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ISSN 1612-7331
14.09.2011 - Nr. 1286
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Editorial



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ONLINE-EXTRA Nr. 149

September 2011

"Im Himmel, unter der Erde" - so lautet der Titel eines Dokumenatrfilms, den die Berliner Journalistin und Filmemacherin Britta Wauer drehte und der im Frühjahr dieses Jahres in den deutschen Kinos anlief. Auf Anhieb erhielt der Film in den Feuilletons der Zeitungen glänzende Kritiken und bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde er mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Reichlich ungewöhnlich für einen Film, in dessen Mittelpunkt ein Friedhof steht - allerdings ein ganz besonderer Friedhof mit einer ganz besonderen Geschichte: Der jüdische Friedhof Weissensee in Berlin.

"Im Himmel, unter der Erde" erzählt Geschichten rund um den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee, der seit 1880 besteht, seitdem ununterbrochen in Benutzung war und heute der größte jüdische Friedhof Europas ist. Knapp 130 Jahre ist er alt und der größte jüdische Friedhof in Europa, auf dem noch bestattet wird. Das unter Denkmalschutz stehende Areal soll in einigen Jahren offiziell zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Der Friedhof gleicht einem Geschichtsbuch. Hier haben berühmter Künstler, Philosophen, Juristen, Architekten, Ärzte, Religionslehrer und Verleger die letzte Ruhe gefunden. Die Kaufhausgründer Jandorf (KaDeWe) und Hermann Tietz (Hertie) gehören dazu, der Maler Lesser Ury, der Hotelier Kempinski, der Verleger Samuel Fischer (S. Fischer Verlag) und Rudolf Mosse, dem einst das größte Verlagshaus Europas gehörte. Über 115.000 Menschen sind hier bestattet. Es gibt nur wenige Angehörige, die die Gräber pflegen könnten: die Shoa hat nicht nur das Millionen Menschen umgebracht, sondern auch das Andenken an sie geraubt. In Berlin lebten in den 1930er Jahren rund 170.000 Juden, nach Kriegsende waren es nur noch 1.500.

Britta Wauer suchte mit Hilfe der Zeitschrift "aktuell – Zeitschrift für ehemalige Berlinerinnen und Berliner" nach Personen, die Dokumente und Informationen über den Friedhof Weißensee besitzen. Sie erhielt Zuschriften aus aller Welt und trug so zahlreiche Geschichten über den Friedhof zusammen, die auf berührende Weise das Zentrum ihres Dokumentarfilms bilden. In Ergänzung zu dem Film veröffentlichte sie ein Buch, das anhand von Originaldokumenten und Fotos der Fotografin Amélie Losier die Geschichte des jüdischen Friedhofs auf Deutsch und Englisch erzählt. Aus diesem ungemein sorgfältig edierten und äußerst ansprechenden Buch präsentiert Ihnen COMPASS heute das Vorwort von Britta Wauer, die Einleitung und ein beispielhaftes Kapitel.

COMPASS dankt der Autorin, der Fotografin und dem be.bra-Verlag für die Genehmigung zur Wiedergabe von Wort und Bild an dieser Stelle! 

Hier finden Sie ONLINE-EXTRA Nr. 149:
Online-Extra Nr. 149

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EDITORIAL HIGHLIGHTS

14. September 2011

* HEUTE AKTUELL *

ONLINE-EXTRA NR. 149

Britta Wauer:
DER JÜDISCHE FRIEDHOF WEISSENSEE
Momente der Geschichte


Online-Extra Nr. 149