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Die nächste Ausgabe erfolgt am Dienstag, 14. Juli 09.
ONLINE-EXTRA Nr. 98
© 2009 Copyright bei Autor und Redaktion "Begegnungen"
Die vatikanische Neuformulierung der Karfreitagsfürbitte, die Einladung des Vatikans an die Piusbrüder, inkl. des Holocaustleugners Williamson, in den Schoß der Kirche zurückzukehren bis hin zu den heftigen Reaktionen deutscher Bischöfe auf die Erklärung des Gesprächskreises Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken "Nein zur Judenmission - Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen" - läßt man diese diversen Konflikte und Debatten der jüngsten Vergangenheit noch einmal Revue passieren, könnte man den Eindruck gewinnen, dass nicht nur mühsam erarbeitete und als sicher geglaubte theologische Fortschritte im christlich-jüdischen Dialog erneut zur Disposition gestellt werden, sondern auch, dass eine Missionierung der Juden aus katholischer Sicht das drängendste Problem christlicher Existenz in der Gegenwart darstellt. Nimmt man noch beispielsweise den Skandal um die Aberkennung des Hessischen Friedenspreises an den Muslim Navid Kermani hinzu, die auf Betreiben der Mitausgezeichneten Kardinal Lehmann und des evangelischen Theologen Peter Steinacker erfolgte, mag sich der Eindruck noch verstärken, dass die christlichen Kirchen nach einer durchaus überzeugend erscheinenden Phase der Beschwörung des interreligiösen Dialogs eine Kehrtwende vollziehen, in der durch verstärkte Abgrenzung gegenüber nicht-christlichen Religionen und eine neuerliche Betonung missionarischen Denkens eine Stärkung des eigenen Profils erzielt werden soll.
Der vorliegende Beitrag von Rabbiner Prof. Dr. David Berger bietet nun die seltene Möglichkeit, eine fundiert theologische Reflexion aus modern-orthodox jüdischer Sicht zur Problematik der Missionierung im Judentum wie im Christentum kennenzulernen. Berger, Mitglied im Rabbinical Council of America, der offiziellen Organisation, die moderne orthodoxe Rabbiner vertritt, gehört zu den bekanntesten Experten im interreligiösen Dialog und gilt als exzellenter Kenner insbesondere der mittelalterlichen jüdisch-christlichen Debatte. In seinem Essay reflektiert er historisch differenzierte Positionen zur Frage der Missionierung, arbeitet vier theologische Positionen heraus, die auf Grundlage der christlichen Erlösungslehre unterschiedliche Modelle der Missionierung repräsentieren, und erläutert unter Bezugnahme auf jüdische Quellen und Traditionen die Haltung und Reaktion jüdischerseits auf diese Modelle. Mit Nachdruck plädiert er u.a. dafür, auf christlicher Seite hierbei auch stets die Gewaltgeschichte gegenüber dem jüdischen Volk zu berücksichtigen und die persönlichen wie auch gesellschaftlichen Probleme zu beachten, die aus den Bekehrungsabsichten erwachsen können.
Rabbiner Bergers Beitrag erschien in einer von Edna Brocke besorgten Übersetzung ins Deutsche in gedruckter Fassung in Heft 2/2008 der Zeitschrift "Kirche und Israel. Neukirchener Theologische Zeitschrift" (KuI).
COMPASS dankt dem Autor, der Redaktion von KuI und der Übersetzerin Edna Brocke für die freundliche Genehmigung zur Online-Wiedergabe von Bergers Text an dieser Stelle!
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Dr. Christoph Münz
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