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ISSN 1612-7331
25.01.2016 - Nr. 1613
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ACHTUNG

Am Donnerstag, 28. Januar 2016, erscheint ONLINE-EXTRA Nr. 231 mit einem Beitrag des Politikwissenschaftlers Matthias Küntzel: "Die Jakob Augstein Debatte: eine verpasste Chance".



Guten Tag!

Nr. 1613 - 25. Januar 2016



„Die Juden dachten, dass wir Palästina vergessen haben und sie uns ablenken konnten. Das ist nicht der Fall“, so tönte Abu Bakr al Baghdadi, selbsternannter Kalif des „Islamischen Staats“ (IS), Ende Dezember 2015. Und wie manch anderer arabischer Despot vor ihm ergänzte er, das Palästina „ein Grab“ für die Israelis werde: „Unsere Bataillone kommen mit jedem Tag näher.“ Christian Böhme und Lissy Kaufmann schildern in einer Reportage für den TAGESSPIEGEL, dass vor allem unter arabischen Israelis die Dschihadisten und Anhänger des IS immer mehr Sympathisanten und Kämpfer finden: "Die IS-Dschihadisten sind auch für Israel eine Gefahr".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Eigentlich ginge es im Streit zwischen Israel und den Palästinensern um einen Landkonflikt. Daran erinnert Kathrin Bachleitner, Fachfrau für die Nahostpolitik an der Universität Oxford, in einem Beitrag für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG - und erläutert, wie die demografische Entwicklung und deren religiöse Überhöhung aus ihrer Sicht eine politische Lösung verhindern: "Die Kein-Staat-Lösung".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Ulrich Schmid berichtet in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG, dass Netanyahu mit israelkritischen Stimmen aus dem Ausland hart ins Gericht geht, was ihm innenpolitisch offenbar einigen Profit einträgt zugleich aber auch die innerisraelische Pluralität zunehmend bedroht: 
"Die Nationaldemokraten Netanyahus und ihre religiösen Kampfgenossen haben keine Lust, Kultur zu subventionieren , die ihnen israelfeindlich erscheint. Bildungsminister Bennett hat entschieden, das Buch «Borderlife» von Dorit Rabinyan , das von jüdisch-palästinensischer Liebe erzählt, von Gymnasten fernzuhalten. Die Ultraorthodoxen gebärden sich, als gehöre ihnen das Land, und bedrohen Geschäfte, die am Schabbat nicht schliessen. Rechtsextreme wünschen Präsident Rivlin den Tod. Die Organisation Breaking the Silence, die angebliche Missetaten der Armee anprangert, darf nicht mehr an militärischen Veranstaltungen auftreten und ist auch aus Schulen verbannt."
Der Link zum Beitrag in der Rubrik in der Rubrik ISRAEL INTERN.

In der FAZ schildert Hans-Christian Rössler sehr eindrücklich, wie der Brandanschlag in Duma auf eine palästinensische Familie im Sommer 2015 die Nationalreligiösen in Israel erschüttert hat. Seitdem streiten sie über die Frage, ob es einen jüdischen Terrorismus gibt und wie ihr Verhältnis zum Staat sein sollte. Rössler gibt einen Einblick in die Diskusion und die Entwicklung des Extremismus in Israel: "Tödliche Eskalationsspirale".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

In einer Reportage für die WELT berichtet Sandra Keil über die Arbeit der israelischen Organisation "IsraAid" an den Ufern von Lesbos, jener griechischen Insel, auf der immer noch Tag für Tag Tausende von Flüchtlingen landen:
"Wenn die Mitarbeiter der israelischen Hilfsorganisation als Erste syrische Flüchtlinge in Griechenland in Empfang nehmen, erleben sie immer wieder die gleiche Reaktion: Die Ankömmlinge sind überrascht, bei der Ankunft in Europa auf Israelis zu treffen. Die meisten überhaupt zum ersten Mal in ihrem Leben."
Der Link zu ihrer Reportage in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
   
Der Vater des späteren Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude, der Journalist Karl Ude, war während der NS-Zeit nicht nur der unpolitische Feuilletonist, für den er sich später ausgab und als welcher ihn auch sein Sohn lange betrachtete. Der Münchner Autor Johann Türk arbeitet seit einiger Zeit an einer Biografie über Karl Ude, die im Frühjahr erscheinen soll, basierend auf etwa 5000 Artikeln von Karl Ude. Texte, die nahelegen, dass sich der Journalist doch weit aus mehr für die Politik der Nazis erwärmen konnte, wie Jakob Wetzel in seinem Beitrag für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint: "Christian Udes Vater verdrängte, was er in der Nazizeit schrieb"
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Nicht erst durch die aktuelle Zuwanderung nimmt der Antisemitismus in Schweden besorgniserregende Ausmaße an. Dabei gerät vor allem Malmö, Schwedens drittgrößte Stadt, immer wieder in die Schlagzeilen: sei es durch Anschläge auf jüdische Einrichtungen, Dosen mit der Aufschrift »Zyklon B« vor dem jüdischen Friedhof oder Drohungen, jüdische Jugendliche »halal zu schlachten«, wie Lisa Abramowicz in einem Beitrag für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG berichtet und sich fragt, ob hier etwa ein neuer Negativtrend in Europa zu beobachten ist: "Schwedisches Modell".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat erst kürzlich davor gewarnt, dass eine unbegrenzte Zuwanderung eine Gefahr für die hier lebenden Juden darstelle - und ist dafür heftig kritisiert worden. Der in Berlin lebende Israeli und Jude Yonatan Shay wollte die Probe aufs Exempel machen und hat sich mit Kippa auf dem Kopf in das Aufnahmelager am Flughafen Tempelhof begeben. "Angst habe ich nicht, aber ich bin auf der Hut", sagt er. Philip Kuhn hat ihn für die WELT begleitet und die Gespräche und Reaktionen festgehalten: "Mit der Kippa ins Flüchtlingsheim".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Seit wann gibt es eigentlich Religionen? Wann und warum haben unsere Vorfahren begonnen, an Gott oder Götter zu glauben? Liegt uns der Glauben in den Genen? Michael Hollenbach hat sich für DEUTSCHLANDRADIO auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen nach der Entstehungsgeschichte der Religionen begeben: "Jenseitsideen gegen die Angst".
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIIGIÖSE WELT.

In einer umfangreichen, fünfteiligen Serie von Beiträgen, die in den letzten Wochen auf TELEPOLIS erschienen, mit dem Thema "Christliche Endzeit und Juden". Endzeit meint in der christlichen Religion die letzte Zeit vor dem "Jüngsten Gericht" Gottes über die Lebenden und Toten. Je nach Glaubensrichtung gehören dazu weitere Vorstellungen wie die Wiederkunft Jesu, die Entrückung der Gläubigen, das Auftreten des Antichrist oder die Schlacht bei Harmageddon. Heitmüller, die in Heidelberg und in Frankreich Theologie studierte und als Freie Journalistin in Berlin lebt, untersucht dabei die Entstehungsgeschichte und Entwicklung des "Chiliasmus" und des apokalyptischen Denkens in der christlichen Theologie. Dabei geht sie insbesondere auch auf die Rolle der Juden in der christlichen Heilsgeschichte ein sowie auf judenmissionarische Gruppen im evangelischen Kontext der Gegenwart: "Das Ende der Zeiten".
Die Links zu den hoch interessanten fünf Teilen ihres Beitrages in der Rubrik INTERRELIIGIÖSE WELT.

Sagt man in allen Religionen Amen? Wie beten Angehörige der einzelnen Religionen, was essen die, wie ziehen die sich an, welche Feste feiern die, warum gibt es welche Regeln? Warum trägt die Muslima ein Kopftuch? Die eine ja und die andere nicht?  - Alles Fragen, die sich nicht nur Erwachsene stellen, sondern im vorliegenden Fall direkt aus Kindermund stammen. Die Journalistin Jane Baer-Krause hat zusammen mit einem Team von Religionsexperten versucht, solche Fragen in dem Buch für Kinder zu beantworten. Baer-Krause ist Leiterin des Internetprojektes www.religionen-entdecken.de, der einzigen interreligiöse Kinder-Webseite Deutschlands. Ihr Buch "Wie heißt Gott eigentlich mit Nachnamen"  wird auf DEUTSCHLANDRADIO von Kerstin Poppendieck vorgestellt: "Religiöse Fragen kinderleicht beantwortet".
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIIGIÖSE WELT.

Es sind uralte Fragen, die bis in die Gegenwart hinein für erbitterten Streit in der muslimischen Welt sorgen: Wie authentisch sind die Prophetenworte? Wie muss der Koran ausgelegt werden? Welches ist die eine, wahre Gemeinde Mohammeds? Inwieweit diese und andere Fragen für die Feindseligkeit zwischen Sunniten und Schiiten verantwortlich sind, legt Abdel-Hakim Ourghi, Leiter des Fachbereichs Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, in einem Beitrag für die ZEIT dar. Am Ende seines Beitrages fragt er, was wohl nötig ist, um die innerislamischen Gegensätze zu versöhnen und schreibt:
"Aus theologischer Sicht muss der Islam seine Wahrheitsansprüche relativieren, zuallererst den Anspruch der Konfessionen, im Besitz einer exklusiven Wahrheit zu sein. Vorher gibt es weder einen innerreligiösen noch einen interreligiösen Dialog. Und erst recht keinen Frieden mit nicht religiösen Menschen."
Der Link zum Essay in der Rubrik INTERRELIIGIÖSE WELT.

Die Jüdische Gemeinde in Berlin hat einen neuen Vorstand gewählt, aber die Opposition bezeichnete die Wahl bereits vor der Abstimmung als illegal. Die Zeichen in der größten Gemeinde Deutschlands stehen also weiterhin auf Streit, wie u.a. BERLINER ZEITUNG und JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG berichten: "Fronten in der Jüdischen Gemeinde bleiben verhärtet".
Die Links zum Thema in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Das Kaddisch ist das jüdische Gebet für die Verstorbenen. Über seinen religiös-liturgischen Stellenwrt hinaus hat es von jeher viele Künstler tief bewegt und inspiriert. So auch die Schriftstellerin Katja Petrowskaja, die Komponistin Mela Meierhans und den Geiger Daniel Hope, die alle mit dem Gebet ganz persönliche Erfahrungen in ihrer Entwicklung als Künstler verbinden, wie Antonia Munding in einem lesenswerten Beitrag für DEUTSCHLANDRADIO erzählt: "Spurensuche, Hommage, Schicksalsmelodie".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Ebenfalls auf DEUTSCHLANDRADIO erinnert Rocco Thiede an die erste Rabbinerin Deutschlands, die in den 30er Jahren in Berlin ordiniert wurde: Regina Jonas. 1944 wurde sie in Auschwitz ermordet. Damit wurde fast die gesamte Erinnerung an sie ausgelöscht. Doch eine evangelische Theologin, Katharina Kellenbach, machte sich auf die Suche nach ihr: "Eine fast vergessene Rabbinerin".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Am heutigen Montag wird mit "Tu Bischwat" das jüdische Neujahrsfest der Bäume gefeiert. Tu Bischwat ist ein Halbfeiertag ohne spezielle Liturgie; arbeiten ist erlaubt. Seit der Errichtung des modernen Staates Israel aber ist dieser Tag dort vor allem zu einem »Chag ha-Netiot« geworden, einem Tag, an dem Schulklassen gemeinsam Bäume pflanzen, als ein starkes Symbol des Wiederaufbaus des Landes und der eigenen Verwurzelung in Israel, wie Rabbinerin Yael Deusel in ihrem Beitrag für die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG erläutert. Und dass dem Fest im Kontext der ökologischen Entwicklungen auf unserem Planeten allerdings auch lange schon eine darüber hinaus gehende Bedeutung zufällt, beschreibt wiederum Rabbiner Mosche Baumel in seinem Beitrag für die schweizer-jüdische Wochenzeitung TACHLES: "Ein Plädoyer für den Schutz der Natur".
Die Links zum Thema in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Aus Oman kommt ein islamischer Aufruf zur Toleranz, der beeindruckt: Abdullah Al Salmi stellt dem Furor der Islamisten einen anderen Islam entgegen. "Gäbe es mehr islamische Religionsführer wie ihn, der Islam müsste nicht länger um seinen Ruf bangen", meint Rainer Hermann, der für die FAZ eine erstmals in deutscher Sprache nun  vorliegende Sammlung von Aufsätzen und Predigten des Religionsführers näher vorstellt: "Wer da will, der bleibe ohne Glauben".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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EDITORIAL HIGHLIGHTS

25. Januar 2016

 * IS bedroht Israel ... mehr
 
 * Die Kein-Staat-Lösung ... mehr
 
 * Die grosse israelische Bitterkeit ... mehr
 
 * Jüdischer Extremismus: Tödliche Eskalationsspirale ... mehr
 
 * "Meine größten Feinde sind meine größten Helfer" ... mehr
 
 * Christian Udes Vater verdrängte, was er in der Nazizeit schrieb ... mehr
 
 * Antisemitismus: Schwedisches Modell ... mehr
 
 * Mit der Kippa ins Flüchtlingsheim ... mehr
 
 * Jenseitsideen gegen die Angst ... mehr
 
 * Christliche Endzeit und Juden ... mehr
 
 * Wie heißt Gott eigentlich mit Nachnamen? ... mehr
 
 * Das Erbe der Propheten: Schiiten und Sunniten ... mehr
 
 * Fronten in der Jüdischen Gemeinde Berlin bleiben verhärtet ... mehr
 
 * Kaddisch: Spurensuche, Hommage, Schicksalsmelodie ... mehr
 
 * Regina Jonas: Eine fast vergessene Rabbinerin ... mehr
 
 * Tu Bischwat - Neujahrsfest der Bäume ... mehr
 
 * Buch-Tipp: Shaikh Abdullah Bin Mohammed Al Salmi - Religiöse Toleranz ... mehr
 
 
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