Deutsche Bibliothek
ISSN 1612-7331
20.11.2008 - Nr. 981
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Editorial



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ACHTUNG:

In der Zeit von Freitag, 21. November 08, bis einschließlich Montag,
01. Dezember 08, erscheint KEIN COMPASS!

Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Dienstag, 02. Dezember 2008.



ONLINE-EXTRA Nr. 84

November 2008

Dialog im Dunkeln ist eine Ausstellung am östlichsten Punkt der Hamburger Speicherstadt. In absolut abgedunkelten Räumen werden die Besucher in die Lage von blinden Menschen versetzt. Nur durch Tasten, Hören, Schmecken, Riechen und das Vertrauen in einen blinden Führer bewältigen die Besucher Situationen des täglichen Lebens, die in dem Museum nachgestellt sind. Die Idee zu Dialog im Dunkeln stammt von Andreas Heinecke und geht auf das Jahr 1988 zurück. Seine Geschäftsidee war, Sehende zu Blinden zu machen, indem sie durch vollständig abgedunkelte Räume geführt werden. Geführt von Blinden, die, wie er sagt, »Orientierung und Mobilität sichern und deshalb zu Botschaftern einer Kultur ohne Bilder werden«. Es ist ein soziales Projekt, das nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt wird. Und es ist ein Erfolg, in 18 Ländern der Welt mit weltweit bislang über zwei Millionen Besuchern. In der Speicherstadt ist die Ausstellung seit dem Jahr 2000 beheimatet. Zunächst nur bis März 2005 geplant, wird die Ausstellung nun bis mindestens März 2010 zu erleben sein. Auch in Frankfurt/M. gibt es mittlerweile eine Ausstellung gleichen Namens und Konzepts.

Andreas Heinecke, Erfinder des "Dialogs im Dunkeln", befasste sich intensive mit der Ausgrenzung von Juden im »Dritten Reich«, nicht zuletzt auch deswegen, weil es in seiner Familie sowohl Opfer als auch Täter gab, sowohl ermordete Juden als auch Nazimitläufer. Um diese Geschichte, die Geschichte auch seiner eigenen Familie, besser zu verstehen, promovierte Heinecke über das Ostjudentum. Anschließend zog Heinecke sich zunächst sehr zurück, las viel Frisch, Kafka, Kierkegaard – und näherte sich immer mehr dem Thema, das seine Berufung werden sollte: Wie bezieht man Ausgegrenzte wieder ein, ohne falsche Mildtätigkeit, ohne falsches Mitleid? Denn Mitleid ist oft das Letzte, was gewollt ist, weil es nicht ernst nimmt, weil es nicht auf eine Stufe stellt, weil es von oben herab behandelt. In diesem Kontext enstand die Idee zum "Dialog im Dunkeln".

Auch im Nahen Osten besteht mitterweile ein solches Dialogmuseum, in der israelischen Stadt Holon. In jüngster Zeit wird auch versucht, in den arabischen Ländern das dahinter stehende Konzept bekannt zu machen, nicht zuletzt, um gerade auch dort über die Erfahrung von Ausgrenzung und Ausgegrenztsein die Sensibilität für die Belange anderer Kulturen und Völker zu fördern. Im vorliegenden ONLINE-EXTRA stellt Mohammed Khallouk Idee und Konzept von "Dialog im Dunkeln" näher vor, ergänzt von einem Interview mit dem Entwickler des Konzepts Andreas Heinecke, der demnächst in die arabischen Staaten reisen will, um für sein Projekt zu werben.

COMPASS dankt Mohammed Khallouk für die Genehmigung zur Online-Wiedergabe seines Textes über das Dialog-Museum und des Interviews mit Andreas Heinecke an dieser Stelle! 

Hier finden Sie ONLINE-EXTRA Nr. 84: 

Online-Extra Nr. 84




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EDITORIAL HIGHLIGHTS

20. November 2008

* HEUTE AKTUELL *

ONLINE-EXTRA NR. 84

MOHAMMED KHALLOUK:

Wer Augen hat der höre und schmecke!
Dialog im Dunkeln setzt Meilenstein gegen die weltweite Ausgrenzung von Menschen

Ergänzt um ein Interview mit Andreas Heinecke, dem Gründer von "Dialog im Dunkeln"
 

  
Online-Extra Nr. 84

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