Deutsche Bibliothek
ISSN 1612-7331
29.03.2012 - Nr. 1327
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Editorial



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Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Deutscher Koordinierungsrat

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Koordinierungsrat






ONLINE-EXTRA Nr. 159

März 2012

Drei Religionen
am Küchentisch
Großmutter jüdisch
Mutter evangelisch
Vater katholisch
Kind gläubig
Alle liebend
ängstlich hoffend
auf Verstehen.


"Die Gedichte von Hanne Vollmer sind für mich ein Fund: nachgesprochene, neugesprochene Wirklichkeit. Und eine Menschengeschichte, die ihr Metrum findet." (Peter Härtling)

Hanne Vollmer ist 1930 geboren. Sie wäre gewiß schon in jungen Jahren eine Dichterin geworden. Es gab etwas, was ihr Leben anders bestimmte. Sie erlebte das Dritte Reich bis zu seinem Ende von seiner lebensgefährlichen, aber auch von seiner alltäglich bedrohlichen Seite. Sie wuchs in einem Stadtviertel in Aschaffenburg auf und erlebte die Reaktionen auf ihr von Behörden so verdächtigtes und so benanntes „jüdisches Aussehen“. Ihr nichtjüdischer Vater wurde immer wieder aufgefordert, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen und seine Familie zu verlassen. Hanne Vollmers Erfahrungen im Alltag des Dritten Reiches haben sie tief geprägt und ein sehr kritisches Verhältnis zu jeder Obrigkeit bewirkt.

Hanne Vollmer war verheiratet mit dem bekannten Kalligrafen Ernst Vollmer. Im Aschaffenburger Kulturleben hat sie viel gewirkt und sie ist fürsorglich und prägend für viele Kunstausstellungen tätig geworden. Von Zeit zu Zeit entstanden doch Gedichte, die in nicht mehr genutzten Buchschubern aufbewahrt wurden. Von sich aus hat Hanne Vollmer nichts veröffentlicht. Als der Dillenburger Buchhändler und Verleger Albrecht Thielmann sie kennenlernte und beinahe beiläufig von den Gedichten erfuhr, ermunterte und ermutigte er sie, an eine Publikation zu denken. Mit Unterstützung u.a. der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg gelang es ihm dann 2011 erstmals eine umfangreiche Sammlung der Gedichte in einem ungemein ansprechend edierten Band herauszugeben: "Eisblumen damals. Gedichte von Hanne Vollmer".

Man mag in Hanne Vollmers unprätentiöser, gleichwohl bilderreichen und tief poetischen Lyrik Verwandtschaften entdecken zu Rose Ausländer oder Hilde Domin. Dennoch ist ihre Stimme von originär eigener poetischer Kraft und entfaltet einen unverwechselbaren lyrischen Kosmos, den kennenzulernen eine immense Bereicherung bedeutet. Der nachfolgende Essay des Westerwälder Schriftstellers Johann Peter, den COMPASS heute als ONLINE-EXTRA präsentiert, stellt eine gelungene Hinführung zu Hanne Vollmers Leben und Werk dar. Möge er viele Leserinnen und Leser dazu anregen, die poetische Welt von Hanne Vollmer anhand ihres Gedichtbandes selbst weiter zu entdecken: "Eisblumen, damals".

Hier finden Sie ONLINE-EXTRA Nr. 159:
Online-Extra Nr. 159

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EDITORIAL HIGHLIGHTS

29. März 2012

* HEUTE AKTUELL *

ONLINE-EXTRA NR. 159

JOHANN PETER:

Eisblumen, damals.
Die Gedichte der Hanne Vollmer

Online-Extra Nr. 159