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ONLINE-EXTRA Nr. 244

Juli 2016

Mit einem besonderen ONLINE-EXTRA verabschiedet sich COMPASS in die Sommerpause. Erstmals publiziert COMPASS die Magisterarbeit einer ehemaligen Studentin in vollem Wortlaut - und dies aus mehreren Gründen: Zum einen ist das Thema der Arbeit ebenso interessant wie aktuell, geht es doch um die Frage nach jüdischem Fundamentalismus, wie er sich in Israel beispielhaft in der Siedlerbewegung Gush Emunim und dem ultraorthodoxen Judentum zeigt. Und zum anderen zeichnet sich die hier publizierte Magisterarbeit von Lena Patricia Reker durch eine überzeugende Methodik, einen hohen Informationsgehalt und eine wohltuende Lesbarkeit aus.

Nachdem Reker im ersten Teil ihrer Arbeit das Thema und die Fragestellung entfaltet, entwickelt sie eine Definiton sowie einen damit verbundenen Kriterienkatalog, mit dessen Hilfe eine sinnvolle Einordnung von innerjüdischen Bewegungen und Strömungen als fundamentalistisch möglich sein soll. Im ungemein informativen Hauptteil der Arbeit untersucht sie sodann ausführlich Entstehung, Ideologie und Aktivitäten der israelischen Siedlerbewegung Gush Emunim sowie des ultraorthodoxen Judentums, um jeweils abschließend zu einem fundierten Urteil zu gelangen, inwieweit die vorgestellten Bewegungen als fundamentalistisch einzustufen sind. In ihrem Fazit am Ende der Arbeit versieht sie die Ergebnisse ihrer Untersuchung schließlich mit einer abschließenden Bewertung.

Frau Rekers Magisterarbeit entstand im Rahmen des Studiengangs Interreligiöse Studien "Judentum – Christentum – Islam" an der Otto–Friedrich–Universität Bamberg und wurde von Prof. Dr. Susanne Talabardon betreut, die ja ebenfalls bereits mit einem ONLINE-EXTRA-Text auf COMPASS vertreten ist (siehe: Online-Extra Nr. 177).

COMPASS dankt Frau Reker für die Genehmigung zur Publizierung ihrer verdienstvollen Arbeit an dieser Stelle!

© 2016 Copyright bei der Autorin
online exklusiv für ONLINE-EXTRA



Online-Extra Nr. 244


Die Siedlerbewegung Gush Emunim und das ultraorthodoxe Judentum – zwei Erscheinungsformen des jüdischen „Fundamentalismus“?


Masterarbeit im Studiengang Interreligiöse Studien: "Judentum – Christentum – Islam" der Otto – Friedrich – Universität Bamberg


LENA PATRICIA REKER 


Inhaltsverzeichnis



1. Einleitung

2. Fundamentalismus als Konzept
2.1 Zur Problematik des Begriffs
2.2 Historische Entstehung: evangelikale Bewegungen in den USA
2.3 Islamischer Fundamentalismus
2.4 Aspekte einer Begriffsdefinition
2.5 Eine mehrdimensionale Definition

3. Fundamentalistische Tendenzen im Judentum
3.1 Religionsimmanente Anknüpfungspunkte
3.2 Geschichtliche Vorläufer

4. Gush Emunim: Siedlerbewegung und Landnahme
4.1 Rabbi Abraham HaCohen Kook und seine Lehre
4.2 Rabbi Zvi Jehuda Kook und die Aufarbeitung der Werke seines Vaters
4.3 Die Entstehung von Gush Emunim und die frühen Aktionen
4.4 Eretz Israel und seine Bedeutung
4.5 Andere Quellen des Gush Emunim
4.6 Die Abspaltung radikalerer Gruppen
4.7 Der Gush Emunim – eine fundamentalistische Bewegung?

5. Das ultraorthodoxe Judentum
5.1 Eine kurzgefasste Geschichte der Ultra-Orthodoxie
5.2 Die Ablehnung des Zionismus
5.3 Das Verhältnis zur Siedlerbewegung
5.4 Das ultraorthodoxe Judentum – eine fundamentalistische Bewegung?

6. Fazit

Bibliographie



1. Einleitung

In der häufig sehr emotional geführten Fundamentalismus-Debatte steht der Islam im Mittelpunkt. Allenfalls werden noch christlich-fundamentalistische Bewegungen aus dem „bible belt“ der USA erwähnt. Das Judentum taucht in solchen Diskussionen in der Regel nicht auf. Lange galt der Ausdruck „jüdischer Fundamentalismus“ als Oxymoron, weil die Juden doch selbst immer Opfer religiös motivierter Verfolgung waren und eine Minderheit unter fremder Herrschaft darstellten. In der Wissenschaft ist es heute allerdings unbestritten, dass es auch im Judentum fundamentalistische Strömungen gibt.1 Nur sehr wenige, wie etwa Shalom Ben-Chorin, bestreiten die Existenz des jüdischen Fundamentalismus. Seiner Meinung nach ist das Judentum durch sein Schriftverständnis vor Fundamentalismus geschützt, da es Gesetze nicht wörtlich nimmt, sondern sie weitgreifend interpretiert, wie etwa bei den Speisegesetzen. Auch die Entstehung der reformierten Strömung wertet Ben-Chorin als Beweis für „die Unvereinbarkeit von Fundamentalismus und Judentum“.2

Der jüdische Fundamentalismus tritt nicht so medienwirksam in Erscheinung wie sein islamisches Pendant und sein Wirken bleibt hauptsächlich auf Israel beschränkt. Dort jedoch hat er weitreichende Auswirkungen, sowohl auf die Gesellschaft als auch auf den Friedensprozess mit den Palästinensern.3

In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es bisher keine konsentierte trennscharfe Definition des Begriffes Fundamentalismus. Schwierig fällt dabei die Abgrenzung von Konstrukten wie Konservatismus und Traditionalismus. Dadurch wir die Verwendung in der wissenschaftlichen wie in der gesellschaftlichen Diskussion problematisch.4

Diese Arbeit analysiert nun zwei Strömungen innerhalb des modernen Judentums, die Siedlerbewegung und das ultra-orthodoxe Judentum, und untersucht, in wieweit eine aus der Literatur extrahierte Fundamentalismusdefinition auf sie zutrifft.

Zu diesem Zweck werden Aspekte des Begriffes Fundamentalismus vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Literatur referiert. Zum Abschluss dieses Kapitels werden vier Kriterien benannt, an Hand derer die beiden Strömungen des modernen Judentums auf ihre Nähe zum Fundamentalismus überprüft werden können. Im nächsten Abschnitt werden die geschichtlichen Wurzeln fundamentalistischer Tendenzen im Judentum nachgezeichnet, um die Phänomene der Gegenwart in diesen Kontext einzubetten. Im Hauptteil werden dann die zwei genannten Strömungen analysiert. Dabei richtet sich der Fokus auf ihre Ziele, Ideologie bzw. Theologie und den Weg, den sie wählen, um ihre Vorstellungen umzusetzen. Abschließend werden die Ergebnisse mit den vier Kriterien abgeglichen. Im Fazit werden die Ergebnisse dann zusammengefasst und diskutiert.

Zwar wurde in den letzten Jahren viel zu dem Thema Fundamentalismus geforscht, doch jüdischer Fundamentalismus wurde, v.a. im deutschen Sprachraum, dabei bisher wenig beachtet. Daher stützt sich diese Arbeit im Wesentlichen auf englisch-sprachige Sekundärliteratur und auf hebräische Forschungsergebnisse, die ins Englische übersetzt wurden. Besonders zu nennen sind dabei die zahlreichen Beiträge von Samuel Heilman und Menachem Friedman zum jüdischen Fundamentalismus, u.a. im Rahmen des Fundamentalismus Projekts von Martin E. Marty und Scott Appleby. Des Weiteren hat sich Gideon Aran eingehend mit der Frühphase der Gush Emunim beschäftigt und liefert mit seiner Forschung wichtige Erkenntnisse. Primärquellen bezüglich der Siedlerbewegung sind v.a. von Rabbi Abraham Kook und seinem Sohn Zvi Jehuda Kook erhalten, die als ideologische Vordenker der Bewegung gelten.


2. Fundamentalismus als Konzept

In diesem Kapitel wird das Konzept des Fundamentalismus zunächst allgemein behandelt. Dabei werden die Probleme aufgezeigt, die mit diesem Begriff verbunden sind. In einem kurzen historischen Abriss werden die beiden Bewegungen vorgestellt, die am häufigsten mit dieser Anschauung in Verbindung gebracht werden. Zum Abschluss wird dann eine eigene mehrdimensionale Definition entwickelt, die im Laufe dieser Arbeit zur Anwendung kommen soll.

2.1 Zur Problematik des Begriffs

„Fundamentalisten sind immer die anderen.“5 Mit diesem Satz weist Schäfer auf ein Hauptproblem des Fundamentalismusbegriffes hin. Er ist relativ diffus, sehr negativ besetzt und wird in der politischen und religiösen Auseinandersetzung als Schlagwort benutzt, um den Gegner oder ganze soziale Bewegungen zu diskreditieren. Vor allem der Gebrauch des Adjektivs `fundamentalistisch´ ist inflationär geworden und wird unkritisch auch gegen konservative oder traditionalistische Positionen verwandt.6

Andererseits lässt sich der Begriff Fundamentalismus nur schwer vermeiden, da die Alternativen, wie z.B. „Islamismus“, in Bezug auf den islamischen Bereich, genauso negativ konnotiert sind. Ein weiteres Problem ist, dass mit diesem Begriff eine Vielzahl von sozialen und religiösen Bewegungen und Gruppierungen bezeichnet wird, sodass er notwendigerweise vor allem an den Rändern unscharf bleiben muss. Schon die religiös-fundamentalistischen Bewegungen unterscheiden sich in ihrer Entstehung, Art, Wirkung und Zielsetzung. Daher muss der Begriff Fundamentalismus alle gemeinsamen Wesenszüge fundamentalistischer Bewegungen in sich aufnehmen, ohne aber dabei beliebig zu werden. Es fällt demnach schwer, diesen sehr verkürzenden Begriff im wissenschaftlichen Diskurs angemessen zu ersetzen. Schließlich hat er auch analytische Stärken. Der Begriff kann benutzt werden, um eine besondere Form der „politisierten Religion“ zu beschreiben. Um der Vielfalt der Erscheinungsformen gerecht zu werden, schlagen viele Wissenschaftler vor, von Fundamentalismen in Plural zu sprechen.7

Wenn Fundamentalismus als Herausforderung, Gefahr oder Alternative zur Moderne beschrieben wird, sagt dies gleichzeitig auch etwas über das Verständnis der Moderne aus. Der Begriff Fundamentalismus spiegelt also eine westlich-säkulare Perspektive auf die Moderne wider. Die Diskussion um Fundamentalismus ist damit immer auch eine Debatte um unsere Auffassung und Interpretation der Moderne.8 Für den Fundamentalismus ist bezeichnend, dass er im Widerspruch zur Moderne steht, gleichzeitig aber aus ihr hervorgeht.9 Allerdings wird in der Fundamentalismus Debatte häufig das westlich-säkulare Weltbild als normal bzw. richtig angesehen, sodass fundamentalistische Bewegungen automatisch als davon abweichend dargestellt werden.10

Ein weiteres Problem besteht darin, dass von Fundamentalismus ganz überwiegend im Zusammenhang mit dem Islam und im Kontext von terroristischen Gewalttaten gesprochen wird. Damit kommt es zu einer Engführung auf die Auseinandersetzung zwischen einer christlich-westlichen Moderne und dem arabisch-islamistischen Fundamentalismus, wie sie sich in dem hochproblematischen Konzept des „Kampf der Kulturen“ widerspiegelt.11 In diesem Fall trägt der Begriff Fundamentalismus weiter zu der Entstehung eines Feindbildes Islam bei und stört so den interreligiösen und interkulturellen Dialog. Im Hinblick darauf wird von einigen Wissenschaftlern schon das Ende der Fundamentalismus-Debatte gefordert.12

Besonders von nicht-christlichen Religionen wird kritisiert, dass ein Begriff, der im amerikanisch-protestantischen Milieu entstanden ist, unreflektiert auf andere Religionen übertragen wird, zumal deren Mitglieder sich selber nicht als fundamentalistisch bezeichnen würden.13

Fundamentalistische Denkweisen sind nicht an eine bestimmte Religion gebunden, sondern eine Gefahr in allen Religionen. Daher wäre es verkürzt zu glauben, Fundamentalismus ließe sich aus den theologischen Inhalten einer Religion erklären.14 Allerdings wäre es genauso falsch davon auszugehen, dass alle Religionen grundsätzlich fundamentalistisch sind. Es darf nicht übersehen werden, dass fundamentalistische Bewegungen immer nur ein Teil der jeweiligen Religion sind und ihre Botschaft nicht der des Mainstreams entspricht. Sie ignorieren vielmehr den Aufruf zur Versöhnung, der in allen großen Religionen vorkommt.15 Es ist demnach bei der Verwendung des Begriffs Fundamentalismus unerlässlich die Gemeinsamkeiten solcher Bewegungen zu erkennen, gleichzeitig aber auch die unterschiedlichen historischen und sozio-kulturellen Gegebenheiten im Blick zu haben.16

2.2 Historische Entstehung: evangelikale Bewegungen in den USA

Der religiöse Fundamentalismus im modernen Sinne entstand um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus der vielschichtigen evangelikalen Bewegung in den USA. Hintergründe seiner Entstehung waren einerseits moderne theologische Strömungen aus Europa und andererseits der zunehmende gesellschaftliche Einfluss naturwissenschaftlicher Sichtweisen. Von besonderer Bedeutung war hier die darwinsche Evolutionstheorie, die den traditionellen christlichen Schöpfungsglauben in Frage stellte. Die Ausrichtung der Bewegung war von Anfang gegen die Moderne, die Säkularisierung und die Naturwissenschaften gerichtet.17

Die Hauptträger der Bewegung kamen überwiegend aus der alten, traditionsorientierten Mittelschicht. In dieser waren Werte wie ein frommer Lebensstil und die patriarchalische Familienstruktur zentral. Der Beginn der Moderne stellte für die Akteure eine Bedrohung ihrer Lebensweise dar, die sie als gottgewollt ansahen. Die gesellschaftlichen Veränderungen drängten zunehmend den von ihnen als moralisch richtig betrachteten Lebensstil zurück. So sahen sie wichtige Lebensbereiche, wie Sexualität und Familie, durch das Aufkommen von Frauen- und Freiheitsbewegungen gefährdet. Für die frühen fundamentalistischen Bewegungen hatten die Veränderungen ein heilsgeschichtliches Ausmaß. Teuflische Kräfte griffen ihren frommen Lebensstil und ihre moralischen Traditionen an. Durch diese Erfahrung formte sich eine Schicksalsgemeinschaft, die bereit war, ihre Werte und Traditionen vor der Moderne zu verteidigen.18

Als Begriff taucht Fundamentalismus erstmals im Titel einer Schriftenreihe von 12 Bänden auf, die, von zwei Ölmillionären finanziert, zwischen 1910 und 1917 in einer hohen Auflage verteilt wurde: „The Fundamentals: A Testimony to the Truth“.19 Am Anfang war der Begriff „Fundamentalist“ somit eine positive Selbstbezeichnung einer Gruppe, die eine innerkirchliche Auseinandersetzung gegen modernistische und liberalistische Tendenzen in Religion und Gesellschaft führte. Im Jahr 1919 wurde die „World´s Christian Fundamentalist Association“ gegründet, der sich auch Teile der akademischen Theologie der USA anschlossen.20 Die Bewegung ließ sich also keiner einzelnen Kirche oder einer einzelnen Organisation zuordnen, sondern war vielmehr eine Strömung Gleichgesinnter aus verschiedenen protestantischen Kirchen.21

Die Bewegung formulierte als Basis ihrer Glaubensüberzeugung sog. „Fundamentals“, die sich in fünf Punkten zusammenfassen lassen: 1. die absolute Irrtumslosigkeit der Bibel, 2. Die Jungfrauengeburt Jesu Christi, 3. sein stellvertretendes Sühneopfer, 4. die leibliche Auferstehung und 5. die Wiederkunft Christi zur Errichtung eines 1000 jährigen Reiches. Für die fundamentalistische Bewegung war insbesondere der erste Punkt zentral. Die Propagierung einer auf Verbalinspiration beruhenden Irrtumslosigkeit der Bibel richtete sich in der innerkirchlichen Auseinandersetzung gegen die historisch-kritische Exegese und gesellschaftlich gegen die Evolutionstheorie als Hauptangriffspunkt der modernen naturwissenschaftlichen Denkweise.22 Die Bibel galt bei den Dispensionalisten als ein im Himmel festgelegter Ablauf der Geschichte, dessen Interpretation nicht notwendig sei.23

Kulturell ging es um daraus abgeleitete Ziele einer christlichen Nation und einer christlichen Moral. Für die evangelikalen Fundamentalisten gab es keinen Zweifel an der Erwähltheit Amerikas. Verbunden mit einem konservativen Patriotismus verstanden sie sich als „einzig wahre Vertreter US-amerikanischer Kultur“ und Amerika wurde zum „neuen Jerusalem“, das sich gegen die Dekadenz der Moderne richtete. Nach ihrer Überzeugung konnte niemand ein wahrer Christ sein, der diese Überzeugungen nicht teilte. 24 Daher richtete sich ein großer Teil ihrer Aktivitäten auch auf die Bekehrung und Rettung verlorener Seelen, die durch die Verkündigung der baldigen Wiederkunft Jesu Christi und durch Erweckung erreicht werden sollte.25

Im sog. Affenprozess von Dayton kam es 1925 zu einem öffentlichkeitswirksamen Höhepunkt der Auseinandersetzung. In dem Prozess gegen einen Biologielehrer, der den radikalen Antidarwinismus kritisiert hatte, mussten vom Vertreter der Anklage erhebliche Eingeständnisse gemacht werden, so z.B., dass es unwahrscheinlich sei, dass Gott die Welt in 6 Tagen geschaffen habe. Dieser Prozess führte zu einem deutlichen Ansehens- und Einflussverlust der fundamentalistischen Bewegung in den USA.26

Eine Renaissance erlebte der Fundamentalismus in den USA seit den 60er und70er Jahren, u.a. als Antwort auf die kulturellen Umbrüche, die die Hippie- und Studentenbewegung ausgelöst hatten. Dabei wandelten sich sein Erscheinungsbild und seine Intentionen. Ging es der fundamentalistischen Bewegung anfangs vor allem um die innerkirchliche Auseinandersetzung und die Beeinflussung von Schule, Familie, (Sexual-)Moral und den lokalen Lebensumständen, so war es seit den 70er Jahren zu einer zunehmendem Allianz mit konservativen politischen Kräften v.a. in der Republikanischen Partei gekommen, die ihre Ansichten z.B. zu den Themen Homosexualität, Abtreibung und die radikale Ablehnung des Kommunismus teilten. Der protestantische Fundamentalismus strebte das Ziel an, zu einer festen Größe im politischen Feld zu werden. Religiöse und politische Überzeugungen vermischten sich mit neokonservativen Ansichten, die Amerika als von Gott auserwählt betrachteten und ihm damit eine besondere Rolle im endzeitlichen Kampf zuschrieben: „[…] Amerika und seine Menschen [sind] das besondere Angriffsziel Satans […]“. Ziel wurde nun die Beeinflussung der nationalen Politik und hier v.a. der Außenpolitik: „Der Fundamentalismus wurde politisch.“27

Besonders unter Präsident Ronald Reagan stieg der Einfluss protestantisch-fundamentalistischer Gruppen, die bei Wahlanalytikern auch als auschlaggebender Grund für Reagans Sieg bei den Präsidentschaftswahlen 1980 gelten. Zu dieser Zeit formte sich ein neuer Patriotismus, der sich v.a. aus religiöser Überhöhung und moralischer Unbeugsamkeit speiste und die Welt klar in Gut und Böse einteilte. Ideologisch gesehen waren seine Hauptfeinde moderne, liberale, humanistische, sozialistische und kommunistische Werte und Ideen. Wirtschaftlich gesehen förderte die neue Allianz zwischen Konservativen und Fundamentalisten ein rein kapitalistisches Wirtschaftssystem mit klarer Befürwortung des Privateigentums.28 Getragen wurden diese Vorstellungen v.a. durch eine aufsteigende konservative Mittelschicht, die sich besonders in den Südstaaten der USA bildete.29

Dabei hatten und haben die antimodernen Fundamentalisten keine Probleme, moderne Medien für sich zu benützen. Landesweite Berühmtheit erlangten z.B. die Fernsehprediger Jerry Falwell, Kopf der „Moral Majority“, die in den 80er Jahren bis zu 300.000 Mitglieder zählte oder Pat Robertson, der die Fernsehstation „Christian Broadcasting Networks“ betreibt. Als „electronic church“ oder „televangelists“ zeigten sie eine aggressive mediale Präsenz und richteten sich mit „direct mailing“ an ihre Anhänger oder betrieben Kampagnen gegen politische und religiöse Gegner.30 Das wörtliche Verständnis der Bibel verlor an Bedeutung ohne allerdings aufgegeben worden zu sein. In der medialen Darstellung dominiert heute die direkten Inspiration der religiösen Führer durch Gott in dem Stil „Gott hat mir heute gesagt…“ und eine direkte Begründung und Ableitung politischer Ziele aus dem fundamentalistischen Religionsverständnis. Um diesen Anspruch durchzusetzen, setzt die große Mehrheit der protestantisch-fundamentalistischen Bewegungen auf Kooperation mit ihren politischen Partnern, anstatt ihre Anforderungen mit Gewalt umzusetzen.31

Eine bestimmte Richtung im protestantisch-amerikanischen Fundamentalismus belebte den Aspekt des Dispensationalismus wieder. Zu ihnen gehören auch die schon erwähnten Fernsehprediger Jerry Falwell und Pat Robertson. Ihr Glaube ist durch eine starke eschatologische Heilserwartung geprägt, in der Amerika und Israel eine zentrale Rolle spielen. Der Nahe Osten bildet für sie den Schauplatz der letzten apokalyptischen Schlacht.32 Besonders nach den Anschlägen des 11. September wuchs der Glaube, dass Gott Amerika benutzt, um seinem Zorn Ausdruck zu verleihen.33 Nach der apokalyptischen Schlacht im Nahen Osten wird Gott sein 1000-jähriges Reich errichten und Jerusalem wird das geistige und kulturelle Zentrum dieses Reiches werden. Allerdings ist für Nicht-Christen in diesem Reich kein Platz. Doch die amerikanischen Dispensationalisten gehen ohnehin davon aus, dass vor Ankunft des 1000-jährigen Reiches alle Juden zum Christentum konvertieren. Sonst werden sie die letzte apokalyptische Schlacht nicht überleben. Sie werden Jesus, der sich in Jerusalem auf dem Thron Davids niederlässt, als den wahren Messias anerkennen, konvertieren und bilden im Reich die neue Elite.34

Dieser theoretische Unterbau hat direkte Auswirkungen auf die Politik, besonders auf die Beziehungen zu Israel. Die christlichen Zionisten unterstützen dabei v.a. die Sammlung der Juden aller Welt in Israel und deren Konversion zum Christentum, die sie als Voraussetzung für das Wiederkommen des himmlischen Jerusalems sehen. Die Juden, die nicht konvertieren wollen, werden die Ankunft des Messias nicht überleben. Christliche Zionisten förderten aktiv die Staatsgründung Israels und feierten den Sieg im 6-Tage-Krieg 1967 als Meilenstein auf dem Weg zur messianischen Endzeit. Sie diskutierten angeregt die Frage, wie Amerika durch sein Eingreifen den Prozess der Erlösung beschleunigen könnte, schließlich seien das Los Israels und Amerikas auf engste miteinander verwoben. Der amerikanische Zionismus hat seine Wurzel dabei schon im frühen 19. Jahrhundert. Auf politischer Ebene drückt sich dieser Glaube heute durch eine Verbundenheit mit dem israelischen Likud-Block aus, der finanzielle und ideologische Unterstützung von den christlichen Zionisten in Amerika erhält. Die unkritische Unterstützung Israels hat in diesem Ausmaß große Auswirkungen auf die Weltpolitik. Der darin enthaltene Antisemitismus tritt bei einigen Bewegungen noch deutlicher zutage, wie z.B. in der Christian-Identity Bewegung, die die Angelsachsen und nicht die Juden als das auserwählte Volk des Ersten Testaments betrachten.35

Soziologisch betrachtet kommen die modernen Fundamentalisten zwar aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, teilen aber die religiös-konservative Weltanschauung. Sie erlebten gemeinsam die Verunsicherung durch die ökonomischen und gesellschaftlichen Krisen der 80er und 90er Jahre. Durch die Anschläge am 11. September 2001 ist die Verunsicherung, in deren Mittelpunkt das Gefühl der Bedrohung durch den Islam steht, noch weiter gewachsen. Dabei dienen die religiöse Rhetorik, die apokalyptische Symbolik und die Stilisierung dieser Auseinandersetzung zu einem Kampf zwischen Gut und Böse der Verschleierung politischer und ökonomischer Interessen sowie einer Dämonisierung des Gegners.36

2.3 Islamischer Fundamentalismus

Nach der Auflösung der Sowjetunion und der Überwindung der Ost-West Konfrontation, bestimmen - scheinbar und real zugleich - religiös motivierte Konflikte das Weltgeschehen. Dem beschriebenen evangelikalen Fundamentalismus in den USA steht der islamische Fundamentalismus gegenüber. Trotz der Verschiedenheit von Religion, Geschichte und Kultur in den arabischen Ländern und in den USA finden sich dennoch Parallelen.

Auch der islamische Fundamentalismus ist „politisierte Religion“.37 Gemeint ist damit die besondere Verbindung von Religion und Politik, bei der politische Fragen unmittelbar, bruchlos und ohne die Diskursebene zu wechseln aus religiösen Überzeugungen beantwortet und „religiöse Gebote unmittelbar auf alle Lebensbereiche übertragen werden“. Diese bruchlose Übertragung von religiösen Überzeugungen, die als direkte göttliche Offenbarungen angesehen werden, auf politische und gesellschaftliche Fragen führt notwendigerweise zu Intoleranz, Ablehnung von Meinungsfreiheit und Bekämpfung aller „Ungläubigen“38

Die islamischen Länder erlebten den Übergang in die Moderne in Form des Kolonialismus. Die Religion wurde zum wichtigen Faktor der kulturellen und politischen Identität der Unterlegenen. Der islamische Fundamentalismus entwickelte sich in der Auseinandersetzung mit der (Post-)Moderne. Ihm geht es vor allem um eine Wiederherstellung der Einheit der Religion und eine strikte, aggressive Abgrenzung gegenüber der westlichen Kultur, die wirtschaftlich als dominant und ausbeuterisch, kulturell als dekadent und militärisch als aggressiv und überlegen erlebt wird. Die westliche Kultur und ihr Einfluss auf die islamische Welt werden für alle negativen Entwicklungen verantwortlich gemacht und deswegen abgelehnt. Die Strömung der Re-Islamisierung überraschte v.a. den christlichen Westen, der den Islam lange als unterlegen und verdrängt angesehen hatte. Dabei hatte die westliche Politik allerdings die ersten Anzeichen dieser Bewegung nicht beachtet, wie etwa die Gründung der Muslimbrüderschaft in den 1930er Jahren in Ägypten.39

Innerreligiös betont der islamische Fundamentalismus die direkte göttliche Inspiration des Korans und lehnt eine Weiterentwicklung der Auslegung vor allem in eine liberalere Richtung ab. Außerdem wird davon ausgegangen, dass der Einzelne ohne religiöse Führung und göttliche Eingebung sein Leben nicht meistern kann. Gesellschaftlich geht es um die strikte Einhaltung religiös motivierter Normen und Strukturen des Rechtssystems der Sharia. Als Ziel gilt der theokratische Staat, wie er nach der Revolution im Iran unter der Führung des Ajatollah Khomeini entstand. Jeder militärische Angriff auf den theokratischen Staat wird dabei als direkter Angriff auf die Religion Islam verstanden und führt daher zu heftigen Abwehr- und Schutzmaßnahmen.40

Ein besonderes Kennzeichen des Islams ist das enge Zusammengehen von Religion und Staat (din wa daula). Die religiösen Gesetze, die in der Sharia zusammengestellt sind, gelten auch für die Bereiche Politik und Gesellschaft. Schon im Koran ist der Anspruch formuliert, dass der Islam nicht nur eine Religion, sondern zugleich auch eine politisch-gesellschaftliche Struktur ist – eine Trennung von Staat und Religion ist demnach nicht möglich. Daher gelten die islamischen Kleriker nicht nur als Religionsgelehrte, sondern sind gleichzeitig immer auch Juristen. Es ist es also auch nicht denkbar, dass der Islam nur in einem Teilbereich des privaten Lebens Geltung hat, sondern es wird davon ausgegangen, dass alle Bereiche des Lebens, auch des öffentlichen, von der Religion geleitet werden sollen. Gerade diesen Ansatz verteidigen islamische Fundamentalisten. Für sie ist der Islam ein Ordnungsprinzip, das das Leben des Menschen komplett und am besten regelt. Die Einhaltung dieses Systems führt dann automatisch dazu, dass alle sozialen Probleme gelöst und die perfekten politischen Zustände geschaffen werden.41 Dieses Versprechen klingt v.a. für die an den Rand der Gesellschaft gedrängten Gruppen in den großen Städten, wie Kairo, Damaskus oder Teheran, attraktiv. Daher findet der islamische Fundamentalismus gerade im städtischen Milieu großen Anklang.42

Weiterhin beinhaltet dieses Verständnis der Religion eine besondere Verklärung der islamischen Anfänge. Sie sind der idealtypische Zustand, den der islamische Fundamentalismus wiederherstellen will. Zu Lebzeiten des Propheten Muhammads habe ein völliger Einklang zwischen den göttlichen Gesetzen und dem Leben der Menschen geherrscht. Dieses Gefüge wird somit zu einem verbindlichen Entwurf für die Gegenwart stilisiert. Das Geschichtsbild islamischer Fundamentalisten ist also eine „rückwärts gewandte Utopie“. Daher nehmen sie die göttlichen Regeln und Gebote so ernst und wollen alle möglichst vollständig erfüllen.43 Der islamische Fundamentalismus sieht seine Hauptaufgabe darin, äußere Bedrohungen auf dieses System abzuwenden. Sie wollen verhindern, dass sich Muslime von anderen Vorstellungen blenden lassen und deswegen den Glauben der Altvorderen aufgeben. Denn nur wenn das göttliche Gesetz allumfassend gültig ist, kann eine islamische Gesellschaft und ein islamischer Staat nach ihren Vorstellungen errichtet werden.44

Allerdings verstoßen islamische Fundamentalisten auch gegen göttliche Gebote, wenn sie gegen innerislamische Feinde vorgehen und Muslime töten. Der Koran droht schließlich jedem Muslim, der einen anderen Muslim tötet, als Strafe die Hölle an. An diesem Beispiel wird deutlich, dass der islamische Fundamentalismus nicht mit der Religion Islam als Glaube und Ethik gleichgesetzt werden darf. Die fundamentalistischen islamischen Bewegungen suchen sich nur Teile der göttlichen Botschaft heraus und verabsolutieren sie dann.45

Der Begriff „islamischer Fundamentalismus“ verweist also trotz der strikten Gegnerschaft auf die Parallelen zwischen dem amerikanischen und islamischen Fundamentalismus, die sich z.T. sogar gegenseitig beeinflussen.46

2.4 Aspekte einer Begriffsdefinition


Fundamentalismus kann als eine Reaktion auf die Moderne mit ihren Krisenerfahrungen wie Globalisierung, Orientierungsverlust und ökonomische sowie kulturelle Umwälzungen beschrieben werden. Fundamentalistische Bewegungen mit ihrem absoluten Gewissheitsanspruch und der Rückbesinnung auf bekannte religiöse Werte geben in dieser Situation einfache Antworten.47 Anstatt sich an die neuen Bedingungen anzupassen oder versuchen, politische Reformen anzustoßen, interpretieren fundamentalistische Gruppen die Ereignisse auf eine heilsgeschichtliche Weise und sehen daher die Lösung in ihrer religiös-moralischen Lebensführung.48 Sie wehren sich gegen eine fortschreitende Säkularisierung der Gesellschaft und wollen die Religion wieder in den öffentlichen Raum tragen.49 Dabei schafft der Fundamentalismus eine einzigartige Mischung aus Moderne und Tradition, bei der jeweils nur bestimmte Teilaspekte beider Zeiten miteinander verwoben werden, sodass eine neue Ideologie entsteht. Diese neue Ideologie beinhaltet meistens eine Kritik an den bestehenden Verhältnissen und eine heilsgeschichtliche Interpretation der Gegenwart.50

Fundamentalistische Bewegungen entwickeln dabei eine Ansammlung religiöser Grundregeln, die in ihrer Gesamtheit als unbedingt wahr und unveränderlich sind, aber einzeln nebeneinanderstehen und kein geschlossenes System bilden. Die jeweils heilige Schrift gilt als unfehlbar, und es werden gedanklich zusätzliche Gebilde geschaffen, die die Stimmigkeit mit der modernen Welt beweisen sollen. Es werden aus den abstrakten Idealen der heiligen Texte konkrete Handlungsanweisungen abgeleitet, die alle Fragen im Leben beantworten. Diese ewigen göttlichen Gesetze sollen dann als Grundlage der Politik dienen, denen sich alle unterordnen müssen. Dafür werden sie aus ihrem Ursprungskontext herausgelöst und unverändert auf die heutige Zeit übertragen.51 In der mystischen Vergangenheit war für die Anhänger fundamentalistischer Bewegungen der idealtypische Lebenszustand erfüllt, doch dieser Zustand des gottgefälligen Lebens ist zerstört worden. Ihn gilt es wieder zu errichten, denn nur durch eine genaue Rückkehr zu den Anfängen kann die als dramatisch wahrgenommene Krise der Gegenwart überwunden werden.52 Ihre neue Welt ist also eigentlich eine uralte, die das bestehende System radikal in Frage stellt. Fundamentalistische Bewegungen schauen demnach gleichzeitig in die Zukunft und in die Vergangenheit – die Vergangenheit dient als Grundlage einer neuen Zukunftsvision.53 Fundamentalistische Bewegungen stellen eine politische Ideologie dar. Sie stehen nicht für eine Renaissance der Religion und sie verbreiten auch keine eigene Lehre. Fundamentalismus ist ausschließlich eine Art und Weise, eine bestehende religiöse Lehre zu deuten. Dieser Ansatz kann grundsätzlich in jeder Kultur und jeder Religion unter bestimmten Krisenbedingungen entstehen.54

Neben ihrer Überzeugung lassen Fundamentalisten keine andere Meinung gelten und beanspruchen für sich das alleinige Recht, die wahren Vertreter ihrer Tradition zu sein. Werte wie Pluralismus und Toleranz lehnen sie aus diesem Grund ab. Deswegen versuchen sie, ihr eigenes Weltbild gegenüber anderen bedingungslos durchzusetzen. Sämtlicher fremder Einfluss von außen wird dementsprechend zurückgedrängt und als Konkurrenz zu den göttlichen Geboten unterbunden.55 Den häufig charismatischen Führern solcher Bewegungen wird nachgesagt, eine besondere Beziehung zu Gott zu haben, aus der sie ihre Autorität und Unantastbarkeit ableiten.56 Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder fundamentalistischer Religionen sind Laien, die ermutigt werden, die heiligen Schriften selber zu lesen und sie in dem Sinne ihres Anführers zu interpretieren.57

Im Fundamentalismus erfolgt eine Politisierung von Religion und Religion wird zu einem Mittel im politischen Kampf. Sie wird funktionalisiert als Ideologie, dient als Mittel der Identitätsstabilisierung und emotionalisiert und radikalisiert die Auseinandersetzung. Ohne den religiösen Begründungszusammenhang wären z.B. Selbstmordattentate nicht denkbar.58

Das Zusammengehen von Religion und Politik bedeutet aber nicht immer automatisch Fundamentalismus. Es ist keine Besonderheit, wenn sich Religionsgemeinschaften an politischen Debatten und gesellschaftspolitischen Diskussionen beteiligen. Fundamentalistische Züge bekommt die Verbindung erst dann, wenn religiöse Gebote direkt auf alle Lebensbereiche übertragen werden und somit auch als Grundlage der Politik dienen sollen. Kennzeichnend für fundamentalistische Bewegungen ist also der Anspruch der Unmittelbarkeit und der Charakter des Unbedingten.59

Ein weiteres Merkmal des Fundamentalismus ist das Motiv des Kampfes. Fundamentalistische Bewegungen kämpfen für ihre religiösen Überzeugungen. In ihrer Sichtweise müssen sie, als kleine Gruppe wahrer Gläubiger, gegen die Mehrheit der Ungläubigen ankämpfen, um ihre Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Der Feind findet sich aber nicht nur außerhalb der Gruppe, sondern auch unter den eigenen moderateren Mitgliedern. Da sie für Gott kämpfen, ist der Einsatz sämtlicher Mittel legitimiert. Schließlich beherrscht viele fundamentalistische Gruppen das Gefühl, einen Existenzkampf zu führen, da sie sich von außen bedroht fühlen. Die Abgrenzung von den „Anderen“ wird somit zu einem zentralen Merkmal der eigenen Identität. Um ihren Kampf effektiv führen zu können, sehen sich Fundamentalisten gezwungen, an dem politischen System im jeweiligen Land teilzunehmen, obwohl sie eben dieses radikal umgestalten wollen.60

Damit liegt die aktuelle Bedeutung des Fundamentalismus in der gefährlichen Kombination von Absolutsetzung der eigenen Glaubensüberzeugung und einem daraus sich begründenden gesellschaftlichem Macht- und Herrschaftsanspruches.61 Letztendlich streben religiöse Fundamentalisten damit profane politische Ziele an, nämlich eine Wandlung auf rechtlicher und administrativer Ebene.62 Sie wollen die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrem Sinne aktiv verändern, wenn nicht sogar revolutionieren, indem sie eine ideologisch klar umgrenzte und autoritär geführte Gegenwelt entwerfen. Allerdings werden sie die von ihnen bekämpften Probleme nie lösen können, dabei stehen ihnen ihre geschlossenen und abwehrenden Strukturen im Weg.63 Besonders durch diesen letzten Punkt unterscheiden sie sich von konservativen oder traditionalistischen Strömungen, die bei potentiell ähnlichen religiösen Einstellungen kein gesellschaftliches Dominanzstreben zeigen und eher veraltete Vorstellungen vom richtigen Glauben und sittlicher Lebensführung vor Veränderungen schützen wollen.64

Darüber hinaus zeichnet sich der Fundamentalismus durch die Weigerung aus, Kompromisse einzugehen. Eine klare Einteilung in Gut und Böse, Freund und Feind lässt eine dualistische Weltanschauung entstehen, in der Annäherungen und Zugeständnisse an den Feind als unmöglich gelten.65 Das gefühlte Recht, aus der religiösen Offenbarung verbindliche Weisungen für das politische Gemeinwesen abzuleiten und die Weigerung, Kompromisse einzugehen, steht dem Verständnis eines säkularen Rechtsstaats diametral entgegen.66 In der eigenen Gruppe schaffen es fundamentalistische Bewegungen, Mitglieder mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen zu einer Gemeinschaft mit gemeinsamer Identität zusammenzuschweißen, indem sie ihre religiösen Überzeugungen als gemeinsame Basis nutzen.67 Der Konflikt mit den „Anderen“ wird somit zu einem religiösen Identitätskonflikt.68

Fundamentalistische Bewegungen lehnen die Moderne zwar ab, nutzen sie aber auch gleichzeitig. So sind sie modern organisierte soziale Bewegungen, die keine Probleme mit dem Einsatz modernen Technologien haben, um ihre Ideologie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Des Weiteren scheuen sie auch nicht davor zurück, sich an dem demokratischen System eines Staates zu beteiligen. So sitzen nicht selten Abgeordnete fundamentalistischer Parteien im Parlament. Die Moderne wird auf diese Weise selektiv gebraucht, was aber auch die Gefahr birgt, die eigenen Überzeugungen zu unterwandern.69

2.5 Eine mehrdimensionale Definition

Aus dem bisher Dargestellten ist deutlich geworden, dass es keine binäre Entscheidung ist, ob eine Bewegung als fundamentalistisch einzustufen ist oder nicht. Vielmehr scheint eine multidimensionale Sichtweise angemessener, in der an Hand von Definitionsmerkmalen bewertet werden kann, inwieweit eine Bewegung fundamentalistische Züge hat. Vor dem Hintergrund der oben referierten Literatur werden in dieser Arbeit folgende vier Definitionsmerkmale für eine fundamentalistische Bewegung zu Grunde gelegt.

1.) Fundamentalistische Bewegungen übertragen ihre heiligen Texte bruchlos auf die gegenwärtige politische Situation und leiten daraus direkt politische Handlungsmaxime ab. In diesem Sinne handelt es sich bei fundamentalistischen Bewegungen um „politisierte Religion“.70

2.) Fundamentalistische Bewegungen versuchen diese Vorstellungen aggressiv und ohne Kompromissbereitschaft gegen alle anderen Meinungen durchzusetzen. Dabei gehört Gewaltanwendung zu den akzeptierten Mitteln.

3.) Fundamentalistische Bewegungen nutzen trotz ihrer antimodernistischen Grundeinstellung moderne Medien und bestehende politische Strukturen zur Durchsetzung ihrer Ziele. Dadurch unterscheiden sie sich von traditionalistischen Bewegungen.

4.) Fundamentalistische Bewegungen wollen ihre politisch-religiösen Vorstellungen über den privaten Lebensbereich hinaus gesamtgesellschaftlich und meist auch im internationalen Maßstab durchsetzen. Auch dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu traditionalistischen Bewegungen.

Anhand dieser vier Kriterien sollen die Siedlerbewegung und das ultra-orthodoxe Judentum im Hinblick auf ihr Ausmaß an fundamentalistischer Ideologie und Praxis analysiert werden.




ANMERKUNGEN



1 Brenner, Michael, Jüdischer Fundamentalismus?, In: Neuhaus, Helmut (Hrsg.), Fundamentalismus. Erscheinungsformen in Vergangenheit und Gegenwart, Atzelsberger Gespräche 2004, Erlangen 2005, S. 41-61. hier S. 41.
2 Ben-Chorin, Shalom, Fundamentalismus und Orthodoxie im Judentum, In: Jeschke, Dieter u. a. (Hrsg.), Das Wort, das in Erstaunen setzt, verpflichtet. Dankesgabe für Jürgen Fangmeier, Wuppertal/Zürich 1994, S. 107-114, hier S. 107-109, 114.
3 Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, Inaugural-Dissertation an der Ludwig-Maximilian Universität München, München 2010, S. 5; http://www.economist.com/debate/days/view/869.
4 Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Einleitung: Politisierte Religion in der Moderne. In: dies., (Hrsg.), Politisierte Religion. Ursachen und Erscheinungsform des modernen Fundamentalismus, Frankfurt a. M. 1998, S. 11-33, hier S. 11.
5 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen. Radikales Christentum, radikaler Islam und Europas Moderne, Frankfurt a. M./Leipzig 2008, S.17.
6 Ebd., S. 17.
7 Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Politisierte Religion in der Moderne, S. 12; Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 24; Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, Säkularisierung und die Risiken der Moderne, In: Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.), Politisierte Religion. Ursachen und Erscheinungsform des modernen Fundamentalismus, Frankfurt a. M. 1998, S. 67-90, hier S. 75; Cigdem, Ahmet, Religiöser Fundamentalismus als Entprivatisierung der Religion, In: Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.), Politisierte Religion. Ursachen und Erscheinungsform des modernen Fundamentalismus, Frankfurt a. M. 1998, S. 91-107, hier S. 91; Tibi, Bassam, Der religiöse Fundamentalismus im Übergang zum 21. Jahrhundert, Mannheim/Leipzig u. a. 1995, S. 15; Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 21; Riesebrodt, Martin, Was ist „religiöser Fundamentalismus“?, In: Six, Clemens u. a. (Hrsg.), Religiöser Fundamentalismus. Von Kolonialismus zur Globalisierung, Innsbruck/Wien u. a. 2004, S. 13-32, hier S. 18.
8 Cigdem, Ahmet, Religiöser Fundamentalismus als Entprivatisierung der Religion, S. 92.
9 Tibi, Bassam, Der religiöse Fundamentalismus im Übergang zum 21. Jahrhundert, S. 15.
10 Jäggi, Christian J., David J. Krieger, Fundamentalismus. Ein Phänomen der Gegenwart, Zürich/Wiesbaden 1991, S. 188.
11 Boff, Leonardo, Fundamentalismus und Terrorismus, Göttingen 2007, S.46f.
12 Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Politisierte Religion in der Moderne, S. 11.
13 Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, Säkularisierung und die Risiken der Moderne, S. 76.
14 Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Politisierte Religion in der Moderne, S. 17.
15 Jäggi, Christian J., David J. Krieger, Fundamentalismus, S. 15; Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus. Christentum, Judentum, Islam, München 2007, S. 16.
16 Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, Säkularisierung und die Risiken der Moderne, S. 76.
17 Gremmels, Christian, „Fundamentalismus“, In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, hrsg. von Joachim Ritter, Basel/Stuttgart 1972, Sp. 1133.
18 Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, Säkularisierung und die Risiken der Moderne, S. 78-80; Boff, Leonardo, Fundamentalismus und Terrorismus, S. 13.
19 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 107f; Kepel, Gilles, Die Rache Gottes. Radikale Moslems, Christen und Juden auf dem Vormarsch, München/Zürich 1991, S. 156.
20 Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus, S. 17f.
21 Deen Larsen, Max, Religiöser Fundamentalismus in den USA, In: Six, Clemens u. a. (Hrsg.), Religiöser Fundamentalismus. Von Kolonialismus zur Globalisierung, Innsbruck/Wien u.a. 2004, S. 69-89, hier S. 70.
22 Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus, S. 30; Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 105.
23 Trimondi, Victor, Victoria Trimondi, Krieg der Religionen. Politik, Glaube und Terror im Zeichen der Apokalypse, München 2006, S. 32.
24 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 95, 100f, 108; Meyer, Thomas, Fundamentalismus. Aufstand gegen die Moderne, Reinbek 1989, S. 16.
25 Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus, S. 29f.
26 Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus S. 30f.
27 Ebd., S. 32f; Riesebrodt, Martin, Was ist „religiöser Fundamentalismus“?, S. 16; Kepel, Gilles, Die Rache Gottes, S. 158; H.W. Schäfer, Kampf der Fundamentalismen, S. 126.
28 Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus, S. 34
29 Ebd., S. 111.
30 Meyer, Thomas, Fundamentalismus. S.77-79; Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus S. 32; Jäggi, Christian J., Fundamentalismus, S. 78.
31 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 132 f, 155.
32 Trimondi, Victor, Victoria Trimondi, Krieg der Religionen, S. 34, 36.
33 Ebd., S. 39.
34 Ebd., S. 74f.
35 Ebd., S. 190-195; Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 146-147; Mead, Walter Russell, The new Israel and the old. Why gentile Americans back the Jewish state, In: Foreign Affairs, July/August 2008, Vol. 87 No. 4, S. 28-46, hier S. 30; Barr, James, Fundamentalismus, München 1981, S. 158-159; Dillinger, Johannes. Terrorismus. Wissen was stimmt, Freiburg u.a. 2008, S. 58.
36 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S.124, 172-174; Kepel, Gilles, Die Rache Gottes, S. 198.
37 Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer: Politisierte Religion in der Moderne, S. 13
38 Ebd., S.14f.
39 Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus, S. 11, 87; Meyer, Thomas, Fundamentalismus, S. 82-84.
40 Ebd., S.89-94; Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus, S. 11; Boff, Leonardo, Fundamentalismus und Terror, S. 48; Laarissa, Mustapha, Vom politischen Gebrauch des Religiösen, In: Wulf, Christoph, Jacques Poulain u.a. (Hrsg.), Europäische und islamisch geprägte Länder im Dialog. Gewalt, Religion und interkulturelle Verständigung, Berlin 2006, S. 126-136, hier S. 127.
41 Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus, S. 82-84, 88.
42 Jäggi, Christian J., David J. Krieger, Fundamentalismus, S. 34, 37.
43 Kienzler, Klaus, Der religiöse Fundamentalismus, S. 77, 85.
44 Ebd., S. 78.
45 Tibi, Bassam, Der religiöse Fundamentalismus im Übergang zum 21. Jahrhundert, S. 20f.
46 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 94.
47 Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 13; Meyer, Thomas, Die Politisierung kultureller Differenz. Fundamentalismus, Kultur und Politik, In: Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.), Politisierte Religion. Ursachen und Erscheinungsform des modernen Fundamentalismus, Frankfurt a. M. 1998, S. 37-66, hier S. 41.
48 Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, S. 86.
49 Cigdem, Ahmet, Religiöser Fundamentalismus als Entprivatisierung der Religion, S. 93.
50 Riesebrodt, Martin, Was ist „religiöser Fundamentalismus“?, S. 19; Tibi, Bassam, Der religiöse Fundamentalismus im Übergang zum 21. Jahrhundert, S. 20.
51 Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 18f; Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, S. 87; Jäggi, Christian J., David J. Krieger, Fundamentalismus, S. 52; Deen Larsen, Max, Religiöser Fundamentalismus in den USA, S. 71; Pedahzut, Ami, Arie Perlinger, Jewish terrorism in Israel, New York 2009, S. xi.
52 Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, S. 77; Riesebrodt, Martin, Was ist „religiöser Fundamentalismus“?, S. 18
53 Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 19f.
54 Meyer, Thomas, Die Politisierung kultureller Differenz, S. 48; Boff, Leonardo, Fundamentalismus und Terrorismus, S. 20; Tibi, Bassam, Der religiöse Fundamentalismus im Übergang zum 21. Jahrhundert, S. 16.
55 Meyer, Thomas, Die Politisierung kultureller Differenz, S. 44; Tibi, Bassam, Der religiöse Fundamentalismus im Übergang zum 21. Jahrhundert, S. 17; Laarissa, Mustapha, Vom politischen Gebrauch des Religiösen, S. 136; Jäggi, Christian J., David J. Krieger, Fundamentalismus, S. 19.
56 Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 19.
57 Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, S. 80; Riesebrodt, Martin, Was ist „religiöser Fundamentalismus“?, S. 27; Jäggi, Christian J., David J. Krieger, Fundamentalismus, S. 14, 36.
58 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 26.
59 Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 16; Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Politisierte Religion in der Moderne, S. 13f.
60 Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 18f, 22
61 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 20.
62 Dillinger, Johannes, Terrorismus, S. 47.
63 Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Politisierte Religion in der Moderne, S. 16f, 20; Meyer, Thomas, Die Politisierung kultureller Differenz, S. 53, 65 Jäggi, Christian J., David J. Krieger, Fundamentalismus, S. 195.
64 Riesebrodt, Martin, Fundamentalismus, S. 76; Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Politisierte Religion in der Moderne, S. 16.
65 Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 23.
66 Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Politisierte Religion in der Moderne, S. 14f; Meyer, Thomas, Die Politisierung kultureller Differenz, S. 57.
67 Riesebrodt, Martin, Was ist „religiöser Fundamentalismus“?, S. 22.
68 Schäfer, Heinrich Wilhelm, Kampf der Fundamentalismen, S. 27.
69 Ebd., S.18-20; Winkelmeier, Eva, Die Relevanz des Maimonides für den jüdischen Fundamentalismus, S. 21.
70 Bielefeldt, Heiner, Wilhelm Heitmeyer, Politisierte Religion in der Moderne, S. 12.




Die Autorin

LENA PATRICIA REKER

... geb. 1988; Bachelor-Studium der Geschichte, Kultur- und Sozialanthropologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; 2014 Master in Interreligiöse Studien an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.  2012/2013 zwei Semester an der University of Haifa, dort Studien in Friedens- und Konfliktforschung sowie Hebräisch und Arabisch. Seit 2015 Sachbearbeiterin im Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR) in Bad Nauheim. 


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