tag!
Die Bestätigung kam aus Jerusalem und Damaskus: Israel und Syrien führen indirekte Friedensgespräche unter türkischer Vermittlung. Israels Regierungschef Olmert strebt ein "umfassendes Friedensabkommen" an. So meldet es vor wenigen Stunden der SPIEGEL.
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL AKTUELL.
Die Franzosen tun es, die neutralen Schweizer tun es und die Briten haben es schon mal getan. In Jerusalem gilt als offenes Geheimnis, dass auch andere europäische Gesandte mit Hamas-Vertretern gesprochen haben. Neu ist nur, dass jetzt der französische Außenminister Bernard Kouchner unumwunden bekannte, ein ehemaliger Pariser Diplomat, Yves Aubin de La Messuziere, einstmals Botschafter in Bagdad, habe mit seinem Wissen kürzlich zwei führende Hamas-Politiker in Gaza getroffen. Inge Günther beschreibt für die FRANKFURTER RUNDSCHAU Motive und Reaktionen: "Hauptsache, der Beschuss hört auf".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Wie verändert sich in Israel während der zweijährigen Militärzeit die Lebensperspektive junger Soldatinnen? Ein Film und ein Buch geben unterschiedliche Antworten. Der Roman «Das Mädchenschiff» von Michal Zamir ist bereits viel diskutiert worden. Der Film ist bisher kaum bekannt: Das Internationale Frauenfilmfestival in Köln hat ihn am 25. April in der englischen Version «Seeds of Summer» vorgestellt. Mitte Juli wird er beim Jerusalem Film Festival zu sehen sein. Mit dem Erwachsenwerden israelischer Frauen in der Armee befasst sich Klaus Commer in der JÜDISCHEN ZEITUNG: "Harte Zeiten und zarte Zeichen".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Der Ulmer Einsatzgruppenprozess, der am 28. April 1958 begann, war eine Sensation. Erstmals stand die Vernichtung der Juden im Mittelpunkt eines großen Prozesses, und die Urteile, die am 29. August 1958 ergingen, prägten die weitere Rechtsprechung. Franziska von Augstein erinnert in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG an den Prozess und seine Folgen: "Richter, Mörder und Gehilfen".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Es hat sich in der Erinnerungskultur das Bild eingeprägt, es hätte wenig Kirchenneubauten in der NS-Zeit gegeben. Aber das Gegenteil ist der Fall, mehr noch, Restaurierungen und Neubauten aus jener Zeit zeigen klare Spuren einer „Verdeutschung“ und des Einschreibens nazistischer Symbole in kirchliche Bild- und Bauwelten – wie eine Ausstellung unter dem Titel „Christenkreuz und Hakenkreuz“ zeigt, die bis zum 12. Juli in Berlin zu sehen ist und anschließend nach München und Hamburg wandert. Horst Groschopp berichtet für den HUMANISTISCHEN PRESSEDIENST über die Ausstellung: "Jesus als Arier."
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Der 64-jährige ungarische Schriftsteller und Historiker Gyorgy Dalos sieht in der antisemitischen Schmähschrift, die der Publizist Zsolt Bayer in der bürgerlichen Zeitung "Madjar Hirlap" veröffentlicht hat, keinen neuen Antisemitismus am Werk. Seit 1990 seien rassistische Angriffe in der Presse gegen politische Gegner keine Seltenheit. Neu und gefährlich sei aber, do Dalos im Interview mit dem DEUTSCHLANDRADIO, dass die Konservativen sich kaum noch von der extremen Rechten distanziere: "Die Mittel sind egal".
Der Link zum Interview in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Umberto Eco, Professor für Semiotik an der Universität Bologna und schreibender Bestsellerautor ("Der Name der Rose"), weist in einem Beitrag für CICERO darauf hin, dass der immer aggressiver vorgehende islamische Antisemitismus politischer Natur sei.In Europa haben die Ressentiments dagegen tief religiöse Züge. Und auch sie werden immer lauter, stelt Eco fest. Den Zusammenhang zwischen beidem ist für ihn eindeutig: "Der Schoß des Antisemitismus liegt in Europa".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Wie viel Spiritualität kommt in den Werken zeitgenössischer Autoren vor? Es ist mehr, als der erste Blick zeigt, meint Michael Braun in einem Essay für den RHEINISCHEN MERKUR. Religion wurde im Prozess der Säkularisation dabei weithin zu ästhetischen Erfahrungen umgeformt. Auch im Literarischen bleibe das Phänomen deutlich: "Heimweh nach Gott".
Der Link zum Artikel in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Heute beginnt in Osnabrück der deutsche Katholikentag. Überschattet ist er durch die Absage prominenter jüdischer Rabbiner und Persönlichkeiten, die damit ein Zeichen gegen die veränderte Karfreitagsfürbitte des Papstes setzen wollen. Einer von ihnen, Rabbiner Jonah Sivers, Gemeinderabbiner in Braunschweig und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschlands, hält die neu formulierte Karfreitagsfürbitte für einen "Bruch in der katholischen Theologie", wie seinem Beitrag in der JÜDISCHEN ZEITUNG zu entnehmen ist. Sivers' Essay ist einem dieser Tage erschienenen Sammelband entnommen, in dem jüdische und katholische Autoren sich sehr kritisch mit der veränderten Karfreitagsfürbitte auseinandersetzen: "«... damit sie Jesus Christus erkennen». Die neue Karfreitagsfürbitte für die Juden", herausgegeben von Walter Homolka und Erich Zenger. COMPASS wird am kommenden Freitag in einem ONLINE-EXTRA ebenfalls zwei Beiträge aus diesem Band online exklusiv publizieren.
Einer der Kernpunkte jüdischer wie katholischer Kritik an der Karfreitagsfürbitte zielt auf die Frage der Judenmission. Juden und ihre Bekehrung zu Jesus Christus – das ist eine schmerzende Geschichte, tief in das kollektive Gedächtnis des jüdischen Volkes eingegraben: die Erinnerung an Pogrome zu Karfreitag und an Übertritte, erzwungen mit Schwert und Zwangstaufe. Das Kreuz, das zentrale Symbol des christlichen Glaubens, wurde den Juden zum Zeichen der Intoleranz und Arroganz, ja, mörderischer Verfolgung. Peter Hertel greift diese Problematik in einem Beitrag für PUBLIK FORUM auf und stellt die Geschichte der Judenmission in der evangelischen wie katholischen Kirche kurz dar, um deutlich vor ihrer "schleichenden Wiederkehr" zu warnen: "Mit Schwert und Zwangstaufe".
Alle Links zum Thema in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
In einem Beitrag für die JÜDISCHE ZEITUNG setzt sich Leonid Melamud sehr kritisch mit der Diskrepanz zwischen religiöser Praxis und dem rasanten Wachstum der jüdischen Gemeinden in Deutschland auseinander. Ins Visier nimmt er dabei auch die enge und fragwürdige Zusammenarbeit staatlicher Stellen mit den jüdischen Gemeinden in der Frage jüdischen Zuwanderer: "Arche Noah mit Mitreisezwang? Wenn es jüdischen Gemeinden an religiöser Praxis fehlt".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Die Frage nach dem Wert menschlichen Lebens weckt, wenn es um die Stammzellenforschung geht, viele Emotionen, und der Streit um die Forschungsmöglichkeiten an embryonalen Stammzellen in Deutschland beschäftigt seit Monaten die Gemüter. Wie stellt sich die Problematik aus jüdischer Sicht dar? In der JÜDISCHEN ZEITUNG versucht Rabbiner Walter Homolka auf diese Frage eine Antwort zu geben: "Bloß Wasser oder schon eine potentielle Person? Gedanken zur Stammzellenforschung aus jüdischer Sicht.".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Harvard-Professorin Elisabeth Schüssler Fiorenza gilt als wichtigste feministische Theologin der Welt. Ihre Karriere und ihren Ruf hat sich freilich ausserhalb katholischer Strukturen erworben. Der schweizer TAGESANZEIGER sprach mit der Theologin anlässlich ihres Kurzbesuchs in der Schweiz: «Die katholische Theologie ist geistig unfrei»
Der Link zum Interview in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Nicht nur in Italien, Polen und Frankreich, auch in Deutschland glauben immer mehr Menschen, dass sie vom Teufel besessen sind. Vergangenes Jahr hätten sich rund 350 Personen bei ihm gemeldet, sagt der Theologe, Psychotherapeut und Pater Jörg Müller aus Freising. Damit gerät ein Thema in die Schlagzeilen, von dem man dachte, es habe im aufgeklärten Deutschland keinen Platz mehr: der Exorzismus in der katholischen Kirche. Erst jüngst hat etwa das Bistum Paderborn drei Fälle von Exorzismus zugegeben. Eine Reihe von Beiträgen befassen sich heute mit der Gefahr einer Wiedergeburt des Exorzismus in der katholischen Kirche.
Alle Links zum Thema in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Abschließend ein TV-Tipp: Heute Abend ist eine anderthalbstündige Dokumentation über den nun seit Monaten im Koma liegenden, ehemaligen Ministerpräsidenten Israels Ariel Scharon zu sehen: "Ariel Scharons letzter Kampf".
Weitere Infos dazu in der Rubrik FERNSEH-TIPPS.
Einen angenehmen Tag wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
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