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ISSN 1612-7331
10.12.2012 - Nr. 1387
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ACHTUNG:

Morgen, Dienstag 11. Dezember 2012, erscheint KEIN COMPASS. Am Mittwoch, 12. Dezember 2012, erscheint ONLINE-EXTRA Nr. 174 mit einem Interview mit Salah Abdel-Shafi, dem Leiter der Diplomatischen Mission Palästinas in Berlin.

Die nächste Tagesausgabe erfolgt am Freitag, 14. Dezember 2012.


Guten Tag!

Nr. 1387 - 10. Dezember 2012


"Wir geben keinen Zoll von Palästina auf. Es wird islamisch und arabisch bleiben", sagte Hamas-Führer Chaled Maschaal vor Zehntausenden Anhängern auf einer Kundgebung zum 25. Gründungstag der militanten Organisation in Gaza. Und: "Der Heilige Krieg und bewaffneter Widerstand sind der einzige Weg. Wir können Israels Legitimität nicht anerkennen." Es war Maschaals erster Besuch im Gazastreifen, er reiste über Ägypten ein. Der 56-Jährige hatte als Kind das Westjordanland verlassen und führt die Hamas derzeit von Katar aus. TAGESSPIEGEL, BERLINER ZEITUNG und die TAZ berichten über die feierliche Kampfansage: "Hamas-Chef gibt sich unversöhnlich".
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST AKTUELL.

Im österreichischen STANDARD meldet sich der ehemalige Außenminister und Vizekanzler Joschka Fischer zu Wort und kommentiert die Lage im palästinensisch-israelischen Konflikt nach der jüngsten Gaza-Krise. Im Zusammenhang mit den Veränderungen in der arabischen Welt sieht Fischer die schwerwiegendste Folge darin, dass die Zwei-Staaten-Lösung mehr oder weniger vor dem Aus steht,
"da nicht nur die israelische Rechte an einer solchen Lösung nicht interessiert ist, sondern dies auch für die Hamas und die Muslimbrüder gilt. Die neue Macht der Religiösen im Nahen Osten hat kein Interesse an territorialen Kompromissen oder an einem Ende des Konflikts auf der Grundlage zweier Staaten, denn ein palästinensischer Staat heißt für sie Palästina unter Einschluss ganz Israels. Und das ist keineswegs nur eine taktische Position oder Ausdruck mangelnder Erfahrung mit den machtpolitischen Realitäten, ganz im Gegenteil. Aus einer Territorial- ist eine religiöse Frage geworden und damit hat sich der Konflikt im Kern verändert."
Der Link zu Fischers Analyse in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Ebenfalls im österreichischen STANDARD ist ein unter juristischen Gesichtspunkten sehr interessanter Beitrag von Ralph Janik zu lesen, seines Zeichens Assistent an der Abteilung für Völkerrecht und Internationale Beziehungen der Universität Wien. Es geht dabei um die rechtliche Einschätzung, ob Israel bei den jüngsten Militäroperationen im Gaza-Streifen gegen das sogenannte Proportionalitätsprinzip des Selbstverteidigungsrechts verstoßen hat. Dieser Vorwurf wurde mehrfach erhoben aufgrund der Inkaufnahme "massiver ziviler Opfer" und des hinter den Angriffen stehenden Ziels, die "allgemeine Militärkapazität der Hamas" zu schwächen. Janik erläutert, dass dieses Urteil aus rechtlicher Sicht keineswegs so eindeutig ist, wie es die Israel-Kritiker Glauben machen wollen: "Die Gaza-Krise und das Recht auf Selbstverteidigung".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Im jüngsten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern schweigen zwar augenblicklich die Waffen, aber geklärt sind die Probleme im Nahen Osten keineswegs. Viele rechnen mit einer erneuten Eskalation in nächster Zeit. Ruben Vogel (21) aus Breckerfeld bei Hagen arbeitet als Freiwilliger in einem Altenpflegeheim für Holocaust-Überlebende im israelischen Ma’alot. Der gelernte Mechatroniker berichtet in einem Beitrag, der auf KATH.NET zu lesen ist, wie er die Situation während des Waffengangs erlebt hat: "Wie ich den Gaza-Konflikt in Israel erlebte".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Vor zehn Jahren beschloss der Bundestag, dass jüdische Ghetto-Arbeiter Anspruch auf Rente haben sollten. Dann bremste die Rentenversicherung das Vorhaben aus. Nun berät das deutsche Parlament erneut über die Ghetto-Renten und darüber, ob mehrere Tausend Holocaust-Überlebende rückwirkend für ihre Zwangsarbeit bezahlt werden. Doch die Chancen für Gerechtigkeit stehen schlecht, wie BERLINER ZEITUNG und DIE WELT in ihren Beiträgen deutlich machen: "Die beschämende Geschichte der Ghetto-Renten".
Die Links dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Anfang Dezember fand in Ungarn eine Kundgebung statt, wie sie das an Massendemonstrationen nicht gerade arme Land bisher nicht erlebt hat. Politiker aus den Reihen der rechten Regierungspartei und der Opposition kamen am 2. Dezember vor dem ungarischen Parlament zusammen, um gemeinsam gegen die Nazipartei Jobbik und den zunehmenden Antisemitismus zu protestieren. Gleichwohl ist Ungarn in den letzten Jahren bedrohlich nach rechts gerückt und der Antisemitismus und Antizionismus findet mehr und mehr Anhänger. Einen Überblick über die antisemitischen und rechtsextremistischen Wahngebilde, die in Ungarn immer stärker um sich greifen, gibt Tomasz Konicz in einem Beitrag für TELEPOLIS: "Von Judenzählern, Horthy-Verehrern und völkischen Ornithologen".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Der im August von antisemitischen Jugendlichen attackierte Rabbiner Daniel Alter und der palästinensische Psychologe Ahmad Mansour, unter anderem Mitglied der Deutschen Islamkonferenz, haben für den TAGESSPIEGEL über Alltagsrassismus, Muslime und Helden miteinander gesprochen. Mansour trifft dabei u.a. folgende Differenzierung antisemitischer Gesinnungen unter Migranten:
"Ich unterscheide drei Typen des Antisemitismus unter Menschen mit Einwanderungshintergrund. Die einen hängen Verschwörungstheorien an: Danach haben die Juden die Finanzkrise verursacht oder sind für die Anschläge von 9/11 verantwortlich. Bücher über angebliche Untaten des Mossad bestätigen die Anhänger der Verschwörungstheorien. Dann gibt es die arabisch-antizionistische Richtung. Für sie ist der Konflikt im Nahen Osten klar: Juden sind immer Täter, Muslime immer Opfer. Schließlich gibt es diejenigen, die religiös argumentieren und dafür Geschichten aus dem Koran zitieren, um ihre antijüdische Haltung zu begründen."
Der Link zum Gespräch in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Noch einmal Rabbiner Daniel Alter: Nach dem Überfall auf ihn erfuhr er viel Zuspruch und Zeichen der Solidarität - auch von muslimischen Jugendlichen, die sich in einem Neuköllner Projekt "Heroes" (Helden) engagieren. Ihnen stiftete Alter nun den an ihn verliehenen "Bambi". Dorothea Jung stellt im DEUTSCHLANDRADIO das Projekt näher vor: "Muslimische Jugendliche engagieren sich gegen Antisemitismus".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Dass Ökonomen ihr Fach aus religiöser Perspektive betrachten, ist wohl eher eine Ausnahme. Und umgekehrt lesen Theologen einen Text wie die Bibel nicht in erster Linie als Wirtschaftslehrbuch. Gleichwohl sind die Überschneidungen zwischen Ökonomie und Theologie erstaunlich vielfältig, wie eine Berliner Tagung unter dem Motto "Bonds, Schuld, Schulden und andere Verbindlichkeiten" deutlich machte. Tim Caspar Boehme war für die TAZ mit dabei und schilderte die dort diskutierten Verflechtungen von Ökonomie, Religon und Philosophie: "Kredit kommt von 'glauben'".
Der Link zum Tagungsbericht in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Am Freitag haben Rabbiner in Berlin den großen Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor aufgestellt - als sichtbares Symbol für das jüdische Leben in Berlin. Und als Zeichen gegen Antisemitismus und für Toleranz. Ebenfalls bemerkenswert: Sie haben das gemeinsam mit Christen und Muslimen getan, wie Sandra Dassler für den TAGESSPIEGEL berichtet: "Jüdische Berliner laden zum traditionellen Lichterzünden Christen und Muslime ein".
Der Link zum Bericht in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

In zwei Beiträgen in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG geht es um den Zusammenhang von Monotheismus und Mission sowie die wenig rühmliche Missionsgeschichte des Christentums, die Reaktionen anderer Glaubensgemeinschaften und schließlich auch darum, wie sich das Missionsverständnis geändert hat: "Um des Himmels willen".
Die Links zu den zwei Beiträgen in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Lin Jaldati, die bekannteste Sängerin jiddischer Lieder in der ehemaligen DDR, wäre am 13. Dezember 100 Jahre alt geworden. Noch heute werde sie von Menschen angesprochen, die die 1988 Verstorbene in lebendiger Erinnerung haben, erzählt ihre Tochter, die Kantorin Jalda Rebling, mit der Ayala Goldmann für DEUTSCHLANDRADIO gesprochen hat: "So lange sie singen konnte, war sie am Leben".
Der Link zum Interview in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Sie hat eine gelblich-grüne bis goldgelbe, schrundige Schale. Kratzt man ein wenig daran, verbreitet die Frucht einen erfrischend herben Duft. Die Zitronatzitrone, auch als Zedratzitrone bezeichnet oder schlicht Cedro, wie die Italiener sie nennen, ist ein besonderes Gewächs. Denn nicht das spärliche Fleisch dieser Frucht, sondern das Drumherum, die Schale, wird zu Zitronat, Konfitüre und Likör verarbeitet. Ein besonderes Interesse an der regionalen Spezialität aber haben vor allem Juden. Jens Golombek erzählt in der WELT, warum das so ist: "Warum Juden aus aller Welt nach Kalabrien kommen".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

In der WELT nimmt Lucas Wiegelmann den Chef der Glaubenskongregation im Vatikan, Gerhard Ludwig Müller, aufs Korn. Mülle hat im Blick auf die im Maya-Kalender angedrohte Apokalypse nun in einem Interview mit "Focus" den jüngsten Tag als Tag der Freude in Aussicht gestellt - freilich ohne Terminangabe. Wörtlich sagte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation: "Der jüngste Tag ist ein Tag der Freude im Hinblick auf das Kommende." Wenn sich die Geschichte eines Tages vollende, sei das, "auf das wir zugehen, trotzdem hell. Es ist eine Vollendung und daher mit dem Christsein nicht vereinbar, dass man den Menschen Angst macht." Wiegelmann kommentiert:
"Müllers Anmerkung ist wohl als Orientierungshilfe gedacht. Sie macht aber alles nur noch verwirrender. Erstens vermeidet es Müller, sich auf einen konkreten Zeitpunkt für das Jüngste Gericht festzulegen. Das stellt die Wiederkehr Christi unweigerlich auf eine Stufe mit der Elbphilharmonie. So fügt Müller dem Image der Apokalypse unnötigen Schaden zu. Und zweitens versteht keiner, warum ausgerechnet die Glaubenskongregation als Nachfolgerin der Inquisition den bevorstehenden Tag des Zorns plötzlich in so heiteren Farben malt."
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Seit der Kirchenvater Augustinus lehrte, die Liebe zu Gott solle keusch und allein geistig sein, haben Körperlichkeit und Erotik in der katholischen Kirche zumindest offiziell und theologisch einen schweren Stand. Christoph Quarch nennt das "den Sündenfall der christlichen Theologie" und startet mit seinem Buch eine Sinnlichkeitsoffensive für den gelebten Glauben. Er empfiehlt "Flirten mit Gott" und möchte aufzeigen, warum Christsein Sinnlichkeit und Leidenschaft braucht. Herbert Gornik hat seinen "Weckruf" für DEUTSCHLANDRADIO gelesen: "Sich anfassen, sich salben, sich nahe sein".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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EDITORIAL HIGHLIGHTS

10. Dezember 2012

 * Hamas: "Werden Israel niemals anerkennen" ... mehr
 
 * Joschka Fischer: Israelis und Palästinenser im neuen Nahen Osten ... mehr
 
 * Die Gaza-Krise und das Recht auf Selbstverteidigung ... mehr
 
 * "Wie ich den Gaza-Konflikt in Israel erlebte" ... mehr
 
 * Die beschämende Geschichte der Ghetto-Renten ... mehr
 
 * Von Judenzählern, Horthy-Verehrern und völkischen Ornithologen ... mehr
 
 * Antisemitismus: Rabbi Daniel Alter und Ahmad Mansour ... mehr
 
 * Muslimische Jugendliche engagieren sich gegen Antisemitismus ... mehr
 
 * Kredit kommt von "glauben" - Eine Tagung ... mehr
 
 * Berlin: Juden, Christne und Muslime am Chanukka-Leuchter ... mehr
 
 * Monotheismus und Mission ... mehr
 
 * Erinnerung an Lin Jaldati - Klezmer in der DDR ... mehr
 
 * Warum Juden aus aller Welt nach Kalabrien kommen ... mehr
 
 * Apocalypse, but not now ... mehr
 
 * Buch-Tipp: Christoph Quarch - Flirten mit Gott ... mehr

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