Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
08.12.2006 - Nr. 720

Editorial

Guten Tag!

Nr. 720 - 08. Dezember 2006


Am Sonntagabend wurde in Jerusalem ein Symposion über 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Österreich eröffnet. Namhafte Wissenschaftler diskutierten über das wechselvolle Verhältnis der beiden Länder. Ein Bericht auf den Seiten des österreichischen Senders ORF schildert Einzelheiten.
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Praktisch zugedeckt von den «grossen» Diskussionen um den Auftritt der Armee, das Schicksal der entführten IDF-Soldaten und um die schwelende Kriegsgefahr an den Grenzen spielt sich derzeit in Israel ein besonders heftiges und vielschichtiges Tauziehen zwischen Religiösen und Säkularen ab. Kontrahenten des Streits sind orthodoxe Juden und die isralische Fluglinie El-Al - und es geht um die Frage, ob über den Wolken die Freiheit auch für israelische Flugzeuge grenzenlos ist. Jacques Ungar erläutert den Stand der Dinge in der schweizer-jüdischen Wochenzeitung TACHLES.
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Den Palästinensergebieten steht ein Bürgerkrieg bevor, meint der Sicherheitsexperte Mordechai Kedar. Der Machtkampf zwischen Hamas und Fatah könnte zur politischen Trennung von Westjordanland und Gaza-Streifen führen, sagt er im Interview it der TAZ. Kedar, 52 Jahre, ist Chef des Instituts für arabische Studien an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan bei Tel Aviv und wissenschaftlicher Mitarbeiter des dortigen Begin-Sadat-Zentrums für Strategische Studien. Über 25 Jahre lang gehörte Kedar dem militärischen Abwehrdienst der israelischen Armee (IDF) an. Er gilt als Experte für gesellschaftspolitische Fragen in arabischen Ländern und die Konflikte der israelischen Araber.
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Obwohl vor wenigen Monaten das Vatikanische Geheimarchiv bis 1939 geöffnet wurde, sind nach wie vor zentrale Bestände gesperrt. Dazu gehört die Zeit des Pius XII., dem der Vorwurf anhaftet Hitlers Völkermord geduldet zu haben. Die israelische Historikerin Dina Porat hat nun in einem Briefwechsel weitere Belege gefunden, die diesn Vorwurf erhärten. Berthold Seewald erläutert in der WELT die neuen Belege: "Papst Pius XII. wusste mehr vom Holocaust als zugegeben".
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Vor einem Jahr verstörte der iranische Präsident die Weltgemeinschaft mit seinen Zweifeln an der Judenvernichtung. Sie sei ein "Mythos". Auf dem "neutralen" Boden seines Landes sollen nächste Woche unabhängige Forscher aus 30 Ländern die "Frage" erörtern. Nun hat Teheran - Wunder oh Wunder - die NPD zu dieser Holocaust-Konferenz eingeladen. Heiner Kiesel beschreibt in der WELT, was uns da an Erhellendem ins Haus steht.
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Rechtsextreme Jugendliche und junge Muslime kultivieren einen Hass, der in Deutschland jahrzehntelang für undenkbar gehalten wurde: Sie machen Jagd auf jüdische Mitschüler. Politische Appelle verhallen an vielen Schulen ungehört. "Jude" wird zum regelrechten Mode-Schimpfwort. Reportagen und Berichte u.a. im SPIEGEL und in der WELT über unerträgliche Zustände im Jahre 61 nach Auschwitz.
Die Links dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

In der Reihe der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG "Was ist eine gute Religion?" antwortet diesmal die Religionswissenschafterin Karen Armstrong. Sie erinnert an die goldene Regel: «Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu.» Ein entsprechender Imperativ lasse sich als gemeinsames Substrat der meisten Weltreligionen herauspräparieren. Gut, so darf man wenig überraschend schlussfolgern, sind diese Religionen, sofern ihre Anhänger jene Spruchweisheit auch beherzigen - sofern sie also das Gute tun und das Schlechte lassen. Biblisch könnte man das schlicht so formulieren: "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen"...
Der Link zu Armstrongs Essay in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat den Religionslehrern seines Erzbistums multireligiöse Feiern untersagt. Sie sollten sicherstellen, dass solche Feiern ohne Beteiligung der katholischen Kirche stattfänden, heißt es in einer Anweisung. "Was ein Problem ist, sind Feiern, wo alle gleichzeitig beten, jeder zu seinem Gott", sagte Meisners Sprecher Stephan Georg Schmidt. "Eine solche Vermischung der Religionen und Gottesvorstellungen soll vermieden werden." Die kardinale Anweisung hat zu heftigen Protesten geführt. Die Vereinigung katholischer Religionslehrerinnen und –lehrer an Gymnasien im Erzbistum Köln e.V. (VKRG) beispielsweise hat mit einem Zehn-Punkte-Plan auf Meisners Kritik an "Multireligiösen Feiern" an Schulen reagiert.
Die Links zu Berichten, Kommentaren und dem Wortlaut des Lehrer-Protests in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Eine fast unglaubliche Geschichte aus Polen erzählt Thomas Rosen in der österreichischen PRESSE: Pawel war 23, als er entdeckte, dass er eigentlich Jude ist. Heute heißt er Pinchas und wacht in der jüdischen Gemeinde Warschaus über die Einhaltung der Speisevorschriften. So weit, so gut. Bevor aber Pawel zum Pinchas wurde, war er ein prügelnder Skinhead, alles andere als judenfreundlich!
Der Link zur Reportage in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Zwei Jahre lang hatte der internationale Rat jüdischer Frauen (ICJW) mit dem israelischen Oberrabbiner Shlomo Amar eine wichtige Konferenz vorbereitet: Endlich sollte in Jerusalem das erste Gipfeltreffen einer globalen rabbinischen Task Force zugunsten der «Agunot» stattfinden. Doch im letzten Moment sagte der Oberrabbiner das Meeting ab. «Agunot» («Gefesselte») sind jüdische Ehefrauen, deren Männer ihnen den rituellen Scheidungsbrief («get») vorenthalten und ihnen damit eine religiöse Wiederverheiratung verunmöglichen. Das Schlimmste: Heiraten «Agunot» trotzdem, trifft Kinder aus einer solchen Verbindung ein grausames und von keiner Religion zu tolerierendes Schicksal – sie gelten in den Augen der streng religiösen Juden als für alle Zeiten geächtete Bastarde. Männer dagegen dürfen wieder heiraten. Gisela Blau schildert in der TACHLES Hintergründe und Einzelheiten.
Der Link zu ihrem Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Vatikan-Archäologen haben das Grab des Apostels Paulus in Sankt Paul vor den Mauern in Rom für echt erklärt. Nun liegt es ganz an Benedikt XVI., ob das Paulus-Grab völlig freigelegt werden soll oder nicht. Paul Badde berichtet für die WELT aus Rom.
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Der israelische Soziologe und Historiker Moshe Zuckermann ist ein radikaler Kritiker der Politik und Gesellschaft seines Landes. Als Kind polnischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv geboren, verbrachte er seine Jugend in Frankfurt/M. und kehrte später in seine Heimat zurück. Mit seinem neuesten Buch hat er sowohl ein Porträt Deutschlands als auch eine Biografie Israels geschrieben. Carsten Hueck stellt das Buch im DEUTSCHLANDRADIO vor: "Hinterfragung von Selbstbildern".
Der Link zur Rezension in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Der Dokumentationskanal "Phoenix" sendet am heutigen Freitagabend ein Portrait der Stadt Tel Aviv. Autor Gerd Helbig behandelt darin die spannende Geschichte der Stadt und hat zugleich aktuelle Stimmungen eingefangen: den heißen Sommer, die Winterstürme, den Wüstenwind, die legendären Sonnenuntergänge - und die allseits präsente Gefahr neuer Attentate.
Mehr dazu in den FERNSEH-TIPPS.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag, ein schönes Wochenende und Gut Schabbes wünscht


Israel und Nahost


... aktuell

... aktuell




Olmert gegen Gespräche mit Syrien
Baker-Hamilton-Bericht stösst in Israel auf taube Ohren
Israel will Baker-Bericht nicht folgen

... Hintergrund

... Hintergrund




Populismus statt Aussenpolitik
"Es geht darum, wer der Hausherr ist"
Die Stärke ist die Schwäche
Polarisierte Medien im Zedernland

... Israel intern

Israel intern




Israels Armee wegen Libanonkrieg kritisiert
Tauziehen zwischen Religiösen und Säkularen

... und die Welt

ONLINE-ARTIKEL




Symposion: 50 Jahre Beziehungen Israel-Österreich

Vergangenheit ...

ONLINE-ARTIKEL




Niedersachsen gibt Gemälde an jüdische Eigentümer zurück
Historikerin: Papst Pius XII. wusste mehr vom Holocaust als zugegeben
Die Archivierung der Erinnerungen

Antisemitismus...

Online-Artikel




Teheran lädt NPD zur Holocaust-Konferenz ein
Rechte Schüler-CD gegen Anne Frank

Jüdische Schüler fliehen vor Nazis und aggressiven Muslimen
Wenn muslimische Mädchen auf ihre jüdische Mitschülerin losgehen
«Jude» wird zum Mode-Schimpfwort

Die Täuschungen des Herrn Schlierer
REPs laden zur Schlammschlacht
Himmlischer Lärm
Ein »annus horribilis« für die NPD
Mit Fasching und Besen gegen Rechts

Christlich-jüdischer Dialog - Interreligiöse Welt

ONLINE-ARTIKEL




Weisheit der goldenen Regel
Landesbischof Friedrich : »Wir glauben alle an den einen Gott«
Rom stimmt zögernd zu

Meisner streicht gemeinsame Adventsfeiern
Stellungnahme katholischer Lehrer in Köln
Bischofsanordnung sorgt für Empörung
Protest gegen Verbot multireligiöser Gottesdienste
Etwas mehr Trennschärfe, bitte
Erzbistum Köln weist Kritik zurück

Muslimischer Advent
Emanzipation und Kopftuch sind kein Widerspruch

Jüdische Welt

ONLINE-ARTIKEL




Aufstand ultraorthodoxer Rabbiner

"Die neue Synagoge ist ein Familienhaus"
Eine winzige Gemeinde feiert Jubiläum
Vom prügelnden Skinhead zum gläubigen Juden
Sidra Wajischlach - Die Geschichte wiederholt sich selbst

American Jewish Committee eröffnet Webarchiv: Online-Zugriff auf 100 Jahre amerikanisch-jüdischer Geschichte

Maxim Biller will Deutschland verlassen
Geschlagener Schaum

Bambi und Mutzenbacher
Von Josefine Mutzenbacher zu Bambi

Christliche Welt

ONLINE-ARTIKEL




Das Loch unter dem Altar
Kein Dogma, aber Norm

Online-Rezensionen




2000 Jahre jüdische Geschichte




Hinterfragung von Selbstbildern

Amazon




Hauptstadt des Gedenkens
Das Leiden an der Erinnerung




Fernseh-Tipps


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