ACHTUNG:
Die nächste Ausgabe erfolgt am Mittwoch, 14. November 07.
Guten Tag!
Die Bundesregierung lehnt es ab, die 1952 geschlossenen Wiedergutmachungsverträge mit Israel nachzuverhandeln. Seit Monaten werden stille Gespräche zwischen Israel und Deutschland geführt. Im Juli war Rafi Eitan in Berlin und redete auch mit dem Finanzministerium, verlautet aus einer vertraulichen Quelle. Doch die Israelis stießen in Berlin auf "taube Ohren". Und auch Finanzminister Peer Steinbrück beabsichtige nicht, bei seinem für Ende November geplanten Besuch in Israel "derartige Gespräche zu führen". Ulrich W. Sahm und Silke Mertins berichten für N-TV und FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND über die Hintergründe und den Stand der Dinge des Problems.
Die Links dazu in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
In Ramallah wurde das prächtige Mausoleum von Jassir Arafat enthüllt. Trotz der hohen Baukosten soll es nur eine Übergangslösung sein, denn Arafat selbst wollte in Jerusalem bestattet werden. Marschmusik, Sprechchöre und ein Meer von Palästinensertüchern beherrschten gleichwohl die Kulisse in Ramallah. Doch wer genau hinsah, der merkte, wie tief sich der Hass in die Seele der palästinensischen Nation gefressen hat, meint Ulrike Putz in ihrer Reportage für den SPIEGEL: "Mausoleum für einen Übervater".
Der Link dazu und zu weiteren Berichten aus Ramallah in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Die Schriftstellerin Michal Zamir hat ein Buch über Frauen in der israelischen Armee geschrieben. Sie öffnet den Blick in eine beklemmende Welt, wie Christiane Wirtz in ihrer Rezension für die BERLINER ZEITUNG schreibt: "Mädchen in Uniform".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Als Mädchen hat sie hier das erste Mal Theater gespielt und staunte, weil Soldaten sie bewachten. Bis heute ist Maria Schrader von dieser Stadt, die sie immer wieder besuchte, fasziniert und verstört. Vor dem Hintergrund ihrer Dreharbeiten zu ihrem Regie-Erstlingswerk, der Verfilmung des Romans "Liebesleben" von Zeruya Shalev, schildert sie im TAGESSPIEGEL ganz persönliche Eindrücke vom Leben und Arbeiten vor Ort: "Meine Reise nach Jerusalem".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Einen Besuch in der bescheidensten aller Gedenkstätten des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus hat Klaus Harpprecht für die ZEIT unternommen und stellt in seiner Reportage den "kleinen Schindler aus Berlin vor":
"Otto Weidt, der gelernte Tapezierer aus Rostock, Pazifist, Sozialist, Anarchist, romantischer Hasardeur, Amateurpoet und heroisches Schlitzohr: er war - anders als der böhmisch-deutsche Heldenbruder Schindler - mit seinen Abstehohren, seinen blicklosen Augen (er war halb blind), seinen hageren Zügen kein attraktives Mannsbild, trotz der Eleganz, die er nach dem Zeugnis von Inge Deutschkron - auch sie verdankt ihm das Überleben - unbekümmert zur Schau trug, mitten im Krieg, als Schieber leicht erkennbar."
Der Link zum Beitrag in der Rubrik VERGANGENHEIT...
Antisemiten, Neonazis, Homophobe - sie alle können ihre Hassbotschaften übers Internet verbreiten. Das International Network Against Cyberhate zeigt, dass man durchaus dagegen vorgehen kann, wie Sarah Stricker in ihrem Beitrag für die TAZ schildert: "Gegen den Hass. Konferenz für Internetkontrolle".
Der Link dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Johannes Lohmeyer (43) ist immer noch erstaunt über das, was er da ausgelöst hat. Nachdem der Direktor des Holiday Inn in Dresden dem sächsischen NPD-Fraktionschef Holger Apfel und dessen Vize Alexander Delle die Zimmerreservierung mit deutlichen Worten gestrichen hat, ist er so etwas wie eine Berühmtheit geworden (siehe Compass 07.11.07). 3000 Schreiben, auch aus Israel und den USA, hat er seitdem bekommen - mit großer Zustimmung. Teilweise bedanken sich Holocaust-Überlebende für sein couragiertes Verhalten. "Das ist eine schöne Sache", sagte Lohmeyer dem Abendblatt. Sein Vorgehen hat inzwischen auch in Brandenburg Schule gemacht. Dort beherbergen die Hotels keine NPD-Mitglieder mehr, wie aus einem Bericht von Maike Röttger im HAMBURGER ABENDBLATT hervorgeht: "Kein Zimmer frei für die NPD".
Der Link zum Bericht in der Rubrik RECHTSRADIKALISMUS.
Am Donnerstag startete das Videoportal "YouTube" seine deutschen Seiten - und bereits wenige Tage danach sind Nazi-Videos auf der Website zu finden. Nutzer verherrlichen Hitler, hissen Hakenkreuz-Flaggen und hören die verbotene Nazi-Band "Landser", wie die MARKENPOST berichtet: "Nazi-Clips auf YouTube Deutschland".
Der Link dazu in der Rubrik RECHTSRADIKALISMUS.
ZENIT veröffentlicht die Ansprache, die der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner am vergangenen Freitag während der Gedenkfeier zur Übergabe der neu renovierten Torarolle in der Kölner Synagoge gehalten hat. „Auch wenn Juden und Christen manche Worte der Schrift verschieden auslegen, so bezeugen wir unseren größten Respekt vor Ihrem innigen Umgang mit der Tora“, bekräftigte der Kardinal. Die Katholiken teilten mit ihren jüdischen Schwestern und Brüdern die Liebe zu diesem „Gotteswort im Menschenwort“; eine Liebe, die ihnen beim täglichen Stundengebet beständig in Erinnerung gerufen werde, „wenn sie einen Abschnitt aus Ps 119 beten. Wie gut ist es, dass es diese Gebetsbrücke zwischen uns gibt!“
Der Link zum Wortlaut der Ansprache in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Prinz Asfa-Wossen Asserate, ein Großneffe des äthiopischen Kaisers Haile Selassie, wurde in Deutschland und Österreich mit seinem Bestseller „Manieren“ berühmt. DIE TAGESPOST sprach mit dem „Prinz aus dem Hause David“ – so der Titel seiner jüngst erschienenen Autobiografie – über Afrikas Zukunft, den Islam, den Dialog der Religionen und den Papst.
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Warum wird Hannah Arendt oft stärker verehrt als ihr Werk? Wie hätte sie den Nahostkonflikt eingeschätzt? Wie umriss sie politische Freiheit? Über diese und andere Fragen sprach die TAZ mit der Politikwissenschaftlerin Antonia Grunenberg und der Diplom-Psychologin Christina Thürmer-Rohr, die sich beide intensiv mit Leben und Werk von Hannah Arendt beschäftigt haben: "Dass man miteinander streitet".
Der Link zum Gespräch in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Beschneidung im Säuglingsalter ist für Juden ein zentrales Gebot. Für die Jungen bedeutet sie erst mal: OP mit Vollnarkose und Schmerzen. Wie rechtfertigt man das vor seinem Kind? Ein offener Brief eines Vaters an seinen beschnittenen Sohn versucht sich dieser Frage zu stellen: "Nix für ungut!", nachzulesen in der TAZ.
Der Link zum Brief in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Der Großvater schrieb über die sittlichen Gefahren des Radfahrens, der Sohn über Kampfflieger, der Enkel wollte Landwirt werden. Henryk M. Broder zeichnet in einer historischen Reportage für den SPIEGEL die Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie auf dem Weg vom Kaiserreich in den Judenstaat nach: "Adolf und seine Söhne".
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Einen angenehmen Tag und eine gute Woche wünscht
Dr. Christoph Münz
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