Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
17.05.2013 - Nr. 1423


ONLINE-EXTRA Nr. 184

Mai 2013

Die Meldung ging gestern um die Welt: Forscher in den USA haben einen Weg gefunden, menschliche embryonale Stammzellen zu klonen. Die Nachricht hat vor allem in kirchlichen Kreisen Unruhe ausgelöst. Mit deutlichen Worten gab beispielsweise der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, seine Ablehnung für das Klonen menschlicher Embryos zu therapeutischen Zwecken zu verstehen. Auch um hochrangiger Ziele willen sei es nicht statthaft, "dass Embryonen ausschließlich mit dem Ziel erzeugt werden, als medizinischer Rohstoff bereitzustehen." Die Menschenwürde verbiete es, "menschliche Embryonen ausschließlich als Mittel den Zwecken anderer Menschen zu unterwerfen", sagte Schneider in der WELT. Und der Augsburger Weihbischof Anton Losinger, Mitglied des Nationalen Ethikrates, rief in der Diskussion zu "großer Wachsamkeit" auf. Es dürfe nichts unternommen werden, "das die Würde des Menschen tangiert", sagte Losinger ebenfalls in der WELT.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die vor wenigen Tagen veröffentlichte Dokumentation einer Fachtagung des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken eine höchst aktuelle Brisanz. "Aktuelle Probleme am Anfang des Lebens. Juden und Christen im Dialog mit Ethik, Recht und Medizin" – so der Titel der von Professor Hanspeter Heinz, dem Vorsitzenden des Gesprächskreises, und Werner Trutwin herausgegebene Veröffentlichung, die eine dreitägige Fachtagung des Gesprächskreises mit der Katholischen Akademie in Bayern im November 2011 in München dokumentiert. Außer den Mitgliedern des Gesprächskreises waren zahlreiche Experten geladen.

"Die immer rasantere Entwicklung der Reproduktionsmedizin seit 50 Jahren stellt Politik und Gesellschaft sowie Ärzte und Religionsgemeinschaften vor immer größere Herausforderungen. In-vitro-Fertilisation, Pränataldiagnostik, Präimplantationsdiagnostik, Stammzellenforschung lauten die Namen der modernen Techniken. Mit der Münchner Tagung überschritt der 1971 gegründete Gesprächskreis erstmals das biblisch-theologisch-ethische Terrain und suchte die Diskussion mit Juristen und Medizinern. Für diese wiederum, die auch andernorts mit Ethikern, Theologen und Bischöfen grundlegende und aktuelle humanmedizinische Themen diskutieren, war es eine neue Erfahrung, sowohl mit jüdischen als auch christlichen Experten an einem Tisch zu sitzen", berichtet  Hanspeter Heinz. Für das Gelingen der Tagung in dieser ungewöhnlichen Konstellation seien zwei Vorgaben der Veranstalter entscheidend gewesen: zum einen der Verzicht auf eine wissenschaftliche Fachsprache, zum anderen die Offenlegung der jeweiligen Hermeneutik, das heißt des methodischen Schlüssels, der die Argumentationsmuster verständlich macht.

Der Gesprächskreis "Juden und Christen" wünscht sich, dass diese Dokumentation den aktuellen Diskussionen in Politik und Kirchen, Fachkreisen und Bildungseinrichtungen sowie der interessierten Öffentlichkeit neue Anstöße liefert. COMPASS teilt dieses Anliegen und veröffentlicht daher an dieser Stelle als ONLINE-EXTRA Nr. 193 das einführende Vorwort der beiden Herausgeber, Prof. Dr. Hanspeter Heinz und Werner Trutwin, und stellt Ihnen die vollständige Dokumentation der Tagung als pdf-Download zur Verfügung. 

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Online-Extra Nr. 184


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Einen angenehmen Tag, ein schönes Wochenende und Gut Schabbes wünscht




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