ACHTUNG:
Guten Tag!
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 33. Revolutionstag der Islamischen Republik im Iran war auch Hamas-Regierungschef Imsail Haniy in Teheran zu Gast. Bei der zentralen Kundgebung in der Hauptstadt Teheran war der Regierungschef des Gazastreifens einer der Redner - eine seltene Ehre für einen Ausländer. Dabei bekräftigte Haniya, die radikalislamische Hamas werde Israel nie anerkennen. «Der Kampf wird bis zur vollständigen Befreiung des Gebiets Palästinas und Jerusalems und der Rückkehr aller palästinensischer Flüchtlinge weitergehen», sagte er laut NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. Rückendeckung erhielt er dafür auch von "geistlicher Seite": Ajatollah Ali Chamenei hat dem palästinensischen Widerstand die Unterstützung des Iran zugesichert, wie ISRAELNETZ berichtet.
Die Links zu den beiden Berichten in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Soll die Thora oder der Staatsgedanke den jüdischen Staat definieren? Immer mehr treten in Berichten über Israel die Aktivitäten orthodoxer oder nationalreligiös geprägter Kräfte in den Vordergrund. Der Schriftsteller Abraham B. Jehoschua macht in einem Beitrag für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG auch eine Annäherung zwischen diesen Strömungen aus und plädiert nachhaltig dafür, dass Israel sich einzig als Nationalstaat definieren solle. Etwas anders sieht das Benny Ziffer in einem Beitrag in der WELT. Ziffer, Literaturchef von Israels angesehenster Tageszeitung HA'ARETZ und stests streitbarer Kritikerpapst des Landes, hält die Einschätzung, dass es derzeit einen Kulturkampf zwischen Religiösen und Säkularen im Lande gibt, für falsch. Für ihn es es vielmehr ein "beständiger Kampf der Unzivilisertheit". U.a. schreibt er:
"In den 63 Jahren seit der Gründung des Staates Israel hat es keine drastische Veränderung in der Haltung der im Lande lebenden ultraorthodoxen Minderheit gegeben, die nach den strengen Vorschriften des Schulchan Aruch lebt, einem Kompendium von jüdischen Ritualgesetzen und Rechtsauffassungen aus dem 16. Jahrhundert. Wer sich hingegen drastisch verändert hat, sind jene, die sie umgeben: die gewöhnlichen Israelis, die sich - quasi als Ersatz für eine alle einende Ideologie - ein dumpfes Gefühl des Verfolgtseins zueigen gemacht haben."
Als Folge dieser Entwicklung beklagt Ziffer vor allem einen Mangel an Toleranz bei den Israelis, die er als "Unkultiviertheit" anprangert:
"Bevor man die Möglichkeit in Erwägung zieht, in Israel sei ein Kulturkampf zwischen Religiösen und Säkularen im Gange, sollte berücksichtigt werden, dass zunächst einmal ein Kampf der Unkultiviertheit aller gegen alle tobt, dass die grundlegenden, alltäglichen Verhaltensnormen der angeblich normalen israelischen Gesellschaft nach allen Maßstäben gemessen gewalttätig sind. Klar wird mithin, dass, wenn die Hemmschwelle zur Gewalt im täglichen Umgang der Menschen untereinander derart niedrig ist, wir uns nicht beklagen sollten, wenn die Orthodoxen sich exakt diese Normen der Gesellschaft, die sie umgibt, zueigen machen!"
Die Links zu den Beiträgen in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Die iranische Bombe ist kein Problem, das allein Israel zu interessieren oder zu lösen hätte, schreibt Stephan-Andreas Casdorff im TAGESSPIEGEL. Gerade für Deutschland sei Enthaltung in diesem Fall keine Option - und dabei gehe es nicht nur um die historische Verantwortung, betont Casdorff und appelliert an die politische Solidratität Deutschlands: "Deutschland muss Israel beistehen". Dass der Iran nicht nur ein Problem Israels ist, betont auch David Harris vom Amercian Jewish Committee im Interview mit dem DEUTSCHLANDRADIO. Auch er klagt die Solidarität insbesondere Deutschlands und der USA im Falle eines bewaffneten Konflikts ein: "Israel wird tun, was es tun muss".
Die Links zum Thema in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND,EUROPA UND DIE WELT.
Eine Gruppe Jugendlicher aus Deutschland reist durch das Krisengebiet Israel und Palästina. Begegnungen mit Menschen auf beiden Seiten sollen ihnen den Nahostkonflikt verständlich machen. Mit dabei: ein Filmteam, das diese Begegnungen dokumentiert. Der Dokumentarfilm "Wir weigern uns Feinde zu sein" entsteht. Nun wollen die beiden Filmemacher Stefanie Landgraf und Johannes Gulde den Film für die Bildungsarbeit zur Verfügung stellen. Schulen, Jugendzentren und andere Einrichtungen können ihn seit heute erwerben - zusammen mit weiterem umfangreichen Bildungsmaterial. Interessant vor allem ein "Schulbuch", in dem die Geschichte beider Seiten festgehalten ist: "Das Historische Narrativ des Anderen kennen lernen". Das Besondere an dem Buch, so Jannis Hagmann in ihrem Bericht für die TAZ: "Die linke Buchseite gibt das israelische Narrativ wider, auf der rechten Seite findet sich die palästinensische Perspektive. Was links als "Unabhängigkeitskrieg" bezeichnet wird, ist rechts "die Katastrophe von 1948, die das palästinensische Volk seiner Wurzeln und seiner Heimat beraubte". Die Fakten stimmen überein, die Interpretation könnte unterschiedlicher kaum sein."
Der Link zum Bericht über Doku-Film und Matereial in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Zur Bezeichnung der Vernichtung der europäischen Juden haben sich die Begriffe „Holocaust“ und „Auschwitz“ durchgesetzt. Mit seinem Buch „Bloodlands“, das im vergangenen Herbst auf deutsch erschienen ist, rekonstruiert der amerikanische Historiker Timothy Snyder die Politik des Massenmordens, wie sie von Stalin und Hitler zwischen Anfang der 1930er und Mitte der 1940er Jahre über Osteuropa verhängt wurde. Wegen dieses Vergleichs zwischen dem stalinistischen und nazistischen Terror stellt sich erneut die Frage nach der Singularität des Holocaust. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU sprach mit dem Historiker über die Thesen seines Buches: "Der ganze Schrecken von Hitler und Stalin".
Der Link zum Interview in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Noch immer, ein halbes Jahrhundert nach der Hinrichtung Eichmanns, läuft die juristische Aufarbeitung der Schoa und anderer nationalsozialistischer Verbrechen auf Hochtouren. An John Demjanjuk etwa sei erinnern, oder daran, dass jüngst die Dortmunder Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbefehl vor dem Haus von Willi B. in der brandenburgischen Provinz auftauchte. Dem heute Sechsundachtzigjährigen wird vorgeworfen, als damals achtzehnjähriger Angehöriger der Waffen-SS an der Ermordung von 642 Menschen beteiligt gewesen zu sein. Gemeinsames Kennzeichen der in jüngster Vergangenheit vor Gericht gestellten Täter: Ihr greises Alter. Macht das noch Sinn? Sollen greise Tatverdächtige noch vor Gericht? Thomas Weber, der Geschichte an der University of Aberdeen lehrt, verneint in einem Beitrag für die FAZ diese Frage: "Zur Aufklärung von NS-Verbrechen brauchen wir Wahrheitskommissionen und keine alten Männer, die doch nur schweigen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht auf ihre Taten, sondern auf ihren Zustand", schreibt er.
Der Link zu seinem Essay in der Rubrik VERGANENHEIT...
Der jüngste Antisemitismusbericht der Bundesregierung lieferte beunruhigende Erkenntnisse über die hohe Zahl von Deutschen mit latent antisemitischer Einstellung . Dr. Uri Robert Kaufmann, Leiter der alten Synagoge in Essen, bedauert vor diesem Hintergrund im Interview mit DER WESTEN, dass "Jude" noch immer ein weit verbreitetes Schimpfwort ist. Gleichzeitig kritisiert er, türkische und arabische Medien würden sehr offen und unverhohlen die Judenfeindschaft predigen: "Jude ist immer noch ein weit verbreitetes Schimpfwort"
Der Link zum Interview in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Auch unsere Nachbarn die Österreicher haben ihre Probleme mit dem Antisemitismus. Antisemitische Äußerungen finden nämlich wieder öfter den Weg in heimische Medien - selten offen manifest, dafür latent oder codiert. Das geht zumindest aus einer Studie des Wiener Instituts für Konfliktforschung hervor, deren Ergebnisse von STUDIUM.AT und den SALZBURGER NACHRICHTEN näher vorgestellt werden: "Latenter Antisemitismus in heimischen Medien". Vor diesem Hintergrund bemerkenswert, dass Henryk M. Broder, der sich dieser Tage ebenfalls in Österreich aufhielt, in einem Interview ankündigte, die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen zu wollen. Die broder-typische Begründung laut NEWS.AT: "Der österreichische Antisemitismus ist völlig entspannt, aufrichtig, Teil des kulturellen Erbes. Das ist das Gute an den Österreichern, sie stehen zu ihren Ressentiments." Na ja.
Die Links zu den Beiträgen in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Der Westen hält sich für aufgeklärt und human. Moslems werden in Europa als rückständig gebrandmarkt. Für den Publizisten und Sozialwissenschaftler Wolfgang Pohrt zeugt das von einem Totalausfall realistischer Selbstwahrnehmung, wie er in einem polemischen Essay im TAGESSPIEGEL deutlich macht. U.a. schreibt er:
"Als Mordmaschine war das Christentum effizienter. Die Indianer in Südamerika und später in Nordamerika plattgemacht, im 30-jährigen Krieg einander verhackstückt, die Scheiterhaufen, die Folterkammern und die beiden Weltkriege mit an die 70 Millionen Toten – waren das etwa keine Christen? Und Auschwitz? Waren das die Moslems? Aber seien wir gerecht. Die Menschen morden unter Berufung auf die Religion, in Nordirland taten Christen verschiedener Konfession es bis in die jüngste Zeit. Aber sie brauchen die Religion nicht unbedingt, um zu morden, es geht ebenso gut auch ohne. Die Nation, der Stamm oder die Hautfarbe genügen auch."
Vor diesem Hintergrund hält er es für wichtig einzusehen:
"Die Menschen morden nicht, weil sie Christen oder Moslems sind, sondern weil sie Mörder sind. Deshalb muss man ihnen das Morden ja verbieten, deshalb das Gebot „Du sollst nicht töten!“. Gebote wie „Iss Dich satt!“ oder „Schlaf Dich aus!“ brauchen wir dagegen nicht."
Der Link zu seinem Essay in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Cat Stevens hat es getan, Heinrich Heine, Marilyn Monroe und viele andere: Sie haben das Bekenntnis gewechselt, sind von einer Religion zur anderen konvertiert. Wenn Konversionen bekannt werden, erregen sie oft Aufsehen. Genaue Zahlen gibt es auch kaum, nur Schätzungen. Marlene Halser und Lea Hampel porträtieren im DEUTSCHLANDRADIO drei junge Deutsche, die den Schritt der Konversion gemacht haben: Eine 28-Jährige, die gerade zum Judentum konvertiert, eine 35-jäührige, die vom Islam zum Protestantismus übergetreten ist und schließlich eine 26-jährige Katholikin, die den umgekehrten Weg geht, nämlich vom Christentum zum Islam: "Neuer Glaube, neues Glück?".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Der 16. Februar verspricht ein besonderer Tag zu werden: 120 frisch gewählte Abgeordnete werden sich dann in Brüssel erstmals zum Europäisch-jüdischen Parlament (EJP) zusammenfinden. Die konstituierende Sitzung dieses neuen Gremiums im Hauptgebäude des EU-Parlaments soll ein Meilenstein jüdischer Repräsentation in Europa werden. So zumindest sieht es die Europäisch-Jüdische Union (EJU), die die Wahl organisierte. Tobias Müller schildert in der schweizer-jüdischen Wochenzeitung TACHLES nähere Hintergründe: "Herausforderung des Establishments".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
In einer ehemaligen jüdischen Mädchenschule im Zentrum Berlins können Gäste am Schabbat ein koscheres Dinner bestellen. Mit diesem Konzept wollen die Restaurantgründer auch Nichtjuden ansprechen, die sich für die Hintergründe des Brauchs interessieren. U.a. die WELT und DEUTSCHLANDRADIO berichten über die Eröffnung des Koscher-Restaurants in einer ehemaligen Mädchenschule in Berlin: "Alles Koscher im Restaurant".
Die Links dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien hat am Donnerstag in Potsdam sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Jan Klixmüller gratuliert dazu in den POTSDAMER NEUESTEN NACHRICHTEN. Ergänzt wird das Porträt des Zentrums durch ein Interview mit dem Direktor des Zentrums, Professor Julius H. Schoeps, der über freudige Erinnerungen, den Traum von der deutsch-jüdischen Symbiose und neue Spielarten des Antisemitismus spricht: „Wir haben noch 100 Jahre vor uns“.
Links zum Thema in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Jede der fünf Fraktionen im Deutschen Bundestag hat einen Kirchenbeauftragten, also jemanden, der den Kontakt zu den Kirchen hält und als Vermittler zwischen Parteifraktion und Kirche arbeitet. Für die LINKE macht das Raju Sharma. Mit ihm traf sich K. Rüdiger Durth für EVANGELISCH.DE im Berliner Cafe "Einstein" zum Gespräch über ihre Arbeit, ihren Glauben, der Kirche und den Alltag als kirchennaher Politiker: "Wir sind nicht kirchenfeindlich".
Der Link zum Interview in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.
Ein katholischer Theologe begründet in einer Flugschrift, warum das Christentum sich neu erfinden muss. Die Kirchen befänden sich in einer fundamentalen Glaubenskrise, sagt Hubertus Halbfas, überall würde die Substanz der Tradition dahinschmelzen. Dem Verdunsten des christlichen Glaubens sei nicht mehr durch Kirchenreformen beizukommen. Der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer hat das Buch von Halbfas gelesen und stellt es in einem längeren Essay für NEUES DEUTSCHLAND näher vor: »Warum sich das Christentum neu erfinden muss«.
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)
Abo-Hinweis
Dann abonnieren Sie unsere Seiten oder testen Sie uns vorab mit einem kostenfreien Schnupper-Abonnement!
Abo bestellen
Sie sind bereits Abonnent?
Dann melden Sie sich bitte erst mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an, um die Fundstelle inkl. Quellenangabe und Link sehen und nutzen zu können!
Anmeldung



